Mannheim
Compact Memory

Der jüdische Herold · 1937-12-16 · 47 (16.12.1937) · p. Seite 3

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der jüdische Herold
Volume
13 (1937)
Issue
47 (16.12.1937)
Date
1937-12-16
Page
Seite 3 (sequence 3)
Language
German, Hungarian
Belongs to
journal issue
OCR quality
95% known words query
IRI
…/9569290-9569297-9569476--178-9569479
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

3 entity mentions

3 »Der Jüdische Herold« 3 BRATISLAVA. Vergangenen Sonntag fand hier eine Generalversamlung der Chewrah J'sode Hatorah statt. Sowohl die Gemeindeleitung, als sämtliche Talmide- Chachomim Piessburg's nahmen daran teil. Der langjährige Präses u. Tiwe Kehol der Gemeinde, Herr A. J. Kämpfner hielt eine schöne Ansprache, worin er mit Freude bestätigte, dass der weitberühmter Institut seinen Erfolg grösstenteils den Umstand zu verdanken habe, dass die Gaboim mit den Melamdim ln grösster Eintracht u. Harmonie zusammen arbeiten. Herr Gabbe M. Kohn, u. Herr Sekretär Rosenberg hielten Referate von der Finanziehen Lage. Das Resultat der Neuwahl: Zu den alten Ausschuss wurden drei neue Herren gewählt: Herr S. B.Schreiber, Herr Paul Link, Herr A. Z Kohn. HORN£ SALIBY. Sonntag den 8-ten Tewes hat uns der Vertrauensmann des H. Landespr. der Zentralkanzlei H. Sals Pollak aus Bratislava, der auch amsonsttn durch seine Bemühungen bei jüdischen Wahlen bekannt ist, (letzhin war er in PieStany als Leiter der Wahl delegiert ) auf gesucht und die Bemühungen des H. Pollak haben den Frieden gefertigt. Die Herren Schwartz (Präses) u. Krakauer haben nach längerer Verhandlung unter dem Eindrücke der Bemühungen des H. Pollak allenfalls viel zum Frieden beigetragen. ־ Piest'any. Bei den abgehaltenen Kul - tusgemeindewahlen, hat die Liste der Oidnungspartei gesiegt. Als Präses wurde Ing. Ignäc Reich, als Vizepräses Jazef Neumann und Mano Nagel gewählt. Die Personen des Vorstandes bieten eine Garantie dafür, dass der seit Jahren tobende Brüderkampf im Schosse der Gemeinde, welcher sogar auch die Staatsanwaltschaft beschäftigt, auf friedlichem Wege geregelt werden wird. Ing. Ignäc Reich hat schon als Student eine führende Rolle an den Brünner Universitäten und Hochschulen inne gehabt, er hat die orthodoxen Hörer der Hochschulen organisiert und eine orthodoxe Mensa ins Leben gerufen. In den historischen Ländern war er als Hochsci ü• ler der Sekretär der Keren Hathora und es ist ihm gelungen sehr schöne Beträge für diesen Zweck zusammenzubringen. Die Wahl des Herrn Ing. Reich als Präses der orthodoxen Kultus Gemeinde hat so in den jüdischen als auch in den politischen Kreisen, eine grosse Befriedigung hervorgerufen, da seine Person hiefür Garantie bietet, dass er die Ordnung und den Frieden in der Gemeinde hersteilen wird. AGUDISTISCHE FÜHRERSCHULE IN WIEN. Wien. In Wien wurde eine agudistische Führerschule, die erste dieser Art in der ganzen Welt, gegründet. Durch Referate, Diskussionen und praktische Übungen werden die künftigen Führer der Aguda ausgebildet. Die Wahlaussichfen der jüdischen Reidisparfei in Rumänien. Bukarest. Wie bereits mitgeteilt, hat die jüdische Reichspartei anlässlich der Parlamentswühlen in 50 Bezirken des Reiches — überall wo Juden in ansehnlicher Zahl wohnen — jüdische Listen hinterlegt. Die Partei rechnet, —r fqlls die Regierung gemäss ihrem Versprechen freie Wahlen ohne Terror sichert — mit Gewissheit mit einer Mindestquote von 2°/0 aller abgegebenen Stimmen, somit ist mit Wahrscheinlichkeit ainzunehmen, dass folgende Kandidaten gewählt werden : Dr. Theodor Fischer, Dr. Mayer Ebner, Adv. Mischu Weissmann, Dr. Samuel Singer und Adv. Benvenisti. BUDAPEST. Der Grossgrundbesitzer Graf Nikolaus Serenyi wurde vom Budapester Strafgerichtshof wegen eines Artikels in einer ungarischen nationalsozialistischen Zeitschrift, in dem er scharfe Kritik an dem ungarländischen Judentum geübt hatte, des Vergehens der Aufreizung gegen die jüdische Konfession schuldig erkannt und zu einem Monat Gefängnis bedingt verurteilt. Der Schriftleiter der Zeitschrift erhielt zwei Wochen Gefängnis. In einem andern Prozess wurde ein Privatbeamter gleichfalls wegen Aufreizung gegen die jüdisehe Konfession im Wege der Presse zu sechs Wochen Gefängnis verurteilt, WARSCHAU. Das Gericht in Cieszyn (Polnisch-Schlesien) verurteilte 16 Nationaldemokraten wegen Teilnahme an den antijüdischen Excessen in Bielitz im Oktober dieses Jahres zu Gefängnisstrafen von drei bis zwölf Monaten. Insgesamt halten sich 3i Nationaldemokraten vor dem Gericht zu verantworten, die angeklagt waren, während der Ausschreitungen 1540 Fensterscheiben zertrümmert, die Synagoge geschändet, Plünderungen verübt und der Polizei Widerstand geleistet zu haben. 