Jüdisches Gemeindeblatt für die britische Zone
- Journal
- Jüdisches Gemeindeblatt für die britische Zone
- Volume
- 2 (1947/48)
- Issue
- 15 (10.11.1947)
- Date
- 1947-11-10
- Page
- Seite 6 (sequence 6)
- Language
- German
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.Seite 6 — 15* November 1947 J U DI S CH E S GEMEINDEBLATT F'Uß DTE BRITISCHE ZONE Nr. 15 ~ 2. Jahrgang Renten für Nazi- Der Zivilgouverneür füf das Land Nördrhein- Westfalen, W. Asbury, hat, wie Wir der'„Rheinischen ' Post“ (Düsseldorf) entnehmen, nunmehr das vom Landtag dieses Landes vor mehreren Monaten beschlossene „Geset? über die Gewährung von Unfall-.und Hinterbliebenenrenten an , die Opfer *vder Näziunter-, drückung“ genehmigt. Das „Gemeindeblatt“ hat „sich bereits in seinem Ausgabe vom 5. April d. J. ausführlicher mit diesem wichtigen Gesetz beschäftigt.. Die Opfer des nationalsozialistischen Terrors genießen, so. heißt es in Paragraph 1', nach Maßgabe des Gesetzes 'wegen der an.Leib und Leben erlittenen Schäden grundsätzlich Versicherungsschutz wie die nach, dem dritten Buch der Reichsversiche-* 1 rungsordnung auf Grund eines Arbeitsver- ■ hältnisses gegen .'Betriebsunfall versicherten Beschäftigten. " Als Versicherter im Sinne des Gesetzes gilt nur, wer auf Grund: der gelten- , den Richtlinien als politisch, rassisch oder religiös Verfolgter amtlich ■ anerkannt ist. Die Berechnung der Renten erfolgt , einheitlich nach einem angenommenen Jahresarbei’tsver- . dienst von RM. '4200,—. Paragraph 5 des Gesetzes behandelt im. einzelnen: Vollrente, 'Witwenrente, Sterbegeld, Elternrente, fanderzuschläge. Das Verfahren wird nur , auf Antrag eingeleitet. Die Feststellung der Leistungen erfolgt durch die Ausfühpungsbehörde für Unfallversicherung (Sonderab teilung. für Opfer des nationalsozialistischen Terbor). Der Sozialminister erläßt im Einvernehmen mit dem Arbeite- und Innenminister /die zur. Durchführung dieses Gesetzes erforderlichen Bestimmungen und Verwaltungsanordnungen. —th.-^. Der Oberste Kläger beim hessischen Befrei- , •ungsministerium hat. auf Grund des Befreiunggesetzes Anweisung gegeben,' daß Klage, gegen fünfzehn Personen erhoben wird, die sich in Offen b ach an“ antisemitischen Demonstrationen beteiligte^. Sie sollen vor einem Hause, das. von jüdiscnen KZ-Waisen bewohnt wird, „Juden heraus“ gerufen haben. Nach dem Befreiungsgesetz gilt auch derjenige als Aktivist, der „nach dem 8. Mai 1945 durch Wirken für den Nationalsozialismus oder Militarismus den Frieden des deutschen Volkes oder der Welt gefährdet.“ (DENA.) Rußland und die USA. nahmen eine gemeinsame Kompromißlösung übgr die Teilung Palästinas an : Der sowjetrussische, Antrag sieht . folgende. Maßnahmen vor: v 'l. Das britische Palästina-Mandat soll am 1. Mai 1948 beendet sein. .2, Alle britischen Truppen sollen, aus Palasti-, na zurückgezogen werden, 3. Den Zeitraum zwischen , der Annahme der Empfehlungen zur Palästinafrage durch die UNO-Vollversammlung . und .der , Verkündimg . der Unabhängigkeit-des jüdischen und. des arabischen Staates soll eine Uebergartgsperiode darstellen,. die am 1. Juli' 1948' beendet sein sollv 4. Während dieser Uebefgangsperiode soll Palästina durch eine Sonderkomrnission verwaltet werden, der. drei bis fünf Mitglieder angehören, die von der. Vollversammlung aus den Vertretern der kleineren Staaten