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Jüdisches Gemeindeblatt für die britische Zone · 1948-03-24 · 23/24 (24.3.1948) · p. [Seite]

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Journal
Jüdisches Gemeindeblatt für die britische Zone
Volume
2 (1947/48)
Issue
23/24 (24.3.1948)
Date
1948-03-24
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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y EINZELPREIS 40 PFENNIG 's ■' JÜDISCHE POLITIK / KULTUR FRAGEN DER WIEDERGUTMACHUNG STIMMEN DER LESER GESCHÄFTSSTELLE, REDAKTION UND EXPEDITION DES-JÜDISCHEN GEMEIN DE bLÄTTES: DÜSSELDORF, BENRATH, ERIEPHOFSTRASSE 25~~2?. FERNSPRECHER Nr. 711151 ■A-n Z M-.It '6 E-'N 't. S ,E r S £ * Fattiilwhansaügen: Die «»a*paltige Pelitzeile 3.5,0 RM Reklame: Di* einspallige Petilzeüe 8.00 RM Saehanzeigei« Die einspaltige ketitzeile §.50 RM Uefcejweisangeo «rf Postscheckkonto Essen 680'SÖ , AUS DEM JÜDISCHEN IEBEN NEUES AUS DER JÜDISCHEN WELT WAS DIE PRESSE SAGT Abonnement (per Kteti2band): Deutschland: ViJahr 3.30RM, t/3 Jahr 630 RM, 1 Jahr 12-SÖ, RM; Ausland: falle Länder) .*/* Jahr 4.40 RM, ya Iah» 8-60 RM, 1 Jafct. 17.00 RM /-Erscheint 14 t ä a i g. — Sonderbeilage ' in Wiedergutroachungstragen nach' ErkrderUclikdt. NUMMER 23/24 24, MÄRZ 1948 2, JAHRGANG K.1 M.J Im März 1848. lieferte, das deutsche Volk erneut, den Beweis dafür» daß es nicht gewillt war, wie . die .anderen Staaten der Welt; den Weg der Demokratie,, den Weg der Menschlichkeit zu gehen.' Seither sind 100 Jahre verflossen und in diesen 100 Jahren gelang es Deutschland immer Wieder,' die Welt in. Unruhe zu halten.' Es gab seit dem März 1848 kaum eine: Generation; die nicht Zeuge eines Krieges' War. ‘Es gibt In Deutschland kaum eine Familie, die .nicht Tote zu beklagen hätte, die Opfer dieser Kriege geworden sind. Man sollte annehmen, daß das deutsche Volk daraus gelernt hat und Wege, gesucht hätte* tü« endlich auf den Weg der Menschlichkeit ’ zu kommen. Besonders die letzten 15 Jahre brachten uns;. Beweise _ des Gegenteils. Ganz besonders aber wurde ims. in den letzten acht Jahren gezeigt, daß’ dieses Volk gärnicht den Willen hat, die Demokratie zu ihrem eigenen , Erlebnis /zu.}machen.•’ ■.. .... Die . Enthazitmeihng kam als'-' .beendet betrachtet , werden, nachdem auf Befehl der Mi- , . litärregierüng die SS- und Partei-Inhaftierten aus ‘den• Ihternietungsiagern entlassen worden sind und lpan nur noch diejenigen zur Rechenschaft ziehen will,* denen Kriegsverbrechen oder Verbrechen, gegen die Menschlichkeit hachgewtesen werden können. Die Entnazifizierungsverfahren werden kurze Zeit , noch durchgeführt werden. und recht bald" .. .wird 'uns. ' eine Statistik „vörgelegf; / werd00^: , /in;;;der: - die . Einstufung' . der;; eimmäiigen Nazis in Gruppe .5, än■nervor- . rögenaerStelle,.stehen wird. *}, y .Wir;' ' träa-^niebf-'--»wuttderntc.; .wenn- -vol- difc-' einen oder anderen Seite dann auch die v Frage angeschnitten wird, welche Renten.' bzw. Entschädigungenan diejenigen zu zahlen sind, <ttein den Jahren 1945 oder '46 wegen. ihrer Zugehörigkeit zur Partei festgehommen wurden, nachdem in den verschiedensten Gegenden Deutschlands heute .schon wieder von der Verpflichtung der Zahlung von Pensionen ap ehemalige Offiziere der Reichswehr“ gesprödien wird. ~ *. p In der amerikanischen Zone wurde die Ludöndorff-Bewegung, als eine religiöse: Bewegung, wieder zugelass.en. Diese Meldung ist7 etwa, gleichlautend mit. einer Meldung, die uns. aus den