3 «gy na ig.in»;,1TfnTwT^ni > ׳•t■*#***-- - 216 - nem Volke die Fackel vorträgt und seinen Untertanen in dunkler Nacht voranleuchtet auf dem Wege, den seine Heerscharen zu ziehen haben?« Die Legionäre standen still und lauschten erstaunt den Worten des Fragenden. ״Nein,“ sagte der Anführer derselben, »Derartiges habe ich noch nie vernommen.« »So hört denn, meine Freunde,« sprach Aquila, ״einst wurde ein Volksstamm im Aegypterlande geknechtet und unterdrückt. Da befreite der allmächtige G-tt, der Schöpfer Himmels und der Erde, diesen unterdrückten Volksstamm, indem er furchtbare Plagen über die Unterdrücker brachte. Die Unterdrückten aber zogen mit hocherhobener Hand aus dem Lande der Knechtschaft, der Freiheit entgegen. Und der Ewige, der einzige G־tt, der Herr des Weltalls, zog vor 1hnen her bei Tag mit einer Wolkensäule, sie zu führen auf dem Wege, und in der Nacht mit einer Fäuersäule, um ih nen zu leuchten, auf daß sie ihres Weges ziehen konnten bei Nacht. — Dieser Volksstamm, das sind die Juden, denen ich mich angeschloßen habe, und weil ich mich ihnen angeschlo. ßen habe, will mich mein Oheim, der Kaiser, mit dem Tode bestrafen. י- Und wie der allmächtige G-tt einst den juden voranleuchtete, als sie vor mehr als tausend Jahten aus Aegypten zogen, so leuchtet er ihnen noch heute voran in jeder dunklen Nacht. Er hat sich diesem Volke offenbart, hat ihm seine heilige Lehre gegeben und zeigt ihnen den Weg, den sie wandeln sollen bei Tag und bei Nacht. Und mit dem Tode ist das Leben der Juden nicht zu Ende, G-tt hat uns ein schöneres, besseres Leben bereitet für die zukünftige Welt, für das Leben nach dem Tode. Dann gehen wir ein in Seinen heiligen Palast, wo das ewige Licht ist und die ewige Seligkeit.“ Die Soldaten waren von dem Gehörten tief ergriffen• *O," sprach der Anführer, »möchten doch auch wir - 213 — ״Man meint, einen Apollo, von der kunstreichen Hand des Praxiteles verfertigt, zu schauen. Wie wundervoll weich und doch kräftig ist jede Muskel an diesem Hals! Welche Brust, so schön und kräftig kann sie nicht die Phantasie des beslen Künstlers erträumen! Welche Arme, welche Beine! Und nun gar dieses göttliche Antlitz! Ebenmäßiger kann keines Menschen Antlitz geschnitten sein! ׳ ״Ich bewundere Deinen Geschmack, o Cäsar“ antwortete Verus. ״Einen schönem Jüngling hat es auf Erden noch nie gegeben! Das ist Ganymed und Apollo zugleich!“ Der Kaiser winkle den Jüngling herbei. ״Wie heißest Du?“ fragte er ihn. ־Antionus,“ antwortete der Gefragte mit einer Stimme von wunderbaren Wohllaut. Der Kaiser verschlang ihn gleichsam mit seinen Blicken. ״Antionus,“ sagte er, Du sollst mein sein von heute an; mein Freund, mein Begleiter, mein Sohn. Ich will Dir Alles geben, was Dein Herz nur heg. hrt, Gold, Silber und Gestein, Häuser, Gärten und Weinberge, Felder und Wälder; aber Du mußt mein sein; Deine ganze Seele muß mir gehören. Du hast von diesem Augenblicke an weder Vater noch Mutter, weder Bruder noch Schwester — ich will Dir das Alles ersetzen, reichlich ersetzen. Ich will mich weiden an Deiner Schönheit und Dich nicht einen Augenblick von mir laßen. Aber nicht allein Dich will ich reich machen; auch Deinen Vater, Deine Mutte, Deine Geschwister; sie mögen zu mir herantreten.“ Und sie kamen. Der Kaiser ließ ihnen große Summen auszahlen. Dann befahl er ihnen, Abschied zu nehmen von ihrem Sohne und Bruder und jedes Anrecht an ihn aufzugeben. Und die Diener des Kaisers kamen herbei und führten den schönen Jüngling ins Bad und salbten ihn mit wohl- Dr. M Lehman; *AKIBA* 5t

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.