Die Jüdische Gemeinde
- Journal
- Die Jüdische Gemeinde
- Volume
- 1. Jahrgang = 1926-1927
- Issue
- 3 (15.1.1927)
- Date
- 1927-01-15
- Page
- [Seite] (sequence 34)
- Language
- German
- Belongs to
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meinen Inhalts angebracht sind, in jüdischen Fragen operieren. Das Judentum muß von denen, die für es schreiben und reden, ein hohes Maß von Klugheit und Takt, von Aufopferungsfähigkeit und Verantwortungsbewußtsein verlangen. Wem diese Qualitäten mangeln, der ist zum Wirken in der jüdischen Oeffentlichkeit nicht geeignet, wer sklavisch Dinge nachahmt, die unter anderen Bedingungen gewachsen sind, ohne sie mit eigenem Inhalt zu erfüllen und mit eigener Form zu umrahmen, der ist kein Gestalter, sondern ein mehr oder minder geschickter Handwerker." (Wonach also einer sklavisch Dinge nachahmen und sie mit eigenem Inhalt erfüllen, was nur ein Denkunfähiger bekaupten kann.) „Diese Sätze gelten unabhängig von der Angelegenheit Sonnenfeld für alle diejenigen, die sich berufen fühlen, an der jüdischen Gegenwart an verantwortungsvoller Stelle mitzuarbeiten. Sie gelten in erster Reihe für Berlin, die einzige Stadt, in der es eine breitere jüdische Oeffentlichkeit gibt, und sie gelten hier in Berlin besonders stark nach Erlebnissen der neuesten Zeit, die deutlich erkennen lassen, wie ein Beispiel korrumpierend wirken kann." Womit Sie also nicht die Wolff und Ellenbogen meinen, die, sagen wir einmal lieb, ein wenig in fremdem Geld gewühlt haben; denn das sind ja mehrere und Sie der Ansicht, daß gegenüber jüdischen Erscheinungen eine Kritik nicht gelten kann, die der allgemeinen Sudelei die jüdische Ethik mit ihrem Willen zur Sauberkeit entgegenstellt. Darum muß gezeigt werden, daß Ihre Sätze zwar unabhängig von der Angelegenheit Sonnenfeld, nicht aber von gewissen Elementen sind, die ein Interesse daran haben, daß sie gesetzt wurden. Sie, L. K., sind nämlich der Leo Kreindler, der, Mittelbeamter dieser Gemeinde, jenen Wolff, Meisl und Ellenbogen stets in freundschaftlicher Hilfsbereitschaft verbunden war. Und so bleibt, nachdem ich, generöser als Sie, dafür gesorgt habe, daß Ihr Name in die höhere Literatur eingeht, nur die Frage von literarhistorischem Interesse, ob auch dieser Aufsatz in Ihren Dienststunden entstanden ist, die so oft schon ausgedehnten Wanderungen für das Familienblättchen gedient haben. Wilhelm Marcus. Sie haben, in Berlins letzter Repräsentantensitzung, den turbulenten Zuständen im Pankower Lehrlingsneim aul den Grund zu kommen versucht (ich werde noch dort nach dem Rechten sehen und Ordnung schaffen müssen), ihn, zu Professor Loewe, in der Aufputschung der Lehrlinge durch Simonitenmund gefunden und beklagen nun, daß dabei Heinrich, der Loewe, Sudermanns toller Professor, Ihnen ostentativ die Rückseite gezeigt hat. Aber haben Sie denn in der Schule nie von jenem Vogel gehört, der, wenn man ihn betroffen hat, sich von den Menschen abwendet? Warum soll so nicht auch einmal ein Loewe tun, zumal wenn er wo einen Strauß hat. Demokratischer Reichstagsabgeordneter. Wirst Du auch für das neue Gesetz zur Wiedereinführung der Orden und Titel stimmen, damit ein paar Deiner Glaubensgenossen lippische Lakaienorden und kupperne Kommerzienrats kaufen können? Einem Teil der Nr. 3 liegt ein Prospekt des Verlages Gebrüder Rülf bei, den man benutzen möge, um für sich oder seine Freunde ein Abonnement auf „Die Jüdische Gemeinde" zu bestellen. Nachdruck mit Quellenangabe gestattet Verantwortlich: Dr. Botho Laserstein, Berlin N 4, Chausseestr. 116 — Druck, Verlag und Anzeigenannahme: Gebrüder Rülf, Berlin SW68, Alexandrinenstr. 110 — Postscheck- Konto: Berlin 78642 — Telephon: Dönhoff 1174 u, 4403 *