Jüdisches Familienblatt
- Journal
- Jüdisches Familienblatt
- Volume
- 1886
- Issue
- 39 (1886)
- Date
- 1886-01-01
- Page
- Seite 154 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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- 154 — keines Citates bedarf, um diese ewige Wahrheit zu belegen, von der jede edle Mannesbrust tief durchdrungen ist. Ja, so wird der Mann gesegnet, der gottesfürchtig ist; sein Weib ist wie der reifende Weinstock; seine um den Tisch gepflanzten Kinder gleichen jungen Olivenbäumchen; er sieht fröhlichen Herzens einst Kindeskinder; denn nicht stolzer Reichthum, nicht Gold, äußere Ehre, die nur Neid und Haß der Minderbegüterten erwecken, sondern des Hauses stilles, reines Glück bringen Dir Frieden, Israel!" Ls ist still im Zimmer; die wohltönende Stimme des Predigers ist verklungen; endlich unterbricht die Stimme der alten Frau Da Costa die weihevolle Stimmung. „Was thust Du, Esther? Erst biete dem Vater, dem Hausherrn, die Schlüssel und dann erst Deinem Vetter; so gebietet es Sitte." „Laß sie, Frau," beruhigte der Vater, „sie thut recht. Der ist der Erste im Hause, der das Brod des Geistes schafft und die Krone des Wissens schmückt. Ich danke Dir, Joseph! Und wenn unser einfaches Mahl beendet ist, sprich Du den Segen, da Du wel besser als ich verstehst, dem Worte zu leihen, was tief im Herzen schlummert."^ Der junge Mann erröthet vor Freude und Stolz, aber noch purperner färben sich Esther's Wangen, und als das Tischgebet gesprochen ist, da ist das Mädchen verschwunden. Während Aron Da Costa sich mit seiner Frau unterhält und mit seinen beiden jungen Knaben tändelt, verschwindet auch der junge Prediger, um seine Kousine aufzusuchen, der sein übervolles Herz entgegenschlägt. Die beiden wechseln nur wenige Worte; sie haben sich gefunden und verstanden und kehren als Verlobte zum Sabbattische zurück, und wie Esther der Mutier und ihr Vetter seinem Oheim um den Hals fällt und die beiden Knaben im Zimmer umhertanzen, das läßt sich nicht beschreiben; so etwas muß mit erlebt werden, um sich davon eine Vorstellung machen zu können. Als die Freude ihren Gipfelpunkt erreicht hat, bemerken die Glücklichen erst den stillen, bleichen Zuschauer, der in das Zimmer getreten und stummer Zeuge ihrer lauten Lust gewesen ist. Es ist Paul Da Costa, der in das Vaterhaus zurückkehrt mit halbgebrochenem Herzen, gekränkt in seinen heiligsten Gefühlen, voll Unwillens und voll Reue. Niemand fragt ihn; die Familie ahn*, daß etwas Ernstes in der Villa Cohn vorgefallen ist; aber erst als sich ^alle zur Ruhe begeben haben, beichtet Paul seinem alten Vater, was ihm begegnet ist. Er erzählt ihm, wie der stolze Bankier ihm die Hand seiner Tochter zugesagt habe, vorausgesetzt, daß er sich schriftlich verpflichte, mit seiner Familie vollständig zu brechen, wie Anna Cohn ihn erst zärtlich, dann drohend und schließlich verächtlich veranlassen wollte, ihrem Vater den Willen zu thun und ein Dokument zu unterschreiben, in dem jede Zeilefürihn entwürdigend gewesen; wie er sich schließlich ermannt habe und, die Unterschrift verweigernd und für immer sich von der Geliebten lossagend, aus dem Hause des Millionärs