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Der jüdische Herold · 1937-11-25 · 44 (25.11.1937) · p. Seite 4

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der jüdische Herold
Volume
13 (1937)
Issue
44 (25.11.1937)
Date
1937-11-25
Page
Seite 4 (sequence 4)
Language
German, Hungarian
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4 »Der Jüdische Herold« 4 BUDAPEST. Von Budapest wird gemeldet : Am vergangenen Sonntag fand hier die Hochzeit des Herrn David Haberfeld, Sohn des Herrn Roschbesdin Rabbiner Simon Haberfeld, TopoRany, mit der Tochter des Grosskaufmanns Arnold Läng aus Kiskörös unter imnosanter Beteiligung, statt. Um 3 Uhr nachmittags fand die Trauung in Anwesenheit des Budapest Rabbinats und zahlreich erschienener Gäste statt. Die Trauung vollzog der Bräutigam-Vater, ^•n der Festtafel hatte man Gelegenheit ganz besonders schöne Divre Toruh zu hören. Als Erster ergriff Rabb. S. Haberfeld, der Vater des Chuson das Wort und Schilderte in schöner Rede die Bedeutung der Süduh schel Mizwuh. Man fühlte, dass die verklungenen Worte von echtem Jirasschumaim und väterlichen Gefühlen durchdrungen waren. Es war eine Rede, die das Publikum auserordentlich rührte und einen tiefen Eindruck hinterliess. Nachher folgte die Rede des Herrn Jakob Haberfeld Oberrabbiner zu Papa, des Bruders des Chuson, der in gewohnter Art es verstand die Zuhörerschaft zu fesseln und allgemeine Begeisterung hervorzunifen. Hierauf sprach Herr Rabbiner M. Schück Budapest ein Cousin des Chuson der mit schönen, vom Herzen kommenden Worten die Bedeutung des Familienfestes schilderte. Unter gespannter Aufmerksamkeit hielt sodann der jüngerer Bruder des Chuson, Herr Rabbinatscanditat M. Haberf Id, ein hervorragender Zögling der Pressburger Rabbinatsschule, eine gediegene Ansprache, die allgemeine Begeisterung und Beifall erntete. Seine Rede war durchaus formvollendet, gewürzt mit treff nden megidüs Worten. Die Anwesenden gratulierten herzlichst der schönen Zukunft entgegensehenden Rabbinercandidaten. Mit Freude und Genugtuung konstatierte man, ojd Zuri Begilod, dass die ehrwürdige Pressburger Jeschiwoh noch immer die Schule ist in der der Welt gediegene ausgebildete Taimidechachumim und Orthodoxenführer erzogen werden. Zum Schlüsse sprachen noch die Herren : Abraham Friedmann Väc, N. Gewürz Budapest, Selig Papa Väc. Entspannung in Jerusalem. Jerusalem. Nach den blutigen Ereignissen der Vorwoche ist in Jerusalem sichtlich eine Entspannung eingetreten, sodass die Regierung den am 11. November über die Stadt verhängten Ausnahme zu* stand am Freitag, 19. November, aufheben konnte. Das Oberrabbinat hat einen von sep* hardischen Oberrabbiner Dr. Isaac Herzog und vom aschkenasischen Oberrabbiner Jacob Meir Unterzeichneten Aufruf veröffentlicht, in welchem der Jischuw aufgefordert wird, keine Racheakte zu verüben, um die ethischen Prinzipien der Thora und der jüdischen Moral zu wahren. Die Rabbiner des ganzen Landes werden aufgerufen, ihren Einfluss im Jischuw in dieser Richtung geltend zu machen. Auf den Inspektor der Polizei Pringle wurden, als er am Hauptpostamt von Jerusalem vorbeiging, mehrere Schüsse abgegeben. Das Postamt und die angrenzenden Gebäude wurden von Polizei um* stellt, die Angestellten und die im Postamt anwesenden Personen werden durchsucht. In den Häusern der ganzen Umgebung wurden Haussuchungen vorgenommen. Eine verdächtige Person wurde verhaftet. Im Verlaufe eines zweiten Zusammenstosses zwischen Militär und der Araber* bande, die unter Anführung von Abdullah Anzbach in den Bergen in der Nähe von Safed ihr Unwesen treibt, sind zwei Mitglieder der Bande getötet worden. Bekanntlieh wurden bei dem ersten Zusammenstoss drei getötet. Bei der Palestinaregierung sind 20 Kisten mit Tränengasbomben eingetroffen, die im Falle von Unruhen gegen die Demonstranten verwendet werden sollen. Der nächtliche Bahnverkehr in Palästina wurde wieder aufgenommen. Den Mukhtars der arabischen Dörfer rund um Haifa wurden schriftliche Ausarbedungen der Bestimmungen über die Militärgerichtshöfe zur Verteilung unter den Fellachen ihrer Dörfer übergeben. In einer Zuschrift an ״Falastin“ greift das Mitglied des Jerusalemer Stadtrates Hassan Sidky Dajani den Stadrat im Zusarnmenhang mit dem von diesem erlassenen Friedensappell an und erklärt, die vom Distriktskommissar einberufene Sitzung, in der der Appell beschlossen wurde, sei nicht offiziell gewesen. Demgegenüber hat der jüdische Vizebürgermeister von Jerusalem Auster der JTA eine Erklärung übergeben, in der