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Jüdisches Gemeindeblatt für die britische Zone · 1947-08-27 · 10 (27.8.1947) · p. Seite 6

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Journal
Jüdisches Gemeindeblatt für die britische Zone
Volume
2 (1947/48)
Issue
10 (27.8.1947)
Date
1947-08-27
Page
Seite 6 (sequence 6)
Language
German
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f /! i I li \ II :l!|i l|ii \ || er;u;v i1B j;| ||i ‘U. Seite 6 — 27, August 1947 JÜDISCHES fcEMEINDEBLATT FÜR. DIE BRITISCHE ZONE ■ Das palästinensische Problem Die Affäre der „Exodus 47“ einerseits, die Hinrichtung der beiden britischen Sergeanten durch-die Terroristen 4er Irgun andererseits bilden ein wenig ermutigendes Vorspiel. _zur v Diskussion des Palästinaproblems vor der Generalversammlung der UNO im nächsten Sep- terttber. - Das Problem läßt sich augenblicklich dahin zusammenfassbn: In welchem "Maße und unter Welchen Garantien wird man die jüdische. Einwanderung nach Palästina gestatten. Die Juden Wünschen sie, um ihren Glaubensbrüdern, die vor einem, dauernden Antisemi-, tismus in gewissen - europäischen, Ländern fliehen, Asyl zu bieten, und um die Forderung eines jüdischen Staates im Heiligen Land zu unterstützen, spi es selbst um den Preis einer Teilung Palästinas zwischen Arabern und Israeliten. Die Araber widersetzen sich der jüdischen Einwanderung in ein Land, aus dem sie einen unabhängigen und einheitlichen Staat mit. arabischer Mehrheit machen wollen. Juden und Araber sind nur in. einem Punkt, einig: Die /Räumung des. 1? Landes durch England. : Dies sind die Probleme, denen die UNO während ihrer außerordentlichen Sitzung im letzten April nicht/ernstlich hatte näherkommen wollen. Nach dem Mißerfolg-'der zweimaligen Londoner Versöhnungsversuche ‘ zwischen Arabern und Juden (September 1946 und Februar, 1947), auf das Gesuch Englands hin einberufen, entschied die außerordentliche Versammlung der UNO, nur eine Sönderun- ' tersuchungskommission zu bilden, um in ihrer gewöhnlichen Sitzung vom September den Vereinigten Nationen einen vollständigen Üeberblick über die Tatsachen des Problems . zu' geben. _ Von Mitte Juni bis kürzlich hat die Untersuchungskommission an Ort und Stelle trotz des Boykotts der palästinensischen Araber' gearbeitet — dieser wurde glücklicherweise in ihrem eigenen Interesse auf gewogen durch die Mitarbeit der anderen arabischen Staaten -3- ■ und hat die größtmögliche' Zahl an Zeugenaussagen aller ah . der Lösung des palästinensischeh. Dilemmas interessierten Elemente zusammengestellt.; Unglücklicherweise haben gewisse Vorfälle (während ihrer Tätigkeit ( stattgefunden, und sie haben nicht zu der Beruhigung beigetragen, ‘ die dem - Resultat der Untersuchung mehr Gewicht und Wirkungs- ( kraft verliehen hätte;^ Einige Tage vor der Ankunft der Kommis-' ' sion in Palästina/Wurden drei jüdische „Terroristen“. durch' die britische Militärgerichtsbarkeit zum Tode verurteilt Ihre Hinrichtung Wurde aufgeschoben; aber das verhinderte, nicht die Zühahme der Terrorakte. Die Haglnah, eine, halbmilitärische Organisation der gemäßig|§!k' Zionisten, nahm gegen Irgun, die. extremistische Organisation, Stellung, um dem notwendigen Waffenstillstand- Achtung zu verschaffen. Andererseits ■ fuhr die heimliche jüdische Einwanderung fort und mit ihr das Aüfbringen der Schiffe und die Deportationen. nach Cypern, und das brachte die Verwirrung selbst in die