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Jüdisches Gemeindeblatt für die britische Zone · 1948-01-14 · 19 (14.1.1948) · p. [Seite]

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Journal
Jüdisches Gemeindeblatt für die britische Zone
Volume
2 (1947/48)
Issue
19 (14.1.1948)
Date
1948-01-14
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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Y EINZELPREIS 40 PFENNIG A N Z E I O E N P R E IS E t Fami lienatszeigen: Die einspaltige Petitreife 3.50 RM Rek'an e: Die einspa tige Petitzeile 8.00.RM Suchanzeigen: Die einspaltige i elitzeile 8.50 RM Uibet Weisungen auf Postscheckkonto l'ssen 68C80 JÜDISCHE POLITIK / KULTUR FRAGEN DER WIEDERGUTMACHUNG STIMMEN DER LESER GESCHAFTSSTEUE DES JÜDISCHEN GEMEIN DEEEATTES, REDAKTION UND EXPEDITION: DOSSELDORF.BENRATH, F'RIEDHOFSTRASSE 23-25. FERNSPRECHER Nr. 7111 Jt AUS DEM JÜDISCHEN LEEEN NEUES AUS DER JODISCHEN WELT WAS DIE PRESSE SAGT Abonnement (per Krensband): Deutschlands */« Jab* 330KM, */s Jahr 6.50 RM, I Jahr 12.80 KM; Aualandt (alle Länder) »/, Jahr 4.40 RM, Vs Jahr 8.60 RM. 1 Iah« 17.00 RM 7 Erscheint'14 <ägig mittwochs. Soncferbeifege itf Wiedergutmachung*tragen nach Erlordtsrliehkefi. NUMMER 19 14. JANUAR 1948 2. JAHRGANG MANFRED GEORGE: Das Wunder des neuen Jüdischen Staates ist die Bestätigung eines anderen Wunders: daß ein Volk so lange darauf harren und hoffen;, konnte wie das jüdische Volk. , Das Jüdische Volk ist ein wunderbares Volk, Das klingt so leicht und bombastisch dahingeschrieben. Ach, wieviele -Glieder dieses Volkes sind» so garnicht wunderbarv anzusehen. Wie sind sie zerfetzt und zerschlagen, ■, zerlumpt und verarmt. Und. wieviele Menschen dieses’ Volkes haben in'den Jahrhunderte^ die Reihen verlassen und ihren Frieden mit dem bequemen Leben gemacht. Viele andere sind zu Ruhm und Ehren gestiegen, sind Hfelden und Heilige der Menschheit geworden, und wieder andere haben Be- ■ sitz und Ehren turmhoch . gehäuft. Aber das war nicht das Wunderbare. Das Wunderbare geschah auf einem ganz anderen Gebiet des Lebens dieses Volkes, auf dem Gebiet des Sterbens. , ’ Gepriesen und verehrt, verfolgt und gequält, — immer wieder geriet dieses Volk auf eine Ebene seiner Geschichte, auf der es der blanken Vernichtung ins .augenlose Antlitz sah. Aber immer wieder über dauerte es Könige und, Reiche, Völker und andere Götter. Es istgarnicht zu. verstehen, dqß /diese zer-; Streute Menge flüchtiger ‘und' fein haar Generationen an einer Scholle haftender Menschen den Verlust seiner ursprünglichen Heimat überlebt hat. Es ist eine einzigartige /Leistung in der Weltgeschichte. Es' ist das Wunder eines Volkes,' unüberbietbar und unüberboten. Und wenn jetzt in Palästina ein Teil dieses Volkes Fern und Zielle einer neuen staatlichen Gemeinschaft baut, zurückkehrend zu Anfängen seines Seins, das von Jahrtausenden überschattet ist, so fragt sich letzten Endes eine erstaunte Menschheit, woher diesem Volke die Kraft kam. Kein Jahr verran im Lauf der jüdischen Geschichte, wo immer sie sich auf der Bühne der Welt abspielte, ob unter den Cäsaren oder den spanischen .Königen, unter Napoleon, den Zapfen oder Hitler-r ob in der Wüste, im verfall lenen Dorf oder in den Schlössern der Reichen kein Jahr verging, daß nicht in den Herzen der Juden eine Stimme sprach: „— und nächstes Jahr in Jerusalem.