Der jüdische Herold
- Journal
- Der jüdische Herold
- Volume
- 13 (1937)
- Issue
- 29 (5.8.1937)
- Date
- 1937-08-05
- Page
- Seite 5 (sequence 5)
- Language
- German, Hungarian
- Belongs to
- journal issue
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5 *Der Jüdische Herold« 5 üeschiwas Chachme-Lcublin und die 3. Kenessio Gedeulo. Über dieses Thema sprach in der letzten Zeit in mehreren Ortschaften der Slovakei der vorzügliche agudistische Redner und Vertreter der Lubliner Jeschiwo in der Slovakei, Herr Mendel Stern, Dun. Streda. Redner schildert die Bedeutung des grossen Werkes des unvergesslichen rühmlichst bekannten Gaon, des hervorragenden Agudoführers Rabbi Majer Schapira s. z. 1., der hier der Thora eine Heimatsstätte im wahrsien Sinne des Wortes geschaffen und somit auch den Koweud der Thora und ihrer Pfleger gehoben hat. Er wusste über die grosse Schar von hervorragenden Thoragelehrnten zu berichten, die seit der Gründüng dieses gigantischen Instituts hier hervorgegangen sind und forderte schliesslieh zur tatkräftigen Förderung und Unter- Stützung dieses Werkes auf. Ungezwungener Weise kam Redner in allen seinen Vorträgen auf die bevorstehende Kenessio Gedeulo und überhaupt über Agudas Jisroel im allgemeinen zu sprechen Handelt es sich doch hier um ein Kronwerk des agudistischen ״Keren Hathora“, der zur Verwirklichung des Planes nach Errichtung dieser Jeschiwo, die von der 1• Kenessio Gedeulo beschlossen wurde, vieles beigetragen hat und vor allem war doch ihr Initiator und Schöpfer der unermüdliche Vorkämpfer für die Idee der Agudas Jisroel, der einmal in seiner Rede sagte: ״Wahrlich, nicht ich bin in Agudas Jisroel — Agudas Jisroel ist in mir.“ Das sagte er und danach handelte er stets, der so jäh von dannen gegangene wahrer Führer des jüdischen Volkes. Herr Stern sprach daher im guten Zusammenhang damit über die Aufgaben und Leistungen der Agudas Jisroel und den bevorstehenden Ereignis von historischer Bedeutung, die Kenessio Gedeulo, die in Marienbad stattfinden wird. Diese seine in Galanfa, Nove Zämky, Piesfany, Topofcany, Vrbove und Dun. Streda abgeh iltene Vorträge wurden überall von dem zahlreich anwesenden Publikum mit grosser Begeisterung und Beifall aufgenommen. fb. KoSice. Wir vernehmen, dass in Sobrance wo seit Jahren die Kämpfe in Schosse der Gemeinde wegen ungeregelter Rabbinatsfrage wüten, der Wunsch sich äusserte das ein Schiedesgericht den Frieden herbeiführen soll, wass bisher trotz den Versprechungen nicht geschehen ist. Dia durchgeführte Rabbinerwahl soll angeblich nicht legal durchgeführt worden sein u. sonstige Unordnungen haben das Interregnum herbeigeführt. Vorige Woche hat endlich ein Schiedesgericht sich zusamengesetzt an der Spitze mit dem Lipiänyer Oberrab biner שליט״א als Obmam u. mann hoffte dass die Streitigkeiten liquidiert u. der ersehnte Friede bald in Sobrance eintreten wird. Angriffe u. Drohungen seitens der Gemeindemitglieder Beleidigungen u. scharfe Ausssprachen haben jedoch das Resultat gehindert. Inzwischen leidet der כבוד התורה in höchstem Maasse. ״Hamwasser“ Arabische Terrorakte. Jerusalem. Eine aus sechs Personen bestehende bewaffnete Araberbande hat am Freitag, 30. Juli, vier mit jüdischen Touristen besetzte Autobusse, die sich auf dem Wege von Haifa nach Tel Aviv befanden, auf der Strasse in der Nähe vori Jenin beschossen und sämtliche Insassen beraubt. Die Banditen verschwanden dann in der Richtung gegen die Berge. Die sofort herbeigerufene Polizei nahm die Verfolgung der Täter auf. Es ist dies bereits der zweite Ueberfall bei Jenin im Verlaufe der letzten Tage, Beim Verlassen der Omar-Moschee nach den Fieitaggebeten ist der arabische Bau- Unternehmer Jsmail Nadjar, der ein aktives Mitglied der Nashashidi-Partei ist, von unbekannten Tätern hinterrücks angeschossen und schwer verletzt worden. Man vermutet, dass es sich um ein Attentat seitens Anhängern der Mufti-Partei handelt. Briefkasten der Redaktion. Rabb. h.: Für uns unverwendbar, indem es für die Slovakei kein Interesse hat. Senden Sie uns jüd. Erzählungen, Biografien ein, welche wir gerne bringen werden. Stern, Paris. Genaue