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Jüdisches Familienblatt · 1886-01-01 · 49 (1886) · p. Seite 192

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Journal
Jüdisches Familienblatt
Volume
1886
Issue
49 (1886)
Date
1886-01-01
Page
Seite 192 (sequence 4)
Language
German
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— 192 — Gin Ghrenzeugniß. Unserem Glaubensgenossen, dem deutschen Sprachgelehrten Prof. vr. Daniel Sanders, der soeben im Verlage von S. Rosenbaum, Berlin, „Fürs deutsche Haus" Blüthenlese aus der Bibel und den mustergültigen griechischen und römischen Schriftstellern, hat erscheinen lassen, ist aus Anlaß, der Uebersendung seines Werkes an den Staatssecretär des Reichs-Postamts Dr. von Stephan nachstehendes Dankschreiben zugegangen: „Berlin W., den 26. October 1886. Sehr geehrter Herr Professor! Wiederum haben Sie die Freundlichkeit gehabt, mich durch Zusendung Ihres neuefteu Werkes „Für's deutsche Haus" auf das Angenehmste zu überraschen. Ich begrüße dieses jüngste Erzeugniß Ihrer unermüdlichen Schaffenslust mit um so größerer Freude, als ich es für ein besonders verdienstliches Unternehmen halte, wenn in der gegenwärtigen Zeit, wo über dem ungeahnten Aufschwung in der Entwickelung der materiellen Kultur die idealen Güter leicht aus dem Auge verloren werden, die Blicke des Volkes auf diese höchsten Güter immer wieder hingelenkt und die unversieglichen Quellen wahrer Gesittung und Bildung: Bibel und die alten Classiker ihm nahe gebracht werden. Daß Ihre Blumenlese dazu mithelsen werde, ist mir bei der vorzüglichen Auswahl des Stoffes und der formvollendeten Uebertragung in unsere Muttersprache nicht zweifelhaft. Ich hege die feste Zuversicht, daß Ihre anmuthige Gabe sich überall Freunde erwerben werde. Empfangen Sie, sehr geehrter Herr Professor, meinen verbindlichen Dank für die Zusendung und die mir von Neuem bewiesene freundliche Gesinnung. Mit vorzüglicher Hochachtung ergebenst v. Stephan." _ Citriosirrn. Aus Minden in Westfalen wird gemeldet: „Bon einem ergrauten Christen" unserer bescheidenen Stadt soll jetzt ein die ganze Welt umspannender „Lessing-Mendelssohn-Berein" ausgehen, welcher „durch Wort und That die Eingehung gemischter Ehen, insbesondere der Ehen zwischen Christen und Juden" zu befördern hat. Die Jahresbeiträge zu 1 Mark „sind dazu bestimmt, einzugehenden gemischten Ehen auf Ansuchen Mittel zur ersten Einrichtung geschenkweise zu gewähren." Niemand wird wegen Rückgabe verklagt. Als Abzeichen tragen die Vereinsgenossen „die Farben blau und grün an einer Tuchnadel oder an einen Knopf." „Du bleibst zurück bei Menschen, gar falsch ist deren Herz, „Vertrau' dem Vater droben, schau' immer himmelwärts, „Von dort schau' ich hernieder auf Dich auf Erden hier, „Ob räumlich auch geschieden, im Geist bin ich bei Dir. „Und diese meine Worte laß' sein Dir ein Kleinod- „Wie blieb' bei Dir ich gerne, doch ach, mir nah't . . der Tod. „In dieser dunklen Kammer würd' bleiben ich so gern, „Wollt' niemals seh'n die Sonne, auch niemals Mond und Stern, „Du wärest meine Sonne und auch mein Sternenlicht. .. „Doch mir versagt die Sprache . . . sieh' nur, mein Auge bricht!"; Er sinkt zurück auf's Kissen, das Sprechen fiel ihm schwer, Er will's nochmals