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Jüdisches Gemeindeblatt für die britische Zone · 1948-02-29 · 22 (29.2.1948) · p. [Seite]

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Journal
Jüdisches Gemeindeblatt für die britische Zone
Volume
2 (1947/48)
Issue
22 (29.2.1948)
Date
1948-02-29
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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V A,-N 2 E I -G-.E:; N P r. E! S E : Fa»U5eoaj}geis:en; Die einspaltige Petitseile 3.50 RM Reklame: Die einspaltige Petätseiic 3.00 RM lanseigea"- Die einspaltige,Pelitseile S.50 RM et Weisungen auf Postscheckkonto Essen 6S08Ö JÜDISCHE POLITIK / KULTUR FRAGEN DER WIEDERGUTMACHUNG STIMMEN DER LESER AUS DEM JÜDISCHEN LEBEN NEUES AUS DER JÜDISCHEN WELT WASDIE PRESSE SAGT , Abonnement (per Kreuzband): Deutschland; 1/4 Tals? 5.30RM, V, Jahr 6.50 RM. 1 Jahr 1,2-80 RM; Ausland; falle Länder) ty,Jahr 4.40 RM, &/a lahr 8.60 RM; 1 Jahr Jf.OöRM / Erscheint jUPtägig — Sohderhcilage in Wiedergutmachungsfragen nach Erforderlichkeit- : V GESCHÄFTSSTELLE, REDAKTION UND EXPEDITION DES JÜDISCHEN GEMEINDEBLATTES: DÜSSELpORE-BENRATH, FKIEDHÖFSTRASSE 23—25. FERN SPRECHER Nr, 711151 NUMMER 22 M irt% a e 1 C ö m a y: 29» FEBRUAR 1948 ' Der Verfasser dieses' Artikels, Michael C o m a y, lebt.‘in Jerusalem und war drei-Monate Mitglied der Delegation der Jewish Agency for Palestine jn Lake Success, Er beschreibt ,\ ' in nachstehenden anschaulichen Worten das Zustandekommen des UNÖ-Entscheids 1 zur Teilung Palästinas. , Die Redaktion Nach all' den.endlosen Debatten und Verhanclljip.gen, die während/der letzten Jahre für die . Ziele des ZionismusAiberwunden werden mußten, war es sehr befriedigend feststellen zu können, daß sich das jüdische Volk energisch .für die Durchführung eines Planes einsetzte, der ihm endlich in konkreter Form zur.Gründung eines eigenen Staates geboten wurde. 'Die Vereinigung aller jüdischen' Elemente zu einer geschlossenen Front, war der Arbeit der ‘ Delegation in Lake Success eine große .Hilfe. Die‘Losung der Hauptaufgaben fiel einer Gruppe von erstklassigen Politikern zu, die von dem sehr fälligen Moshe Shertock geführt wurde. Ich selbst gehörte zu dem diplo- , matischen Begleitpersonal,' das die ständige Verbindung mit anderen Delegationen imd deren Regierungen aufrechterhielt und mit einflußreichen politischen , und Pressekreisen auf der ganzen Erde in Verbindung stand. Dazu kamen wirtschaftliche, juristische und palästinensische Sachverständige, und wir erwarben manchen Punkt zu unseren Gunsten durch die . Fähigkeit, auf jede der komplizierten technischen Fragen,. die der Teilungsvqrschlag mit sich brachte, aufschlußreiche Antworten geben zu können. ' ■ Den Weg" durch den Wirrwarf der intemätiorialea Politik zu finden,;wa?r .oft äußerst - -schwierig^manchmal,-erschreckend*- ■'abdr-s-'ste-ts, packend. Jeder der- -.ST'Mtgliedei.’staateh der Vereinten Nationen batte eine andere nationale Und persönliche Reaktion auf der Palästi- .aafrage. Dazu;kam, daß die Politik der einzelnen Staaten, oft Von -Umständen beeinflußt würde, die fast garnichts mit Palästina selbst zu tün hatten. Trotzdem wäre es ungerechtfertigt gewesen, 4b unserem Erfolg zu zwiebeln. 