Reihen der Haganah. Di6 Affäre der 4500 Juden des „Exodus“, -die zu ihrem heimlichen Einschiffungsort wieder ' zurückgeschickt -wurden, bewirkt, daß die allgemeine jüdische Meinung sich gegen Großbritannien wendet. , /■ _ Dagegen bildet sich-durch die Ermordung der beiden britischen Soldaten, als Gegenmaßregel , 4er ‘Hinrichtung der drei jüdischen Terroristen, ein Graben zwischen den Zionisten selbst, je nachdem, ob sie Anhänger der Gesetzlichkeit oder der Gewalttätigkeit sind,, die nur Wiedervergeltungen nach sich zieht. 1 Was auch immer die Lösung. sein _ wird, die die britischen und französischen Behörden der. magischen Odyssee dfes „Exodus“ geben werden; so sind sie zwischen den Anforderungen des menschlichen Mitfühlens und der tatsächlichen politischen und juristischeil Lage geteilt, die voller Schwierigkeiten und Widersprüchen ist. Pies wird nur die empirische Lösung einer Episode sein die Gefahr läuft, sich zu wiederholen. Die UNO muß im September eine Gesamtlösung finden. Augenblicklich studiert die Untersuchungskommission. die . Kehrs'eite . des jüdischen Einwanderungsproblems: Die Lage / der Juden in den europäischen. Ländern, denen ' sie nach dem kaum gastfreundlicheren verheißenen Land entfliehen wollen. ' Nouvelles de France. y- Öas stumme Opfer Der Berliner „TagesspiegeT veröffentlicht eine Zuschrift der Evgla Hilfsstelle für ehemals Rasseverfolgte. In dem Schreiben wird eines Sachverhaltes Erwähnung getan, von '■ dem bislang wenig vor der' öffenlichkeit die Rede gewesen ist. Er verdient es, in Erinnerung gebracht zu werden? Die Zuschrift / bemerkt u. a.: V - . * „Wenn von' den leider viel zu wenigen. Deutschen gesprochen wird, die sich dem Nationalsozialismus nicht; beugten, sollte man picht die „arischen“ Ehefrauen rassigch verfolgter Männer vergessen, die auf jede Konsequenzhin ihr Schicksal ari das ihrer Ehepartner ketteten. Besonders die Flauen der sogepann1-, ten Sternträger haben rühmliche Festigkeit be- , wiesen. Während von den Menschen, bei denen der Mann „arisch“ war, etwa die Hälfte getrennt worden ist (was für die Frauen fast regelmäßig das Todesurteil bedeutete), haben fast achtzig Prozent der „arischen Flauen den schweren Kampf durchgekämpfC Sie haben ihre Männer zum großen Teil dadurch gerettet. Am ersten Tage 4er' Kennzeichnung -mit dem Stern (am 19. Sepr tember 1941) haben diese Frauen ihre Männer zu ihrer Arbeitsstelle begleitet und von dort ahgeholt, um ihnen die schwere seelische Belastung zu erleichtern. Schon diese ersten Wege glichen einem Spießrutenlaufen und jede dieser. Frauen mußte in der Folge Besehimpfungen, Denunziationen, polizeiliche Sistierungen ünd ähnliches .über sich ergehen lassen. Keine Drohungen oder Lockungen, keine wirtschaftlichen Zwangsauflagen, keine Nötigung zu schwerster Arbeit konnten diese Frauen wankend machen. >' Der Lohn für: ihr mutiges Aösharren war die Erhaltung des Lebens ihrer Männer; dafür; haben aber diese Trauen'in vielen Fällen ihre Gesundheit* geopfert. Das erfahren wir in der Arbeit un- -4s» Düsseldorf * . Am 1. August wurde im Lokal des Kulturdezernates ein Sportverein gegründet., Es sind folgend^ Sportabteilungen vorgesehen: Fußball, Handball, Schwimmen, Tischtennis und verschiedene andere. In den nächsten Wochen wird ein gemeinschaftliches' Zusammentreffenmit allen jüdischen Sportklubs in Düsseldorf stattfinden. Den Gemeindemitgliedern der Umgebung, die. sich an ihren Wohnorten