ausgewählt Werden soll. ' '5; Diese Sondörkommission soll - dem Sicherheitsrat unterstehen und sich an seine Anordnungen halten. - Zu der. Jugendtägung in Düsseldorf, über -die wir in der letzten Nummer berichteten und die" den Zweck' der 'Bildung eines jüdischen Jugendbundes für Rheinland upd Westfalen hatte, wurden die Delegierten aller Jügendr gruppen in Nordhrein-Westfalen eingeladen'. Es waren Delegierte aus allen größeren Städten und Gemeinden erschienen, die folgende , Resolution faßten: 1. Zusammenfassung dgr Jugend in den‘einzelnen Gemeinden ' zu ’ positiver, jüdischer, Kulturarbeit.. (Oneg Scha^bath). " Deutschlands Juden . . Es ist nicht möglich, än dieäer Stelle eine Ehrentafel mit den Namen der Juden wieder^ zugeben, die für Deutschlands Wirtschaft und Kultur Großes geleistet haben. Jeweils nur ein einziger Name soll für jedes Gebiet .genannt werden. Der Dichter Heinrich Heine, der Architekt Alfred ‘ Messel,. der Maler Max Liebermanii, der Komponist Felix Mendelssohn-,’ der Mathematiker C. G. Jacobi (der der größte neben Gauss war), der Physiker Albert Einstein, der Chemiker Fritz, Haber, der Mediziner Paul Ehrlich (der mit" dem Bakteriologen August von Wassermann zusammen . den Kampf gegen die Syphilis gewann), der Bankier-Ludwig Bamberger’ (der eigentliche Schöpfer der deutschen Goldwährung), der Förschungsreiseh.de Emir Pascha, der Schöpfer der Psychoanalyse Sigmund Freud, der Literaturhistori- " ker Friedrich Gundolf, der Philosoph Moses Mendelssohn, der Schöpfer der' AEG Emil Rathenau, der. Regisseur Max Reinhardt, die Arbeiterführer Ferdinand Lassalle und Karl Marx (hier müssen wir schon zwei nennen), der Staatsrechtier Friedrich Julius Stahl (der die christlich-konservative Staatslehre gründete), der Botaniker Ferdinand Julius Cohn, der Historiker Heinrich Fried jung. . , . Sie empfanden natürlich ihre Sonderstellung, auf, die sie andererseits aber auch Wert legten. Jede Abneigung, die aus der Sonderstellung entspringen konnte, haben, sie sich bemüht,, durch Sonderleistung. zu überwinden („Der Abend“, Berlin). Die Emigranten sen Zeitabständen zwecks Tätigkeitsberichl”-Was können mis die Emigranten geben? Vielten uhd’v/eiteren Richtlinien. / /"> , leicht weniger ein Bild vom zukünftigen 6. ln der Zeit zwischen der Annahme ’ der Empfehlungen, zum Palästinaproblem durch die Vollversammlung und dem Erlöschen des britischen Mandats sollen die britischen Streitkräfte, .und die britische Verwaltung weiterhin für die, Aüfreehterhaltung von Ordnung und Sicherheit in Palästina sorgen. Der amerikanische Delegierte Herschel Johnson erklärte ■ sieh mit dem Zeitpunkt einverstanden, den die Sowjet-Union füri die Beendigung des Mandats, in Aussicht -! genommen hatte. ' . Wiedergutmachungsgesetz im der TJS-Zone Mitdem Gesetz Nr.59 der US.-Militärregierung,' das heute verkündet ..wurde, hat die 'amerikanische Besatzungszone als, erste def vier Zonen ein Wiedergutmachungsgesetz erhalten.‘Das Gesetz sieht die Rückgabe von Vermögen, die den rechtmäßigen Eigentümern in der Zeit vom 30. Januar 1.933 bis 8." Mai 1945 zwangsweise abgenommen wurden, vor, und tritt am 10. November in Kraft. / 2. Zusammenkünfte der . Delegierten in gewis- DIPLkING. ZAIJf: 3. Themen der , Zusammenkünfte bestehend aus: - .. Jüdischer ^Literatur, Geschichte, Kultur, Tradition und Politik, .aktuellem . und hebräischem Unterricht, 'worauf besonders Wert gelegt Wird. Außerdem'^werden auch allgemein kulturelle Themen behandelt. Die weitere Ausarbeitung der angegebenen Themen bleibt den Delegierten überlassen.' -4. Literaturbeschaffung für die einzelnen Themen'durch die Kulturdezemate. , 5. Korrekte Erziehung der Jugend nach innen und außen.