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Juedischer Almanach für Gross-Rumänien · 1922-01-01 · 1. Jahrgang = 1922/23 Exemplar LBI · p. Seite 34

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Journal
Juedischer Almanach für Gross-Rumänien
Volume
1. Jahrgang = 1922/23 Exemplar LBI
Date
1922-01-01
Page
Seite 34 (sequence 40)
Language
German
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IRI
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34 Quellen zur Geschichte der Juden Großrumäniens. Schon im römischen Dazien, dem heutigen Rumänien, wohnten nachweisbar Juden. Josephus Flavius weiss sogar von Juden zu berichten, die in Thalmus wohnten und dort eine starke Gemeinde bildeten. In grösseren Massen dürften sie während der Regierung Justinians (527—565), nach dem heutigen Rumänien gekommen sein. Seine speziellen Judengesetze zwangen sie zur Auswanderung. Ein drakonisches Gesetz verfügte, dass alle Juden (Ketzer) von der Erlangung eines Ehrenamtes ausgeschlossen bleiben. „Sie sollen das Joch tragen, wenn sie auch darunter seufzen, aber der Ehre sollten sie unwürdig gehalten sein.“ Ein jüdischer Zeitgenosse Justinians charakterisiert den Herrscher mit folgenden Worten: „Wie der abgedrückte Pfeil nicht wahrgenommen wird, bis er das Herz getroffen, so geht es mit den Dekreten Esaus (Byzanz)“. Seine Verordnungen bezüglich des Gottesdienstes machten die Lage der Juden im Lande unmöglich, weshalb es viele vorzogen, in das Gebiet jenseits der Donau auszuwandern. Ein Teil der heutigen Juden Rumäniens dürfte von den palästinensischen Juden abstammen, welche sich noch vor der Zerstörung des jüd. Staates auf dem Balkan ansiedelten. Andererseits muss auch die Geschichte der Chazaren in Erwägung gezogen werden. In der zweiten Hälfte des 8. Jahrhundertes traten das Chazarische Königshaus und das ganze Volk zum Judentum über. Sie waren ein finnischer Volksstamm, der an der Wolga ein Riesenreich begründete. Die Hauptstadt war Itil (Astrachan). Die Chazaren unterwarfen die Perser, überstiegen den Kaukasus und besiegten die Armenier. In kurzer Zeit kamen die Herrscher Kiews und das bulgarische Volk unter ihrer Botmässigkeit. Die Byzantiner lebten infolge ihrer Nachbarschaft in beständiger Angst. Sicherlich kamen die Chazaren auch mit den Juden der Moldau und Walachei in Berührung. Die arabischen Geographen und Geschichtsschreiber aus dem 9. Jahrhundert, besonders Ibn Fadian, Istachri und Ibn Hausquall, berichten von Handelsbeziehungen der Juden mit den Chazaren. Es bleibt dem Anthropologen und Rassenforscher anheimgestellt, in manchen Typen der rumänischen Juden mongolisch-finnische Merkmale festzustellen. In der Zeit der Judenvertreibungen aus Spanien 1492 war das heutige Rumänien ein türkischer Vasallenstaat. Die spanisch-jüdischen Emigranten fanden im türkischen Reiche ein gastliches Dach. Ein Teil ging über Gibraltar nach Afrika, der andere über Italien nach der Balkanhalbinsel. Sie Hessen sich auch im heutigen Rumänien nieder und haben ihre Sprache bis heute bewahrt. Sie sind bekannt unter den Namen „Spaniolen“ oder „Sephardim“ und wohnen in der Walachei und dex Dobrogea.

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