nicht sportlich betätigen können, wird die Möglichkeit gegeben, jich an die Sportabteilung in Düsseldorf anzuschließen. Dank der Hilfe des Joint ist es möglich geworden, .einige* Sportgeräte anzuschaffen. * * « ■’ ' ' 'V-: Die Bibliothek des Kulturdezernates ist durch das Zentralkomitee mit neuen jüdischen Büchern versehen worden. Alle Gemeindemitglieder des Landes Nordrhein-Westfalen wer-' den darauf aufmerksam gemacht, daß jsie durch /die Vorsitzenden ihrer Gemeinden wöchentlich Bücher bekommen können. , ■ ' * * * Auf Wünsch vieler Gemeindemitglieder des Landes. Nordrhein-Westfalen wird demnächst int „Jüdischen Gemeindeblatt“ eine Rubrik für hebräischen Unterricht: eingerichtet. Da die jüdischen Menschen in vielen kleinen Orten nicht die Möglichkeit haben, an hebräischem Unterricht teilzunehmen, so werden auch sie durch diese ^Veröffentlichung die Gelegenheit erhalten, hebräisch zu lernen. * * * Am Schabbath, dem 30. August 1947, 14. Elu.ll, 5707 findet die Barmitzwah des Max Voss, Sohn der Eheleute Hermann und Rifka vVoss, Düsseldorf-Benrath, Steinkribbenstraße 18, im Beetsaal der Synagogengemeinde, Oberländesgericht, statt. Der Gottesdienst beginnt um 9.30 Uhr, die Einsegnung wird vom Chef-Rabbiner der britischen Zone, Dr. H. Helfgött vorgenommen. £ Wir laden -unsere Gemeindemitgliecler und die Jugend des Lahdesverbandes herzlichSt ein, an dieser Barmitzwahfeier teilzunehmen. / - '■ /_ Der Vorstand der Synagogengemeinde Düsseldorf Krefeld . Ajn 27. Juli fand in Krefeld eine Versammlung aller Gemeindemitglieder statt. Nach der Eröffnungsrede *des Vorsitzenden der Gemeinde, Chawer L e w e n, der mit sehr: schönen Worten einen Bericht über den Zweiten Kongreß der befreiten Juden der britischen Zone erstattete, sprachen auch die anwesenden Vertreter des Kulturdezernates des 1 Landesverbandes der jüdischen, Gemeinde, Chawer Rozyne und der zum Vorstand gehörige Chawer Fi sch man n. Letzterer gab Richtlinien für die zukünftige* Arbeit, speziell für ' das kulturelle Leben.’ , : . Chawer Sim,on Krefeld, der sich bereit er- ' klärt hätte, die kulturelle Arbeit in Krefeld zu leiten, konnte schon auf Erfolge hinweisen. Danach - entwickelte sich eine Diskussion über die Ausführungen-von Rozyne and Fischmann. Die Versammlung wurde in gehobener, freudiger ' Stimmung mit dem Gesang der Hatikwah geschlossen. .. . / . ' , . ■ Mainz ■ „ Infolge . des Rücktritts des bisherigen Vörr: sitzenden Max Waldmann Wegen Arbeitsüberlastung. sah sich die Gemeinde Mainz gezwungen, zwecks Neuwähl, eine Mitgliederver- . Sammlung' einzuberufert. An der . Sitzung nahmen außer den zahlreich erschienenen Ge- -meindemitgliedern Cpt. Mathes, Kulturdezer- Bekanntmachung .des Zentral Rabbinats der Britischen Zone, Bergen-Belsen, Hohne Camp Alle beabsichtigten jüdischen Eheschließungen in der britischen Zone sind mindestens vier Wochen vor de,r beabsichtigten Trauung dem Zentralräbbinat mitzuteilen. Dieser Mitteilung* sind alle -erforderlichen schriftlichen Unter-/ lägein beizufügen. In Fällen* in “denen einer der Verlobten verwitwet ist, ist es: notwendig, daß - eine .jüdische Todeserklärung vorgelegt oder bei dem Zentralrabbinat beantragt wird. gez. Dr. H. Helfgott nerit der französischen/Militärregierung sowie der 'Präsident des -Landesverbandes, der jüdischen Gemeinden von, Rheinland-Pfalz, Addi' Öernd teil. Zu Beginn wurde ein Kassenbericht , vorgelegt aus dejn ersichtlich war, daß die Gemeinde