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Juedischer Almanach für Gross-Rumänien · 1922-01-01 · 1. Jahrgang = 1922/23 Exemplar LBI · p. Seite 32

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Journal
Juedischer Almanach für Gross-Rumänien
Volume
1. Jahrgang = 1922/23 Exemplar LBI
Date
1922-01-01
Page
Seite 32 (sequence 36)
Language
German
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IRI
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32 Jüdische Musik. ruhmvollsten modernen russischen Komponisten, Prokofjew, eine „Hebräische Ouvertüre“ mit Benützung jüdischer Weisen. Auch dieser Tondichter ist Christ. Dass jüdische Volksliedersänger und Sängerinnen jetzt wie die Pilze nach dem Regen emporschiessen, ist kein Wunder und wäre zu begrüssen, wenn sie in der Wahl der Lieder umsichtiger Vorgehen würden. Auch hier herrscht leider die Quantität über die Qualität und dieser Umstand trägt viel zur Abneigung der musikalischen Kreise gegen das jüdische Volkslied bei. Das sind aber die Kinderkrankheiten der Entwicklung der jüdischen Musik. Ich bin optimistisch genug, überzeugt zu sein, dass auch hier Wandel geschaffen wird und dass das Aufblühen der jüdischen Musik mit denselben Schritten vorwärts gehen wird, wie die Musik anderer Völker. Eine hervorragende Arbeit aut dem Gebiete der jüdischen Musikforschung leistete der bekannte Musikhistoriker Dr. Idelsohn (Palästina). Seine Sammlungen und ganz besonders die Forschungen auf dem Gebiete der alt-hebräischen Tempelgesänge bilden einen gewaltigen Schritt in der Richtung der Eruierung der Urqquellen der jüdischen Musik. Die Ergebnisse dieser Forschungen werden demnächst in Druck erscheinen und werden zweifellos ein grundlegendes Material zur Konstatierung der Zusammenhänge zwischen liturgischer Musik und dem Volkscharakter der Juden bilden. Und so bestätigt sich die Behauptung des grossen Gelehrten, die ich eingangs erwähnt habe. Was wir heute an der jüdischen Nation erleben, hätte vor Kurzem niemand für möglich gehalten. Wien, den 3. September 1922. Dr. Benjamin Fuchs, Czernowitz. Ghettogäßchen. 1. Im Schmutze balgen sich paar Rangen, Sonst isl die Oasse still und leer. Von fernrher klingt der Stadt Getöse, In diesen Winkel dringt nichts her. 2. Die Sonne hebt sich leis’ gen Mittag, Die Schatten kriechen in die Wand, Paar Weiber huschen in die Höhlen In Schweiß gebadet, sonnverbrannt. 3. Und in des Nachmittages Hitze Wie schlafversunken Haus bei Haus, Der Mörtel rieselt von den Wänden, Aus einem Loch huscht eine Maus. 4. Nur abends geht ein kurzes Lärmen t Paar Männer tapsen langsam, schwer, Paar Lichtdien glimmen und erlöschen.. . . Dann tiefe Stille wie vorher.

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