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Jüdisches Familienblatt · 1886-01-01 · 12 (1886) · p. Seite 48

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Journal
Jüdisches Familienblatt
Volume
1886
Issue
12 (1886)
Date
1886-01-01
Page
Seite 48 (sequence 4)
Language
German
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ZU wohl ein, daß sie so gut wie nichts bei ihr ausrichten tonnte. Ihr Zimmer aufsuchend, schrieb sie an ihren alten Religionslehrer und bat ihn, wenn er sie noch einer Unterredung würdig halte, um seinen Besuch, um seinen Trost. (Fortsetzung folgt.) Räthsel- I. Mortrathsei. Von R. in M. Kleine jüdische Charaeterzüge. Gin Preiseourant für Leichenreden. Zu einem Rabbiner kommt einst ein jüdischer Einwohner eines benachbarten Städtchens und bittet ihn, seinem eben verstorbenen Vater demnächst eine Leichenrede zu halten. „Gut", sagt der Rabbi, „und zu welchem Preise wünschen Sie diese gehalten zu haben?" Der Angeredete, der sich in diese Frage nicht recht hineinzufinden weiß, fragt verlegen zurück: „Darf ich fragen, in welchem Preise denn diese Predigten stehen?" „Sie können welche zu 150 M. haben", sagt der Rabbi, „Sie können sie zu 100 und 50 M. haben, Sie können auch welche zu 30 M. haben. Zu letzteren kann ich Ihnen aber selbst nicht rathen". Leider ist nicht bekannt geworden, welche Wahl jener Mann getroffen hat. N. W. Warum nicht m Hanfe? Jüngst wurde ich von einem polnischen Schnorrer heimgesucht. Derselbe stöhnte und ächzte über die Beschwerlichkeiten seiner beruflichen Wanderung. „Warum bleiben Sie denn nicht lieber zu Hause, wenn Sie das Umherziehen so aufreibend finden?" fragte ich den Mann. — „Das werde ich Ihnen sagen," erwiderte er. „Als Riwkah von dem Zwillingspaare vor der Geburt so viel zu leiden hatte, und zwar — wie Raschi sagt — dadurch, daß, wenn sie bei einem Lehrhaus vorübergrng, der zukünftige Jacob, und wenn sie bei einem Götzentempel vorüberging, der spätere Esau nach auswärts strebte — fragte man sie, als sie den Leuten ihr Leid klagte: Warum bleibst Du denn nicht lieber zu Hause? — „Ach," sagte sie, „zu Hause ist es noch ärger." — S. Feftlied zur Jnstalliruug der „Zion-Loge" iu Kaiuiover am 14. Mr; 1886. Vom Seminar-Direclor Dr. Kroner. Lob und Preis, geliebte Brüder, Sei dem Herrn der Welt gebracht! Stimmet an ein Lied der Lieder Dem, der über Herzen wacht! Singet laut in Jubeltönen, Wie das Lied am rothen Meer, Echtes Lied von Juda's Söhnen, Daß es schalle hoch und hehr. Söhne sind wir eines Vaters, Der die Menschen schafft und liebt, Eines gnädigen Berathers, Der uns Thora-Weisheit giebt. Einstens waren wir verbunden In des Vaters heiligem Haus; E i n e s halten wir empfunden, Eines sang die Seele aus. Ein Geweihter rief: Verzeihe An dem einig einz'gen Tag, Für das eine Volk in Reue Das der Einz'ge retten mag. Eine Thora gab uns Leben, Ein Gesetz hat uns befreit, Und ein Hoffen und ein Streben Ward uns,auch e i nSchmerz u. Leid. Uns umschlingt einBand vonFreuden Und ein Band von bitt'rem Leid, Das gewoben ernste Zeiten Wie der Meister es gebeut. Auf, laßt uns