Jüdisches Gemeindeblatt für die britische Zone
- Journal
- Jüdisches Gemeindeblatt für die britische Zone
- Volume
- 2 (1947/48)
- Issue
- 20 (31.1.1948)
- Date
- 1948-01-31
- Page
- Seite 5 (sequence 5)
- Language
- German
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% JahrgangNr. 20, JÜDISCHES GEMEINDEBLATT FÜR SIE BRITISCHE ZONE 31. Januar 1948 —, Seite S wälzüngen der traten.' geistigen Strömungen zutage Von Ilse Colinen, London Spürt man doa Anfängen des Buchhandels nach, so ergibt sich dem Forscher manches kulturhistorische Moment Doch ist es bedauerlich, daß uns viele bucLhändlerische Einzelheiten aus der Frühzeit dieses Gewerbes verloren gegangen sind. Auf uns gekommene Quellen verfolgen, den Handel mit Manuskripten, auch mit hebräischen, bis ins Mittelalter zurück. Im Mittelmeergebiet wurde dieser Handelszweig besonders gepflegt, wie uns ein in der . Genizah von Kairo aufgefundener Katalog aus dem 12. Jahrhundert, mitteili Um 1300' reiste, wie wir erfahren, der jüdische Buchhändler Aaron aus Tol^dp mit 180 hebräischen Handschriften nach Rom, setzte aber seine Ware bereits auf ha’bera Wege r in Perugia ab. Wie die, hebräische Typographie, ist der jüdische Buchhandel eng mit Italien verbunden. Bei Einführung der Buchdruckerkunst zogen Raisebuchbändler, die ihre Ware ln den Büchemiederlagen von Venedig, Mantua, Cremona eingekauft batten, . von Ort zu Ort, und boten ihre Bände feil wo immer sie jüdische Menschen antrafen. Es waren ihrer viele, in allen- Teilen des Abendlandes, die auf solche mühselige Weise zur Verbreitung jüdischen Wissens beitrugen. Sie sind sich der kulturellen Aufgabe wohl bewußt gewesen und suchten weiteste Kreise in entlegenen. Gemeinden zu erfassen. Es lag in der Natur 4er Sache, daß der jüdische Buchhändler sich auf Verlag und Vertrieb jüdischer Literatur 'beschränkte, für die er bei seinen Glaubens** brüdem ein weites Tätigkeitsfeld fand. - Erst nach längerer .Zeit schien er sich, namentlich in Deutschland, anderen Gebieten der Literatur zugewandt zu haben. Der Reisebuchhandel reicht in. die Frühdruckzeit zurück. Diese Händler, Buchführer genannt (die moderne Bezeichnung lautet Sortimenter), traten auf den Plan, als sich das alte Verhältnis von Druckharm,' der in. seiner Person Herausgeber, Verleger und Buchhändler vereinigte,-löste» und die Einheit von Herstellung und Vertrieb durch die immer mächtiger anschwellende Bftchproduktio'n ‘ spaltete. Mit der Leistungsfähigkeit der Pressen, steigender Nachfrage — und steigenden Preisen gewann die Person des Buchführers, der dem grucker einen Teil seiner Auflage abnahm und a auf die Märkte brachte, an Bedeutung. Wir wenden unS nun einer Einrichtung zu, welche auf dem. mittelalterlichen Handschriftenhandel fortbaute und als Beginn des modernen abendländischen Buchhandels' betrachtet werden kann: die Buchhändlermessen zu Frankfurt a. JVL Sie sind seit dem Anfänge des 16. Jahrhunderts nachweisbar und waren regelmäßige Büchermärkte im Rahmen der allgemeinen Messen,’ die zu bestimmten Zeiten des Jahres abgehalten wurden. Bei der Unsicherheit und .Schwierigkeit der Warenbeförderung spielte sich der mittelalterliche Handelsverkehr der Fremden, dem die strengen Zunftverfassungen den Betrieb von Gewerbe und Handel untersagten, nur auf Märkten und Messen mit ihrer Handelsfreiheit und Straßensicherheit ab. In der Herberge, in einem gemieteten Gewölbe, das auch zur Aufbewahrung unverkaufter Werke diente, wurden die Bücher aufgelegt, auf „fliegenden Blättern“ kündigte man Neuerscheinungen eh» befestigte sie an Herbergstür und Kirchebportal, oder wo immer sie bequem zu lesen waren und diese Zettel — welches eindringliche Werbemittel — waren die älteste Verlagskataloge Die Juden hatten Bücher ebenso in ihren Geschäftskreis einbezogen, wie die