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Jüdisches Familienblatt · 1886-01-01 · 45 (1886) · p. Seite 176

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Journal
Jüdisches Familienblatt
Volume
1886
Issue
45 (1886)
Date
1886-01-01
Page
Seite 176 (sequence 4)
Language
German
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— 176 - II. Schreiben an die zwölf Baumeister. Allerlei für de« Familientisch. „Wenn uns die Erfahrung nicht gelehrt hätte, daß alle Bubenstücke, die von jüdischen Bolksvorstehern begangen, der ganzen Nation zur Last gelegt werden, würden wir uns schämen, es unter unserer Würde halten, von einem elenden polnischen Rabbi, und von Euch, seinen zwölf Jüngern, öffentlich zu reden. Wir finden es aber deswegen für nöthig, damit das christliche Publikum Euere dummen Albernheiten nicht dem besseren Theil der Nation, der ziemlich groß ist, und durch Euch oft unrechtmäßig verachtet wird, zuschreibt. Ihr habt dem Rabbiner die Hände geboten, das Haar der jüdischen Frauen zu verbieten. Warum? Weil es der Rabbiner zu schön und nicht polnisch genug gefunden hat. Der Religion wegen kann's nicht sein, sonst würde es in Hamburg, Berlin, Wien, Amsterdam, London rc. auch unter den Juden verboten sein. Ihr habt also blos dem Rabbiner ein Opfer bringen wollen, und zwar deswegen, damit er Euch von größeren moralischen Vergehungen absolviret, oder sie wenigstens verschweigt. Habt ihr Euch so ganz rein von allen anderen moralischen Sünden gewaschen, daß Euch nur noch das gezierte Haupt der Frauen zu anlockend scheint, um Euch zu neuen moralischen Verbrechen zu locken? Warum eifert Ihr nicht gegen Schwelgerei, gegen das Spielen, und andere tausendmal so große Laster, die selbst von euern Mitregenten so oft begangen werden? Seht auf euer Mitglied Gumbel Kann, den Schwelgerei zum elenden Geripp gemacht hat. Laßt Euch von einem andern neueren Mitglieder B . . . . die schrecklichen Beispiele vom verderbenden Spiele erzählen, und eifert dagegen. Wäre es Euch, um bessere Sitten und Gebräuche unter uns einzuführen, zu thun, so würdet Ihr mehr für die bessere Erziehung euerer Jugend sorgen. Ihr würdet keine gemeinnützige Schule für die Jugend, wo die Kinder moralische Bildung bekommen sollten, unterdrückt, und dafür eine elende Talmud-Schule gebilligt haben, wo die Kinder nicht nur keinen Begriff von Moralität des Menschen bekommen, sondern durch einfältige rabbinische Lehren zu aberwitzigen Menschen und fanatischen Betrügern gebildet werden. — Daß Ihr jene nützliche Schule unterdrückt habt, kann ein Hochedler und Hochweiser Rath hier*) deutlich bezeugen. Was uns betrifft, wir leiden durch die Unterdrückung der Schule nicht, weil wir sie unseres Alters halber nicht benutzen könnten; unsere Kinder aber, die dadurch leiden, werden Euch in euere Gräber rufen: Steht aus Tyrannen! Und sehet die Opfer euerer Bosheit in uns!" Die Mittheilung verschiedener Zeitungen, daß für Meyerbeer, als einen Juden, eine besondere Dekoration des Rothen Adler-Ordens — statt des Kreuzes zwei ineinander gefaltete Hände — an gefertigt worden sei, verdient eine Berichtigung dahin, daß König Fncdnch Wilhelm IV. diese Dekoration allen Juden, denen er den Rothen Adler-Orden ertheilte, zukommen ließ. Unter Anderm hatte sie auch der Geh. Hofrath Moser, ein