geschieden sei. Hell beleuchtet der Mondschein die enge Kammer, in welcher Paul Da Costa, vor seinem Vater, dem alten Schuhmacher, knieend, den Zusammenbruch seines Licbeglückes weinend schildert und schließlich in dieser Stellung vor Erschöpfung auf dem Schoße des Greises einschlummert. Der aber fallet fromm die Hände und beugt sich traurig über sein gramerfülltes Kind und flüstert: „Sieh, es schlummert und schläft niemals der Hüter Israels!" _ (Schluß folgt.) Aus dem Sprnchjchah des Talmud. Poetisch übertragen von Max Weinberg. Was man den Armen vorenthält, Den Aerzten in die Hände fällt. ->- * * Gelegenheit zu Lug und Trug entziehe selbst dem Redlichen, Um wie vielmehr, die Klugheit räth, verstopfe sie vor Schädlichen. Milchet-Ausgaben. j(@G» I. Deutsche» Kilben-Mthsrl. Aus folgenden 28 Silben sind 11 Worte zu bilden, deren Anfangs¬ und Endbuchstaben von oben nach unten gelesen einen Wunsch ergeben.. Die Silben lauten: am, be, ber, e, eg, garn, gnu, je, kly, ko, le, li, loe, Ion,, nes, no, no, nu, o, rach, re, ro, tem, tra, un, viscn we, zin„ Die Worte bezeichnen: 1. Einen Gott der Inder. 2. Einen König aus dem Reiche Israel. 3. Eine Stadt in Palästina. 4. Einen Reichstagsabgeordneten. 5. Ein Säugethier. 6. Einen weibl. Eigennamen. 7. Ein Königreich. 8. Einen Hohepriester. 9. Ein Weib aus dem griech. Sagenkreise. 10. Einen bibl. Levitennamen. 11. Ein Metall. L. in K- II. Deutsche» Arilhmogriph. Von G. Stiebel in Straßburg. t. 1 2 3 2 2. 4 5 5 4 3. 6 7 6 4. 5 8 9 5. 10 6 5 10 7 6. 7 4 11 11 4 7. 7 4 11 5 8. 4 2 9. 5 2 5 4 13 10. 10 14 9 34 11. 7 4 3 4 1 12. 14 15 4 16 17 4 13. 11 8 6 14. 34 18 3 14 11 Berg in der Schweiz. König von Israel. Uhu. Sohn Noahs, bibl. Name, bibl. Frauenname, männl. Vorname. Stadt in Palaestina. König von Aegypten. Stadt in Oberitalien, bibl. Frauenname. Prophet, nicht alt. Staat in Nordamerika. Die Anfangs- und Endbuchstaben dieser Wörter ergeben nach unten gelesen 2 Namen eines Festes. von obem III. Deutsche» zogogryph. Von '0. in R. Wer mit dem Ganzen erfüllt seine Pflicht, Fern bleibt es dem, wenn der Kopf ihm gebricht. IV Hebräisches Homonym. Von 6. in R. Was Jakob that und König Saul, Darin war Laban auch nickt faul; Doch irrt gewaltig wer da. meint, Weil dies hebräisch ähnlich'scheint, Drum müss' es auch dasselbe sein. Da sieht man recht, daß trügt der Schein. Was Saul gethan', crräth man bald, Wenn Neujahr man zum Tempel wallt. V. Hebräisches Logogryph. Von 0. in R. Mit 2 hört man es blasen, Mit 1 sieht man es grasen. Auflösung der MUM i« Nr. 37. I. Naphta, Naphtali. II. Sedom, Sedan. (Der erste Grundstrich des m zu o gezogengiebt geschrieben ein a.) III. trlTn (Most), auch (Gift). Herr C. in R sandte die Auflösung dieses Räthsels als folgendes hebr. Logogryph ein: Von dem was naht mit Riesenschritten, CH^D) Stell' den Kopf zum Schluß und wende; Setz' nach dem Zeichen dann, dem dritten, Noch ein stummes erst vor's Ende. (1 od. 8) Das Ganze stärkt die Lebenskraft; Fehlt Hals und Kopf, bringt Tod sein Saft. IV. j'Sfi (Drachen), Tannin (Gerbestofs). Verantwortlicher Redacteur vr. Ra hm er, Magdeburg. Druck von D. L. Wolfs, Magdeburg. Verlag von Robert Friese, Leipzig.