- , 6. Jugendliche, .-die keiner Religionsgemeinschaft angehören -und einen jüdischen Elternteil haben, aber die Absicht haben, zum Deutschland, denn um das richtig zu formen, fehlen ihnen zumeist die psychologischen Voraussetzungen. Dazu muß man hiergeblieben sein und alles mitgemacht haben. Aber sie können uns etwas sehr Wesentliches geben: Weltgefühl, Freiheitsgefühl, Verbindung nach draußen. Sie haben unter Völkern gelebt, die in weiten Horizonten zu denken-gewohnt sind — etwas was uns Deutschen'leider immer gefehlt hat Sie haben in Ländern sich aufgehalten, für die Demokratie, Humanität, Menschenwürde, Leitideen sind — Begriffe,, die zwar täglich in unseren Zeitungen und Zeitschriften abgehandelt werden, die aber für den Durchschnittsdeutsqhen noeh recht blaß sind. Sie lassen, kehren sie nach /Deutschland , zurück, in ihren Gastländern ein Bild von den MÖg- Judentum " überzutreten, können daher -nach lirhkeiten des Deutschen zurück,; das gewiß „Meine lieben Freunde! / Ich muß es offen sagen: mit gemischten Gefühlen und mit Sorgen belastet kam ich zu diesem Treffen der jüdischen Jugend. Ich war rir unklar über, die Einstellufig dieser Jugend. 1 in- TeiKvon Euch ist auf wunderbare Art geil ittet worden, .der andere Teil konnte sich nur dadurch erhaben, daß er sich selbst verletignete. Ich fragte mich, ob diese Jugend voll und ganz zu unserem' Volk gehört oder ob sie ms schön entfremdet’' ist. Den Deutschen cann diese Jugend nicht'mehr angehören.' Sie' kann es auch deshalb schon nicht, weil sie weiterhin angefeindent wird. Sie kann es ferner nicht, weil zwischenhnen und uns eine unüberbrückbare Kluft liegt, über die gespensterhafte Schatten, der Erinnerung liegen. Hat diese Jugend zu uns zurückgefunden, wird diese Jugend ihr jüdisches Schicksal, selbst meistern, wollen oder wird sie unentschieden hin- und hertaumeln, um neue weitere Enttäuschungen zu erleben? Mit Freude, Zufriedenheit und Genugtuung muß ich feststeilen, daß Ihr . hierher gekommen seid, um neue-Ziele und Aufgaben Vorzubereiten. Die Gegensätze der Vorkriegszeit zwischen Ost- und Westjuden, so glaube ich, scheinen „durch das gemeinsame Schickal beseitigt zu sein. Im Nämen des Zentralkomitees/begrüße, .ich Euch auf das herzlichste* Ich habe den Auftrag, Euch die persönlichen Grüße vpn Josef Roserisaft zu übermitteln, der leider durch Krankheit' verhindert war, hierher zu kommen. Ihr werdet än unsere Stelle treten, aus Eueren Reihen werden diejenigen hervorgehen, die einst; die' Verantwortung zu übernehmen haben und das Ruder in/die Hand nehmen. Deshalb ringen wir um Eperd Seele. Wir wollen Euch unsere Erfahrungen übermitteln; Ihr habt'ja auch Erfahrungen, gesammelt. . Geschichte ist Lebensbeschreibung eines Volkes.' Wir müssen uns die Perspektive der Jahrtausende vor Augen führen, um Zusammenhänge zu finden. . , - Dem Land entrissen, haben wir versucht, unser Volkstftm zu bewahren.