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Jüdisches Gemeindeblatt für die britische Zone · 1947-12-31 · 18 (31.12.1947) · p. Seite 6

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Journal
Jüdisches Gemeindeblatt für die britische Zone
Volume
2 (1947/48)
Issue
18 (31.12.1947)
Date
1947-12-31
Page
Seite 6 (sequence 6)
Language
German
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t :! i; ii- Seile 6 — 31. Dezember 1347 ' Düsseldorf: In den festlich geschmückten Sälen der Firma Henkel & Cie., fand am Sonntag, dem 7. Dezember, eine Chanukka-Feier der Jüdi-' sehen Gemeinde Düsseldorf statt. Unter der fürsorgenden, Leitung des Vorsitzenden der Synagogengemeinde, Julius Dfeifuß, und seiner Frau, wurde1 dieses Fest zu eme.n Ereignis, das wohl von keinem der 300 Geladenen vergessen werden wird. Neben der reichhaltig - gen Bewirtung. der Gäste wurdedurch verschiedene Darbietungen unter der Leitung von Imo Moschkowitz für Unterhaltung gesorgt. Hierzu trugen besonders der Violinist Hüttner und die geladenen Künstler der Städtischen Bühnen Düsseldorf, Hedi Hell, Kurt Groß- kurt, Fritz Jost,- Nanny ,Fay und Anneliese Reynold, sowie die Kapelle Winkelmann beL Die Chanukka-Bescherung der Kinder und eine Lotterie, mit auserlesenen Preisen fanden besonderen Anklang. Ith Verlauf des Abends fanden sich die Mii- ,glieder des neuen- Jugendbundes. zu gemeinsamen Gesängen und Tänzen zusammen, wodurch das jüdisch-festliche Gepräge des Abends noch . hervorgehoben'wurde. . . ‘ Möge dieses Fest nun, da sich die Träume unseres Volkes in Palästina zu erfüllen scheiden,: stets in solchfreudiger. Stimmung vollbracht werden, wie dieser Abend der Synigogengemeinde Düsseldorf. H. j. ThemaL Köln: Das Kulturdezemat der Synagogengemeinde veranstaltete zusammen mit der jüdischen Gruppe am 13. Dezember eine Chanukkafeier in Verbindung mit einer Kundgebung zur Entscheidung der UNO-Voll Versammlung. Nach der Begrüßung durch den Leiter des;Kulturdezemates, Sachs, wurden die Chanukka- Lichter angezündet und begeistert das „Moaus zur“« gesungen.» Hierauf ergriff der Vorsitzende der Gerneinde, ,Moritz Goldsch'midt, das Wort, wobei er auf die Bedeutung des Chanukka-Festes hinwies. Ebenfalls gedachte der Redner des 130. Geburtstages Heinrich . Heine s. Durch den Leiter des Kulturdezemates wurde eine dem Jugendbund gewidmete Fahne geweiht mit der Ermahnung, die Jugend möge dem Banner blau-weiß die nötige Achtung ünd Treue bewahren. Ein unter •'Leitung von, Inge Goldschmidt aufgeführtes Chanukka-Spiel fand begeisterte Aufnahme, ebenfalls die von zwei Gemeindemitgliedern vorgetragenen Musikstücke von Händel und Bruck. Eine Tombela, deren Reinertrag dem Keren- Kajemeth-Fonds zufließt, brachte ein gutes Ergebnis. Selbstverständlich fand auch eine Bescherung der Kinder statt. Umrahmt wurde die Feier durch Tanz, und es herrschte bis in die frühen-Morgenstunden eine begeisterte’ Stimmung. ■' Bonn; '" - Am 14. Dezember veranstaltete die Gemeinde' bi den Bäumen des Bürgervereins eine Chanukkafeier, die im Rahmen .des Ereignisses anläßlich der UNO-Entscheidung gehalten war. Der Vorsitzende der Gemeinde hielt eine Ansprache, in der er auf die geschichtliche Bedeutung des neuen jüdischen Staates hinwies: ~~ Die Feier verlief zur größten Züfriedeiiheit äller Teilnehmer. 1 v M.