christlichen Kaufleute, und wie aus diesen, so entwickelten sich aus 'Ben mit Büchern handelnden Juden die jüdischen Buchhändler. Dabei mutet es uns seltsam an, daß es 1614 den Juden noch verboten war, mit eingebundenen Büchern Handel zii treiben. Allmählich scheint diese Bestimmung in Vergessenheit geraten zu sein; es fehlt jegliche Begründung ihrer AufStellung. Frankfurt, durch seine günstige Lage in der Mitte zwischen Holiand, der Nordsee und Italien, war als Messestadt überaus geeignet. Der junge deutsche Büchhahdel des 15; Jahrhunderts konzentrierte sich auf Frankfurt, weil die dortigen Messen auf anderen Gebieten damals die - bedeutendsten waren; ihre'Blütezeit lag im 16. Jahrhundert, als gewaltige Um- Neben dem Basler, war der venezianische Verlagsartikel auf der Frankfurter Messe stark vertreten. Der' Pariser Gelehrte und Buchdrucker Henri Estienne (Henricüs Stephanus), besuchte die Messe 1574, zu einer Zeit aiso, da sich der französische Buchhandel in Paris und Lyon prächtig entfaltete. Die polnisch-russischen lind orientalischen Juden waren .eine gern gesehene Kundschaft auf der Messe, denn in ihren Händen lag der gesamte, Handel mit den nordischen und südöstlichen Ländern. Frankfurt hatte sich unterdessen zum Mittelpunkt des jüdischen Buchhandels entwickelt. Hebräische Bücher aus Deutschland, selbst Böhmen und Polen kamen auf dieser für den deutschen und ausländischen Buchhandel allmählich berühmt gewordenen Messe zusammen. Zwei jüdische Buchhändler, -Gabriel Luria und Jacob Hamei, machten sich um die Verbreitung hebräischen Schrifttums verdient- Frankfurt verlojr diese Vorzugsstellung erst um die Mitte des 18. Jahhunderts. .Um die Ueberslcht der neuerzeugten Bücher zu erleichtern, und' eine Grundlage für den Handelsverkehr der Buchhändler untereinander und mit ihren Bunden zu schaffen, gab man.: 1564 den ersten Meßkatalog heraus, der allerdings weder Verlegemamen noch Verlagsorte .enthielt; auch fehlten ihm Preisangaben. Diese Meßkataloge sind für die Kenntnis der deutschen und ausländischen Literatur des 15. bis 17. Jahrhunderts von größter Wichtigkeit geworden unjd. der Aufnahme eines neuerschienenen Buches in dieses Verzeichnis maß man Bedeutung bei Sie •erschienen halbjährig und bestanden nahezu zweihundert Jahre. In einer Zeit, da noch nicht Rundfunk und Tageszeitung die Ereignisse in der Minute ihres Geschehens der Menschheit. zur Kenntnis brachten, müssen die Messen Treffpunkt nicht nur der Händler aller Länder, sondern auch tjl b $ ru h en rh q r» c h e Be* $cKwerden auf scheid* liehen Stauungen. und Ab* lagerüngen, die Sie durch Umkehrtee Np. 14 aus Heilpflanzen .mildern können; er fördert Stoffwechsel, Kreislauf und Ausscheidung and hilft die Arbeitskraft erhalten Zu hohen in Apotheken a. Orogerief* Der größere Teil des soeben erschienenen Doppelheftes (Nr. 3/4) der Monatszeitschrift „Zwischen den Z e i t e n —? Jüdisches Leben ■ — Jüdisches Wissen“ (Humanitas-Verlag, Koblenz), ist gewidmet einer Zusammenstellung der Texte der bisher in Kraft getretenen Rückerstattungsgesetze (französische und amerikanische Zone), der beiden zum amerikanischen Gesetz erlassenen Ausführungsverordnungen, des Thüringischen Wiedergutmacn-? ungsgesetzes vom 14. September 1946, der Allgemeinen Verfügung Nr. 10 der britischen Militärregierung betr. Anzeigepflieht >und Anmeldung von Vermögen, und der. Anweisung an die Ministerpräsidenten der britischen Zone betr. Rückgabe von Vermögen an Opfer des Faschismus vom 17. Oktober 1947; angefügt sind u. a. ein Auszug aus dem bekannten Gesetz Nr. 82 der britischen Militärregierung sowie einschlägige Urteile des Kammergerichts, . des Landgerichts Berlin und des. Landgerichts Leipzig. Zum ersten Male sind hier die wichtigsten Bestimmungen auf dem Gebiete der Rückerstattung und dergL