“ Es war eine Stimme der- Mahnung und Warnung. Der Mahnung, nie die* Hoffnung aufzugeben, und der Warnung des Endes,. wenn man die Hoffnung fahren lassen würde/ Jahrhunderte flüsterte ^die Stimme nur und war sehr 3 leise. ' Dann wieder wurde sie bisweilen; in Einzelnen gewaltig: in Dichtern, in Abenteurern, in. Verzweifelten am brennenden Pfähl. Wieder war dann viele hundert Jahre Ruhe. Schicht um Schicht der Geschichte lagerte sich über sie, , Bräuche übertönten sie, Riten machten sie zaghaft und konventionell.. Schließlich schien sie all* ihre. Kraftverloren Zu haben. Bis sie dann eines Tages , wieder in Rußland sich zu erheben begann und kurze Zeit später in einetri merkwürdigen Sendboten des Schicksals ihre Auferstehung feierte. Es war . in den Tagen, dä in den Gassen vpn Wie^ und Paris der Judenhaß, der traurige ' Bote des Niedergangs ’ einer Nation,' sich zu regen begann, daß die unbegreifliche Allmacht Sich einen merkwürdigen Repräsentanten für die innere Stimme der Juden wählte: den Theodor 'Herzl aus Budapest, Journalisten in Wien, einen bürgerlichem Menschen, seiner Herkunft fast bereits völlig entwachsen., So wie die Propheten, wenn s*e zur Sendung berufen würden, Stimmen hörten in der* Nacht — vielleicht weil die Nacht so ruhig war, daß Sie ihre. Gewissen laut reden. zu ‘hören vermeinten — so hörte auch Herzl die Stimme. Sie fuhr in ihn wie ein „Blitz in der Nacht“. Man muß nur seine Tagebücher über die Zeit seiner Erweckung lesen, um ermessen zu können, wie plötzlich aus diesem hyper-gebildeten, hyper-assimilierten, eitlen und ge-, pflegten Pariser Korrespondenten einer Wiener Tageszeitung ein wahrhaft Besessener wurde. Plötzlich hatte. ihn. die Stimme 'erfaßt. Er schrie sie hinaus. Er hörte nicht auf, ihr Worte zu geben, bis zu seinem Tode.-* Es war die Zeit, dä Europa reif wurde zum Untergang. Vielleicht auch nür zur Verwandlung durch Zerfall und Wiederauferstehung. Aber als die Zeitenwende sich in tausend Einzelheiten^ länge vor dem Ausbruch der großen Kriege,. ankündete, da jagte die Stimme die Juden* Europas aus ihrer gefährlichen Beschaulichkeit auf. Sie sagte voraus, was keiner glaubte, und worüber jeder lachte. Es dauerte nicht lange, bis alles Lachen den Juden Europas verging./ * v Nicht viele hätten die Stimme gehört. Einige nahmen sie auf und kündeten sie weiter/tjnd aus Glaube und Hoffnung, aus Liebe und Gottvertraueh wuchsen dem, verstreuten Volke überall neue Kräfte zu: Selbstvertrauen und Stolz, Kampfesmut und eine Opferbereitschaft' ohnegleichen. ‘Von Herzl über Wolfsohn und Jabotinsky zu Weizmann, von .'den Pionier-, hütten zu den neuen Dörfern und Städten Palästinas, von einer verlachten Idee zu einer von den Vereinigten Völkern der Erde besiegelten Tat, hatte die Stimme-die Verkünder ihrer Botschaft geführt. Palästina ist als, Rtaat eine -Wirklichkeit geworden. Und wieder gibt es viele, die feinst die Idee verlachten und nun den Beginn der Wirklichkeit' verhöhnen möchten. Gewiß, das ist ein kleines, schmales, seltsam zerfetztes Ländchen, das sich schließlich die Juden nach. Jahrzehnten hingehendster, mühevollster Arbeit reich an Schweiß, Blut und Tränen, abstecken konnten. Zweitausend Jahre Sehnsucht und inniges Verlangen haben seinen Boden gedüngt. Verwittert fast im Sturm der Ewigkeit sind die Namen der Väter, deren Land jetzt die Söhne, mit dem! Siegel der Vollmacht der Welt abgestempelt zurück erhalten. Dies ist ein Anfang und kein Ende. Denn die Stimme wird nicht sphweigen, bis sie erfüllt sein wird. Däs Land war die Voraussetzung. Sein Aufbau und das