'Zum Beispiel bediente sich die britische Presse, ebenso wie die, Araber, des Argumentes des: „Amerikanischen Druckes“ zur Annahme dek Teilungsplanes. In, Wirklichkeit machten wir eine ganz andere 'Erfahrung. Das -ständige Zögern Araeinkas,‘ und dessen Einfluß auf Länder wie •Griechenland, Türkei, Liberia, Philippinen, Haiti und-einige südamerikanische Republiken, waren, unsere größte Sorge. Es ist wahr, daß einige dieser Länder ihre Haltung in den letzten Tagen vor der Abstimmung änderten, als bare Lösung zu finden. Dieser Wille durch- - setzte den' Bericht ' der TJNSCOP, und die komplette Unabhängigkeit der Verfasser voneinander, Schweden, Kanada, Tschechoslowakei, Holland und, drei südamerikanische Länder, wird wohl niemand anzweifeln, Aus den Monaten der Kritik und Zweifel. ,aus arabischen Drohungen, aus britischer Zurückhaltung, aus dem „kalten Krieg“ zwischen Rußland und Amerika, erstieg der UNSCOP-Teilungsplan intakt in allseinen Grundlinien. UNSCOP hatte eingesehen, daß der Yishuw eine auf- Steigende Nation, ist, mit eigenen Städten und Dörfern, Farmen und Fabriken,- Schulen und Krankenhäusern, mit einer demokratischen Regierung, einem Parlament und einer Armee. Wenn es dem britischen Weltreich nicht /gelingen ist, .diese Dinge zu unterdrücken, oder die heimatlosen Juden Europas von den Küsten Palästinas-fernzuhalten, welche Hoffnung auf. Erfolg können dann die Araber haben? Der Jüdische Staat wird aber nicht in Lake Success, sondern: in Palästina gemacht. Der Hauptfaktor, der eine endgültige Entscheidung in Lake Success möglich: machte, ist meines Erachtens die Entschlossenheit der Juden, selbst die Durchführung des Entscheids herbeizuführen und zu unterstützen. In den Vereinigten Staaten habe , ich gesehen, wie Unterschiede zwischen Zionisten und Nicht-Zionisten verschwinden, und \$de beide Seiten alles tun, um an der Lösung der ungeheuer schweren Aufgabe mjtzuhelfen. der wir jetzt gegenüberstehen. Der Yishuw allein .kann den Aufbau Palästinas nicht mehr durchführen, sondern muß seine Partnerschaft mit deß Diaspora verstärken, Ob ein jüdischer Staat in Palästina; erstehen ward oder nicht, wird ebenso sehr von den Juden in Palästina, wie von den Juden in der ganzen Welt abhängen. Mehr denn je müssen sie ihre Vorräte angreifen. Die Entscheidung, die in Dake Success getroffen wurde, wird mit Geld und Menschenleben bezahlt werden müssen. Yon Ralph Giordano UNSCOP-Plah von den Ländern unterstützt, denen man am wenigsten eine Anlehnung äa Washington vorwerfen, konnte. Wie dem" auch sei, das Endverhältnis von SS •?u, 18 .Stimmen für die Teilung war eine erhebliche moralische Unterstützung des UNSCOR-Planes; besonders: da 6 der Gegnerstimrhan von den Araberstaaten selbst kamen. In dieser Beziehung wurde auch allgemein zügegeben, daß . das Resultat der Palästina- Sitzung der Ü[NO, nicht nur für die Juden und -Araber, sondern auch für die UNO selbst von ■ ungeheurer Bedeutung sein werde. Keine Lösung der Frage zu.finden, hätte für die UNO dieselben Folgen gehabt, wie die Mandschurei- und Abessiniehfrage Tür den Völkerbund hatte. Jede** einzelne der Organisation, angefangen bei Präsident Aranha und, Trygve Lie, bis hin-! unter zu den Türhütern und .Schreibern, zeigte sich Hilfsbereit ‘und trug dazu bei, uns jede mögliche Erleichterung in Lake Sueces ’ zu ' geben. Diese Tatsache sollte man nicht unterschätzen. Wir sind jetzt einer der „Hauptkunden“ der UNO geworden. Die Generalversammlung hat entschieden, die UN-Kommission hat zu tmerwachen, der Sicherheitsrat hat die Durchführung des Planes herbeizuführen, der Treuhänddrrät ist für Jerusalem verantwortlich und der Sozial- und Wirtschaftsrat für die wirtschaftliche Einheit. Man sieht also, daß fast jedes .Departement der UNO von der Palästinafrage