Der jüdische Herold
- Journal
- Der jüdische Herold
- Volume
- 14 (1938)
- Issue
- 6 (10.2.1938)
- Date
- 1938-02-10
- Page
- Seite 3 (sequence 3)
- Language
- German, Hungarian
- Belongs to
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*Der Jüdische Herold« 3 DIELAGE IN P ALAESTINA 3 Der Antisemitische Huslagenhnsfer-Krieg in Wien greift um sich. Wien. In den letzten Tagen schon hatten die Wiener Nationalsozialisten ihre Aktion des Einschlagens von Aus־ lagenfenstern in jüdischen Geschäften verstärkt. Am Freitag 4. Februar, vor abends und abends, nahm diese Aktion ein gefährliches Ausmass an. Zuerst wurden im II. (Leopoldstädter) Bezirk sehr viele Fensterscheiben und Auslagen jüdischer Geschäfte zertrümmert, wobei auch wertvolle Waren vernichtet wurden. In dem bekannten grossen Warenhaus Max Schiffmann wurden sieben grosse Auslagenfenster zertrümmert. Im gegenüberliegenden ״Holel Sächsischer Hof“ wurden zwei Fenster zertrümmert. Passanten wollten einen der Täter festnehmen, der aber aus einem Revolver feuerte und sich so der Verfolgung entziehen konnte. In ihrem Eifer schlugen die Nazis auch in einer Reihe christlieher Geschäfte die Fenster ein. Auch gegen andere Hotels, die als jüdisch gelten, wurde ein Bombardement eröffnet und Fenster zertrümmert. Im III. Bezirk (Landstrasse) wurden in e n jüdisches Bethaus durch die Fenster während des Freitag Abendg-ttrsdienstes Steine und brennende Stoffe geschleudert. Das dadurch entstandene Feuer konnte rasch gelöscht werden. Drei Andächtige wurden durch die Steinwürfe verletzt. Es handelt sich um das Bethaus m der Hetzgasse 4U. Aus anderen Bezirken kommen ähnliche Berichte. Bis Freitag 10 Uhr abends wurden aus Mariahilf, Rudolfsheim, Lobau, Währing und Brigitte* nau Ausschreitungen gegen jüdische Geschäfte gemeldet. In der Kloster Neuburger Strasse, Ecke Wallenstein Platz, war der Rumei besonders gross. Dort wurden die jüdischen Geschäfte mit einem ungeheuren Hagel von Steinen und Eisenstücken bombardiert, sodass benachbarte christliche Geschälte stark in Mitleidenschaft gezogen wurden. Wie sich heraussteilt, handelte es sich bei diesen Ausschreitungen um eine planmässige nationalsozialistische Aktion, die in sämtlichen Wiener Bezirken gleichmassig eingesetzt hat. Die Ausschrei tungen wurden von einer Zentralstelle aus organisiert, die Attentätern waren mit Fahrrädern ausgerüstet und konnten sofort nach der Tat sich davon machen. Die Polizei konnte trotzdem eine Reihe von Verhaftungen vornehmen. חברה מפיצי תורת מהר״ש קאשיצע יעי־א מאשרים אנחנו להודיע בשער בת רבים בי תיל (זה פעם שלישית) יצא לאור על ידינו לכבוד יומא; דהלולא דכ״ק רבינו הגאון שר התורה זצוקל״ה ’“J8 אדר א’ הבע-ל »ספר שו״ת מהר“ש חלק, ששי«. המכיל בקרבו תשובות הלכה למעשה לרבנים מפורסמים. בכל ארצות הגולה בפלשולא דאורייתא כדרכו של־ הטהבר ז“ל, וככדי שנוכל לה6־ק זממינו גם להלאח להוציא לאור תעלומות חכמה פונים אנחנו בזה לכל מכבדי ומוקירי תויה לבוא לנו לעזרה ולהביא ברכה אל תך ביתם ובזה תקחו הבל במצוה גדולה זה כאשר עינכם יהזו מישרים במאמר »ויאמר דוד« מחתן המדבר הד,“ נ מדאבטשיטץ שליט“ א הנדפס בראש הס6ר. קאשוי אדר תרה“ ץ אדרסתינו lüeflcei ThOras üleharasch p a. Rab. Dawid Holpern Kosice heglonarska nam. 11 8;חל• חחגרו* JERUSALEM. Vor dem Militärgericht in Jerusalem begann am Mittwoch, 2. Feb* ruar, der Prozess gegen den 22jährigen jüdischen Polizisten Eiieser Altman, von dem die Anklage behauptet, er habe am 27. Dezember 1937 in der Nähe des jüdischen Steinbruchs an der Strasse Jaffa- Jerusalem aut ein arabisches Lastauto geschossen und dabei den Tod eines ara* bischen Kindes verursacht. Es war dies der erste Fall, dass ein Jude vor einem Militärgericht eines Verbrechens angeklagt ist auf welches Todesstrafe steht. Die Anklage behauptet, dass Altmann sich in dem Augenblick, als die Schüsse fielen, nicht auf seinem Posten befand, sondern im Umkreis der Stelle gesehen wurde, wo der Angriff auf das Auto ei folgte. Er sei erst ein Stunden später zurückgekehrt und habe seinem Vorgesetzten gemeldet, dass er von Arabern aus dem Hinterhalt beschossen wurde und das Feuer durch Abgäbe von 17 Schüssen erwidert habe. Laut dem Polizeibericht habe Altman zuerst auf das Lastauto geschossen. Der Bericht der Polizei stützt sich auf die Aussagen von drei Arabern, unter ihnen eines Polizeikorporals, der aussagte er habe in der Nähe des Tatortes mehrere Patronenhülsen gefunden. Die arabischen Zeugen