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Jüdisches Familienblatt · 1886-01-01 · 2 (1886) · p. Seite 8

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Journal
Jüdisches Familienblatt
Volume
1886
Issue
2 (1886)
Date
1886-01-01
Page
Seite 8 (sequence 4)
Language
German
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8 — ’ „Soeben erhalte ich Depesche, daß Alois Braun"-- wieder zögerte er — „einer Wechselfälschung verdächtig ist. ' — Mütt sucht ihn überall — er ist flüchtig. -- Vielleicht { handelt es sich nur um eine kleine Summe, die Du, um den Namen zu retten, mit Hilfe guter Freunde beschaffen kannst! — Nur die Verzweiflung kann ihn dazu getrieben haben; — wenn er nicht an der Börse spielt, wird er ja die Krise überstehen!" Leo Braun stand fesigebannt.; „Auch das noch!" murmelte er; ein tiefer Seufzer entrang sich seiner Brust. Es war ihm, als ob sein Herz aufhörte zu schlagen. „Nicht einmal den ehrlichen Namen gewahrt," rief er im Tone bitterer Anklage; „o Gott, warum ließest Du ihn so tief sinken!" (Fortsetzung folgt.) Allerlei für de« Familirntisch. Mendelssolmiana. Das „Theater-Journal für Deutschland" vom Jahre 1777 (drittes Stück) enthält unter der Rubrik: „Auszüge aus Briefen" Folgendes: „Breslau, den 22. August 1777. Als ich bey meiner letzten Anwesenheit in Berlin, in dem Döbbelinischen Schauspielhause der Vorstellung der Henriette von Großmann beiwohnte, hörte ich plötzlich, ehe noch der Vorhang aufgezogen worden war, ein allgemeines Applaudiren um und neben mir erschallen. Ich erkundigte mich nach der Ursache und man zeigt mir den Herrn Moses Mendelssohn, der eben in seine Loge getreten wäre. Dieser Beifall, den ein deutsches Parterre öffentlich einem der größten deutschen Weltweisen gab, rührte mich ungemein. So erhob sich das Pariser Publicum, wenn Councille hereinkam. Einunddreißig Jahre vorher — im I. 1746 — veröffentlichten die Berliner Zeitungen den Ausweis eines Berliner Finanzwächters, darin heißt es: Den 20. Januar an Zoll eingegangen: 2 Rinder 2 Silbergroschen; 3 Kühe 5 Silbergroschen; 4 Ochsen 9 Silbergroschen; 1 Jud, Namens Mendelssohn 5 Silbergroschen (als „Leibzoll".) Dev fraurostsche Gesandte in Kertirr» Marquis d'Argens, hörte davon, daß Mendelssohn noch immer nur geduldeter Schutzjude sei. Er will es nicht glauben und fragt ihn selbst. „Socrates — erwidert Mendelssohn, — hat seinen Freunden bewiesen, daß der Weise sogar sterben solle, wenn es die Gesetze des Staates es fordern. Ich muß also die Gesetze des Landes, in dem ich lebe, noch für gar milde halten, da sie mich bloß austreiben, falls mich in Ermangelung eines andern Schutzjuden auch nicht ein Trödeljude für seinen Diener erklären will". Der Marquis dringt 1762 in ihm, eine Bittschrift aufzusetzen, die er selbst überreichen will. „Es thut mir sehr weh, sagt Mendelssohn, daß ich um ein Recht der Existenz erst bitten soll, welches das Recht eines jeden Menschen ist, der als ruhiger Bürger lebt. Wenn aber der Staat überwiegende Gründe hat, Leute meines Glaubens nur in gewisser Zahl aufzunehmen, welches Vorrecht kann ich vor meinen übrigen Mitbrüdern verlangen". Im October 1763 erhielt M. das Privilegium; die nach der Taxe hierfür zu zahlende Summe von 1000 Thalern erließ ihm der König 1764; doch die Uebertragung dieses Privilegs auf seine Nachkommen gestattete Friedrich der Große — nicht. Girre historische Remirrifeerr;. Herr Prediger Lion Wolfs erwähnte in feiner Festrede zur Säkularfeier in der Synagoge „B'ne Brith", daß fein Großvater, der im Hause Mendelssohns freundschaftlich verkehrte, der erste Jude in Preußen war, welcher, wahrscheinlich durch Vermittelung Mendelssohns, eine öffentliche Staatsstellung bekleidete. Der' erwähnte war der Polizei- Jnspector Lion Wolfs, ein Neffe des Stadtraths Daniel Jtzig, und besaß schon im Jahre 1792 wegen seineWerdienste um das königliche Haus ein General-Schutz-Privllegium. Uäthsel-Aufgaben. I. Zahlrn-Rälhsel. Von I. Mansbach er in Berlin. 4, 1, 2, 8, 6, 9. Ein Werkzeug für Untersuchungen. 17, 3, 1, 11, 15, 18, 13, 18. Ein Prophet. 5, 13, 15, 14, 1. Biblischer Name. 16, 13, 5, 1, 17, 3. Ein Prophet. 17, 14, 8, 6. Ein europäischer Strom. 3, 3, 13, 5, 6, 9. Große Ebenen. 9, 17, 8, 13, 1, 17, 12, 6. Eine bulgarische Stadt. 9, 13, 10, 8, 13, 7. Persischer Beamter. 6, 14, 13, 16, 1, 13, 18. Ein Prophet. 18, 17, 5, 8, 1, 15, 1. Ein Judenfeind. 5, 1, 5, 1, 11, 17. Ein assyrische Stadt. Die Anfangsbuchstaben von oben nach unten gelesen ergeben beit Namen eines berühmten jüdischen Gelehrten, die Endbuchstaben, seinem Hauptwissenschaft. II. Deutsche» Silbenräthsel. Von Lehrer A. Speier in Heinebach. Er wird in der dritten Silbe genannt; Hoch siehst Du die zweite in manchem Land! Das Ganze ist Dir als Redner bekannt. III. Hebräisches Homonym. Bon 6. in R. Dem Abraham ließ Gott verkünden Als Lohn für eine fromme Thal Was Pharao für seine Sünder Als Strafe er gesendet hat. IV. Hebräisches Huadraträthsel. 4 3 2 1 ~8~ 7 6 5 12 11 10 9 ieT 15 14 13 Von Js. Herzberg. Folgende 16 Buchstaben: n n n n n y 'D 'D D D 'ö 'ö sind so auch in die 16 nebenstehenden Felder zn. vertheilen, daß ergeben: Reihe 1, 2, 3, 4 1 „ 1, 5, 9, 13 V je denselben bibl. männlichen Namen: „ 1, 6, 11, 16 j Reihe 4, 8. 12, 16, ) „ 4, 7, 10, 13, > je denselben weibl. Namen. „ 13, 14, 15, 16, J Auflösung der Mthsel in vor. Nr. I. M SEM S JNAJ SANDERS MORDE CHA J MENDELSSOHN - JE.H08APAT L E S S J NG AM OR A UHR N II. Philo, Sophie (Philosophie). HI. Schifra TNplp (S. Raschi zu Exod. I., 15) (Schlamm) MB* Auflösung des Preis-Räthsels in nächster Nr. Verantwortlicher Redacteur Dt. Rahmer, Magdeburg. Druck von D. L. W o l f f, Magdeburg. Verlag von RobertFriese, Leipzig.

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