-GIadbach; Die Chanukka-Veier der jüdischen "Gemeinde fand in den Räumen der Kaiser-Friedrich - Halle statt. Neben zahlreicher Beteiligung der Gemeindemitglieder und ihrer Angehörigen sah man auch viele Gäste der Nachbarstädte. Der Vorstand der Gemeinde, Kurt Hecht, begrüßte die Anwesenden und beleuchtete kurz - den Snin des Chanukka-Festes, Der eigentliche Teil der Feier begann mit einem Imbiß. 2ur*Unterhaltung trugen Künstler-‘des Stadt-, theaters Krefeld und das Gemeindemitglied Hüttner mit einem vorzüglichen Vi'olinspiel bei: Anschließend fand unter größtem Vergnügen des in Stimmung gekoijnmenen Publikums eine Tqmbola mit anschließender Versteigerung statt ' Eine“ gute Tanzkapelle sorgte für Musik, sodaß die'Jugend voll auf ihre Kosten kam. Alle Teilnehmer äußerten ihre Zufriedenheit über den gemütlichen Abend ürd die in größter Harmonie verlaufene Chanukka-Feier. . \v ' ■ ■ Aachen: ~ Einen besondersglanzvollen Verlauf nahm die diesjährige-Chanukkafeier in-den festlich geschmückten Räumen dfes Vorsitzenden. In seiner einleitenden Ansprache gab der Vorsitzende der Gemeinde; Alfred L oew e hdähl, einen kurzen Ueberblid^über die historischen Heldenkämpfe der damaligen Zeit, den durch Einigkeit, Hingabe und Glaubenstreue errungenen Sieg über die gewaltige Uebermacht. Mach dieser Einleitung wurden die Chanukkalichter ■ angezündet, wozu Arthur Wolff die Segenssprüche sang. Danach erklang, von allen Anwesenden mitgesungen, das „Moaus t zpr jeschuossi“. ' *'■. Die .Pause bis zum Abendessen wurde äusgefüllt mit Lieder- und Klaviervorträgen, einer Verlosung, 'bei der jedes Los gewann, und einer amerikanischen Versteigerung. Nach dem Abendessen blieb man noch lange zusammen, da die Zeit durch die. gute, Unterhaltung schnell verging. Essen:. \ Der Kulturausschuß der' Jüdischen ' Gemeinde kann für sich den Erfolg buchen, eine Ch.anükkafeier veranstaltet zu haben, die in allen Teilen als gelungen zu bezeichnen war. Er hatte am 9. Dezember die Gemeiridemitglieder zu dieser Veranstaltung eingeladen. Nachdem, der Vorsitzende des Ausschusses, Robert Waller, die Erschienenen begrüßt JÜDISCHES GEMEINDEBLATT FÜR DIE BRITISCHE ZONE Nr. 18 — 2. Jahrgang hatte, hielt' Siegfried Löwenstein eine wohldurchdachte Ansprache, in der er die Bedeutung, des Chanukkafestes schilderte. Bei dem Gesang des.„Moaus zur“ zündete er die Chanukkalichter an. Am Schluß des ersteh Teiles der Veranstaltung ergriff der T. Vorsitzende der Gemeinde,4 Siegfried Levy, das Wort. Er ging auf eile Entscheidung. der UNO-Voll Versammlung ein und erinnerte äh die sechs Millionen Toten, die während der Nazizeit ihr Leben lassen mußten.. „Die überlebenden Juden jedoch, die außerhalb Palästinas Wohnen“, so führte Levy aus, „können nunmehr mit hocherhobenem 'Haupte stolz verkünden: ,Ich bin ein Jude4!“ ‘ . Nach der Ansprache Levys wurde mit-. Begeisterung die „Hatikwah" gesungen und die. Kinder beschenkt. Der zweite Teil der Chanukkafeier war ausgefüllt mit dem „Kabarett von Berufskünstlern“, das große, Lachsalven entlockte und dafür reichen Beifall erhielt.. Mülheim (Ruhr): Zu der Chanukka-Feier waren alle Mitglieder der Gemeinde mit ihren engsten Angehörigen eipgeladen. Ein hoher Prozentsatz der Ge-' meindemitglieder lebt in Mischehen, so daß eine wahrhaft „gemischte“ Gesellschaft beisammen war. Der Vorsitzende. L i f f s c h e s sagte 4n seinen herzlichen Begrüßungsworten: „Wir machen hier nicht den Unterschied zwischen Jude und Nichtjude. Wir sind alle untereinander Brüder und Schwestern.