wiederholten ihre Aussagen vor dem Militärgericht. Am Freitag, 4. Februar, wurde das Urteil gesprochen. Das Militärgericht verurteilte Eiieser Altman zum Tode durch den Strang. Altman war vor zweienhalb Jahren aus Bessarabien in Palästina eingewandert. Er arbeitete zuerst in Galiläa. Vor kurzem erst wurde er als Hilfspolizist aufgenommen und in Nachlat Jizchak, etwa 10 Meilen von Jerusalem entfernt, stationert. Er ist Mitglied der Revisionistischen Partei. Um Begnadigung Hifmans. Jerusalem. Oberrabbiner Dr. Jizchak Herzog wandte sich an den Oberkommundierenden der britischen Truppen in Palästina, Generalmajor Wavell, mit der Bitte um Begnadigung des vom Jerusalemer Militärgericht zum Tode verurteilten jüdischen Hilfspojizisten Eiieser Altmann. — Der jüdische Hilfspolizist Mordechaj Naomi aus Haifa ist von arabischen Terroristen angeschossen und schwer vewundet worden; die angreifen nahmen ihm auch das Gewehr weg. — Arabische Terroristen griffen in der Nähe des Dorfes Ikrit im Akkoer Kreis eine Polizeipatrouille an. Ein englischer Polizist wurde verletzt, Der Flugplatz in Liada ist von Terroristen heftig beschossen worden. Militärpatrouillen vertrieben die Angreifer. Todesstrafe Eiieser Hitmann in lebens* fang iches Gefängnis umgewandelt. Jerusalern. Der Oberkommandierende der britisehen Streitkrätte in Palästina, General* major Wavell, hat die vom Militärgericht in Jerusalem über den 22jährigen jüdischen Hilfspolizisten Eiieser Altmann verhängte Todesstrafe in lebenslängliches Gefängnis umgewandelt. neun Reuisionisten, unter ihnen Erl 3a* bofinsky, aus Hkko entlassen. Jerusalem. Am Freitag, 4. Februar, sind aus dem Konzentrationslager in Akko drei Revisio* nisteii und ein Mitglied des »Haschomef Hazair“ entlassen worden. Am Samstag wurden weitere sechs Revisionisten, unter ihnen Ing. Eri Jabotinsky. der Sohn Vladimir Jabotivskys, der am 14. November verhaftet und in Akko interniert worden war, freigelassen. Wiederauf flackern der Kämpfe in Nordpalästina. Jerusalem. Das Wiederaufleben der Bandentätigkeit in den letzten Tagen hat die militärische Leitung des Landes veranlasst, grössere Abteilungen zur Unterdrückung der Banden zu entsenden. Während es in den letzten Tagen des Januar an verschiedenen Stellen zu Scharmützeln kam, entwickelte sich am 1. Februar beim Dorfe Umel*Fahm im Jonin-Distrikt ein schwerer Kampf, in dessen Verlauf zwei britische Soldaten und 23 arabische Terroristen getötet wurden. Auf beiden Seiten gibt es mehrere Verwundete. Britische Militärabteilungen, unterstützt von Flugzeugen und zwei Panzerwagen, versuchten die Terroristen, deren Stärke auf 60 bis 150 Mann geschätzt wurde, zu umzingeln, was zu einem grossen Teil gelang. Die Kämpfe setzten sich in die Nacht hinein fort, das Kampffeld wurde mit Schienwerfen und Raketen erleuchtet. Die Bande brach den Kampf ab und versuchte zu flüchten, die Engländer nahmen mit ihren motorosierten Einheiten die Verfolgungen auf. Die Aktion ist noch nicht beendet. Es wurde festgestellt, dass die meisten Mitglieder der Bande Araber syrischer, transjordanischer und irakischer Herkunft sind, die in den letzten 14 Tagen illegal die Grenze überschritten haben. Die Freischärler erhielten Verstärkungen von arabischen Dorfbewohnern, die die Telefonleitungen durchschnitten. Die britischen Truppen umzingelten die drei Dörfer Arara, Ajoun und Jamon, über 200 Araber wurden verhaftet. Es wurden fahrbare Funkstationen hergestellt, um die Zusammenarbeit der Truppen zu sichern. Die Polizei hat an der syropalästinensichen Grenze einige Lastwagen mit Waffen und Munition, darunter mehrereMaschingewehre, beschlagnahmt. — Auch im Distrikt Jericho kam es zu Zusammenstössen mit Terroristen, wobei einige Terroristen und einige arabische Polizisten getötet wurden. In Jerusalem werden in den letzten Tagen alle Passanten nach Waffen durchsucht Die Untersuchung ist eine so peinliche, dass z. B. orthodoxen Juden und Arabern hinter die Bärte geschaut wird. Die Besucher eines Konzertes des Palästina Orchesters, dem auch hohe Beamte des High Commissi* oner beiwohnten, wurden durchsucht. — Ein jüdischer Autobus, der Arbeiter von Kirjat Chaim nach Haifa bringen sollte, ־winde vnn zahlreichen Schüssen getroffen, es gab keine Toten. Die Terrorlage in Palästina. Jerusalem. Im Verlaufe der Säube• rungsoperationen im «blutigen Dreieck“ Jenin׳Nablu8'Tulkarem, di« den Kämpfen