Der jüdische Herold
- Journal
- Der jüdische Herold
- Volume
- 13 (1937)
- Issue
- 37 (7.10.1937)
- Date
- 1937-10-07
- Page
- [Seite] (sequence 1)
- Language
- German, Hungarian
- Belongs to
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In seiner Eingenschaft als Vorsitzender des Obersten Moslemitischen Rates verwaltete er die reichen religiösen Stiftungen (Wakf). Der Mufti Haj Amin el Husseini ist unter allen nationalistischen Arabern der unentwegteste Gegner der Errichtung des Jüdischen Nationalheims und der jüdischen Arbeit in Palästina überhaupt. Schon bei dem ersten blutigen Angriff auf die Juden unter der englischen Herrschaft im Jahre 1920 hatte er seine Hand im Spiele, er wurde damals verhaftet und verurteilt, nach kurzer Zeit aber begnadigt. In der Hoffnung, ihm zu versöhnen, ernannte ihm Sir Herbert Samuel, der damalige britische High Commis* sioner, zum Grossmufti und Vorsitzenden des Obersten Moslemitischen Rates. Dieser Schritt hat sich als ein Schlag ins Leere erwiesen, der Mufti war seither bestrebt alle Fäden der Verschwörung gegen das jüdische Werk in Palästina und zum Ted auch gegen die englische Administration in seine Hände zu bekommen. Die Familie Husseini, der der Mufti angehört, ist eine der einflussreichsten arabischen Adelsfamilien in Palästina; sie befindet sich in Gegensatz zu einer zweiten einflussreichen Familie, der der Nashashibis. Der Mufti fungierte auch als Vorsitzender des Obersten Arab. Ausschusses. Der Sekretär des Obersten Arabischen Ausschusses, Fuad Saba, wurde verhaftet. Unter den arabischer Notabein, die im Zusammenhang mit der Ermordung des Distriktskommissars von Obergalitäa Andrews von der Polizei festgenommen wurden, befinden sich auch der Kadi von Tulkarem und der Mufti von Jenin. Jerusalemer Oberbürgermeister Khaiidi verhaftet. Jerusalem. Das Büro Reuter verbreitet die Nachricht über die Verhaftung des Oberbürgermeisters von Jerusalem Di. Khaiidi. Das Mitglied des Obersten Arabisehen Ausschusses Dzamil Hussein und der Direktor der Arabischen Bank Achmed Hilmi Pascha sind geflüchtet. Das Haus des Grossmufti Haj Amin el Husseini wurde von Militär umzingelt. Der Grossmufti soll in der Omar-Moschee Zuflucht gesucht haben. In Jerusalem herrscht der Eindruck vor, dass die britische Regierung nach den letzten Ereignissen in Pa'ästina, insbesoridere nach der Ermordung des Distriktskommissars Andrews, sich zu dmchgreifenden Massnahmen entschlossen hat. Militär und Polizei haben erhöhte Bereitschaft. Sämtliche Telefouvtrbindungen Palästinas sollen unterbrochen sein. Die Allenby- Brücke über den Jordan, welche Palästina mit Trans!ordanten verbindet, wurde von arabischen Terroristen zerstört Am Donnerstag, 30 Septerhber, wurde die nt u׳.\ von Tel Aviv über die jüdischen Küstenkolonien nach Haifa führende, Strasse eröffnet. PALÄSTINA-REGIERUNG GREIFT DURCH. Jerusalem, 3. Oktober Die Palästinaregierutvg hat eine EiKlärung veröffentlicht, in der bekanntgegeben wird, dass im Hinblick auf die organisierte terroristische Mordkampagne der Oberste Arabische Ndfionalkomitee als illegal erklärt und auf Grund der Palästine Defence Order in Council aufgelöst werden. Gleichzeitig sind Haftbefehle gegen das Milglied des Obersten Arabischen Ausschusses Jamal el Hussein!, den Präsidenten der Arabisehen Bank, Achmed Hilmi Pascha, und den arabischen Gewerkschaftsführer Jacub Husseini erlassen