- In der Folgezeit erlebte unser Volk Aufstieg , und Niederlage, Anfeindungen öhne Ende. Die letzte Katastrophe in ihrem Ausmaß' und ihren Folgen ist einzig dastehend. ' Inv Mittelalter , waren es Religonsverfolgüngen; diesmal ist es der Rassenhaß. Man. bezeichnfete ihn als eine Wissenschait. Rasseneigentümlichkeiten bestehen, aber niemals in der Form, wie sie dargestellt worden' sind. y Man hat versucht, uns aus Nächstenliebe zu vernichten. Wie kommt Nächstenliebe zu Menschenmord? In Deutschland hatten, wir im Mittelalter sehr unter den Verfolgungen zu leiden. Als ,die Schwarze Pest in Europa wütete, waren die Juden die Brunn m vt rgifter. Wir soileh versuchen, dieser Tatsache auf den Grund zu gehen. Wir müssen feststcilen, warum immer und immer wieder der ■ Antisemitismus hervortritt. Warum sind gerade wir immer wieder die Sündenböcke? . Weil wir Gäste unter den Völkern sind. Wir heben uns redlich bemüht, dort, wo wir waren,, unser Leben' zu verdienen. Wir haben jedem Vclk. gedient, unser Bestes hergegeben, um immer wieder neue Enttäuschungen erleben zu müs-, sen. In frühesten Zeiten steckte man uns ins Ghetto. Wir mußten dort unser. Dasein durch kümmerliches Einkommen - fristen. Unsere. Menschen haben sich; im Laufe, der Zeit in jedem Berufszweig bewährt Man nat nach uns gesucht. - Ein. Land, das sich'-entwickeln wollte,hatMrns verfolgt; Um uns zu/ retten, waren wjr geswungen, immer wieder neue' Zu-; fluchtsprte zu suchen, um dort nach Jahren wieder dasselbe Schicksal erleben zu müssen. Nichts, gar nichts-ist dann von unerem Volkstum geblieben. Wir konnten uns nur noch als eine religiöse Gemeinschaft betrachten.- ' A1T das'Erlebte lag nicht an uns. Wir sind friedliebend, das friedliebenste Volk -auf der Erde, aber können wir damit. Kriege verhin-. dern? . .. , - ■ In neuerer Zeit ist aus unserer Mitte ein Mann erstanden, der all diese großen Zusammenhänge erfaßt hat: Theodor Herzi. Unsere Verbundenheit mit unserem. Land ist nie durch die Geschichte unterbrächen ^worden. Zü jeder Zeit hat es jüdische Menschen gegeben, : die in unser Land ziehen wollten. Schwierigkeiten haben immer bestanden. Es ist .unmöglich, aüs dem religiösen Leben dife nationalen Gefühle ausschalten, zu! wollen:- Es ist ein-Trugschluß, wenn man glaubt, man könnte ohne religiöse Gemeinschaft bestehen, ohne daß, sie im -Zusammenhang mit. unserem Land steht. Trotz aller Gefahr befinden, sich größere Gruppen von "jüdischen- Menschen in unserem. Land. Lange vor Herzi gab es eine zionistische »Bewegung, deren Anhänger .in unser Land gingen, um dort den. Boden zu kultivieren. Aber .Wir müssen-endlich einmal unsere Ansicht durchsetzen, 'daß wir : als jüdisches Volk zu dem Ansehen 'gelangen, zu dem wir gelängen müssen, und daß wir ein' Anrecht darauf haben, nur äas Land als unsere Heimat zu betrachten^ das unserem Volk gehört.“ Nachdem Zaijf sich im wesentlichen über das zionistische Programm äusgelässen hatte, fuhr er fort: , - - : / „Es ist der Zeitpunkt gekommen,, iri^ demwir mit . allem Nachdruck die Forderung auf Gleichberechtigung unseres /Volkes unter den Völkern erheben. Wir‘haben es nicht nötig, erst zu beginnen. Die Arbeit , ist für uns schon getan worden; die erste schwere Arbeit, aus einem verwüsteten Land, in dem Malaria wütete, in dem man. nichts -als Sümpfe und Ruinen sah, Städte und Dörfer entstehenzu lassen. Die ‘ Fundamente sind gelegt. Unsere hohen Ideale, die wir. predigen, sind die