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Jüdisches Familienblatt · 1886-01-01 · 33 (1886) · p. Seite 130

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Journal
Jüdisches Familienblatt
Volume
1886
Issue
33 (1886)
Date
1886-01-01
Page
Seite 130 (sequence 4)
Language
German
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— 130 — Lyrische Proben von Albert Rosenbaum in Cassel, An» dem Sprachschatz des Talmud, Poetisch übertragen von Max Weinberg. ' IV. Fr-stti-d. Ich schau hinaus zum Himmelszelt, Möcht's mit dem Blick durchbohrend Flieht unser Glaube aus der Welt? Ist Israel verloren? Ihr Wolken, o enteilt mir nicht, Macht mir das Herz doch heiter I Wird weiter leuchten Juda's Licht? — C weh! — sie ziehen weiter. Ihr Sterne mit dem milden Schein, Ruft uns doch Trost herunter! Wird uns're Zukunft glücklich sein? — Mein Gott! — nun gehn sie unter. Du trauter Mond, du Menschenfreund, Was wird aus Gottes Volke? Sieh, wie mein Aug' sich roth geweint! — Nun deckt ihn eine Wolke. Du Abendroth, du Morgenroth, Könnt ihr nns Heil verkünden? Wird enden uns're Glaubensnoth? — Sie werden blaß und schwinden. Und wenn der ganze Himmel schweigt Hör' ich nicht auf zu fragen! Solch' Sceleiuveh kann ich nicht leicht. Kann Zweifel nicht ertragen. Ich kann cs nicht, ich kann es nicht! Fort jede dunkle Wolke! Es liegt ja wie ein Bleigewicht Auf diesem Gottesvolke! Von innen wird es eisig kalt, Von außen drohen Feinde, Und die Kultur mit Allgewalt Hilft stürzen was uns einte. Wo führt das hin? Wo soll's hinaus? Wir seh'n ja die Gefahren, Lischt Jakobs Leuchte plötzlich aus Nach Tausenden von Jahren? Gern fragt' ich Gott. Nein, voller Gluth Sich rasch die Augen senken, Nein, dazu fehlt mir doch der Muth, Warum? S'ist leicht zu denken. Denn haben wir auch so gelebt, Daß Antwort wir verdienen? Wie? Haben wir Gott nachgestrebt? Nicht oft nur so geschienen? Und in dem Herzen flüstert's tief: „Seid ruhig, meine Kinder, Ich, der einst eure Väter rief, Bin euer Gott nicht minder. Ihr sucht nach euren Wunden heut, Um wieder sie zu heilen, Dann ist Genesung schon nicht weit, Der Schmerz wird sich zertheilen. Da eure Fehler ihr erkennt Und zeigt ein bessernd Streben, So habt ihr was ihr „Zukunft" nennt. Das ist ja neues Leben. Sv hoffet nur und strebt und ringt, Noch seid ihr nicht am Ende, Ich bin's, der alles niederzwingt, Was euch bedrohen könnte. Der Sturm, der euren Fels umtost, Ihn aus dem Grund zu heben, Der soll verweh'n. Getrost, getrost, Ihr werdet weiter leben!" Ein Alter, dem die Einsicht fehlt, Trotz Alters nicht zu deu Alten zählt. * * * Der Dieb selbst, der zum Einbruch geht. Zur Gottheit um Gelingen fleht. * * * Wer in sich selber keinen Halt hat - Auch über Andre kein' Gewalt hat.. * * * Andre wie sich selber lieben, Heißt die rechte Frommheit üben. * * * Bist unersetzlich und — leicht zu ersetzen, Darum sollst dich nicht unternoch überschätzen. * * Hab' keinen Hang Zu Streit und Zank; Und kannst du's wenden Such' ihn zu enden. Räthsel-Ausgatzen. I. Zwei Menderäthsel. Von A. Spei er in Heinebach. 1. Meine Farö' ist weiß, mein Geschmack ist süß. Ich bin kein Fleisch, bin kein Gemüs'. Doch hat man mich erst umgedreht, Ganz etwas Andres draus entsteht: Es ist ein weit entferntes Land, Den Franzosen besonders bekannt. 2. Deine Mutter nenn' ich Dir —; Wie heißt,sie doch? O nenne sie mir! Doch wechsle einmal Kopf und Fuß, So hörst Du mich als einen Gruß. II. Deutsches Kogsgryptz. Bon C. m R. Es war ein schöner Aufenthalt, Doch nur für Wenige bestimmt; Mit seinen Zeichen räth man bald, Mit welchem Gruß man Abschied nimmt Von einer großen Stadt der Welt, Wo's manchem Deutschen nicht gefällt. Stell' nur die Zeichen wie's muß sein, So macht die Lösung keine Pein! I». Hebräisches Kaulräthsel. Von 6. in R Wer meine, beiden Worte hört, Wird sicher eins fürs andere hallen; Doch wer sie sieht, wird bald belehrt, Daß sie verschieden sich gestalten; Denn von den Zeichen, sechs an Zahl, Steht jedes nur ein einzig mal. Nun rath' den Vogel, der da fliegt, Das Laster, das man schwer besiegt. Auflösung der Räthsel in Ur. 3t. n. Bazar, i. Zwveris & Epinal 2 Rache Z n Syrup s- E Teraphim 8 „ Ökonomie * « Renegat W » Ulfilas » ® Rarde £ Gilead -,22 (in der Noch). Verantwortlicher Redakteur Dr. Rahmer. Magdeburg. Druck von D. L. Wolfs, Magdeburg. Verlag von Robert Friese, Leipzig.

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