Mannheim
Compact Memory

Jüdisches Familienblatt · 1886-01-01 · 16 (1886) · p. Seite 64

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jüdisches Familienblatt
Volume
1886
Issue
16 (1886)
Date
1886-01-01
Page
Seite 64 (sequence 4)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
95% known words query
IRI
…/6492351-9579404-9574257--0602-9574261
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

zeigt sich darin alle Jahr einmal — an dem Tage, da sein Geschick jene günstige Wendung genommen — seiner Familie, auf daß auch sie vor Stolz und Hochmuth sich bewahren. Aber trotz Bescheidenheit und rechtschaffenen Wandels sollte unser kleiner Held doch noch die Wandelbarkeit irdischen Glückes erfahren. Durch irgend welche Umstände kam er eines Tages um alle seine Habe und war wieder, wie ehedem, auf seiner Hände Arbeit angewiesen. Unverdrossen aber nahm er seine alte Arbeiterkleidung wieder hervor, zog sie an und ging seiner Arbeit nach. — In diesem Sinne auch, so schloß der Maggid, begeht und beging Israel seine Passafeste und hat das Ho resp. k'ho lachmo anjo seinen Sinn und seine Berechtigung. In seiner Selbstständigkeit und seinem Glück konnte unser Volk sein Stückchen Mazzoth hervorziehen, daran seines alten Elends sich erinnern und sagen, „k'ho" (wie dieses, so war das Brodrc.), unter dem Druck des Mittelalters und in den Zeiten der Verfolgungen aber, wo alle Flüche jener biblischen Strafpredigt über sie hereinbrachen, da mußten sie leider sagen: „ho lachmo anjo, dies ist das alte Elend!" N. W. -«-A Aufgaben._ Petzach-Riithsel von C. in R. l. Deutsches Silbenräthsel. Ein Badeort, den Mancher kennt, Ergiebt — wenn ungleich man ihn trennt Und dann die Theile so versetzt, Daß nicht der kleinste kommt zuletzt — Was uns zum Seder ist willkommen Und freundlich wird in's Haus genommen. s Hebräisches Wort- und Wenderäthsel. Vorwärts, rückwärts, immer gleich, Bin an Wundern ich gar reich, Hab' auf Jsra'ls Kinder Acht Die zur Freiheit ich gebracht, Bin nur eins und doch ein Paar; Ist das nicht recht wunderbar? Denen, die mich noch nicht kennen, Kann mich „Ma nischtannoh" nennen. Ein Petzach-Grritz an die B’ne Brith. Von M. Scherbel, Prediger in Gumbinnen. Dem Stamme, dem alten, deß ewige Wurzel gelegen Im Boden der Vorzeit, von Gottes Vorsehung bewacht, Dem Stamme, den Stürme und Blitze gefährdend umtosten, Millionen von Händen zu fällen so oftmals gedacht; Ihm schauen wir heute in saftiger Frische entsteigen Den Sprößling, so edel, von jüdischer Liebe genetzt, Gestärkt von dem Eifer, den fromme Gesinnung geboren, Ein Erbtheil in Juda, das stets sich am Wohlthun ergötzt. Im Westen, dem Lande, wo sreiheitsverkündend hoch flattert Das „sternige Banner", — dort blitzte hellleuchtend empor Elektrisch zündend die Herzen der weitbin Zerstreu'ten, — Der fromme Gedanke, verheißend ein mächtiges Ziel. Im Fluge die Räume vom Lande und Wasser bezwingend, Gewinnt er sich Seelen, die schnell ihn im Werthe erfaßt, Da gab es kein Säumen, da gab es kein langes Besinnen, Denn ruft dich das Edle, verschmähe die störende Rast. — Veredlung der Sitten — o herrlicher, schöner Gedanke! Und Bildung des Geistes — o großer, erhabener Zug! — Gesellt sich