Ideale der sozialen ‘ Gerechtigkeit. Unser Zionismus ist nicht mehr, als soziale Gerechtigkeit unter den Völkern. Die doppelte Buchführung, die wirbisher geführt haben, muß endlich einmal, abgeschlossen'werden. Wir wollen nur für unser Land, und für /unser Volk arbeiten. ■ . Als ich-heute bei. meinem Gastgeber in Düsseldorf in den Büchern herumstöberte, fand’ ich in-einem dieser Bücher einen Satz, der auch heute völlige Gültigkeit hat: ' ' . ' „.Einigt -Euch! Wählt das Leben! / Wählt das Leben, eines Volkes, eines gesunden Volkes, das aufbauen will, das Leben auf Arbeit, auf ein sicheres Heim, das Schutz bietet gegen alle Anfeindungen. Treu sich selbst, treu dem jüdischen Volk, treu 'dem,' der Judß, heißt. . So wollen wir der Zukühft entgegensehen“ , individueller' Prüfung .durch den betreff enden ■ Delegierten in , die Jugendgruppe aüfgenommen werden. 7. Aufstellung von Listen der Berufslernenderi und Studenten zwecks . materieller Unterstützung. . / 8 Die- Jugend erkennt die überparteiliche zioindividueir verschieden und gefärbt ist, das aber in seinen positiven Fällen/ein Guthaben darstellt.“ " (Die „Neue Zeit“.)' ■ „Laßt sie ziehen!“ , „Und wenn, die - öffentliche. Meinung in Ihrem Lande noch etwas zu sagen hat, letzt ist. gs nistische Idee als Grundlage für ihre Arbeit Zeit, Ünheil zu verhüten. Denn die Juden von Palästina kämpfen nur für eines, für die äl- 9. Die Bestimmung der Bezeichnung der Ju- - gend-Organisationen sowie weitere Einzelheiten. bleibt, einer weiteren Delegierten- , Versammlung Vorbehalten /; Die Jugend wurde in 6 Gemeindegruppen, eingeteilt, die durch 6 Delegierte . repräsentiert wären und zwar: Für Köln urid Umgebung: Holf Jacobi, Köln,. HohCnzollernstraße 25, - > - ■; für Warburg und Umgebung: Ignaz . Lpwkowitz, Warburg, Am Markt 5, für M.-Gladbach/Krefeld: Isbitzki, b Steffi Bader-Hecht, M.-Gladb.ach, Käiserstraße 136, für Essen-Öberhausen, Duisburg: ./ Manfred Langer, Essen, Rühr-Allee 36, . - i. . .für Detmold, Herford, Bielefeld: Erich Blaustem’, Heidenoldendorf b. Detmold, für Wuppertal, Hagen und Düsseldorf’: Bruno Zotty, Düsseldorf,. Am. Kai'lshof 25. Als Vorsitzender wurde vorläufig Bruno Zolty gewählt. Aus dieser Resolution ersehen wir den ernsten Willen unserer Jugend, jüdische Arbeit;zu leisten. / ' ' : 1 : Wir geben der Hoffnung Ausdruck, daß, ihre Arbeit \von dem Erfolg gekrönt sein wird, den wir ihr wünschen. - - - v -K.' M. ’ MniiiiiiiimimiiiiiilinniiiMiirimiuHniiiiiijiü.imiiiiiiimiMniiiiiitiiiiitmj » teste Parole ihrer Geschichte: Läßt mein Volk ziehen! Es waren ihrer sechs Millionen in Europa, nur ein Zehntel ist übrig geblieben. Ihre Landsleüte hören gerne , das Wort Anständigkeit; wenn Sie noch, einen^ Funken davon haben, dann laßt sie ziehen. Wenn Sie sich weigern, müssen Sie die Konsequenzen tragen, die vielleicht ernster sind, als Sie/denken. Es sollte Ihnen klar sein, daß hier mehr auf dem Spiel steht, als es den An» schein, hat. Ein großes Empire, das die sieben Meerg beherrscht, kann es sich leisten, sich über"die. Weltmeinung hin/wegzusetzen. Aber Sie sind es nicht mehr., Sie können es sich nicht leisten, Macht vor Recht zu setzen, und in dieser Beziehung haben Sie sich bereite die öffentliche Meinung gerade in den zwei Ländern verscherzt-, auf die Sie am meisten angewiesen sind: die USA und. Frankreich. Die Zukunft