versuchen, er lallt, es geht nicht mehr, Noch einen Hauch, den letzten, die Seele ist entfloh'n — Sie ist geeilt von hinnen, hinauf zu Gottes Thron. Und als man ihn bestattet, als er im Grabe lag, Ta klagt die treue Gattin, da klagt sie Nacht und Tag. Nicht Worte können mildern der Seele größten Schmerz, Nicht Tröstung kann hier heilen das wundzerrissene Herz. Als Alle nun gegangen, um war die Trauerzeit Der vollen sieben Tage, wie es die Schrift gebeut, Da that sie auf die Lippen, gelobet hoch und hehr: „Die Sonn', die ihm erloschen, sie scheint auch mir nicht mehr". Im Dunkel sie nun weilet, im finsteren Gemach, Es ist dasselbe Zimmer, in dem der Gatte lag; Und denket stets des Theuren, den sie so sehr geliebt, Und denkt der kurzen Jahre des Glückes, ungetrübt, Da sie am Traualtäre sich dem zu Eigen gab, Der, ach, von ihr getrennet, muß ruh'n im finstern Grab. Im Grabe ruht der Gatte, jetzt schon so manches Jahr Und sie, die jung gewesen, hat längst schon graues Haar. Sie sah fast fünfzig Jahre niemals der Sonne Licht, Denn, was die Lieb' versprochen, das bricht das Leben nicht, Bis endlich sie erlöset des Todes heil'ge Macht, Der sie zum ew'gen Lichte, zum Gatten, hingebracht, einebach. A. Speier. Mthsel- Ausgaben. I. Deutsche« SuchKabenräthsrl. Bon A. Spei er in Heinebach. Nennt mir Einen aus David's Geschlecht, Ein König ist es, gut und gerecht — Nun setz' den Fach ihm vor den Kopf, Doch thu' es nimmer in den Topf, 's Ist keine Speis' für miH und Dich Doch manches Thier d'ran labet sich. Zehn Verbote. Was Du nicht weißt, das sage nicht, Und wer nicht dreist, der wage nicht. Geht Dir was quer, verzage nicht, Und was zu schwer, das trage nicht. Hast Du was vor, vertage nicht, Und einen Thoren frage nicht. Genügt's mit Worten, schlage nicht, Und aller Orten klage nicht. Ein Thier im Scherzen plage nicht, Und an dem Herzen nage nicht. (Aus Schorer's Familienblatt.) Ein Gelübde. Nach einer wahren Begebenheit. Sie saß an seinem Bette, so abgehärmt und bleich, So sitzt sie schon drei Tage, fast einer Mumie gleich, So sitzt sie da und lauschet auf jeden Athemzug So sitzt sie da und prüfet, ob wohl der Puls noch schlug; Sie läßt nicht And're treten zum Krankenbett hinan, Denn der, der dort noch ringet, er ist ihr Ehemann. ' Er sucht die Hand der Gattin, kann kaum noch etwas seh'n, Und lispelt schwach und leise, kaum kann sie es tzersteh'n: „Du, meine Gute, Traute, geschieden muß jetzt sein, „Du bleibst zurück auf Erden, ich geh' zum Himmel ein, II. Hebräische« Logogryph. Von 0. in R. Ein Kindlein Jakobs, lieb und werth,. Sei, Knabe, auch von Dir geehrt; Du darfst cs ntfitg Herzen, küssen, Steh'n erst die Zeichen, wie sie müssen. Wenn groß Du bist, nimm's auf den Arm Auch drück' an's Herz es, lieb es warm; Drob mögen Frevler Dich verhöhnen; Der schönste Schmuck Dein Haupt wird krönen. III. Deutsche« Äogogrqph. Von Lehrer I. Kaufmann in Essen. Mit e im Dom, Mit o in Rom, Mit a bei Reichen, — } Ist schwer zu erreichen. ' Auflösung der Käthsel in u«r. Ur. I. Insel, Linse. III. Linsen, Binsen. H. Efau, Sau. IV. Arom, (Genes. 25,10). Verantwortlicher Redacteur Dr. Rahmer, Magdeburg. Druck von D. L. Wolfs, Magdeburg. Verlag von Robert Friese, Leipzig.

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