Wesen seines Aufbaus bleiben das Ziel. Es bleibt das Ziel, dieses jüdische Land nicht nur zu irgend einem Staat zu gestalten, sondern zu einem vorbildlichen Staat, zu dem Staat eines Volkes, das die Mißgunst und die Irrtümer,. die /Fehler und das, Versagen so vieler anderer Staaten Ära eigenen Leib erfahren hat. _ Für die Juden in der Weit aber bedeutet die Schaffung des jüdischen Palästina ein Vielfaches. Für alle Jene Juden, die heimatlos, umherirren und“ die bisher in den Lägern oder umgeben von feindlichen Nachbarn und Mördern von Morgen vergeblich den Nachthimmpl nach einem Stern der Hoffnung absuchteh, ist Palästina die große und nunmehr erfüllbare Hoffnung. Diejenigen Juden aber, die *tls vollberechtigte Bürger ihrer Länder ein ordentliches Und schöpferisohes Leben führen,; können in dem jüdischen Staat Palästina die Rückkehr des jüdischen Volkes zur Normalität begrüßen, ein'Volk uiiter Völkern,' mit einem Lande wie auch andere Völker es haben, zu sein- (Aus „Aufbau", New York.) Gedanken zum Problem des In einem großen Teil Deutschlands können wiedergutmachungsberechtigte Personen der Erfüllung^ bestimmter ihrer Forderungen entgegenseheri, wenngleich der Zeitpunkt dafür noch nicht genau' vorausgesagt werden kann. In anderen Teilen ist die Frage der Wiedergutmachung in aktiver Vorbereitung und damit zweifellos von einem ersten in e^in zweites Stadium getreten. Fest steht aber heute schon, daß die Initiative nicht vpn. deutscher Seite kam. Wenn diese Feststellung in der Oeffentlichkeit getroffen wird, so stößt sie regelmäßig auf hartnäckigen deutschen Widerstand. Dem Eingeweihten ist/ es natürlich klar, daß hier ein Schein erweckt werden soll, der durch die Praxis in keiner Weise gereihtfertigt werden könnte. Dafür soll ein ganz konkretes/ symptomatisches Beispiel angeführt werden: das ehemalige Zentral amt für Wirtschaft in der britischen Zone hatte am 27. "September 1946 eine' Verordnung über die „Versorgung neu gegründeter Groß- und Einzelhandelsgeschäfte rassisch und politisch geschädigter Personen mit bewirtschafteten Waren“ erlassen. Diese Verordnung schrieb vor, daß der, Warenbestand ' wiedergütmächungsberechtigter Firmen . nicht geringer sein dürfe als der des bestversorgten gleichartigen Geschäftes nichtwiedergutmachungsbeiechtigter Firmen. Der unbefangene Leser könnte den Eindruck gewinnen, als wäre man wirklich' bemüht, begangenes Unrecht teilweise zu sühnen. In Wirklichkeit blieb allebeim Alten. Wiesen die wiedergutmachungsberechtigten Firmen auf jene erlassene Verordnung hin, wurde ihnen von den Herstellern bzw. den Fabriken der Bescheid: „Erst, müssen wir unsere alten Kunden beliefern!“ Wer sind äiese alten Kunden, und wonach richtet sich die Höhe der ihnen zugeteilten Kontingente? Die Kontingente von heute sind proportional den Kontingenten .aus;der Hitlerzeit. Also: die Firmeninhaber, die die Nazis für am zuverlässigsten hielten, wackere Pg‘s. natürlich, bekamen auch die größte Zuteilung. Diese Nutznießer sind auch heute also wieder die Triumphierenden, und zwar nicht nur über wiedergutmachungsberechtigte Firmen, sonauch über die Kollegen, die standhaft blieben und trotz mancher Verlockung nicht in die NSDAP eintraten. < Warum greifen hier die Fachschaften, die Berufsorganisationen .und die Wirtsehaftsämter nicht ein,, an einer Stelle also, wo der so ift proklamierte Wille zur Wiedergutmachung sich bestens demonstrieren könnte? Es nur eine Antwort auf diese Fragt: weil