Die Jüdische Gemeinde
- Journal
- Die Jüdische Gemeinde
- Volume
- 1. Jahrgang = 1926-1927
- Issue
- 2 (15.12.1926)
- Date
- 1926-12-15
- Page
- Seite 48 (sequence 18)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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Jener und nicht um Dieser, und trotz, trotz, trotz des jüdischen Kriegshetzers Haas und seiner Kupane — um Wessen willen? Um einer gewissen Jugend willen, um eines aktivistischen Qenus Juden willen, das heute immer mehr an Zahl und Potenz gewinnt. Das sind nicht so oder so Bornierte, sondern Erdkinder mit Gefühl für den deutschen Streifen Mutterland und die jüdische Väterheimat, herrlichste Synthese: Weite ohne Leere, Wandernde aus der Heimat in die Welt dieses prächtig großen und im übrigen ganz, ganz kleinen Sterns! Es gibt heute wieder eine Art messianischer Juden, und ich nenne mit Stolz, Demut und Qlück drei Namen: Karl Kraus, Kurt Tucholsky, Kurt Hiller. Es wird sehr bald nötig, weil möglich sein, diese jüdische Gemeinde zu sammeln: es sind ihrer Manche, welche die Fackel schwingen, den Hammer führen und das Ziel wissen, — von Schicksal und Sendung zur Tat bestimmt. Der edelste Jude des weichen, des passivistischen Typus: Walter Rathenau, ist einen schaurigen Tod gestorben. Ein edler Jude des harten, des aktivistischen Typus: Trotzki lebt. 5. Siegfried Jacobsohn, mein verehrter Herausgeber, hat sich in seiner „Weltbühne" neulich einen passionierten Juden genannt. Das ist ein schönes, stolzes, ein rührendes Wort. Ehrendes Heimatgedenken. Ich Sprech' es ihm nach. Aber draußen warten die Länder des Sterns und alle Brüder: die Entrechteten auf Befreiung, die Hungernden auf Brot, die Bestohlenen auf Leben. Der beschnittne Antisemit von uirkhv. Hutten Wie man Judenhaß und Judenfang geistvoll bekämpft, soll an einem 400 Jahr alten Beispiel gezeigt werden: dem 36. der berühmten Dunkelmänner-Briefe. Eitelnarrabianus von Pesseneck Kursor der Theologie vom Orden des heil. Wilhelm entbietet dem Magister Ortuin Gratius unzählige Grüße. „Von Natur sind wir zum Bösen geneigt", wie wir in den „Authentica" (des Petrus Lombardus) lesen. Darum hören wir unter den Menschen immer mehr Schlechtes, als Gutes. Ich habe unlängst zu Worms mit zwei Juden disputiert und ihnen bewiesen, daß ihr Gesetz durch Christus ungiltig gemacht worden und ihre Erwartung von dem Messias eine reine Posse und Hirngespinst sei, und hierfür habe ich den Herrn Johannes Pfefferkorn in Köln angeführt. Die aber lachten und sagten: „Euer Johannes Pfefferkorn in Köln ist ein ganz erbärmlicher Windbeutel; er kann nichts hebräisch, er ist Christ geworden, um seine Nichtsnutzigkeit zu verbergen. Als er 48