“ Das Fest fand in der Ruhrterrasse statt. Die Räume zeigten peinliche Sauberkeit, Geschmack und Gemütlichkeit. Die .Tische waren weiß gedeckt und mit Tannengrün und Kätzchen geschmückt. Durch eine herzlich gehaltene Ansprache des Vorsitzenden wurde das Fest eröffnet und die Kerzen angezündet. Dann begann der fröhliche Ablauf des Festes, das sich bis irf die frühen Morgenstunden hinzog. Eine Tombola, die lustigen Geschichtchen eines Komikers und eine Tanzkapelle sorgten für . Unterhaltung. Auswärtige Gäste hielten kurze herzlich» Ansprachen und bedankten sich für die frohen Stunden, die sie miterleben durften. Dr. F1.-K, Dortmund: Zu einer Chanukka-Feier der Gemeinde Groß- Dortmund waren nicht ‘ nur die jüdischen Freunde aus der näheren upd ferneren Umgebung zusammengekommen. Der 1. Vorsitzende, Siegfried Heimberg, konnte in seiner Begrüßungsansprache unter den erschienenen Ehrengästen auch den Stadtkommandanten Mr. Hall und andere Persönlichkeiten der Militär-Regierung, . den Innenminister des Landes Norärhein-Westfalen, Dr. Menzel mit Gattin, Ministerialrat Dr. F r e n k e 1, Düsseldorf, den Ober stadtdirektor von Dortmund, Ha ns mann mit Gattin Und den Polizeipräsidenten, der Stadt willkommen heißen. Er begrüßte die Begründung eines jüdischen Staates in Palästina sowie den Beginn einer Wiedergutmächungsgesqtzgebüng. ‘Seine' Ausführungen wurden ein-, •^gerahmt von den Klängen der „Hatikwah“ und des „Warschauer Konzertes“ von Acfdinsell, das Kapellmeister Walther Weidig tiefe Interpretation zum; würdigen Gedenken an die Opfer des Kampfes um das Wauschauer Ghetto machte. Der Stadtkommandant: sprach dann mit einigen deutschen Sätzen, der Gemeinde seine Wünsche für Glück und Gedeihen aus. Ein - heiteräs Kinderspiel, von Walter Wenze 1 verfaßt und vorn Else Isaak- W, a 11 e r mit. feinem Geschmack einstudiert, erregte, "vor allem auch durch das amüsante Spiel des kleinen Adl Den.z-Likier, Stürme der lauten Heiterkeit nnd erfreute durch Gesangs- und Tanz-Einlagen von Anita Grünberg und Gerda Fischer, bis die letzten beiden jüdischen Kinder der Umgebung, Karin und Paul Spiegel, mit. den Chanukka-Lichtem auf träten, und in .r ernsten und eindringlichen Versen die, von einem jüdischen Eltern teil stammenden Kinder, über den hohen Sinn, des Festes und über jüdisches Schicksal belehrten- Mit einem Gelöbnis der Freundschaft und Brüderschaft und. dem gemeinsamen Gesang des „Moaus zur * .“ endete das Spiel. Siegfried Heimberg erinnerte noch an den 15Ö. Geburtstag Heinrich Heines ünd än den freiheitlichen Geist dieses Dichters, der nie seine jüdische Herkunft verleugnete. Dann traten im, weiteren Verlauf des Programms erste Kräfte der Städt. Bühnen Dortmund auf (Ruth GÖrshöp, Lo Schäfer, Karl Leipold, Axel Therfehn) und Sötgen Arien, Duette und Chansons, während Ruth Grahl „ und Eric Schild' vom Metropol-Tneater Oldenburg äls Gäste mitwirktän. Als Ansager hatte Heinz Steinköpi viele Lacher. Eine reich ausgestattete Tombola verhalf manchem' zu wertvollen Gewinnen. Die Kapelle Weidig spielte bis in den frühen Morgenstunden zum Tanz auf,' /X; f-' ■ "■ Osnabrück: * Das Chanukka-Fest stand in diesem Jahre im Zeichen der Freude, über die Gründung des jüdischen Staates in Palästina. In der Ansprache, die der Vorsitzende der Gemeinde,. Philipp Münz, hielt, würdigte dieser das große nationale Ereignis und erläuterte die Bedeutung