im Zusammenhang veröffentlicht \Das. Vorwort stammt aus der FedRr vöa Dr. $. G. van Dam (Jewish Relief Unit). —r Ans dem literarischen Nachlaß des am 1. August 1943 in New York allzu früh verstorbenen Professors Dr. Ismar E1 b o ge n, des früheren langjährigen Dozenten an der Hochschule (späteren Lehranstalt) für die Wissenschaft des Judentum^ in Berlin und weitbekannten jüdischen Historikers und Religionswissenschaftiers, werden „Briefe um Heinrich Heine“ publiziert, die ursprünglich in' der von den Nazis im November 1938 verbotener „Zeitschrift für die Geschichte der Juden in Deutschland“ (Berlin) erscheinen sollten; die Abhandlung stellt einen zeitgemäßen Beitrag zum Heine-Gedenken vom Dezember *1947 dar. — Von dem übrigen Inhalt des Heftes seien hur erwähnt Heinrich York-St einer» Beitrag ,Minderheit“ und ein Aufsatz von Franz Rüben Rothgies ser „Bastion oder Auflösung?“ * ’ tiO. „E n g 1 i;s h f o v t b e F o r e i g n e r“ (Englisch für Ausländer) nennt sich ein kürzlich im Verlag Longmans, Green and Co, London, erschienenes kleines Handbuch, das von Erich Lew y, einem Mitarbeiter der Hauptgeschäftsstelle des Jewish Committee für Relief Abro-, äd“, London, und, > Walter P e r c i v a 1, M. A., herausgegeben iSt, Das Buch ist insbesondere für Menschen gedacht, die, obwohl sie bereits eine gewisse Kenntnis der Sprache .besitzen, sich dennoch von grammatischen, Konstruktions- und anderen Fehlem noch nicht haben freimachen können. Unter diesem speziellen Gesichtspunkt ist .das kleine Werk aufgebaut. Die Verfasser sind den vielentypischen Fehlem und Irrtümem, die der Ausländer' macht oder denen er leicht erliegt, sorgfältig nachgegangen und gehen ihm mit hunderten gut ausgewählten Beispielen und Erklärungen an die Hand, um ihn über die mannigfachen -Schwierigkeiten namentlich der täglichen Umgangssprache hinwegzubringen und ihn mit ihm fremd erscheinenden Gepflogenheiten der Landessprache besser vertraut zu machen. ' egl. der Gelehrten und‘Schriftsteller gewesen sein und in ihren gemeinschaftlichen Aussprachen rund um das Buch Und seinen Handel mag sich ein Stück damaligen religiösen, politischen und wirtschaftlichen Lebens gespiegelt haben. Bis gegen das 17. Jahrhundert sind sowohl der allgemeine wie der jüdische Buehnandel ohne eigene Organisation geblieben, ' und nur unter gi’ößter Mühewaltung ließen sich Bücher beschaffen, Bibliotheken zusammenstellen, eine Tatsache, die mit den hohen Preisen selbst für gewöhnliche Ausgaben zusammenhängt. Ein einfacher, 'weder auf besonders gepflegten Druck noch kostbare Ausstattung Anspruch machender Schulchan Aruch kostete „3 Reichsthaler“. Frankfurt führte im 17.', Jahrhundert eine Büchertaxe ein, welche die verschiedenen hohen Preise einheitlich gestalten sollte. An Stelle einer geplanten Erleichterung schuf sie dem Buchhändler nur schwere Bedrängnis. Hierin haben wir eine der Ursachen -zu suchen, für die Abwanderung der Büchermesse von Frankfurt nach Leipzig, denn in Sachsen war diese Vorschrift, unbekannt. In Frankfurt wurde 1569 die kaiserliche Bücherkommission geschaffeh, zunächst zur Uebarwachung des protestantischen Buchhandels gedacht. , Sehr , bald wprde dargus eine. Haupteinnahmequelle für das Reich und eine den. Buchhandel stark behindernde Maßnahme, verbunden mit .strenger Bücherzensur, deren schonungsloses Eingreifen die europäischen Bü~ cherkäufer allmählich fernhielt. Aber nicht allein die Plackereien von Büchen* taxe und Zensur führten die Auflösung der Frankfurter ' Büchermesse herbei. War die Bucherzeuguhg des 15. und frühen 16. Jahrhunderte für. ein lateinisch gebildetes Publikum, geschaffen worden, 'und Frankfurt die europäische Messe für das lateinische, vor«* wiegend gelehrte Buch, so gesellte, sich toi ersten Drittel des 16. Jahrhunderts zii dieser