Rentier, welcher dem Könige oft bei der Erwerbung von Alterthümern, besonders solcher aus der vaterländischen Geschichte, Dienste leistete, erhalten. Als derselbe sich bei dem Könige für die ihm gewordene Auszeichnung bedankte, sagte Friedrich Wilhelm IV. zu ihm: „Nun müssen Sie mir besonders treu sein, lieber Moser; es ist das ja heilige Pflicht der Ordensritter." „Majestät," erwiderte Moser, schlagfertig auf die von der gewöhnlichen Dekoration abweichende Form anspielend, „in der Treue bin ich allen Kollegen voraus; ich bin üäöls, die Andern sind kreuzfidel." \ Uiithsel - Ausgabe«. —llf J I. Deutsches Kogogryph. Von 0. in R. Sobald die fromme Frau man kennt, Die uns das Buch der Bücher nennt, Zerlege man 'ne Königsstadt, Die Josua erobert hat. Setzt man die erste Hälft' voran, Die zweite in das Jnn're dann, So ist der König gleich bekannt, Der Usijahu ward genannt. Wie hieß die Stadt und wie die Frau? Und wie der König ganz genau? II. Zweisprachiges Mthsel. (Hebräisch und deutsch.) Von I. Kaufmann in Essen. Wen klein mein Wort auch scheinet, Sehr groß ist seine Macht: Gar mancher drum geweinet, Geseufzt bei Tag und Nacht. Oft hat das ein' das andre Den Brüdern uns gebracht: Nimm deinen Stab und wandre. So sprechend, Hohn es lacht! Ach würd' Erlösung bringen, Des Räthsels Lösung Dein, Dir würde Lob man singen, Und immer dankbar sein! *) „Mit der größten Freude benützen wir zum erstenmale diese Gelegenheit, einem hochedlen und hochweisen Magistrat, auch dessen geistlichen Mentor, dem edelsten Manne, dem Herrn Senior vr Hufnagel, für den großen Eifer und guten Willen, den sie zur Errichtung jener Schule geäußert, hier öffentlich zu danken. Eine edle Handlung, wie jene war, hatte schon lange dem Publikum bekannt gemacht zu werden verdient, auch auf eine feierlichere Art, und an einem edleren Orte als dieser, wo von einem schmutzigen polnischen Juden, und 12 nur in Dummheit verschiedenen Menschen die Rede ist. Wir werden aber unsere Pflicht, unsere Dankbarkeit mit mehreren Worten Ihnen an den Tag zu legen, bei einer andern Gelegenheit, gewiß nicht vergessen; wo wir zugleich auch zeigen wollen, wie glücklich ein Volk, unter der Leitung edler Männer, wie die Mitglieder eines hochedlen Raths, werden kann, und wie es hingegen zum Vieh herunter gewürdigt werden muß, unter der Führung eines Hurwitz und 12 unwissenden Menschen". Anmerkung des Einsenders: Die oben erwähnte Schule ist die heute noch in vollem Glanze bestehende „Real- und Volksschule" der hiesigen israelitischen Gemeinde, welche schon 1794 projectirl war und durch die Opposition jener Herren nicht zur Ausführung kam; da» Project wurde aber nicht falle« gelaffen und kam endlich 1804 zur Ausführung. HL. Hebräische« Kogogrqph. Von 6. in R. Ein Enkel Jakobs ist's mit Ein 2 dieselben Dienste thut; Mit b Ihr 'nen König seht, Mit TP ist's wieder ein Prophet, Ein Fürst jedoch mit p voran; Nun rathet, wer da rathen kann. AusiSsuug »er Käthsel i» vor. Kr. I. Taube, Traube. II. Album, Mabul (Sintfluth-^QD). HL DTK (Mensch) ‘■m (Dunst) Dl (Blut) DK (Mutter.) IV. i-ÖD (Hütte) DÄN (der Becher).' kV. r\p' (,TIB Narr) DH (,nd Gehirn). verantwortlicher Redacteur vr. Rahmet. Magdeburg. Druck von D. L Wolfß Magdeburg. Verlag von Rabert Friese, Leipzig.

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