Mainz aus eigenen Kräften, über eine ansehnliche Summe verfügt. Im Anschluß daran sprach Addi Bernd über Gegenwartsfragen! des Judentums und über den Zweck und den Sinn der jüdischen Gemeinden in Deutschland. Er wies auf die großen Anstrengungen der Juden . in * der ganzen Welt hihK die Situation der in Deutschland lebenden jüdischen Menschen zu bessern und vor allen Dingen die Auswanderung nach Palästina und anderen Ueberseeländem ztf fördern. Es gilt vor allem'hei ,‘unseren Glaubensbrüdern im serer Hilfsstelle immer wieder. Zu unseren Schützlingen zählen mehr als dreihundert Frauen ehemaliger Sterntrager, bei denen „die Sterbichkeitsziffer weit über dem Durchschnitt liegt.“ — —- Der Physiker Professor- Johannes Starke Nöhelpreisträger ’-on 1919, wurde von der Spruchkammer. R '1 stein in die Gruppe der" Hauptschuldigen , aigereiht ’ und für vier Jahre in ein Arbeitslager verwiesen/weil er u. a. antisemitische Schriften veröffentlicht. hat und die Berufung von Professoren und wissenschaftlichen Mitarbeitern von ihrer nationalsozialistischen Einstellung abhängig machte. („Rheinische Post“ Nr. 55 vom 12. Juli.) Ausland das Vertrauen zu festigen, ganz be-! sonders in Erkenntnis .dessen, daß die Auswanderung das dringlichste Problem unserer Zeit ist. Der Begriff des Nochmehrmitgemachthabens und des viertel, achtel und sechzehn* tel Juden muß endlich einmal eiper, progressiven /Auffassung und der Rückkehr zum wahren Jüdentum Platz machen. Auch Cpt. Mathes richtete eindringliche Worte an die Gemeindemitglieder, die in Kürze einzuweihende Synagoge regelmäßig zu besuchen und durch, jüdische Erziehung ihren Kinder, ihre Pflicht gegenüber dem Judentum zu erfüllen. Anschließend fand in geheimer Abstimmung die Neuwahl des Vorsitzenden der jüdischen Gemeinde Mainz/statt .Als erster Vorsitzender wurde Max G'ruenfeld, als Repräsentanten Einstein, Kehr m ann und- Reiner gewählt. Eine, rege' Aussprache mit dem Präsidenten des Landesverbandes beendete die Sitzung,. ’ Essen ■ - / , Am 15, August hatte die Gemeinde Essen zu einer Gemeindeversammlung im Volkshaus Essen-Kray eingeläden, zu der, eine Anzahl Gemeindemitglieder erschienen waren. / Der Vorsitzende, Siegfried Levy eröffnete die Versammlung und verlas verschiedene Schreiben, deren Inhalt für die anwesenden Mitglieder sehr interessant war. Er gab einen Üeberblick über4 die Arbeit, die im letzten halben Jahr-vom Vorstand geleistet wurde. Alsdann verlas er einen Antrag, die Repräsentanz auf sieben Mitglieder zu erhöhen. Dieser Antrag wurde von Siegfried Löwenstein gestellt und begründet. Nachdem verschiedene Redner zu diesem Antrag gesprochen hatten, wurde zur- Abstimmung geschritten und dieser mit großer Mehrheit abgelehnt.; - ' Nach Beantwortung verschiedener Anfragen, die auf der Versammlung gestellt wurden, erreichte diese ihr Ende. . Der darauffolgende Freitagabendgottesdienst hatte ein ganz besonderes Gepräge, da Rabbiner "Dr. Helfgott eingeläden und auch erschienen war. ' / Samstagmorgen fand der Gottesdienst rim Forsthaus Essen-Rellinghausen statt und würde zum größtenteil von Dr. Helf gott gehalten.