Literatur'das sich mehr -und mehr ausbrei» tende deutschsprachige Schrifttum,; das sich in Leipzig eine Messestadt gründete, begünstigt durch die allgemeine Verlagerung des geistigen Schwerpunktes nach deri^ mittleren und nördlichen Deutschland. Auf diesem selbständigen Leipziger Büchermarkt erschien zu .Michaelis 1594 der erste Leipziger Meßkatalog» herausgegeben von dem Buchdrucker und Händler Hennig Gross. - I (Fortsetzung folgt# . ein neues ATA in der alten Streudose zuvor öfters die Sonne, und ee war milder geworden. Rabbi Chazkel und seine Familie trafen ihre Vorbereitungen für deh neuen Beruf, denn sie hielten die Sache für abgemacht. Zur gegebenen Zeit begab sich Rabbi Chazkel mit seinen beiden älteren Söhnen in einem gemieteten Schlitten nach dein Gut, versehen mit dem Betrag; der für die Anzahlung -erforderlich war. Schwer genug war es ihm geworden, die Summe aufzutreiben, aber npn fuhr er frohen Herz^is dahin. Es gab eine große Enttäuschung* Rabbi Chazkel sollte den Obstgarten nicht bekommen. Es hatte ihm an Erfahrung, aber auch an den Mitteln gefehlt, um sich die xGünst des Verwalters zu bewahren, und so gedachte er, den Garten an einen andern zu vermachten, von dem er sich größere Vorteile versprach. „Versprochen? Abgemacht?“ erwkkrie der Verwalter auf den bescheidenen Einwand des Rabbi, „ich vergebe den Garten an wen und wie es mir paßt. Ihr könnt nächstes Jahr wieder Vorfragen; dann wollen wir es uns überlegen. Macht Euch schnell von dannen! Die Herrschaft kann jeden Augenblick erscheinen; sie soll Euch hier, nicht treffen.“ Aber der Gutsbesitzer,, ein gutmütig aussehender, behäbiger Mahn in kurzem Jagdpelz mit einer Reitpeitsche in der Hand, sah ihn doch beim Hinausgeben. Er prüfte den 'Rabbi und seine Söhne mit scharfem Blick, fragte aber nicht weiter und trat in die Verwaltungsst-be. „Vater,“ sagte der älteste Sohn, als der Rabbi nach* dem Walde abbog: „Du fährst doch in falscher Richtung, und die Wege hier sind nicht, ausgefahren und fast unkenntlich.“ Aber Rabbi Chazkel ächtete nicht auf die Mahnung und führ nach dem Walde. Wie still es doch war! Der Unmut über die Enttäuschung wich bald eus dem Herzen des Rabbi; tiefer Frieda übarkam )hn, so daß er fast fröhlich wurde. Wie konnte es auch anders sein! Feierlich standen die Bäume in Schnee gehüllt der in der Februarsonne funkelte, genau vrtejSier abgelegene, stille Wald im Märröfln, das er uns bei der-Feier zu erzählen pflegte, Der Schlitte» gelangte bald an die-Stelle, wo der Rabbi auf seinen Ausflügen mit seinen Schülern zu rasten gewohnt war. Er hielt und warf den Gäulen ein Bund Heu vor. „Wir wollen hier beten!“ sagte der Rabbi, und .seine Kinder waren erstaunt, als er aus dem Kasten unter dem Sitz seinen Gebetsmantel hervorhcdtS. Bald waren die drei in andächtigem Gehet* und der Rabbi sang auch die Hymne, die von der Bedeutung des Weltgerichtes am Neujahr kündet, laut und froh: das Echo verstärkte seine Stimme und Heß sie heller und schöner als sonst erklingen. Affch das fanden die Kinder natürlich und wunderten sich nicht darüber, daß Ihr Vater ein Widderhom aus der Tasche zog und hineinstieß wie in der,Synagoge am Neujahrstag. Aber jemand anders war darüber erstaunt: Kaum war der *Posaunenton durch die Bäume erklungen, als hinter den Büschen zwei Reiter sichtbau wurden, der Besitzer und sein Begleiter.