deutschen Behörden von Nazis wimmeln! Deshalb blieb es bisher auch nur bei — Gesten. Aus Kreisen der rassisch Verfolgten wird Ende 1946 auf seine Verpflichtung ihnen gegenüber aufmerksam gemacht, gab das Zentral- ' ariit für Ernährung und Landwirtschaft im Januar 1947 bekannt, daß ein Gesetzentwurf „Verordnung über Versorgungshilfe für Inha- * ber emährungswirtschäftlicher Betriebe, , die aus politischen oder rassischen Gründen ge- , Schädigt sind“ inzwischen der' Militärregierung vorgelegt sei; Das Zentralamt für'Ernährung und Landwirtschaft bekundete lndiesem Schreiben, daß es hoffe, dieser Gesetzentwurf . würde baldigst von der Militärregierung zurückkommen, damit das Gesetz dann in Kraft treten könnnte. Das Jahr 1947 verging, es tat sich nichts Neues . . Dabei ist aus Kreisen .rassisch verfolgter •Kaufleute die denkbar einfachste Lösung des Problems der wirtschaftlichen Eingliederung wiedergutmachungsberechtigter Firmen, detailliert ausgearbeitet, vorgelegt worden: es genügte nämlich die Anweisung an die Hersteller bzw. Fabriken, einen kleinen prozentmäßigen Anteil ihrer Produktion nur an wiedergutmachungsberechtigte Firmen zu verteilen. Diese Anweisung wäre buchstäblich in dieser dringenden Frage der „Stein der Weisen“. Sie könnte als Sofortmaßnahme leicht durchgeführt werden, sie würde ^einerseits' für die Gesamtheit der Firmen eine nicht nennenswerte Belastung ausmachen, andererseits aber den Wiedergutmachungsfirmen entscheidend helfen! v . , V i Das wurde von, der kompetenten Behörde schriftlich voll anerkannt und begeistert „weitergeleitet“. Auch hier verging das Jahr 1947 und am Ende kam der Bescheid, daß. nach Bildung des vereinigten Wirtschaftsgebietes der US- und der brit Zone '„neue Gesichtspunkte“ in diesem Problem aufgekreuzt' wären . . Quintessenz: der aite Zustand blieb, der mangelnde Wille zur Wiedergutmachung lag auf der Hand. , ■.1 Ein klar umgrenztes und rechtlich fundiertes Wiedergutmachungsgesetz ist natürlich keine eigentliche Länder- oder Zonerifrage, sondern letztlich der Zuständigkeit des Alliierten Kontrollrates als reichsgesetzgebender Instanz •Vorbehalten. Ebenso selbstverständlich aber ist es uns, nach den Erfahrungen der letzten zweidreiviertel Jahre, daß von deutscher Seite nicht genug, um nicht zu sagen: gar.- nichts, zur Lösung dieser Frage feetan worden ist Zu der alten Schanle für Deutschland,' daß es Zustände aufkommen ließ, duldete und unterstützte, die eine Wiedergutmachung nötig machten, kommt die neue der befohlenen .Wiedergutmachung“,. „ Ralph Giordano. Von Claus Götz-Muellei Der Begriff Paul Jasper s *) unterscheidet in seiner grundsätzlichen Arbeit zur Schuldfrage vier Schuldbegriffe, die gleich Hekat, und den drei Hexen einander verbunden sind, ja deren einer sich aus dem anderen ergibt: den Begriff der kriminellen, der politischen, den der moralischen und den der metaphysischen Schuld, Diese vier Begriffe/für weiche der der historischen Schuld ein gemeinsamer Titel wäre, sind maßgeblich beteiligt jatich am jahrhundertealten Schuldkomplex, den wir unter dem Namen Antisemitismus zusämmenfassen. Ihn .endlich aus Gewissen und der Erinnerung -der (Menschheit zu verbannen, sind erfreuliche Begebungen im Gange, . welche ihr sowohl vorder politischen Klugheit als auch, von'der Humanität gebotenes großes Ziel einmal durdb die Schaffung entsprechender Gesetze (Programm der Internationalen Dringlichkeitskori,- ferenz zur Bekämpfung des Antisemitismus) und zum arideren durch eine von den religiösen Kräften der Liebe und des gegenseitigen Verstehens getragene Aussprache anstreben und durchsetzen wollen (Programm der' Oxforder Christi.