worden. Der Bürgermeister von Jerusalem, Dr. Hussein Khaiidi, und der Sekretär des Obersten Arabischen Ausschusses, Fuad Saba, sind, wie berei s gemeldet, Freitag früh verhaftet worden. Alle kompromittierten arabischen Führer sollen deportiert werden. Jamal el Husseini und Achmed Hilmi Pascha sind geflüchtet. Der prstere wurde jedoch bald nach seiner Flucht in Beer Scheba angehalten. Auch Achmed Hilmi Pascha, der rechtzeitig gewarnt worden war und nach Gaza flüchten konnte, ist am Freitag nachmittag von der Polizei ansfindig gemacht und verhaftet worden. Mehrere arabische Führer wurden bereits an Bord des britischen Kreuzers ״Sussex“ int rniert, der nach Beendigung der Polizeiaktien nach der Inselgruppe Seychelleu im Indischen Ozean auslaufen wird. Auf dieser Inselgruppe werden die Verhafteten ii.te - niert werden. In der Arabischen Bank beschlagnahmte die Polizei zahlreiche wichtige Dokumente. ״Dail Telegraph“ meldet, dass auch gegen den Grossmufti von Jerusalem, Haj Amin el Husseini, ein Haftbefehl erlassen wurde. In der Nacht zum 2. Oktober soll im ganzen Lande eine Anzahl von Haussuchungen und weiteren Verhaftungen vor* genommen worden sein. Wer auf polizei" liehen Anruf nicht stehen blieb, sei erschossen worden. Sämtliche Grenzen Palästinas werden streng bewacht und alle Automobile werden durchsucht. Der Gross, mufti hat, als er von der Polizeiaktion erfuhr, aite Tore zur Omar-Moschee sperren lassen und seine Leibgarde, die sich aus 20U seiner ergebensten Anhänger zusammensetz, mobilisiert. Dij Ereignisse des Freitag sind in ganz Palästina rasch bekannt geworden und haben — insbesondere in arabischen Kreisen — grosse Unruhe ausgelöst. Die Behörden sind aber vorbereitet, um Ruhe und Ordnung unter allen Umständen aufrechtzuerhalten. In dem britisc ren amtlichen Communique wird festgestellt, dass sich der Terror in den letzten vier Monaten wieder stark v!breitet hat, soda->s gegen einige Personen, die als morai'sch verantwortlich für diese Terrorakte anzusehen sind, eingeschritten werden musste. Die paläslinensischen Zeitungen haben eine Order erhalten in der auf die Einführung der Zensur hingewiesen und ihnen verboten wird, andere Meldungen zu verröffentlichene als diejenigen, die das amtliche Communique enthält. Die Massnahmen der englischen Polizei und Militärbehörden gegen die arabischen Terroristen erfolgen nach einem genauen Plan, der vor Tagen im Einvernehmen mit London ausgearbeitet wurde. Den letzen Ansloss zu ihrem energischen Einschreiten dürfte ausser der Ermordung des Diskritikskommissars Anderews die Auffindung von ״schwarzen Listen“ gegeben haben, die die Namen einer Anzahl hochgestellter britischer und jüdischer Persönlichkeiten enthalten, gegen die of* fenbar Anschläge verübt werden sollten. Der unmittelbare Anlass der umfassenden Polizeiaktion war ein arabisches Ultimatum, in welchem die Freilassung der 200 Araber gefordet wird, die im Zusammenhang mit der Ermordung des Diskritikskommis־ sars Andrews am vergangenen Sontag verhaftet worden waren. Aus den Mas .nahmen der Palästinaregierung glaubt man entnehmen zu können, dass sie nunmehr fest entschlossen ist, i 1 Zusammenarbeit mit den militärischeu Stellen gegenüber der arabischen Umsiurzbewegung energisch durchzugreifen. Wie ernst die britischen Verwaltung!,- behörden die Lage in Palästina beurteilen, erhebt daraus, dass die britischen OarnI«