berührt'wird. Und gerade weil die UNO so „persönlich"* in dieses I^roblerh verwickelt ist, wird sie alles tun, um den Entscheid durchzuführen. Wir, in Palästina, wissen nur zu gut, wie ausschlaggebend oft die Gefühilshaltungen der jeweilig verantwortli- .chen Beamten für die Durchführung solcher ‘Aktionen sind. Ichmöchte betonen, daß wir trotz der vielen Gegenströme: in Lake Success den starken und aufrichtigen Willen erkannten, eine annehm¬ Zweifellös existieren; auch in .Deutschland Kräfte, die einen ehrlichen Wiedergutmachungs'willen allen Opfern des Nazismus gegenüber in sich tragen, wenn sie auch .nicht .so zahlreich sind, wie es ju wünschen, »wäre. F« Svürde'''äber Jiedeuteri,nosWRli^Yzur' wir diese: Kräfteleugnen; oder ignorieren würden, zumal diese Wiedergütmachurigswilligen den stärksten Gegner in ihrem eigenen Volke-finden.. Es gibt im Deutschland von heute eben keinen unpopuläreren Begriff als den der Wiedergutmachung. Die Gründe dafür sind bekannt. Wenn trotz dieser .übermächtigen psychischen und .physischen Gegenströmungen Deutsche den Versuch unternehmen, die Wiedergutmachung swilligen Kräfte für eine, praktische Aktion zu mobilisieren, so ist an sich jeder solcher Versuche -begrüßenswert. Hinaus über die abgeleierten platonischen Wiedergutmächungsbeteuerungen soll endlich " zur praktischen Arbeit geschritten werden, . nachdem schon fast drei Jahre "versäumt worden sind. Die in Hamburg erscheinende Zeitschrift für junge Menschen, „benjamiri“, veröffentlichte kürzlich in ihren Seiten einen Aufruf an die deutsche, Jugend, sich; freiwillig an einem Wiederaufbau des durch SS im, Sommer 1944 zerstörten französischen' Dorfes .Oradoür sur Glane zu beteiliget . Dieser Plan'wurde von der Schriftleitung des „benjamin“ die . „Aktion1 des: guten Willens“ getauft Er wurde vielleicht um eine Nuance zu laut gestartet, Das Echo der deutschen und der Auslandspresse war vernehmlich, teilweise sogar begeistert Die französischen . Behörden in Deutschland und auch in Frankreich zeigten sich verbindlich. Aber die Vereinigung der Angehörigen der Opfer von Oradour hat die Hilfe abgelehnt! .Untres gleich, imVornhinein zu sagen: Grund zu dieser . Ablehnung waren die. gleichen Ueberlegungeh, die auch wir an Stelle der Franzqsen hervorgebracht hätten. Die . Oradourer schrieben in einem Brief an den .Ministerpräsidenten Schumann: sis erwarten von der deutschen Jugend nur das eine, nämlich bei der Suche nach den Urhebern an diesem Blutbad mitzuwirken, damit sie der französische Gerichtsbarkeit übergeben werden können. Leider hatdar „henjamin“ diesen Satz wortwörtlich ausgelegt, obgleich es ganz klar ist, daß er sowohl direkten als auch übertragenen Sinn hat. Umso merkwürdiger mutet diese ausschließlich direkte Wortauslegung. deshalb an, weil sie sich auf einen Kommentar der „Welt“ bezieht, in welche mit dhr Behauptung, „daß x es wohl kaum Aufgabe der deutschen Jugend sein kann, sich bei der. Suche nach Kriegsverbrechern als Kriminalisten zu. betätigen“ — der Kampf aller echten Nazigegner als etwas peinlich Kriminalistisches diffamiert werden Söll!. v ■' * ' Was haben die Oradourer in Wahrheit / mit ihren -Worten ausgedrückt? Nicht weniger, -als daß jeder in Deutschland, auch die deutsche Jugend, mithelfen soll, - alle deutschen .Mörder, von denen sich noch so viele der Freiheit er- * .freuen, der Gerechtigkeit zu übergeben, auch die Mörder von Oradour.! Aber dies wag der Hauptgedanke, der ganz klar zum . Ausdruck kommt: „Ehe Ihr, die dieutsche Jugend, jenseits Eurer Grenzen wiedergutmachen“ wollt, helft mit, erst einmal Euer eigenes Land,; Euer eigenes Volk von denen zu 'sluhern> denen wir, die angegriffenen Völker Europas* unsere -zig Millionen GefaiJenen,- Ermordeten* Krüppgl undHeimatloserüzu: Vetdäftken haben. Smäfft eine .echte Demokratie in Deutschland, die nazistische Umtriebe in Deutschland und deutsche militärische Angriffe auf Nachbarvölker ein für allemal unmöglich macht -r dann überzeugt Ihr auch; uns von Eurem Willen zur Wiedergutmachung.