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Jüdisches Familienblatt · 1886-01-01 · 47 (1886) · p. Seite 384

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Journal
Jüdisches Familienblatt
Volume
1886
Issue
47 (1886)
Date
1886-01-01
Page
Seite 384 (sequence 4)
Language
German
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— 884 — unb Ehre auf der anderen, kämpften glühend in meinem Herzen: der Ehrgeiz trug den Sieg davon! Ich ward der Verlobte Therese's! Ich habe schwer gebüßt. Schon die Zeit des Brautstandes war für mich schrecklich. (Fortsetzung folgt.) Allerlei für den Familientisch. Die Mnridev dev Zahl. Zu den verschiedenen Räthselarten gehört auch das Logogryph oder Buchstaben- Räthsel. Daß dieses die Wunder der Zahl veranschaulichen könne, hat wohl mancher Freund dieser geistigen Unterhaltung noch nicht bedacht, und dennoch ist dem also. Das Logogryph bildet durch Weglassung oder Versetzung eines oder mehrerer Buchstaben aus dem Räthselwort ein neues Wort. Bekanntlich lassen Wörter von 2 Buchstaben nur eine zweifache Zusammenstellung und zwar in der Form 1 2 und 2 1 zu, als 2$ Vater, 82 er kam. Durch jeden folgenden Buchstaben mehr wird eine so oftnialige Versetzung möglich, wie sie dem Produete des hinzügetretenen Buchstaben mit der Zahl der vorhergehenden Zusammensetzungsform entspricht; also ein d r e i buchstabiges Wort läßt 3 x 2 -- 6 ZusammeusteÜungen zu in der Form 1 2 3, 1 3 2, 2 1 3, 2 3 1, 3 1 2, 3 2 1, z. B. 727 Spieß, 277 Mutterschoß, 772 aufstreichen, 772 morgen, L277 Bann, 727 Lehm. Ein vierbuchstabiges Wort würde demnach 4x6 24 und ein fünf buchstabiges 5 x 24 120 Zusammenstellungen gestatten. Das nicht jedes neu entstandene Wort auch in der betreffenden Sprache einen Sinn hat, thut nichts zur Sache; vielleicht bilden aber seine Laute in ihrer Aufeinanderfolge die Elemente eines Wortes einer andern Sprache. Außer bei Näthseln finden wir diese Logogryphform aber auch in kabbalistischen Schriften, z. B. bei der 120fachen Versetzung der Buchstaben des Wortes 17'"78 zum Gebrauche j beim Sabbatausgang in älteren Gebetbüchern. Eine ähnliche! Versetzung, wie hier bei Buchstaben, finden wir bei ganzen! Wörtern, z. B. im Nachtgebete bei dem Bibelverse I 71 Tl7p. Forschern auf dem Gebiete der jüdischen Liturgie will ich hierbei die Mittheilung nicht vorenthalten, daß sich in meinem Besitze das Bruchstück eines jedenfalls sehr alten, sogenannten s727 7272 befindet, in welchem beim Nachtgebete der vorerwähnte Vers 121 “]7SHZ7S in sechs maliger Versetzung wirklich enthalten ist.! Ein ähnliches Verfahren zu Räthselzwecken finden > wir nun aber bei allen Sprachen in Anwendung gebracht. j Würden wir demnach die Zahl der Zusammenstellungen, deren! z. B. das Wort „Wochenschrift" fähig ist, in's Auge fassen, j so würde die erstaunliche Höhe von 6,227,020,800 srappiren, wenn sie nicht der Wirklichkeit entspräche. Allgenommen nun, daß zur Aussprache jeder Lautcombination nur eine Sekunde erforderlich wäre, so würden bei ununterbrochener Arbeit von täglich 12 Stunden nicht weniger als 404 Jahre, 4 Monate, 24 Tage erforderlich sein, um dieses colossale Material zu bewältigen. Wollte dagegen heute Jemand alle Versetzungen, die ein 14buchstabiges Wort zuläßt, bei täglich 12stündiger Arbeit gelesen haben, so müßte er wenigstens 20 Jahre vor Vater Adam geboren sein. L. Cohen. Saris. Die litterarische Bewegung gegen Drummond's „La France juive“ nimmt in Frankreich zu Gunsten der Juden täglich zu. Emile Corra veröffentlicht im „Evenement" einen „Die jüdische Moral" überschriebenen Artikel, der in begeisterter Weise die jüdische Ethik als Grundlage der christlichen Moral preist. Das philaulheopische Wirken der verstorbenen Frau James v. Rothschild widerlege vollständig die Utopien Drummonds, denn wenn das Judenthum solche edle Charaktere erzeugt, so muß seine Moral keine schlechte sein. — Und Montefiore? Der Sabbath rettet vom Tode! (Nach einer wahren Begebenheit.) Hart war das Leiden, härter der Kampf, Der letzte, der sie bezwungen; Endlich war sie erlegen dem Krampf, Den Sieg hat der Tod errungen. Und eingebettet liegt sie im Schrein, Doch konnte man sic nicht bestatten; Den Sabbath darf mail nicht entweihen, Der Ruh' gibt den Müden und Matten. Allein sie nun in dem Zimmer lag, Vor dem Tode flüchtet das Leben; Die Wächterin sitzet im Stuhle halbwach Im stillen Kämmerlein daneben. Da däucht's ihr, als hörte sie Geräusch Im anstoßenden Todteitzimmer, Als erhebe sich aus dem Sarge die Leich' Als höre man Klag' und Gewimmer. Durch die Scheiben jetzt die Wücht'rin blickt! Die Fran im Sarg ist von hinnen, Der Deckel des Schrein's ist abgerückt Und abgestrcift ist das Linnen. — Doch neben dem Sarge kauernd sitzt Die Frau, die sie wollten begraben. — Der Sabbath hat sie vor'm Tode beschützt, Vor'm grausen Lebendig begraben. Heinebach. __ A. Speier. Oü est la femmeP 117218 mir 7*8 „Wo ist deine Frau?" Der Engel Abrah'm frag, — „„In dem Zelt sie schau', Wo's Arbeit gibt genug."" „Wo ist deine Fran?" Hört heut' des Hauses Vater: „„Tags wohl ans die Schau, Des Abends im Theater!"" L. Cohen. «chArss RiitlM-Ausgalle,r. I. Deutsches Logogrqpl,. Von 0. in R. und J. K. in E. Wer nennt die Stadt im Deutschen Land, Die Moses schon als Müttze hat gekannt, In der — um eineu Laut vermehrt — In alter Zeit auch Isaak hat verkehrt? n Gemischtes Silbenrathsel. (Deutsch und hebräisch.) Von A. Spei er in Heinebach. Zieh' Du die erste ab Und nimm den Meterstab Und miß die Läng' und Breit' Je hundert, als die zweit'; Die zweit' imb dritte Dir Gar deutlich sagen vier. Häng' nun die vierte dran: Dies Ganze ist ein Mann, Der lebt' im Spanierland, Aus dem er ward verbannt. HI. Hebräisches Homonym. Von 6. in R. Die Köchin greift es mit der Hattd, Weitn sie am Herde steht, Und trägt als Schmuck den Gegenstand, Wenn sie spazieren geht. Auslösung dev Rathset in vor. Nr. I. Sahara — ha! — Sara. II. Babel, Abel, Bel, El c^^Gott.) III- J2 ,72 ,}27 (Stroh.) Verantwortlicher Redacteur Dr. Rahmer, Magdeburg. Druck von D. L. Wolfs, Magdeburg. Verlag von Robert Friese, Leipzig.

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