Jahren 1922 erinnerlich, ist: Auch damals wurde von der „religiösen Ludendorff-Bewegung“ recht viel gesprochen. Und da wir uns ängewöhnen müssen, uns über nichts mehr zu wundern, deshalb können wir uns darauf vorbereiten, daß in kurzer 2£it von einer Organisation die Rede sein wird; die damals —, im Jahhe 1922 —r . den Namen JDeutSchvÖIkisCher Schutz- und Trutzbund“ trug.',, ... ::v. .: ,:V - Aus'.Palästina wird berichtet, daß, da die Araber bei ihren eigenen Massen aiif Wider- < stand stoßen,' in ihrer Kriegshetze gegen die Juden und dieser , Widerstand sich hauptsächlich. auch bei den palästinensischen Arabern bemerkbar macht, — man dazu übergegangen ist, die im Nahen Osten getarnt lebenden SS-Mörder. deutscher, russischer, „pol-" Bischer. und jugoslawischer Nationalität zu sammeln, um sie den „heiligen Krieg“ der Araber gegen die Juden führen zu lassen. Es bandelt sich hier' um Menschen, die man nach dem Fiasko des deutschen Afrikakprps in Aegypten und den übrigen arabischen Ländern entweder „vergessen“ hatte oder die günstige , Gelegenheiten wahmehmen, um aus den Internierungslagern der Alliierten zu entfliehen. , Diese Menschen, haben das „stolze Bewußtsein“, daß Hitler diesen Krieg gamicht verloren hat, da man ihnen ja jetzt die Möglichkeit gibt, sich. am Abschlachten, der. Juden in Palästina zu,beteiligen. Der jüdische; Sieg über Haman wird durch das Purimfest am" 24. März gefeiert Der Tag des 14. Adars, der; diesmal auf Jen. 24. März fällt, War in Palästina stets ein Tag der Freude. Es war der Karneval der JudeÄ Im Jahre 1988 wurden die karnevalistischen Feiern mit Rücksicht auf die damaligen Vorgänge in Palästina abgesagt Und vom; Jnhye 1933 an fanden keine derartigen Feiern mehr in Palästina statt, weil die Vorgänge in Deutschland und dann in Europa Anlaß zur Trauer gaben. Auch in diesem Jahr werden die Straßen der Städte und. Dörfer Palästinas; keine karnevalistischen Umzüge sehen. Man VON MORITZ ÖOLDSCHMIDT, KÖLN Kein Fest wird von dem jüdischen Volke in solch ausgelassener Freude gefeiert, wie Purim. Es ist ein ausgesprochenes Volksfest Jung und alt singen, tanzen ‘und maskieren '.sich. Aus Freude über die in letzter’ Minute erfolgte Rettung der 'Juden hat sich der Brauch gebildet, fdaß Freunde und} Bekannte sich gegenseitig „Schlachmones“ 'Schicken. Das jedem Juden geläufige Sprichwort „Das ganze Jahr schicker, Purim nüchtern“, wird auf denjenigen angewandt der sich Purim der Freude und Begeisterung enthält. Ueber die Bedeutung des Purimfesfes' berichtet •-uns' ausführlich'die „Megilläh ■ Esther“. Aus dieser entnehmen wir, daß zurzeit der Regentschaft des Ahasveros; welcher ■ unbeschränkter König von Persien war und .in Susa residierte, "Wieder einmal, wie So oft in seiner Geschichte, das Bestehen des jüdischen Volkes in großer Gefahr war. Esther, die Pflegetochter ydes Juden Mordechai, ausgezeichnet mit einer anmutigen Schönheit, war 'Königin, Ratgeber und Minister}, des König« war Haman, in dessen Elternhaus-, schon der Haß gegeh das jüdische Volk ge^pifedigfc .wurde. Ahasveros war dadurch, , daß Babylonien von den Persern besiegt worden war, auch Herrscher über alle Juden. Erx zeigte diesen gegenüber eine gewisse Toleranz, die dadurch auch äußerlich zum Ausdrück kam, daß •einflußreiche Aemter von Juden bekleidet wurden. Auch Mordechai hatte eine hohe .Stellung am Hofe inane: Das hatte zur Folge, daß .unter Führung -von Haman sich ein ser ^Antisemitismus“ zeigte, der} in •».nie-' wüsie Hetze gegen die Juden, ausaftete* Man; schürte Neid, und Haß. Haman, .’ ein Despot, verlangte, daß jeder ■ bei seinem Vorbeikommen sich vor ihm verbeuge und ,auf .die Knie falle. Mordechai,'.ein in jeder Phase innerlich bewußter und aufrechter Jude, weigerte sieh, dies zu tun. Dieses Verhalten des Mordechai steigerte den Haß Hamans, und er setzte sich zum Ziel, die Juden auszurotten. Er verstand es, den König zu beeinflussen, daß diä Juden den Sturz desselben vorbereiteten. Der König erlag diesen verleumderischen Einflüsterungen und gab den Befehl, alle Juden am 14. Ädär zu föten. -Mordechai setzte Esther von. dieser furchtbaren Gefahr in Kenntnis.. „Wie1 kann ich die Vernichtung meines. Volkes mit ansehen?“ ruft sie. aus,' Es war bei Todesstrafe verboten, unangemeldet bei dem König einzütreten. Ohne Rücksicht .'da-, rauf, vielleicht ihr Leben zu verwirken, begab sie sich zum König. Sehr schnell gelang es ihr, diesen , von der Haltlosigkeit der gegen die Juden vorgebrachten Beschuldigungen und : von dem Verrat Hamans und seiner « Clique zu überzeugen. Der König gab darauf-' hin den Befehl, daß die dem jüdischen Volke zugedachte Strafe an Haman und ' seinen Anhängern ~ausgeführt werden sollte. Durch ihre mutige Haltung hat Esther sich zur ^Retterin ihres Volkes gemacht. Solange das jüdische Volk. besteht, wird sie den .jüdischen Frauen ein Vorbild seihk. 1 In den Jahren des Nationalsozialismus haben wir Hitler immer mit Haman verglichen. Wir, waren der festen Zuversicht, daß auch- Hitler das gleiche Schidfcsä^ wie?, ereilen würde. — In den ,3ahEtaüsÖhdftn\seiner Geschichte stand das jüdisme Volk* <ölt. vor' seinem Untergang. Hasjbap hatte, ’hö£b | viele Nachfolger, durch welche-def LebfenswcJ? des jüdischen Volkes mit Bhst suhd . Tränm getränkt wurde, aber durch güf^elyr Ge- . schick konnte Israel am Eh<3e} dbdr immer Wieder den Triumph über seihe "Feinde davontragen. Darum wollen wir die Tradition des Purimfestes. weiterhin hbdfhaltim, und es audi in •diesem* Jahr begeistert feiern. Gerade heute haben wir allen' Grund ifäzu, stehen, wir doch am yorabehd der Erfüllung vuis^res 2000jährigen Wunsches, einen Teil Erez-Israels wieder unser Eigen, nennen zu dürfen. Das Bewußtsein,1 wieder' ein .y^terlan^-^ii. haben, spn ’«%ie. eine ' «gerne, Nation zu we©£eh, - 'Kfaft'}und \Btärke-; vet*t.raüts zpll in'die Züd/. künft zu sdrauen. . . natürlichen Geschehen, deren wir das physische und kulturelle Lebert zu verdanken haben. . ' 1 '; ' ' - Heute blättern Wir wieder ein Fragment m unserer Gesdiidite auf, ein Blatt, auf dem nichts vort jüdischem Heroismus, sondern von einem „Nee-Purim “ geschrieben steht, , von einem Wunder, durch welches einst die. Juden Persiens vor der geplanten Vernidituhg gerettet wurden. Dieses Kapitel, das soviel Gemeinsames mit unserer jüngsten; Vergangenheit hat, wollen wir . in einigen seiner Aspekte behandeln. *. Wir wollen uns als; erstes den. so krassen Untersdiied zwischen den beiden Festen Chanuka und ' '$■ n heutigen: Purimtost klarmachen, Bei Chanuka handelte es §ich* nur um die Unterdrückung der geistigen und kultupgen DAS BUCH IM-LICHTE UNSEUEß ZEIT ' (BÄtraditungen zum Purhnfest). - „Die- Geschichte“, sagt einst Gisenau, „kennt keine Logik“. Der-Sinn dieser Worte ist,: daß. in der Geschichte der. Menschheit keine; Rede von einer logischen. Und determinierten Entwicklung sein kann.' . ' ' * Der Ausspruch/ Gisenau strifft .besoiiderS für die Geschichte des jüdisdien Volkes zu. Bei keinem anderen Volke widersprechen die Ereignisse so kraß der Logik, wie gerade bei unserem. In unserer Geschichte ist oft von „Nissim“ die Rede, von Wundem und überwii'd aber an diesem Tage besonders an die Tat Mordecha’i und „Esthers denken.' Wfe zur Zeit Hamans steht, das jüdische Volk wieder in einem Kampf gegen seine Feinde. Ben Gurion hat in einer Ansprache, die er gelegentlich . der Eröffnung der Sammelaktion für den Verteidigungsfonds Palästinas gehalten, hat, der Ueberzqugühg Ausdruck’ ge?