“ ' ■> Die berechtigte französische V und nicht nur französische t— Befürchtung geht dahin, ' daß deutsche Versuche zur Wiedergutmachung jenseits der deutschen Grenzen einen Anschein erwecken würden, der durch die deutsche Praxis diesseits der Grenzer nicht im mindesten gerechtfertigt sein würde.' infolgedessen also zu grundsätzlichen Täuschungen führen könnte. ■ . . Diesseits der deutschen Grenzen muß die Wiedergutmachung von den Besatzungsmächten ■ beföhlen werden! s.s Diesseits der, deutschen Grenzen laufen. namhafte Kriegsverbrecher frei umher! Diesseits der deutschen /Grenzen. haben Personen, die Hitler seinerzeit den Steigbügel hielten und ihn, so in den Regierungssättel hoben, weil er ihnen den Krieg versprach, noch .Köm- Am 20. Februar fand in London eine Konferenz, des World Jewish Congress, Europäisches- Sekretariat.: statt. Folgende Punkte ' ständen aufder Tagesordnung: , , ' Die: BefürcÄungen der europäischen Jüdischen Gemeinden - bezüglich - der Wiederbelebungen . der r antisemitischen Faschistenbewegungen, in . Großbritannien und ihr Widerhall in anderen; Ländern Europas. ••Der wadisende Antisemitismus in Deutschland ■und die ansteigend lässige Haltung der Besatzungsmachte gegenüber der Verfolgung der Kriegsverbrecher it„.,den letzten; Monaten. Es wurde beschlossen, die Alliierten Autoritäten um Beschleunigung der Verurteilung der Kriegs verbrechet anzuhalten,; die mit der Verantwortung für die Ausrottung und .Verfolgung von Juden belastet werden. Kriegsverbrecher, die nicht durch , Internationale . Gerichtshöfe abgeurteilt werden,-sollen an die jeweiligen alliierten Länder ausgeliefert werden» Die Konferenz behandelte weiterhin gründlich die Lage dei europäischen Gemeinden des World Jewish Congress in; bezug ‘apf die ge-, genwärtige unsichere politische Lage und im Hinblick auf die Hindernisse in der Entscheidung der deutschen und Österreichischen Fragen, die die Situation der jüdischen Gemeinden in Europa ernstlich bedrohen. -Die Delegierten betonten, daß die AufrechterhaJtung der Einheit ^wischen den. jüdischen Gemeinde» imperativ sei für die Verteidigung der Rechte und die Sicherheit der jüdischen Bevölkerung. Der langsame Fortschritt in der Rückerstattung jüdischen Eigentums in Deutschland, mandohöhen in Wirtschaft und Verwaltung inne! ' \ . ..■ Diesseits der deutschen Grenzen rollte eine ' politisch^ Säuberung ab, die nur als^ine. Verhöhnung der in den Konzentrationslager Erf- -mordeten bezeichnet werden kann! Diesseits der deutschen Grenzenlaufen Judöfbereits wieder Gefahr, über persönliche - Beschimpfungen und Schmähungen hinaus körperlichen Angriffen ausgesetzt zu sein, sobald sie allein in einem deutschen Gremium Recht und Wahrheit — und zwar sowohl die ethische als auch die historische Wahrheit — verteidigen! . Diesseits der deutschen Grenzen müssen die gleichen Juden? die von Hitler-Deutschland wegen ihrer Rasse geschlagen,. getreten und gemartert wurden, heute in Erwägung ziehen, bei Bewerbungen, Anträgen