des Chanukka-Festest Die Feier wurde dulch ein Quartett, die Darbietungen Düsseldorf: Am. 17. Dezember hielt der Kulturdezernent des Landesverbandes jüdischer Gemeinden von, Nordrhein-Westfalen, Gustav Karschinierow, einen Vortrag, über ' das Thema: „Jüdischer Staat, Sinn und Aufbau“. Er sprach über die notwendige gesunde Basis der Mitarbeit von Arbeitgeber und Arbeitnehmer beim Aufbau der Wirtschaft, die Bedeutung der Kibuzzirri sowiedie Mitwirkung des K.K.L. bei der Gründung des jüdischen Staates, Im Anschluß an die interessanten Ausführungen entwickelte ' sich eine lebhafte Diskussion, an der sich, fast alle Anwesenden beteiligten. Abschließend kam man darin überein, daß nur überparteiliche, nationale Politik ' dem jüdischen Staate dienen - könne. Es; wurde der Hoffnung Ausdruck gegeben, daß sich alle Parteien in'diesem historischen Moment ihrer großen .Verantwortung bewußt sind. Samuel Erner sprach kurz über das Leben und Wirken von Ber B o r o ch ö w, dem Führer der Poale Zion, dessen Todestag sich am 17. Dezember zum 30. Male jährte. Saul Tyrkeltaub gab einen Ueberblick über die letzten wichtigsten Nachrichten der jüdischen Presse, Seine Ausführungen wurden mit großem Interesse aufgenommen. Der Abend war ein' gelungener und wir können nur wünschen, und hoffen, daß sich diesem weitere in der gleichen Form anschließen mögen. Darüber hinaus wäre es sehr erwünscht, wenn von diesem für das jüdische Volk historischen Zeitpunkt ab alle Gemeindemitglieder am jüdischen kulturellen Leben teilnehmen würden. S.T. % Interzoneusportfest in Berlin „Hakoah“ Berlin, der in Köln gegen „Maccabi44 3:3 spielte, lud den S. C. Maccabi Köln zu einem Rückspiel ein. Durch die Sportklubs Schlachten see und Tempeihof ist „Hakoah“ in letzter Zeit sehr erstarkt, erreichte bis zur Pause jedoch nur einen 0:0-Stand, Nach der Halbzeit zeigte sich dann aber doch. die Ue- Derlege^heit. des „Hakoah“ und der Kampf endete mit einem 4:1,f Trotz’der Niederlage trat am darauf folgenden Tage die englische Mannschaft aus derp britischen Sektor Berlins gegen den S.C. Maccabi an. Dieses Spiel endete'mit einem 3:2-Sieg für Maccabi. Auf der .Rüdereise , spielte der Maccabi in Belsen gegen „Hatikwah“ . und verlor das Spiel. (0:5). ' ■ .; ' , Französische Zone Die Entscheidung der UNO-Vollversammlung,, dem jüdischen Volke die Unabhängigkeit zu geben, wurde in der französischen Zone feierlich-begangen. Das „Zentralkomitee der be-' freiten Juden iri der französischen Zone44 lud am ersten Chanukka-Abend einen großen Teil der Gemeindemitglieder aus der französischen Zone zu einer Feier ein. Der, Vorsitzende des Zentralkomitees, Hochäuser, eröffnet© diese Feierstunde. Die. Anwesenden erhoben sich von ihren Plätzeh und' gedachten der Töten, wonach die Hatikwah gesungen würde. Der Referent für religiöse Angelegenheiten, Krakowski, zündete das erste Chanukka-Licht an, wobei das „Moaus-zur“ gemeinsam gesungen wurde. Sodann sprach der; Vorsitzende der jüdischen Gemeinde Konstant ■ Ehrenberg, der auf die Bedeütung dieses Tagäs hinwies; und dfe Anwesenden ermähnte, stets dieses Tages zu gedenken. Anschließend hielt der Vorsitzende des Zentral-Komitees ein . ausführr liches Referat über die Entwicklung Erez- Israels. Der Leiter, der, K.K.L.