- In. keiner Predigt behandelte er diA fünf Bücher* Moses und ganz besonders den für den Schabbes zu verlesenden Abschnitt der Thora. , , Nach dem Minchahgebet erläuterte er in einer sehr interessanten Art und Weise das Wesen des Jüdenttyns im Gegensatz zu deh schon längst verschwundenen Völkerri der Griechen, Römer, Armenier. Er erklärte, daß die Griechen das Volk des Verstandes gewesen seien, ,Nr. 10 —'2. Jahrgang während die Juden das Volk des Herzens wären. Dann bat er darum, Anfragen an ihn zu, stellen, die auch sofort ihre Beantwortung fanden. ‘ ,; Zum Schluß dankte Siegfried Levy Rabbiner Dr. Helf gott für sein Kommen. H. Berg Dr. Kurt Lewin fährt nach Palästina Am 17. August fand in Bergen-Belsen in einem kleinen Kreise eine Abschiedsfeier für Dr. Kurf Lewin, dem Leit®r der Jewish Agency for Palestine -in der britischen Zone statt, Dr. Kurt Lewin fährt zum ersten Mal nach ' 1% Jahren zu seiner Familie nach Palästina. In allen Ansprachen, die" bei diesem Bankett gehalten wurden, wurden die Leistungen Kurt Lewins hervorgehoben. Besonders bedeutahgs-/ voll waren die Worte, die Josef Rosensaft Sprach, den erklärte, ^velch nützliche Arbeit der Verneiner Kurt Lewin für die Scherith- Hapletah geleistet habe. Der Ghef der D.P.- Division gab seiner Enttäuschung darüber Ausdruck, daß Kurt Lewin uns verlassen will. Er bestätigte, Ayie güt 'er mit ihm zusammengearbeitet habe und welches riesengroße Ver- . trauen er und Seine Dienststelle zu ihm haben. Zum Schluß gab er dem Wunsche Ausdruck, daß es gelingen möge,, daß Kurt Lewin nach einer vierwöchentlichen Erholung nach' Bergenßelsen zurückkehren /möge. „Das liegt in ihrem, aber auch in unserem Interesse“, '/'. ■* . Wir Senden Kurt Lewin, über dessen Tätigkeit Wir so oft Gelegenheit hatten zu berichten, unsere herzlichsten Grüße, die wir mit' dem Wunsch . verbinden, daß er; bei Frau und Kind die Erholung findet, die er nach der schweren Arbeit dringend notwendig hat. Wir sträuben uns dagegen, von ihm Abschied zu nehmen und hoffen, daß er tatsächlich in kurzer Zeit wieder die Verantwortung für diö Geschicke .unserer jüdischen Menschen in der britischen Zone ih die Hapd nimmt. Der Kommandant der jüdischen Polizei in Bergen-Belsen nahm Abschied Simcha Winnik und seine Frau gehören zu den Glücklichen, die am 24. August auch nacli Palästina gehen. ■;* In Bergen-Belseri wurden ihm eine Reihe von Ehrungen zuteil. Wir hätten* Gelegenheit, der .. Abschiedsfeier,/ die die jüdische. Polizei ihm gab, beizuwohnen. Die Worte, die hier von allen Führern der Parteien* des Zentral-Komitees und des örtlichen Komitees gesprochen wurden, bewiesen,/welche Arbeit Winnik im Lager Belsen .vollbracht hat. Wir konnten uns davon überzeugen, daß er keine Feinde — nur Freunde, hat,’ und das , will für einen, Pölizei-Kommändanten \etwas bedeuten! Wir senden Winnik und seiner tapferen klei-/ nen Frau, die sich im Augenblick auf hoher'/ See befinden, die’ herzlichsten Grüße, ye^uj^ß, den mit dem Wunsch, dai3 aie, in Palästina, Glück findenmögen, das sie und wir allv, suchen. ■'/" inimiiiiiiiTiiii!Hii::::uimiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiinniiiuiniiuiiiiiiiiiimiiiiiitiniuiiiii|iii,ilJiifiiirtmfiii Äüsschluß aus der jüdischen Gemeinschaft wegen unwürdigen Verhaltens K Wie wir aus Köln erfahren hat der.Vorstand und die Repräsentanz der Synagogengemeinde Köln in der Siteung vom 19,/Augüst den Be- <■ Schluß gefaßt,’ entsprechend der Empfehlung des Ehrengerichts des Zentralkomitees der befreiten Juden der britischen Zone vom 10. / Aügust, “das Mitglied der. Synagogengemeinde Köln S a 11 y K.e s s 1 e r wegen unwürdigen Verhaltens/gegenüber seinen Glaubensgenos- ’ Sen im KZ aus der jüdischen Gemeinschaft auszuschließen. / v - u. 1 Die