-jjid. Weltkonferenz, welche als 'erste ihfcr Forderungen die der Bildung einer perriamenteninternationalen christl.-jüd. Organisation erhebt). Es wurden und werden aus den verschiedenstenVRlidrwinkfelft her Begriffsbildungen de* - ^^iPl^itisnius versucht, die . jedoch alle mehr oäerwnl'ger Fragmente der Jasperschea finition darstellen. Für den freiheitlich gesinnten, hochherzigen und in welcher Form auch immer religiösen**) Menschen ist der Antisemitismus in jedem« Falle ein Konglomerat aus Dummheit (weil Ueberheblichkeit), Feigheit ürid Brutalität —- und ist zugleich eine Blamage für die ganze Menschheit. Vom Gefühlsantisemiten Sartres bis zum pathologischen Henker von Auschwitz — ,es sind im Grunde die gleichen Brüder: Spießbürger, deren Unzulänglichkeit sich,., angestachelt dann und wann durch Staatsgesetze, welche aus d,er gleichen Mentalität geschaffen wurden, zu einem Paroxysmus von Haß zu brutalisiern vermag. Dem ewigen Gesetz des' Dualismus von Gut und Bös, von'Erhaben und Niedrig, das im periodischen Rhythmus der geschichtlichere Gezeiten pulst, analog ist der Rhythmus des Gesetzes von Schuld und .Sühne. Es hieße, die Grenzen der vorliegenden Betrachtung sprengen, wollte ich eine Geschichte des Antismitismus, seines Prinzipes und aller seiner, Konsequenzen, geben. Dies bl£ibe einer größeren Arbeit Vorbehalten. Was ich heute sagen will, ist dieses: Der Antisemitismus muß aus der klaren Erkenntnis nicht allein seiner Unmoral/sondern auch seiner Haltlösigkeit überwunden werden. Erst dann, wenn er nichts als ein antiquarischer Begriff ist,.. auf den unsere Enkel lächelnd und schaudernd zugleich herabschauen wie wir auf die spanische Inquisition als eine Verirrung des Geistes der Ahnen; erst wenn also der Zustand der Freiheit vpn einer wertsetzenden Rassenunterscheidung und der aus ihr resultierenden Rassehverachtung wie des Rassenhasses endgültig erreicht sein wifd — erst dann wird dip Menschheit ihr Antlitz .erheben können zu dem, der seinen himmlischen Vater bat, daß „alle eines seien“. Und es soll zürii anderen ein Weg, eine Möglichkeit aufgezeigt werdep, dieses Ziel einmal zu erreichen. / , Ein bescheidener Fußpfad fröili.ch ist es und eine schwache Möglichkeit heute noch! Aber es ist dör einzige für uns deutsche Menschen gangbare Weg. die einzige, uns noch gegebene Möglichkeit, das'.unsere zur Erreichung des erhabenen Zieles beizutragen/ und jenen Menschheitsgipfel einmal zu ersteigen, welcher ,der Sinai und Tabor gleicherweise ist. •) D e Scliuldfrage, Lambert Schneider, Heidelberg 1946 ~ **) Wie wichtig ffir ein „würdevolles Zusammenleben zwischen den jüdischen uhd deutschen Mitbürgern* (Auerbach) gerade der' Y0rs oK al.is c’en .^e'' e* der zutiefst und lewußt reH^iosen flFns51,en ’V, bekennt u. a. Vertretern des Judentums aiich der bayerische Staaiskommissar Philipp Atjerba» hin seiner Anspra, he aut der 1. lahres'agung der .Intetessenvertre ung jüdischer .Gemeinden und Kultusvereinigungei»“ am Hi. A)»ril 47 in Stuft« . gart. „Wir unterstützen jede religiöse läti< &eit, d* wir genau "wissen, daß rhne die Disziplin der Religion, ohne die Debet* , «us^ng des religiösen Menschen keine Möglichkeit für du harmonisches Zusammenleben gelben ist,“ —-

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