* geben, daß das jüdische Volk gegebenenfalls airgh ohne Hilfe anderer Völker stark genug seip witd, um die Schaffung des jüdischen Staates durchzusetzen. Und diese Ueberzeügung haben alle Juden in-Palästina. Auch wir . haben sie. Die Beweise über den „Wiedergutmachungswillen“ des deutschen Volkes häufen sich. Aus allen Städten der britischen Zone hören wir, daß es unseren Menschen nicht möglich ist, Einrichtungsgegenstände, die sie vor ihrer Deportation bei ihren deutschen Nachbarn,, die, sie .als inre Freunde betrachtet haben, untergestellt hatten, zurückzufcekommen, ohne die Gerichte in Anspruch zu nehmen. Ein Blick in die Schriftsätze offenbart eindeutig die moralischen Qualitäten der Beklagten Eine Jüdin, die, wie so viele in recht erbärmlichen Verhältnissen lebt, hatte in t einem, an eine bekannte deutsche Zeitung gerichteten Brief ihrer Verwunderung darüber Ausdruck gegeben, daß deutsche Regierungsstellen bezüglich der an die Hinterbliebenen der SS zu zahlenden Renten bereits Entscheidungen getroffen: haben, daß aber in der Frage der Hinterbliebenen von "im KZ umgekommenen' Juden derartige Entscheidungen jetzt — drei Jahre nach der Befreiung N— noch nicht gefallt worden sind; Auf diesen öffentlichen Brief.•$!*•.empfing die Frau ein4’ Reihe von Schreiben, deren Inhalt sich durch nichts unterschied von den Ausdrücken, wie sie Streicher und Goebbels gebrauchten. Eine von dem Zentral-Komitee der befreiten Juden in der britischen Zone heraüsgegebene' Zusammenstellung der Schändu ngen jüdischer Friedhöfe in dem Jahre 1947, weist die stattliche Zahl 27 auf. Am 26. März verläßt der zweite Kindertransport seit 1945 Deutschland.* Ca. 500 Kinder, -™ die meistert von ihnen haben ihre Eltern und andere Angehörige in den Konzentrationslagern verloren, vielf waren Zeugen der Ermordung ihrer nächsten Verwandten, ---* treten , nach der langen Wanderung, die bte“ ter ihnen lie^t, die Reise-nach ihrer Heimat —- Er ez — art- Wir sahen Viele/dieser Klnde,r dreimal: , -Einmal im - Lager, als, ihpe. traurigen Augen von all den Schrecknissen berichteten, die sie . erlebt haben. Zum zweiten als sie. die meisten von 'ihnen zum erster ^Mal — aus einem Lager* ' ein ” jüdisches Heim betraten, das jüdische Erholungsheim in Bad Harzburg. Und da zeigten die Augen Erstaüne|i,' Erstaunen darüber, daß es außer dem Lager ein Leben gibt} das auch ihnen etwas zu bieten, vermag. . . Und zum 3. Mal - sahen wir sie vor wenigen Tagen, als sie von der Untersuchung aus dem jüdischen Krankenhaus in Belsen kamen. Da lachten diese Augen, weil sie die Gewißheit 11 hatten, daß ihr Wunsch, in das Land ihrer Väter zurückkehren; zu können, endlich in Erfüllung geht, und wir. möchten diesem Kindern wünsdien, daß sie nun» diese lachenden Augen behalten können, daß bei der Schwere ihrer Aufgaben, die ihrer in Palästina harren, sie nach all dem Leid nur Freude ha- ✓ ben werden., Sie gehören zu denen, von denen die jüdische Geschichte einst sagen wird,* daß 