-Arbäit, Eichenbaum, forderte die Anwesenden auf, ,die zionistische'Arbeit zu intensivieren. Zum Schluß, wurden Glückwünsche zu diesem Tage seitens des „Zentralkomitees der befreiten Judep in der amerikanischen Zone“, sowie einiger jüdischer Gemeinden in der französischen Zone zur Vorlesung gebracht. Das Palästina-Anft in München hatte in einem besonderen Telegramm zu diesem Tage seihe Glückwünsche übermittelt.. Mainz:, Wie in der vorigen Nummer des „Gemeindeblattes44 kurz mitgeteilt, wurden im Gebäude der vor einigen Monaten feierlich eingcWeihten Synagoge zwei Gedenktafeln onthillt. Die eine, 4ie innerhalb des Gotteshauses angebracht ist, erinnert an die Zerstörung der Deiden Mainzer Synagogen im Jahre 1938, die andere, größere, im Synagogenvorraum errichtet, ist ein Mahnmal an die vielen Juden, die ein Opfer des Nazi-Terrors wurden: An den Enthüllungsfeierlichkeiten nahmen u. ä. teil: den, Gouverneur der französischen Militärregierung von Rheinhe:-sen, Guerin, der Innenminister S t eff a n, der . Leiter. der örtlichen-Betreuungsstelle, Baumann,’der Vorsitzende der Jüdischen. Gemeinde Mainz, Max G r ü n f e 1, d. Ihre Worte wären dem; Sinn der Gedenkstunde ’ angepaßc. Regierungsralt : MS Oppenheim, >■ der . Kuiturdezement von Mainz, ' nahm die Tafeln in die Obhut der Stadt. . / ■ Alle ^Gemeinden und Komitees, welche' Personen zum Zentralrabbinat .nach Bergen-Belsen schicken und solche Personen,' die von sich aus beim Zentralrabbinat vorzusprechen haben, müssen sich vorher schriftlich oder telegraphisch mit uns in Verbindung setzen, um .einen Termin für' ihr Kommen zu vereinbaren. Die betreffenden-Personen müssen immer ein, Begleitschreiben ihrer jeweiligen Gemeindemitbringen. Oberrabbiner Dr.- Helfgott befindet, sich zuf Zeit aüf - unbestimmte Zeit auf einer Auslandsreise. Zentralrabbinat Bergen-Belsen. verschiedener Künstler sowie durch eih größer Tanzorchester verschönt. Der Oberbürgermeister der Stadt, H e 1 i z i u s, sowie Senator Schulte brachten den Dank der Gäste zum Ausduck und hielten zu Herzen gehende Ansprachen. < Von der Bär und der Tombola wurde reichlich Gerbauch gemacht und so fand die harmonisch verlaufene Feier in den. frühen Morgenstunden erst ihren Abschluß., Bielefeld: x Am 10. Dezember fand unter reger Beteiligung aller Gemeindemitglieder eine Chänukkafeier ^tatf. Außer guter Bewirtung war auch für abwechslungsreiche Unterhaltung gesorgt, ul a. fand eine Verlosung. statt,, deren guter Ertrag für ‘ wohltätige. Zwecke zur Verfügung gestellt wurde. Hannover: Etwa 100 Personen waren der Einladung zu der Gbanukkafeier, dil im Vorfragssaal der Landesmusikschule stattfand, gefolgt. Die- . Feier war verbunden mit einem Dankgottesdienst anläßlich, der Palästinäentscheidühg. Das Vorstandsmitglied Norbert Prager hielt eine ergreifende Ansprache, in der er darauf ‘ hinwies, daß im November 1938 die jüdische Tragödie begann und-nun, genau neun Jahre Später, der jüdische Staat Wirklichkeit geworden sei. Die Ansprache Pragers machte aufalle einen’tiefen Eindruck. Adolf Nüßba.