zu Beiden die Pflege des göttlichen Wortes, Erstarkung des Bandes, das jüdische Seelen umschließt: O Heil dir dann Juda, ich schaue dich glücklich am Ziele, Das göttlicher Wille aus Erden zu suchen dir gab, Du legst dann, — den Menschen und Juden so glücklich verbindend Nach langer, beschwerlicher Wandrung — aus Händen den Stab. Verjüngt und erneuert, vom Geiste der Jetztzeit getragen, Erhebst du dich, jüdische Lehre, der Menschenveredlung geweiht, Das irdische Wesen zum Ebenbild Gottes zu schaffen, Hinauf es zu tragen zur Höhe, wo Liebe und Glaube sich küßt. Als „Söhne des Bundes" geeint, geschlossen die Pflichten Ihr übet, Die goldenen Inhalts sind Farben in Juda's Panier; Hoch walle das Banner noch weiter zum göttlichen Ruhme Und zeige der Menschheit noch heute die himmlische Zier. Wo jüdische Herzen nur schlagen auf weiter, bevölkerter Erde, Sie jauchzen entgegen den edelgesinnten B’ne Brith, Sie fühlen den Segen, der dieser Verbindung entströmet; Und wünschen dem Reise von Juda das schönste Gedeih'n O blühe, und wachse, vom Zephir des Friedens umkoset, Wie Israel lagert' am Sinai, verbunden in Eins, Das heiligste Gut vom Himmel entgegen zu nehmen, Mit ihm zu empfangen die Weihe des ewigen Seins. Im hellen Gewände des Lenzes, so nahet uns lieblich Das trakliche Peßach, und horchen wir, was es uns sagt: „Bewacht von der göttlichen Liebe stets bleibest, Israel, du, Wenn selber du wachsamen Auges die Liebe zum Guten bewahrst; Die Liebe zu Allem, was jüdische Tugend umschließet, Sie sprosse und blühe von Neuem in jeglichem Jahr, Rasch schreitet*) was Andern verderblich und tödtlich gewesen, An dir daun vorüber, du trotzest so jeder Gefahr. *) NOL-Ueberschreitungsfest. » Hebräisches Worträthsel. Mit — fängt es den Seder an Mit — es Jeder werden kann; Mit — ist es als Stadt bekannt, Mit v als Wüst' im heil'gen Land. 4. Hebräisches Anagramm. Seder-Abend macht's zur Pflicht, Drum, mein Kind, vergiß es nicht! Thust Du, was Hagadah lehrt, Wirst Du's werden umgekehrt. 5. Zweisprachiges Räthsel. Ruft mir rasch den deutschen Diener, Daß er bring', was die Rabbiner Für den Seder vorgeschrieben, Daß ich's theile mit den Lieben! Sollt' er's nicht behalten können, Mög' er seinen Namen nennen, Doch vorher behutsam wenden Seines Silbenpaares Enden. 6. Hebräisches Worträthsel. Jakob und auch Gideon Kannten diese Satzung schon, Die wir üben in der Nacht, Da uns Gott ist Schirm und Wacht. r. Hebräisches Worträthsel. Als Phar'o hatte seinen Traum, Da schickt' er zu den weisen Leuten; Doch war darunter Einer kaum, Der richtig ihm den Traum könnt' deuten. Hält' er den Seder nur gekannt, Es wär' schon Jemand aufgetreten, Der ihm die Deutung hätt' genannt Zu retten ihn aus seinen Nöthen. 8. Hebräisches Wenderäthsel. Als Israel es nahm, hat's Gott dadurch geehrt. Was that damit Egypten? — Leset's umgekehrt! Auflösung der Räthsel l« vor. ihr. I. Israel, Relais, Serail, Sailer, Elias. II. (Schmuck). Eder (Fluß in Waldeck). III. (Die Wirthin in Jericho). Rochow. VI. Paß. na (Stück Brot). Verantwortlicher Redacteur Dr. Rahmer, Magdeburg. Druck von L. D. Wolfs, Magdeburg. Verlag von Robert Friese, Leipzig.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.