eines Landes, das sich mit seiner- Macht auf dem . absteigenden Ast befindet, hängt in erster Linie von seiner moralischen Integrität ab. Palästina ist ein Prüfsteiii. für Ihre Integrität; und in mancherlei Hinsicht ist. Ihr Schicksal mit dem seinen verbunden. (A.us einem Brief von Arthur Koestler ah die filtern eines in Pa-, lästina stationierten britischen Soldaten, veröffentlicht in der Londoner Wochenzeitschrift „The New. Statesman and-Nation“]. Mus Öen (Gemeinden vEssen:- •'* y , ■ . ,,Am 2. November eröffnete der Vorsitzende der Gemeinde, Siegfried Levyv im Volkshaus Kray "eine Gemeindeversammlung, zu der etwa 80 GemeindeTnitgliedei erschienen waren. Ergab einen , kurzen Ueberblick, über den Stand der 'Gemeindeangelegenheiten .und streifte dann die letzte. Tagung des Rates der Jüdischen Gemeinden, an der er teilgonommen hatte. ■ ' '; ■ Einen breiten Raum nahm dann, dej Essener „Exodus“-Fall ein, Aus dep Versammlung heraus wurden , scharfe .Angriffe gegen den Essener Stadtrat Eigner gerichtet, der einem Gemeindemitglied die Exmittierung aus seiner Wohnung zu Gunsten eines alten PG‘s innerhalb von zwei Tagen androhte. Die Gemeindeversammlung billigte in einer Entschließung üihstimmig das. Vorgehen ) ihres Vorsitzenden, der zum Zeichen seines ■ Protestes die Mitarbeit in den Stadtäuschüssen demonstrativ einstellte, soweit diese dem Dezernat Eigner unterstehen. . Gleichzeitig soll dieser Fall und das 1 Vorgehen . des - genannten Stadträtes als Schulbeispiel für den mangelnden guten Willeil vieler deutscher Behörden der Weltöffentlichkeit zur- Kenntnis gebracht werden. Im Anschluß' an 'diese unerfreulichen Tatsachen sprächen vom .Kulturdezernat des. Landesverbandes Nordrhein-Westfalen, Fischmann, zu dem .Thema „Jüdische Sitten und Gebräuche“ und Tyrkeltaub über die politische Lage unter besonderer Würdigung unseres Kampfes um Erez. Sein Hinweis auf die unbedingte -Notwendigkeit/ der prozionistischen /Einstellung eines", jeden Einzelnen wird in der zionistischen Gruppe ihren Widerhall, finden. Reicher Beifall dankte den Rednern, die ein aufmerksames 'und willig mitgehehdes Publikum fanden, r - Ueber die Tagung der Arbeitsgemeinschaft der Jüdischen Gemeinden in Berlin berichtete Herbert Berg. - . : v Die Reichhaltigkeit des Stoffes pnd die. vorgerückte Zeit1 verhinderten eine Aussprache über-das Gehörte. Sie wird in der nächsten Versammlung nachgeholt. Gegen 14 Uhr fand die angeregte Und in. voller Einmütigkeit verlaufene Versammlung mit dem Absingen der „Hatikwah“ ihr Ende., Düsseldorf: ’ . Das Kulturdezernat des, Landesverbandes der Jüdischen Gemeinden von Nordihein-Westfalen begann , am 31. Oktober seine-Vortragsserie „Moderne, jüdische Geschichte“ mit. einem Vortrag von Gustav Karsc;hinierow über -das Thema '„Religiöses oder nationales Judentum?“ ' ' - Gustav Karschinierow gab in seinem gut aufgebauten Referat eine kurze Uebersicht von der Entstehung des Chasidissmus bis zu der letzten Katastrophe. „ Im Abschluß’ an diesen- Vortrag, entwickelte sich' eine lebhafte Diskussion, woraus zu ersehen, war, daß das Referat allgemeines Interesse erweckte.! Dä Ghawer Karschinierow alle. Fragen präzise beantworten konnte, stand die Diskussion' auf einem sehr, hohen Niveau. ' Zum Abschluß gab Saul Tyrkeltaub einen Ueberblick über jüdische Pressemeldungen, 79008066936362353853351471477