ü m lud dann im Namen des Vorstandes die Erschienenen zu einem kleinen Imbiß ein. , Warburg: V » . Die .Chanukka-Feier stand im Rahmen - des Beschlusses der UNO-Vollversammlung., Nach Begrüßung der erschienenen Gemeindemitglieder und einigen einleitenden Worten in Bezug auf den Zweck des Zusammenkommens wurden die Chanukkalichter amgezündet. Der Vorsitzende der Gemeinde gab der tiefen Freude über die Palästina-Entscheidung Ausdruck. Er gedachte der Brüder und Schwestern in Erez-Israel und Wünschte 'ihnen Ausdauer und Erfolg in ihrem, Freiheitskampf. Die Feier wurde mit der „Hatikwah“ offiziell beendet. ‘ Bei Kaffee und Kuchen verblieben die Gemeindemitglieder im geselligen Beisammensein. ’ ' Karlsruhe: Am 7r November feierte die Gemeinde in würdiger Form im Rahmen des Erew Chanukka- Gottesdienstes die bedeutsame Entscheidung ... der UNO-Vollversammlung. Kantor Grabowski wies nach der Chanukka-Betrachtung auf die geschichtliche ■ Bedeutung des 25. Kislew 165 hin und leitete dann auf das nicht minder bedeutsame Ereignis des 16. Kislew 5708 über. Er gab der Hoffnung Ausdrude, daß die UNO die Teilqng Palästinas ohne Krieg und Blutvergießen ermöglichen werde. Mit Grüßen an ' die Brüder und Schwestern in Erez.und den gemeinsam^ gebeteten und gesungenen Hallelpsalmen schloß die Feierstunde..; ' ’ i Berlin: ■ ■ In 'Berlin war die Teilnahme an den Veranstaltungen überaus rege. Das Programm der Feier des jüdischen Kindergartens wurde ausschließlich von. den Kindern (unter Assistenz der Leiterin) bestritten. Die Synagogengemeinde Rykestraße ■ hatte in die Festsäle des Ballhauses Linienstraße eingeladen, wo u, «. ein Festspiel „Die Perlen des Judentums“ äufgeführt wurde. . Im Alters-, und Kinderheim ' Niederschöhhausen zeigten die Kinder ein Chanukka- Festspiel. Die Frauengruppe der Gemeinde bot ' eine Wohltätigkeitsvöranslaltüng unter Mitwirkung namhafter Künstler. — Die Bezirksstelle im britischen Sektor feierte Chanukka mit einem Kleinstkunstprogramm mit Camilla Spira und einem Festspiel „Es. siegt das Licht“, */ Ben-Garion (liiterpress). David Ben-Gurion, der 60jährige Zionist, der .nach-'Ansicht' jüdischer Kreise die erste provisorische jüdische Regierung in Palästina bilden wijd, ist. als Gewerkschaftler und Arbeiterführer auf seinen heutigen Platz an der Spitze der Palästina-Juden gekommen. In Polen geböreny wahderte Ben-Gurion als junger Bursche um die Jahrhundertwende in das damals noch zürn Türkischen,. Reich gehörende Palästina ein. Er begann dort als einfacher Arbeiter, -Ohne geregelte Schulbildung, verschaffte er sich durch Privatunterricht, zäsein Wirken als Zionist und Begründer der jüdischen Gewerksfchafts- und Arbeiterbewegung in Palästina. Mit 30 Jahren veröffentlichte er eine wissenschaftliche Monographie über das Land seines Lebens:, Palästina, historisch, wirtschaftlich und geographisch gesehen. Ein Jahr später, 1918, tra4. ei als Mitbegründer der Jüdischen Legion hervor, dann 1920 im Generalrat der Zionisten, und wurde 1921 Generalsekretär der Jüdischen Arbeitergewerkschaft in Palästina. 14 Jahre lang verwaltete er dieses Amt. Noch heute ist^ Ben- Guriön' in den Exekutivkomitees der Jüdischen Arbeitergewerkschaft und der Jüdischen Arbeiterpartei Palästinas der maßgebende Mann.- Mit seiner 1933 erfolgten Wahl in den; Vollzugsrat der Jewish Agency wuchsen .Einfluß und Ansehen des zionistischen Arbeiterführers, immer mehr. Auch die arabischen Gewerk- . schäften holten seinen Rat ein,. Nach eiiier kurzen Rücktrittsepisode im Exil ' übernahm. Ben-Gurion den Vorsitz des Vollzugsrates, ünd in dieser Funktion ist er heute ein stärkerer' ^Exponent der jüdischen ‘Palästina-Politik, als der allerdings auch 12, Jahre ältere, persönlich nicht so mit dem Lande und der jüdischen Bevölkerung verwachsene Vörsitzende der Jewish Agency selbst, Chaira Weizmann. j-ge,:1

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