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Jüdisches Familienblatt · 1886-01-01 · 17-18 (1886) · p. Seite 70

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Journal
Jüdisches Familienblatt
Volume
1886
Issue
17-18 (1886)
Date
1886-01-01
Page
Seite 70 (sequence 6)
Language
German
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Auch ein braver Manu. Nach einer wahren Begebenheit von A. Speier in Heinebach. Schon war vorbei die Mitternacht, Ein Jeder schläft und Niemand wacht; Nur der Wächter, er wacht allein, Darf nicht schließen die Augen sein; Er schaut nach Süd, er schaut nach Nord, Ganz still ist er und spricht kein Wort. Denn dort am fernen Horizont, Wo aufging jetzt der blasse Mond, Dort zückt ein greller Feuerschein Gelbglänzend in die Nacht hinein, Der überstrahlt des Mondes Glanz. Und auch den fahlen Strahlenkranz. Der Wächter nun ergreift das Horn, Er setzt es an, er hälts nach vorn, Er stößt hinein und blaset Sturm, Gar schrecklich schallt der Ton vom Thurm, Gar schrecklich ruft's nach jeder Seit': Seid wach, ihr Schläfer, 's ist hohe Zeit. Und Alles, gescheuchet aus der Ruh', Eilt schnell dem kleinen Dorfe zu; Denn dort in einem Bauernhaus Da fraß die Flamme Hab' und Haus, Da fraß die Flamme Groß und Klein, Da fraß die Flamme Schaf und Schwein. Der Bauer war der Flamm' entfloh'n, Er und auch sein ält'ster Sohn. Hoch oben schlief sein Weib und Kind, Dort schlief auch noch das Hausgesind. Der Feuerlärm hat sie erweckt, Jetzt flieh'n an's Fenster sie erschreckt. Mit nassem Aug' am Fenster dort Sah man sie steh'n. Wer ist der Hort? Wer ist der Helfer in der Nvth, Der sie befreit vom nahen Tod? Wer ist der Engel, von Gott gesandt, Der wohl erklimmt des Hauses Wand? Balken prasseln und Ziegelstein, Und Keiner kann in's Haus hinein; Und Keiner kann zur Trepp' empor, Man kann nicht hin zum Fensterthor, Und größer ward die Feuerflamm, Um sie zu dämmen gabs kein Damm. Und immer größer ward die Noth, Und immer näher kam der Tod. Der Bauer bot sein' Habe feil Doch den Bedrängten ward kein Heil. Sie sehen vor Augen das baldige Grab Im eignen Gut, im eignen Hab'. Die Balken stürzten mit Gekrach, Die Ziegeln fielen prasselnd nach. Dort nun siel auch zu Aller Graus Die Stütz' des Oberstocks heraus. Laut heulend kam der Wind gesaust. In wilder Wucht daher gebraust. Ein Jeder mochte Helfer sein, Doch Keiner kann ins Haus hinein. Die Menschen dort sie beten laut, Zu retten doch sich keiner traut. Das Wagniß war doch gar zu schwer. — Doch seht! wer kommt dort drüben her? Ein kleiner Mann mit langem Bart Die Nas' gebogen nach Väterart. tersetzt, zerrissen war sein Rock, tieft in der Hand den Knotenstock, Er sah hinauf, sah's Unglück dort, Sah Alle steh'n am Fensterbord. Schnell sprang er in des Nachbars Hans, Bald sah er hier zum Dach hinaus. Und in des Hauses Luckenloch Schob er ein Brett — es schwebte noch; Dann legt er's hin von Haus zu Haus Und stieg dann selbst zum Dach hinaus. Das Brett, das schwankte auf und ab, Und fiel der Mann, fiel er in's Grab Doch nein! Gott half dem edlen Mann, So kam er denn auch glücklich an. Vom Boden stieg er dann geschwind, Zu retten Weib und Hausgesind. Zu retten kam der brave Mann, Zu retten traf er nichts mehr an. Denn Frau und Kind und Knecht und Magd, Die lagen tief in Ohnemacht. Der dicke Rauch, und die Gefahr Der Ohnmacht sich're Ursach' war. So faßt er denn die Frau geschwind Und trägt sie fort und auch ihr Kind. Er trägt sie fort mit Heldenkraft. — Und wie aufs Brett er tritt, da gafft Die Meng' hinauf; sie schaut den Mann Sie schaut ihn auf der Todesbahn. Das Haus des Nachbars hat erreicht Mit seiner Bürd' er. Wieder leicht Eilt er zurück in die Gefahr, Zu retten, was noch übrig war, Denn Jeder sollt gerettet sein. Ach Gott! jetzt bricht das Haus selbst ein. Gerettet waren Weib uitd Kind, Doch todt der Mann sammt Hausgesind'. — Und fragt ihr: wer der Mann denn war, Der so sich aussetzt' der Gefahr? Ein Jude war es, ein Semit, — Der Tod für seine That erlitt. <st@8| KiMM-Ausgaben. Preis-Riithsel. I. Deutsches Homonym. Voll 0. in R. Ser s von Eisen, Holz, auch Zinn, Wer's braucht, ist's selbst, in anderem Sinn; Auch Gott ist's und wird's ewig sein. — Nun rathe! Was mag das wohl sein? II. Deutsches MbrurSthfet. Von I. Herzberg. Zwei Nachbarn es sind, Sie nennt euch jedes Kind, Sie stehen vorn und hinten Doch würde sie verbinden Ein Laut, du würdest finden 'nen Mann, den wir verehren. Sein Buch, voll weiser Lehren, Strahlt aus nur helles Licht. Welch' frommer Jude rennt es nicht? vWk' Nur wer beide Preis-Räthsel b is zum 1. Mai richtig löst, erhält ein Buch als Prämie. III. Kapselräthset für Kbelbeuuer. Hx. Rk. vom Brandenb.-Räthselklub. In jedem der nachstehenden bibl. Citate befindet sich eins der Wörter, aus welchen der erste Halbvers eines — von Borurtheilsseligen wohl zu beherzigenden — salomonischen Spruchs zusammengesetzt ist: (Spr. 9,4) n:n niD' ns n (Job. 4, i8) pfcir kS YHnsä jn (Ps. 147,20) '12 bzb p rm *6 (1 M. 87, 14) *131 JKSfH DlStf IV. Frage- und Antwortspiel. Frage: Was ist eine orientalische Frage: Antwort: Wie haißt? Frage: Welches war die erste orientalische Frage? Antwort: Adam, wo bist du? Auslösung der Räthsel in o«r. Ur. 1. Gastein» ein Gast. 3. »tthj? 5. Kaspar, OSTp 7. Täjb (s. Genes. 41,24.) 2. nn r6Pn (diese Nacht.) 4. pn (waschen) 1NL (weiß, rein.) 6. (Theilen, s.Gen. 32,8 R.7,16) 8. M (Schaf), p« (es zürnte). Verantwortlicher Redacteur vr. Rahm er, Magdeburg. Druck von L. D. Wolfs, Magdeburg. Verlag von Robert Friese, Leipzig.

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