etc. sowohl ihre Abstammung als .auch ihre naztgegnerisebe Vergangenheit unerwähnt zu lassen, um .nicht, wie in den Jähreh 1933 bis 45, erheblichen persönlichen Benachteiligungen und Zu - rückstellungen'ausgesetzt; zu werden! . Diesseits der deutschen Grenzen: Werden die Widerstandskämpfer — mit denen sich bei gewissen Gelegenheiten dem Ausland gegenüber heftig-gebrüstet! wird,, ohne ihnen jedoch innerlich eine echte Reverenz zu erweisen — beschimpft, bespien, gehaßt, diffamiert, während das Ausland seine Widerstandskämpfer als Helden ehrt! ■ h 1 Das alles und noch viel Sehlimmeres geschieht diesseits der deutschen Grenzen. In Anbetracht dieser politischen Zustände .und dieser moralischen Verfassung .würden deutsche Wiedergut- 'machungsversuche jenseits der deutschen Grenzen einfach dekorative Fassade, Geste bedeuten, dazu geeignet, d-äußeri ein. Bild zu konstruieren« daß dem inneren nicht analpg ■ wäre* . \ ‘ r Solange' in- .Deutschlands jüdische Friedhöfe - hingerissen werden, braucht Deutschland sich nicht, anzustrengen,; draußen Wiedergutmach-, .unggwiilen zu demonstrieren! Eine Wiedergutmachung ' erschöpft sich ja. letztlich nicht darin,' bestimmte' Gruppen'.wie-" der in ihre natürlichen Rechte einzusetzen, ihnen die alte ökonomische Basis zurückzuer- •statten. Diese selbstverständliche und hochnotweridige Wiedergutmachung wäre nur ern erstes Stadium im großen Ralimen der Wieder-»- gutmachung, die Deutschland der ganzen Welt gegenüber vor allem aüch moralisch leisten -müßte. - Deutschland kann hierbei keine einzige Stufe •. überschlagen! Durch die „Aktion des guten Willens“ wurde endlich die Frage aufgeworfen: auf welche. Weise, wie und von welchen geistig-politischen Perspektiven aus kann sich der auch in Deutschland vorhandene Wille zur - Wiedergutmachung praktisch beweisen? Die Antwort gab Oradpur: schafft ein echte«, demokratisches Deutschland!; _ In dieser Antwort ■ ist . allesändere ' miteinbegriffen! Oesterreich^ und in der Tschechoslowakei, waren der Gegenstand verschiedener Vorschläge, die den betreff enden.europäischen Autoritäteii unterbreitet werden sollen. Besonders unbefriedigend sei die Situation in der französischen und in der britischen Zone Deutschlands. Der World Jewish Congress wird sich ferner für eine Lösung der Frage, des erbenlosen Eigentums rumänischer, ungarischer und staatenloser Juden in Deutschland einsetzen. Hillel Storch (Stockholm) berichtete, daß der World Jewish Congress schwedischen Granit im Werte von 120 000 schwedischen Kronen für den Bau des Warschauer-Ghetto-Denkmals stiften wird. Der Granit ist ein Teil eines Blockes, den Hitler in Schweden Bestellt hatte, um nach dem Kriege . ein Siegesdenkmal in Berlin zu errichten. (W.J.C.) - ' .-j ■ ■. . - ■ ■ ■ Der Jüdische Weltkongreß Wie in-Nr. 17 des *,,Gemeinöeblattes“ vom 17. Dezember 1947 mitgeteilt wurde, sollte die Plenarversammlung des „Jüdischen Weltkongresses“ (World Jewish Congress)' im Februar d. J; in Genf stattfinden. Mit Rücksicht darauf, daß sich die Lage in Palästina : in den nächsten Monaten klären dürfte, und auch mit Rücksicht auf die Beendigung des britischen Mandats am 15. Mai, ist jetzt' beschlossen worden, die Tagung erst im. Mai in Montreux (Schweiz) stattfindeb zu lassen. Uefaer 250 Delegierte aus 61 Ländern der Welt werden an dieser Vollversammlung, der ersten dieser Art Seit 12 Jahren, teilnehmen. Die Konferenz wird voraussichtlich T0 Tage dauern. tmvum

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