dies Band erhalten Ruft die Liebe, friedvoll, rein, Sie soll an dem Webstuhl walten, Eintracht soll ihr Schifflein sein, Und wenn dunkle Mächte nagen Mit des Hasses scharfem Zahn, Und wenn Lug und Trug es wagen In verderbensvollcm Wahn: Nun, dann sollen Felsen werden Alle Maschen dieses Bands, :,: Unzerbrechlich hier auf Erden Mauern eines heiligen Lands! Bruder, Freund in Freud u. Thränen Neidlos froh, voll Mitgefühl, Hand in Hand in Angst und Sehnen, Das ist unser heilig Ziel. Fort mit allem Menschenhassen Und mit Menschenmäkelei, :,: Nur den H a ß den soll man hassen Laßt die Menschenliebe frei. :,: Lob und Preis dem Herrn der Schaaren, Der uns zu Bnai-Bris gemacht, Der uns löset von Gefahren, Durch der Eintracht heilige Macht. Laßt uns seine Kinder bleiben, Mit einander Menschen sein, :,: Und wo Menschen sein Werk treiben, Laßt uns ihre Freunde sein. :,: Leuchtend strahlt es einst empor Auf des Priesters Brust — Stellt des Priesters Kopf davor Jst's ein Fest der Lust. II. Arithmogrqph. Bon M. Lipschitz in Könitz. 9 5 1 14 2 6 8 2 14 1 13 2 6 8 752 10 2 3 15 10 20 1 14 1 10 11 18 12 15 1 6 6 1 17 2 19 5 4 2 7 1 14 5 10 1 8 18 21 20 18 7 16 15 1 5 6 1 1 14 5 10 7 19 20 Ein deutscher Dichter. Eine Stadt in Aegypten. Ein berühmter Berliner jüd.Prediger: - Ein physikalisches Instrument. Eine Provinz in Belgien. Ein jüd. Monatsname. Ein isr. Priester. Eine zerstörte Stadt in Palästina., Ein Brennmaterial. Ein deutsch-Dichter jüd.Abstammung. Eine Stadt in Griechenland. Ein bibl. Eigenname (weibl.) Die Anfangsbuchstaben, von oben nach unten gelesen, ergeben die Namen zweier Königinnen, die Endbuchstaben, von oben nach unten gelesen, einen jüdischen Festtag. HI. Hebräische« Eogogrqph und Morträthfrl. Bon 0. in R. Seht den Mann, gar freundlich blickend, Wenn er mahnt, belehrt, erbaut, Wenn sein Wort, das Herz erquickend, Mit dem Höchsten macht vertraut. Wenn auch halb ein Edelstein, Halb so hart wie Elfenbein: Wachsen kann dennoch das Ganze Oben, unten, gleich der Pflanze, Und getrennt den Tag uns bringen, Wo wir Gottes Huld besingen. Willst Drcks rathen, schieb's nicht auf, Rasch vergeht's im Zeitenlauf. IV. Hebräisches Laulrälhsrl. Von 0. in R. Bei ihni ist scharf, bei ihr ganz weich Der erste Laut; sonst sind sie gleich. Willst Du wissen, wer sie waren? — Purim kannst Du's schnell erfahren. Auslösung der Räthsel i« vor. Ur. I. Atalja. Adalja. (einer der 10 Söhne Hamans). H. Susa, auch ein musikal. Instrument in den Psalmen^ jttTity, die Rose, Königin der Blumen. III. (Spttfrt) nnttlö (der erste und letzte Buchstabe — fllÖ (tot)r der zweite und vorletzte — (lebend), in der Mitte der Buchstabe p'HSS (Frommer). Auflösung des Uurim-Ureisralhsels in Ur. 10. Sem. Ester. Semester. Unter den vielen eingesandten Auslösungen waren nur zwei richtig, von: S. Lessmann in Aachen und Moritz Heilbrunn in Rotenburg. Die Zusendung der Prämienbücher erfolgt zum Purimfeste. Verantwortlicher Redacteur Dr. Rahmer, Magdeburg. Druck von D. L. Wolfs, Magdeburg. Verlag von Robert Friese, Leipzig.

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