'sie bei dem Kampf dabei gewesen sind, den das Judentum um seihe Heimat und um sejne Befreiung ängefochten hat. „Auf dem jüdischen '.Friedhof :in Schweich Sind im November und Dezember vergangenen Jahres nicht weniger als 32 Grabsteine umgeworfen und zertrümmert worden. , Auf Erkundigungen bei dem Landrat des : Landkreises Trier Würde "die erstaunliche. Mjtr teiiung erteilt, daß sowohl der Ortsbürgermeister wie der Amtsbürgermeister in Schweich, dem Landrat .die schwerwiegende Tatsache zunächst verschwiegen haben,; und kürzlich auf dessen Anfrage in einem* Be-s rieht versucht haben; die Angelegenheit . . zu. vertuschen .und; zu : bagatellisieren; Dieses Vorgehen wird vom Landrat aufs schärfste' mißbilligt, und der OrtsbüFgermeister würde bis zur Klärung'des Falles seines Amtes.„su* s^ekdiert. ,In" B.egleitung des Kreisdebüdieriip. r'Div' König begab,. Sich, •Landrät-' ■ auf* den' jüdischen. Frie'dftöf, Er gab keip.e'r Entrüstung. über den Vorfall in scharfen, erregten Worten .Ausdruck. Welche Gesinnung zu dieser Schandtat’ .geführt hat, ist; unerklärlich/ Es wird behauptet, spielende Rinder . hätten die Zerstörung ängericbt'et. Selßst wenn das richtig ist, ver^* dienen dex-en Eltern aufs nachdrücklichste zur Rechenschaft gedgen und ermahnt '-za. werden. Welcher' Geist ist in diesen Elternhäusern lebendig? Entweder sie si|id noch von der alten Naziideologie besessen* öder sie sind unverantweyhiieh;gleichgültig} gegen das Treiben, ihrer Kinder. Die wenigen jüdisdier» Familien*, die jetzt noch in ’ünaerem Lanae leben, und die ganze Oeffentlichkeii . sollen wissen, daß solche Taten' von allen anständigen * Menschen aufs *• schäi'^ste verurteilt werden.“ „Trierer Volkszeitung“ Nr. 17/Jg.. 3) Nach' Erscheinen dieser Zeilen' in der „Trierer} Volkszeitung“ beschwerte sich die Gemeinde’ Schweich bei. dem Landrat in Trier. Daraufhin erließ der Landrat. folgende Strafverfügung:.; '.} v; . / 1. Jedes Mitglied der , Gemeinde Sdiweidi hat ab sofort für die Dauer von 4 Wochen abwechselnd Wache auf dem-Friedhof zu Stehen. ■ ■ -, .. , ■ ' " . 2.. Sämtliche Vergnügungsveranstaltung'en sind bis auf weiteres untersagt. Diev französische,. Militärregierung. vgibt. sich die größte Mühe um diese Schandtaten aufrz.uklären, und, die ■ Schuldigen zur Rechön- . schaft zu ziehen, s *; Eine große Zahl von Grabsteinen und Grabmälern des alten jüdischen Friedhofes in Ka r Ls ruhe wurden in der Nacht -zum 5. . März:, umgeworf en und zerschlagen. Die WN erklärte . dazu, e| handele sich um politische Demonstrationen antisemitischen Rassenhasses. Sie empfinde diese Handlung nicht nur als eine Beschimpfung aller aus rassischen Gründen' Verfolgten des Naziregimes, sondern als .eine Schmach für die anständige Bevölkerung. (DENA) .: rellen Freiheit der Juden, der Plan Hamans jedoch wär ihre völlige Ausrottung.. Was uns hier besonders auf fällt und. äußerst'merkwürdig erscheint, ist,, wie grundverschieden die Juden im Falle Purim im Vergleich zu Chahuka reagierten. Während' die Jdden der geistigen.'Unterjochung den stärksten und heldenhaftesten Widerstand entgegensetzten, sag- ,te Esther zu Mordechai,* als' dje völlige Ausrottung bevörstand: „Gebe, rufe die * gesamte Judenheit Schuschans zusammen, fastet und betet drei Tage hindurch. . — Beim ersten sehen wir den physischen Einsatz als Ant-’ wort auf die geistige Verknechtung, während, beim letzteren, wo praktisch die ganze Exi- /■

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