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Jüdisches Familienblatt · 1886-01-01 · 41 (1886) · p. Seite 162

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Journal
Jüdisches Familienblatt
Volume
1886
Issue
41 (1886)
Date
1886-01-01
Page
Seite 162 (sequence 4)
Language
German
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162 — Allerlei siir den Familientisch. Warum Spinoza die ProfeEur in Heidelberg nicht annahm. Bei Gelegenheit des Heidelberger Universitäts-Jubiläums wurde von der „Voss. Zeit." auch Baruch Spinoza's als Vorkämpfers der Geistesfreiheit Erwähnung gethan, dem i. I. 1673 vom Kurfürsten Karl Ludwig von der Pfalz eine Professur an der Universität Heidelberg angetragen worden war. In dem Berufungsschreiben, welches der Kurfürst durch den kurpfälzischen Rath und Professor der Theologie Johann Fabricius an Spinoza richten ließ, heißt es wie folgt: „Seine Durchlaucht der Kurfürst von der Pfalz, mein gnädigster Herr, hat mich beauftragt, Sie, der Sie mir bisher unbekannt, dem durchlauchtigsten Fürsten aber sehr empfohlen sind, anzufragen, ob Sie geneigt wären, eine ordentliche Professur der Philosophie an seiner Universität anzunehmen . . . Sie werden die ausgedehnteste Freiheit zu philosophiren haben, welche Sie, wie er glaubt, nicht zur Störung der von Staatswegen bestehenden Religion mißbrauchen werden. . Ich füge noch hinzu, daß, wenn Sie hier Herkommen, Sie auf ein eines Philosophen würdiges Leben rechnen können." Die Antwort Spinoza's vom 30. März desselben Jahres lautet: „Wenn es je mein Wunsch gewesen wäre, eine Universitäts-Professur zu übernehmen, so hätte ich mir allein diese wünschen können, welche mir von dem durchlauchtigsten Kurfürsten von der Pfalz durch Ihre Vermittlung angeboten wird, besonders wegen der Freiheit zu philosophiren, die mir der durchlauchtigste Kurfürst zusichert.Weil es aber nie meine Absicht gewesen ist, ein öffentliches Lehramt zu bekleiden, so konnte ich mich nicht dazu entschließen, diese vortreffliche Gelegenheit zu ergreifen, obgleich ich die Sache lange bei mir überlegt habe. Denn ich bedenke erstlich, daß ich von der Fortbildung der Philosophie zurücktreten würde, wenn ich mich dem Unterricht der Jugend widmen wollte. Zweitens aber bedenke ich, daß ich nicht weiß, innerhalb welcher Grenzen sich meine Freiheit des Philosophirens halten muß, um nicht den Anschein zu erwecken, als wolle sie die von Staatswegen bestehende Religion stören, da die Spaltungen der Ansichten nicht sowohl ans glühendem Eifer für die Religion, als aus anderen unendlich mannigfaltigen Leidenschaften der Menschen und aus dem Widerspruchsgeist derselben entstehen, wonach man Alles, obschon es deutlich und richtig gesagt ist, verkehrt aufzufassen und urtheilslos zu verdammen gewohnt ist. Und da ich dies schon in meinem zurückgezogenen Privatleben habe erfahren müssen, um wie viel mehr würde es erst zu befürchten sein, wenn ich zu einer so hohen Würde emporgestiegen wäre." Dev Talmud mit der deutschen Kaiserkrone. Ein Geschenk des Kaisers Wilhelm für den Kaiser von Marokko soll in den nächsten Tagen von Berlin abgesandt werden. Es besteht dem „Berl. Börs. Cour." zufolge aus zwölf Bänden, welche in hebräischer Sprache den Talmud enthalten. Die Bände in groß Oktav sind in Moroquinleder gebunden und aus dem Rücken mit orientalischen Palmetten verziert. Jeder Band trägt auf der Innenseite des Deckels eine eingepreßte goldene Kaiserkrone. schöpfer, die Aegypter den Sonnengott ab." Ein Leser uns. Bl. sandte uns den Ausschnitt und ersuchte uns um nähere Aufklärung. Diese war leicht zu geben. „Juden" ist hier offenbar ein Druckfehler statt „Inder".— Vielleicht nimmt die geehrte Red. der „Berl. Volksz." von dieser Berichtigung Notiz. Au» dem Sprachschatz de« Talmud. Poetisch übertragen von Max Weinberg. Vor Adel des Geblütes Geht Adel des Gemüthes, Denn edel steht auf sich allein, Doch Adel muß auch edel sein, , -r- * * Leckerbissen — kann man missen, Doch Kornähren — nicht entbehren. * * * Nicht beim ersten Mal gefangen Heißt noch nicht den Strick entgangen. Nichts Schöneres doch hienieden, Was Menschenbrust beschieden, Als echter Herzensfrieden. Rättzsel-Ausgabe«. I. Deutsche» Kogogryph. Von 6. in R. Was mit h wird oft erlitten, Wir mit f von Gott erbitten. II. Zweisprachiges Anagramm. Von 6. in R. Was am Jomkippur heil'ge Pflicht, Ein deutscher Monat rückwärts spricht. III. Hebräisches Kaut-Kättzsel. Von C. in R. An i h n, der alle Wesen schuf. Ergeht am Feste unser Ruf; Doch wird, was wir verbrochen, Dann ebenso gesprochen. IV. Deutsche» Mort-Räthsrl. Von 6. in R. Das erste ist nicht fern. Sein Kommen sel/n wir gern; Ein Vogel folgt dahinter, Doch liebt er nicht den Winter. Was mein Ihr nun vom Ganzen? Man macht es nur aus Pflanzen. Ein Druckfehler. Bei Besprechung der Victoria regia im botanischen Garten brachte die „Volkszeitung" in Nr. 195, dritte Beil., einen Artikel, in welchem es u. A. hieß: „Von jeher, bei allen Völkern, sind gerade die Wasserblumen der Gegenstand eines besonderen Kultus gewesen. Auf ihren schwimmenden Blumenkelchen thronend, bildeten die Juden den Welt- Auflösung der Riithsel tu Ur. 40. i. Genezaret Eli Damaskus Arac Lemech Äjar Aschi W & ft II. Posaune. Posen. in. ns nur nsitr) IV. rum Neujahr, (2 Tage) nmn das Jahr, (365 Tage). Verantwortlicher^ Redacteur vr. Rahm er, Magdeburg. Druck von D. L. Wolfs, Magdeburg. Verlag von Robert Friese, Leipzig.

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