er feststellt, die betreffende Sitzung sie von ihm offiziell mit dem alleinigen Zweck einberufen worden, einen Friedensappell an die Bevölkerung Paläslinas zu verfassen. Der Sitzung habe der Distriktskommissar von Jerusalem beigewohnt. Der Beschluss, den Aufruf zu erlassen, sei einstimmig gefasst worden. Man habe nur beschlossen, dass er von den arabischen und von den jüdischen Stadl* räten gesondert veröffentlicht werden solte. Wolkenbruch über Südpalästina. — Bahn uerbindung mit Ägypten unterbrochen. Jerusa» lern. Infolge eines schweren Wolkenbruches, der in Südpalästina niederging, ist die Eisenbahnverbindung zwischen Palästina und Aegypten unterbrochen worden. Die Strasse Jerusalem-Jericho wurde zum Teil beschädigt, das Dorf Kalia wurde überschwemmt. Der Schaden im Gebiet von Gaza ist beträchtlich. RUHE IN PALÄSTINA HÄLT AN. Jerusalem. Seit Einführung der Militärgerichtshöfe haben sich in Palästina nur vereinzelt kleinere Zwischenfälle ereignet. Im grossen und ganzen hält die Ruhe im Lande an. Auf der Beer Scheba-Strasse explodierte eine von arabischen Terroristen gelegte Landmine. Ein vorbeifahrendes Lastauto des Regierungsdepartements für öffentliche Arbeiten wurde beschädigt. In einem arabischen Dorfe in Nordpalästina wurden zehn Araber verhaftet, die vtr* dächtig sind, mit der Ermordung des Distriktskommissars Andrews :n Zusammenhang zu stehen. Sfiegenmarathonläufer sind es! Wer? Alle unsere Postboten, die jetzt Bafa eingeladen hat. Er lässt nämlich jeden Postboten der Republik einmal kostenlos pediküren, um alle von der Notwedigkeit der Fusspflege zu überzeugen. Gerade Postboten sind es, die von früh bis spät treppabtrepauf laufen müssen, bei jedem Wetter, zu jeden Jahreszeit, Stacheldrahtperhaue an der Grenze Uel Hpip»3affa. Jerusalem. An der Grenze von Jaffa und Tel Aviv sind Stacheldrahtverhaue errichtet, worden; Poiizeipatrouillen haben entlang den Verhauen Posten bezogen, um unerwartete Zwischenfälle zu verhindern. Die im vergangenen Jahre errichtete Hiifspol zeistation an der Grenze Jaffa-Tel Aviv, die in der letzten Zeit wegen der Beruhigung der Lage geschlossen werden konnte, ist wieder geöffnet worden. Der jüdische Schüler Mosche Abramov, der gesehen wurde, wie er einen arabischen Pardess an der Grenze Tel Aviv-Jaffa betrat, ist verschwunden. Polizei und Militär haben die Suche nach ihm aufgenommen; bisher war die Suche jedoch vergeblich. Der aus Ungarn eingewanderte Jedidja Lock wurde in Untersuchungshaft genommen unter der Beschuldigung, am Sonntag zwei Araber im Beth Jisrael-Viertel von Jerusalem getötet zu haben. In der Nähe der Polizeistation von Ako ist ein arabischer Polizist, der sich in Zivil befand, durch einen Schuss gtlötet worden. Keine jüdischen Apotheken in Danzig mehr. Da die Danziger Behörden den fünf auf dem Gebiet des Freistaates Danzig befindlichen jüdischen Apotheken die Konzession nicht verlängerten, sind diese liqudiert worden. Eine von ihnen ist gänzlich geschlossen worden, vier sind in ״arischen“ Besitz übergegangen. WIEN. Der 20jährige jüdische Student der Medizin Peter Hecht hat Selbstmord durch Erhängen verübt. Die Ursache des Selbstmordes ist die Aussichtslosigkeit, als Jude den medizinisehen Beruf später auszuüben. Es ist dies bereits der vierte Selbstmord jüdischer Mediziner in der letzten Zeit. Peter Hecht war ein Sohn des ehemaligen Chefarztes des Sanatoriums Palace auf, dem Semering. 116 JAHRE ALTER JUDE GE- STORBEN. In Olyzarka, Wolhynien, verstarb im Alter von 116 Jahren der Jude Chajim Leib Czysz, Er war rüstig bis in seine letzten Tage und beteiligte sich noch an den jüngsten Wahlen der jüdischen Gemeinde. WARSCHAU. Im Städtchen Sienna, Kreis Opoczno, haben HuÜgans das jüdisehe Ehepaar Abraham Mosche Goldmann auf bestialische Weise ermordet. Die Mörder drangen nachts in das Haus Goldmanns ein und zerstückelten die alten Eheleute buchstäblich mit Messern und Hacken. In den Couloirs mehrerer Gerichte in Warschau wurden Flugblätter verteilt, in denen die christlichen Anwälte zum Boykott der jüdischen aufgefordert werden. Eine Frau pon Geist versteht es nicht nur in Gesellschaft zu glänzen, sie nützt auch in der Hauswirtschaft ihren hellen Verstand richtig aus. In ihrem modernen und rationell geführten Haushalt verwendet sie nur Dr. Oetker’s Backpulver, weil sie weiss, wie rasch und kinderleicht es sich mit ״Oetker“ arbeitet und dass dieses ideale Triebmittel alle Süsspeisen besonders locker und dabei leicht verdaulich macht,

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