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Jüdisches Familienblatt · 1886-01-01 · 35 (1886) · p. Seite 138

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Journal
Jüdisches Familienblatt
Volume
1886
Issue
35 (1886)
Date
1886-01-01
Page
Seite 138 (sequence 4)
Language
German
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— 138 mehr geboten, als Du, und ich habe es ihm doch nicht gelassen!" — „So? Gut, dann gebe ich dasselbe, was der Franzose geboten hat, aber auch keinen Cent mehr." — „Zugeschlagen!" ruft der Bucharenser und schlägt mit seiner Hand in die des Engländers ein. (Fortsetzung folgt.) Allerlei für de« Famttientifch. chraudenz Der hiesige „Gesellige" bringt ein „Eingesandt", worin es heißt: Zur Erinnerung an die Nacht vom 8. zum 9. August 1858. Der Pfarrer der katholischen Kirche zu Graudenz, der Domherr Franz Dietrich. Direktor des königlichen Schöllehrerseminars und Ritter des Ordens xour 1s msrits, hatte im Bereich seines Wirkungskreises Alles gethan, um den Frieden und die Eintracht zwischen den Bekennern der verschiedenen Glaubensrichtungen und den Angehörigen der verschiedenen Nationalitäten herzustellen und zu erhalten; er hatte u. A. auch eine Volksschule errichtet, in welcher Kinder aller Glaubensbekenntnisse gemeinschaftlichen Schulunterricht genossen, während sie ihren Religionsunterricht von den Seelsorgern der Kirchen ihrer Eltern empfingen. Als er die alte, einfallende Umfassungsmauer des Hofes der katholischen Kirche neu und würdig aufbauen ließ, ließ er über die Pforte sein sittlich-religiöses Vermächtniß in der Inschrift setzen: „Wir glauben All' an Einen Gott „Und die Liebe vereinigt uns Alle!" Einige Zeit nach Dietrichs Tode gelang es dem Jesuitenorden, die Erlllubniß zur mehrwöchentlichen Abhaltung von „Missionsandachten" zu bekommen, wozu sich denn auch die Jesuitenpatres Haßlacher, Meurin und Pottgeisser einfanden, und diese brachten es zu Stande, daß nach einer feurigen am Abend des 8. August gegen Dietrich gerichteten Predigt Pottgeissers jene Inschrift in der darauf folgenden Nacht ausgestemmt wurde. Die Absicht des frommen Ordens scheint erreicht zu sein, die Inschrift'ist verschwunden und der „gottlose katholische Priester" wenigstens bei Jung-Graudenz vergessen. . . Wenn ein um die Stadt so verdienter Ehrenbürger, wie Dietrich es war, von anderer Seite verunglimpft worden, und Alles mit der größten Schlauheit eingeleitet ist, um sein Wirken spurlos aus der Erinnerung nachwachsender Geschlechter verschwinden zu lassen, so tritt an die Stadt die unabweisbare Pflicht heran, die Erinnerung dessen in würdiger Weise und an der auch in seinem Sinne richtigen Stelle wiederherzustellen. Laskers Bild betreffend. Im „Familienblatt Nr. 33 d. I." wurde unter dem Titel „Lasker's Bild" die bescheidene Anfrage gestellt, ob es nicht wünschenswerth wäre, daß das Portrait in Europa bliebe rc. Darauf erhalten wir folgende Erwiderung aus Frei bürg (Baden): „Lassen Sie das Bild nach Amerika oder wohin sonst gehen, je ferner, desto besser. Seien Sie versichert, daß, wenn dieses Portrait nur im Geringsten künstlerischen oder auch nur bezüglich der Aehnlichkeit Werth hätte, so wäre es seiner Zeit von einem der Verwandten oder der zahlreichen Verehrer des seel. Laster angekauft worden. Wir fügen noch hinzu, daß der fei. Laster, über die ohne seine Einwilligung erfolgte Ausstellung des sogen. Kunstwerkes sehr erbittert war und dessen Entfernung energisch verlangte. Kleine indische Charaklerzrige. Die sonderbare KrMe. Ein Jude handelte mit Brillen und kam damit auch zu einem Advocaten. Der wollte an dem „Semiten" seinen Witz auslassen, setzt daher eine von den ihm von dem Juden vorgelegten Brillen auf, sieht den Juden eine Zeit lang an und sagt dann: „Jsaaeleben, Deine Brille taugt nichts, denn wenn ich dadurch sehe, sehe ich nichts als einen Spitz, buben!" — „Das kann nicht sein," sagte der Brillenhändler, „haben Sie die Güte und lassen Sie mich mal die Brille aufsetzen," — was auch geschieht. Der Jude betrachtet jetzt eben so genau den Advocaten und sagt dann: „Herr Rechtsanwalt haben doch Recht gehabt, wenn ich durch die Brille sehe, sehe ich wirklich auch nur einen Spitzbuben." Mi. W. Trost. Laßt ruhig heut' die Männer klagen, Daß Alles falsch, was Frauen tragen: So falsche Zähne in dem Munde, Mit falschen Waden oft im Bunde, Und falsche Hüften, falsche Haare Und mehr dergleichen falsche Waare. Weit schlimmer stand's in alten Zeiten, Als noch die Seher prophezeiten, Die künden uns von einer Mode, Die manchmal führte rasch znm Tode. Auch David hat davon gesungen — Von falschen Lippen, falschen Zungen. Cohen-Rees a. Rhein. An» dem Spruchschatz des Talmud. Poetisch übertragen von Max Weinberg. Tret' ich nicht selber für mich ein, Wer wird sich um mich grämen? Und schaff' ich nur für mich allein, So müßt' ich mich wohl schämen. Was thun? — was mir wie Andern frommt, Doch gleich, wer weiß, was später kommt. * * -r- Wer kein Geld hat einznkaufen, Soll auch nicht zu Markte laufen. Uäthsel-Ausgatzen. I. Zmel Deutsche Kogogryphe. Von 0. in R. 1. Mit dem Ganzen Gott ich preise; Fehlt der Kopf, islls Lieblingsspeise. In Baum und Strauch, in Moos und Lauch, In Gras und Kraut ist es zu finden. Den Kopf entfern', die Füße auch, Und auch ein Bein laß noch verschwinden. Wird es Gottes Wille sein, Zieht der Rest bald bei uns ein. U. Hebräisches Homonym. SSou 0. in R. Wer im Chumesch weiß Bescheid, Der findet Thiere dort genannt, Deren volle Aehnlichkeit Mit ihrer Sidra ist frappant. Doch wer mochte ,1X1 kuren Und sagen: „Dem HK“) es gleicht!" Der tvürd' bald den Jrrthnm spüren, Weils Laute mehr als dieses zeigt. Auflösung der Räthsel in Ur. 34. I. 1. Iarmuth (Josua 10,3). Armuth. 2. Orient. Trient. II. (Schnee) 333. ni. -m (Loch), nn (Wind) IY. Nicht „Zeruja" — das war der Name seiner Mutter (2.Samuel 17,25) — sondern Sera ja. (I Chron. 4,13.) Verantwortlicher Redacteur vr. Rahmcr, Magdeburg. Druck von D. L. Wolfs. Magdeburg.' Verlag von Robert Friese, Leipzig.

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