Auskunft auf Ihre Anfragen erhalten Sie bei der Zentrale Agudas Jisroel-Jugendorganisation, Bratislava, Podfach 140. Auf ein baldiges Wiedersehen in Marienbad. PARIS. Der Hörer der Pariser Universität und d r Hohen Rabbinatsschule Imre Weiss aus Nnra, der im Verlaufe des vergangenen Schuljahres of;mals im französischen Rundfunk sang hat eine ״Hymne der Pariser Ausstellung“ und eine ״Friedenskantata״ zu Worten des Dichters Paul Valery 1 omponiert. Die Kompositionen wurden vom Pariser Rundfunk zur Aufführung angenommen. - 152 - XXVI. Zweimal hatte Rabbon Gamliel den Rabbi Josua besiegt; ein dritter Streit jedoch sollte für den Fürsten schwerwiegende Folgen haben. Es scheint, daß Rabbon Gamliel trotz des feststehenden Grundsatzes, daß in strittige Fällen nach der Majorität zu entscheiden sei, eine größere Autorität für sich in Anspruch nahm. Als die vier großen Rabbiner, wie wir oben erzählt haben, zusammen längere Zeit in Rom weilten und in einer Festesnacht beim Lichte einer gegliederten Lampe beisammen sassen, fiel diese um. Rabb Akiba sprang sofort hinzu und richiete sie wieder auf. Ob das zu tun erlaubt sei, darüber waren Rabbon Gamliel und seine Genossen verschiedener Ansicht: die Genossen hielten es für erlaubt, Rabbon Gamliel aber für verboten. Und der Fürst rief entrüstet aus: ״Akiba, wie kannst Du es wagen, unseren Streit faktisch zur Entscheidung zu bringen?“ — Und Rabbi Akiba antwortete : Hast Du uns nicht gelehrt, unser Lehrer, dass nach der Majorität entschieden werden muss? In ähnlicher Weise beschwerte sich Rabbon Gamliel über Rabbi Akiba, als dieser in Bezug auf das Tischgebet in Gegenwart des Fürsten die Lehrmeinung der Genossen die der des Rabbon Gamliel entgegengesetzt war, faktisch zur Geltung brachte. Auch hier stellte Rabbi Akiba der Beschwerde denselben Grundsatz gegenüber. Aber auch Rabbi Josua ben Chanania, der nachdem Rabbi Elieser ben Horkinas sich vom Schauplatz der allgemeinen Lehrtätigkeit zurückgezogen hatte, unbestritten der grösste Lehrer in Israel war, unterwarf sich nur schwer der Autorität des Fürsten. Wir haben oben erzählt, wie in zwei Fällen Rabbon Gamliel diese Autorität selbst Rabbi Josua gegenüber zur Geltung brachte. Das dritte Mal sollte es ihm nicht gelingen. Unter den Weisen Israels herrschte darüber eine Meinungsverschiedenheit, ob das Beten der achtzehn - 149 - ohne Waw, geschrieben, so daß wir es »attem«, ihr, lesen können: dieses will uns andeuten; ihr, d. h. ihr Männer, die ihr an der Spitze Israels steht, habt den Neumondstag zu bestimmen, ihr, selbst wenn ihr euch irrt, ihr, selbst wenn ihr ihn absichtlich anders bestimmt, ihr, selbst wenn ihr durch falsche Zeugen irregeleitet seid; in allen diesen Fällen gilt nur der als der rechte Neumondstag, den ihr bestimmt.“ Und Rabbi Josua sprach: »Du hast mich getröstet, Akiba, Du hast mich getröstet.“ Trotzdem suehte Rabbi Josua seinen alten Freund Rabbi Dossa ben Horkinas auf, um auch seine Ansicht einzuholen. Und Rabbi Dossa sprach : ״Du musst Dich der Autorität des Rabbon Gamliel fügen, Mein Freund. Deßhalb hat uns die heilige Schrift die Namen der siebenzig Ältesten, welche unserem Lehrer Moscheh zur Seite standen, nicht genannt, um für die Folge unliebsame Vergleiche zu verhüten, damit die Leute nicht sagen: Die Lehrer unserer Zeiten sind nicht wie die der Vergangenheit. — Da man die Namen der siebenzig Altesten nicht kennt, so können ja immerhin die Lehrer der Gegenwart jenen Männern gleichen oder sie gar übertreffen. So finden wir auch, daß in der heiligen Schrift die drei größten Männer unserer Geschichte, Moscheh, Ahron und Samuel, drei viel geringeren, Gideon, Simson und Jiphtach, gegenübergestellt werden, um uns zu lehren, dass Gideon in seiner Zeit dieselbe Autorität wie Moscheh, Simson wie Ahron und Jiphtach wie Samuel beanspruchen durften. Und ferner heißt es : Und Du wirst kommen zu dem Richter, der in jenen Tagen sein wird. Kann denn ein Alensch einen Richter aufsuchen, der nicht zu seiner Zeit lebt? Aber die heilige Schrift will damit uns lehren, daß die Richter Israels dieselbe Achtung und denselben Gehorsam Dr, M. Lehman? *AKIBA« 35.