Jüdisches Familienblatt
- Journal
- Jüdisches Familienblatt
- Volume
- 1886
- Issue
- 31 (1886)
- Date
- 1886-01-01
- Page
- Seite 122 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 94% known words query
- IRI
…/6492351-9579404-9574324--0669-9574328- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
— 122 — thum, selbst in seinen Hauptgrundlehren, wie sie sich im Laufe der Jahrhunderte entwickelt haben, sich mit demselben in Widerspruch befanden, so beschloß er, die Lehre Mosis anzunehmen, wie dieser sie unmittelbar von der Gottheit empfangen. Wie ein zweiter Abrabam verließ er nun das Land seiner Geburt und das Haus seines Vaters, opferte Vermögen, Ansehen und Ehre, da er auch die Würde eines Schatzmeisters der Domkirche von Oporto bekleidete, und schiffte sich so geheim als möglich mit seiner Mutter und seinen Brüdern nach Holland ein. (Schluß folgt.) Lyrische Proben von Albert Rosenbaum in Cassel. III. Im Garten. Ich weiß ein großes Blumenfeld, Ans das der Himmel lachet, Von einem Gärtner wohlbestellt, Der ewig es bewachet. Es ist viertausend Jahre alt, Kein Tummelplatz zum Scherzen, Ein Sang von ernsten Liedern hallt Von ihm uns in die Herzen. Und doch erfreut es unfern Blick Durch ew'ge Frnhlingswonne, Wir suchen's auf in Schmerz und Glück Und schau'n in feine Sonne. Die Wege drin sind hell und frei. Kein Stein, an den wir stoßen, Da duften schon im Lebensmai Die holden Friedeilsrosen. Und drin ergeh'n sich froh entzückt Des Gärtners treuen Kinder, Weil ew'ge Liebe sie beglückt Und wahrhaft Heil nicht minder. Doch ein Gewitter zieht heran, Es blitzt und donnert schaurig, Die Kinder seh'n erschreckt sich cm Und werden still nnd traurig. Des Vaters Pflanzung nröchten all' Vor der Verwüstung schützen,' Die Bäume doch auf jeden Fall, Die fruchtbeladenen, stützen. Ist denn der Garten in Gefahr Mit all' den schönen Blüthen? Wird er verschwinden ganz und gar? Der Gärtner ihn nicht hüten? O, Israel, der mächt'ge Hort, Der die Gewitter sendet, Er ist's ja. der uns fort und fort Auch seine Blumen spendet. Er will die eigne Pflanzung liicht Durch seinen Blitz zerstören, Mit gnadereichem Angesicht Wird gern er uns erhören. Geduld, Geduld! Die Wolken flieh'«, Auch strahlt die Sonne wieder, Dann wird der Garten frischer blüh'«, Dann jauchzen unsere Lieder. Nur, Brüder, schonet künftig mehr Den Flor der Himmelswiesen, Was er uns gibt so segenschwer — Ihr tratet's oft mit Füßen. Allerlei für den Familientisch. Klond ttttfc brmnett. Professor Virchow hat in dem „Archiv für Anthropologie" einen Gesammtbericht erstattet über die von der deutschen anthropologischen Gesellschaft veranlaßten Erhebungen über die Farbe der Haut, der Haare und der Augen der Schulkinder in Deutschland. Diese Statistik umfaßt 6,758,827 Schulkinder. Darunter waren jüdische 75,377—1.1 ft/0- Bon der Gesammtzahl gehörten dem blonden Typus 2,149,627 — 31.80 %, dem brünetten Typus 949,822 — 14.05 °/0, den Mischformen 3,659,978 54.15 Procent. Mehr als die Hälfte aller Schulkinder fiel also den Mischlingen zu. Der Rest von 46% vertheilt sich in der Weise, daß etwa 2/s bem rein blonden und dem brünetten Typus angehörten. Auch die jüdischen Schulkinder zeigen die drei Hauptkategorien; die Mischformen bilden bei ihnen gleichfalls den Haupttheil, dagegen überwiegt der brünette Typus den blonden um das Dreifache. Während für nicht-jüdische Schulkinder, wie oben bemerkt, das Verhälniß der Blonden zu den Brünetten 31.8:14.0 ist, stellt sich dasselbe bei den jüdischen Schulkindern wie 11.2:42.0. Innerhalb der Mischformen überwiegen die Grauäugigen und die Dunkelhaarigen. Im Allgemeinen lassen sich schließlich die Ergebnisse dieser Statistik dahin zusammenfassen, daß in einem großen Gebiete von Centraleuropa zwei Varietäten des europäischen Menschen überall. neben einander wohnen und daß die ethnischen Einheiten die Völker, vom racen-anatomischen Standpunkt aus betrachtet,, ein complicirtes Gemisch mindestens zweier Varietäten und ihrer Mischlinge sind. Kleine indische Charakter;«-». Zwei polnische Schnorrer spazierten einst in den Straßen. Berlins herum, und konnten sich an den hohen Prachtgebäuden nicht genug satt sehen. Vor einem mehrstöckigen Hause blieben sie sirhen und bewunderten es. Da sagte der Einer „Wie glücklich wäre ich, wenn das Haus mein wäre!" „Schaute, (Narr), erwiederte der Zweite, wie kannst Du solche thörichte Gedanken hegen? Du würdest ja schon wegen der vielen 146811868, die dazu erforderlich wären, bedalles (verarmt^ werden." N. L. I. Deutsches Mörterriithsel. Von I. Kaufmann in Essen. 1. Jeder Mensch und jedes Ding, Ob erhaben, ob gering, Trägt den ersten gerne. 2. Stirbt dahin ein großer Geist. Widmet man den zweiten meist Worte, nah und ferne. 3. Jeder kennt das dritte Wort, Es erklingt an heil'gem Ort Zahllos wie die Sterne. II. Deutsch-Kebriiisches Kogogryph. Von 6. in R. Im Herzen Deutschlands liegt 'ne Stadt, Die drei der Consonantcn hat; Ten Mittlern stelle ganz voran Und setz' dafür den letzten dann; Wenn nun an's End' der erste rückt, 'ne Königstochter man erblickt. HI. Zweisprachiges Homonym. Bon 0. in R. Deutsch ein Gefäß, meist ohne Henkel, So hieß hebräisch Jakob's Enkel. Auflösung der Uüthsrl i« Ur. 30. I. Wiege. Ewige. II. Nr, (wach' auf!), Uria (1. Mann der Batseba; 2. Prophet.) Verantwortlicher Redacteur vr. Ra hm er, Magdeburg. Druck von D. L. Wolfs, Magdeburg. Verlag von Robert Friese, Leipzig.