* Sie näherten, sich der andächtigen Gruppe, und Roschanko fragtenach Anlaß und Bedeutung der Feier. „Wir betien für den Wald, daß ihm ein gutes, neues Jahr beschieden werde“, sagte der Rabbi so s elbstvers tähdlich, als wäre die Tatsache auch' dem ukranischen Besitzer bekannt. Die schlichten Wor;te machten Roschanko betroffen. Das Lächeln wich von seinem Gesicht. Wie stark und selbstlos mußte die Liebe und der Glaube dieses Mannes sein, der für das Leben von •'Wesen betete, die ihm nicht gehörten und denoa er * sich doch verbunden fühlte. Er sprach noch eine Zeltlang mit dem Rabbi und forderte ihn aut in den nächsten Tagen wieder auf das Gut zu kommen und nach ihm zu fragen. Rabbi Chazkel kam wieder, und wurde Gartenpächter in Roschanko. Zeitgenössisches Kuliurleben Max Brod,'dessen Roman um den Astronomen Tycho Brahe, vor 1933 auch in Deutschland viel gelesen wurde, hat soeben eine Romandarstellung des Galilei beendet. BrodS Drama .König Saul“ wurde in einer Nachtvorstellung, im Freien, am Abhang des Berges Gilboa (dem historischen Schauplatz der Ereignisse) kürzlich mit großem Erfolg uraufge- . führt. * , ' Als Kandidaten für den Intendantenposten des ■ Berliner Hebbel-Theaters werden neben Jürgen Fehling, Erich Engel, Heinz Hilpert, Boleslav, Barlog sowie die Schauspieler Fritz Kortner und O. E. Hasse genannt. * In dem neuen" Groiriwell-Film ,Der Gesang der Nacht“ wird Arthur R u b i n s t e i n, begleitet von den New Yorker Philharmonikern, zu hören sein. (DENA.) * ' Lilli Kann, die einst in Düsseldorf begann und später in Dresden und nach 1933 am Berliner Jüdischen Kulturbundtheater wirkte, ist in letzter Zeit' oft in englischen Filmen zu sehen; die begabte Schauspielerin wirkte ln' „The White Unicom“ und in ,,A' Wo man in the Hall“' mit. * Am 26. Januar starb in Stockholm der Karikaturenzeichner Thomas Theodor Heine, einer der bekanntesten Mitarbeiter des „Simplizissimus“ (1896—1933). Wegen seiner Abstammung verließ Heine 1933 Deutschland. Er war am 28. Februar 18S7 in Leipzig geboren. * Der. jüdische Dichter Izchak Per io v besuchte am 17. Januar das Lager Beißen. Er wurde in Bieia Padöasl* Polen, ‘ als Sohn eines, Rabbiners geboren. Seine Jugend *?erblachte er in einer Jeschiwa (Rabbinerschule) in Wilna. Seine ersten Werke erschienen in Warschau. Zu den beejeutensten gehören: «Kranze Werda“ (Grüne Blätter), eine Anthologie seiner Gedichte in jiddischer Sprache und eine Gedichtsammlung „Untergang“. Seit 1932 ist Perlov Mitglied' des jüdischen Lite« raten Vereins in Polen und des interhatiapntea PEN-Clubs. Ueber 20 Jahre bereicherte er die jüdische Literatur mit seinem Schaffen. Eine neue lammlung von Perlovs Gedichten ist vor Kurzem in München, erschienen. Perlov war einer der 4500 „Exodus“-Flüchflinge- Er verewigte die heroischen Kämbfe der „Exodüs“-Menschen in einem Gedichtband, der jetzt in München' unter dem Titel ,Exodus 1947“ erschienen ist.. Diese Gedichte brachte Perlov auf eihem Vortragsabend - in Belsen zur. Verlesung. . Das Jüdische Museum in London ist, nachdem es während des Krieges evakuiert war, kürzlich wieder eröffnet worden. Es handelt sich um eine kleine, aber wertvolle Sammlung nicht nur englisch-jüdischer Kunstgegenstände, sondern . jüdischer Kulturgüter aus vielen anderen Teilen der Welt. * Das ursprünglich in Wilna im Jahre 1925 gegründete ,Jiddisch-Wissenschaftliche Institut4' hat heute sein Hauptbüro in New York, wo es unter' dem Namen „Yiddish Scientific Institüte“ (Yivo) arbeitet und von wo es die Verbindung mit Zweigstellen in anderen Ländern aufrechterhält. Dem Yivo in London ist’, kürzlich eine . besondere Abteilung für -das Studium zeitgenössischen jüdischen Lebens angegliedert worden. Untet dem Vorsitz von Leo K e n i g (London) arbeiten hier bekannte vom Kontinent stammende jüdische Wissenschaftler wie Professor D. Diringer, Dr. J, L. Teich er, Rabbiner Dr. A. AI traaan und Dr. Eva G. Reichmann, Bekannte Persönlichkeiten wie der Cambridger Professor Morris Ginsberg, A. Hyamson, der gegenwärtige Präsident der« „jewish Historica! Society of England“, und Professor Markoa, der ehemalige Direktor 9der Bibliothek der . Hamburger jüdischen Gemeinde, nehmen ah den Arbeiten der neuen ForschungsabteiUmp lebhaften Anteil, ~