jüdische Jugend des Landes Nordrhein-Westfalen besucht Bergen-Belsen Am 17, und l8. Aügust fand in Bergen-Belsen ein Treffen der jüdischen Jugend von Notdrhein-Westfalen statt. Es kamen Insgesamt etwa 200 junge Menschen. / / Rafael Olewski, der Leiter d.ss Kulturamtes des Zentralkomitees, zusammen mit dem Herausgeber unserer Zeitung, Karl Marx, begrüßte die Jugend und führte'sie, durch die Ausstellung „Unser in die Freiheit“-. Main konnte immer wieder sehen; mit welcher lleberraschung die jungen Menschen vor den einzelnen Kiosken standen. 'Sie hielten es für unfaßbar, daß in einer Spanne von zwei J.aliren, die aus1 den Konzentrationslagern geretteten jüdischen Mensöhen in der Rage waren, die Arbeit zu leisten, die die Ausstellung , zeigt. Ganz besondere Aufmei-ksamkeit wurde der Abteilung Fachschulen geschenkt. Die zahn-, technischen Arbeiten der / Jugendlichen der Fachschule riefen /die größte Bewunderung . hervor. Viele der nach Belsen gekommenen ■ fdädels standen erstaunt vor der Ausstellung der Näherinnein fieser Schule, Sie bekämen hier Kleider- und Wäschemodelle zu ‘ sehen, wie sie leider heute nirgends zu, bekommen sind. - ■' ' •. Die Mädels und Jungen wabert Gäste der verschiedensten Kibutzim. Jeddr Kibutz. hätte zirka bis 40 dieser Jugendlichen auf genommen und ib wirklich jüdischer'Gastfreundschaft bewirtet. % ' Am -Nachmittag des ’17. August erfolgte ' die offiziell^ Begrüßung*, in; der neben Rafael, Olewski .Josef Rosensaft das Wort ergriff; Im Anschluß daran hielt Dr. Kurt Lewin ein Referat über Palästina. Er sagte den Besuchern viel Neues und Schönes. Er; unterließ es aber auch nicht, darauf hinzuweisen, daß man in Palästina arbeiten müsse, ernst arbeiten müsse. Diese Arbeit aber, die dort geleistet wird* leisten wir für uns. .unser Volk. Gegen 6 Uhr äbends fuhren wir zum Lager 1, dem ehemaligen-, Konzentrationslager Belsen. Sie standen lange1 vor den Massengräbern, und kein Auge ,blieb trocken, als Ch. Rozyne . ' ■ . ■ v . ■ ■ / erklärte. Viele dieser Jungen und Mädels haben ihre Eltern oder Geschwister in Konzentrationslagern verlören. Es gab wohl keinen, der in diesem Augenblick nicht an seine Angehörigen oder Freunde dachte, die Opfer geworden sind. / ■' Am Sonntag abend waren die Besucher Gäste in den einzelnen; Kibutzim. Es wurden lustige »Abende veranstaltet; es wurden jüdische und hebräische Lieder gesungen, es wunden jüdische Tänze. gStärizt. Am lß. August hielt Dav’d Etstein von der’ Jewish Agency for Palestine ein Referat über das Thema „Die Gegenwartsaufgaben der jüdischen Jugend“. Die. sich an das Referat an-, schließende Diskussion, war überaus interessant.' Jeder der Gekommenen wollte etwas wissen und erhielt Antwort. Im Anschluß an diese. Diskussion hielt Ch. Rozyne noch ein kurzes Referat, in dem ej nochmals, auf die dringende Notwendigkeit der Vorbereitung auf die Auswanderung ■ nach Palästina hinwies. Er gab bekännt, daß sofort darpit begonnen werden würde, eine Jugendtagurig der ganzen britischen Zone in *Belsen" vorzubereiten. ' ' Am Nachmittag des 18. August fuhren die einzelnen Gruppen wieder nach Hause. Nicht weniger als 14 junge Menschen ha£en vor ihrer Abfahrt schon den Wunsch geäußert, -n ein Kibutz eintreten zu dürfen. “ Damit dürfte bewiesen sein, welph großes Interesse dieser Besuch in Belsen erweckt hat. . Wer jüdisches politisches Leben kennenlernen will, soll sich entschließen, Belsen zu besuchen. Er soll dort in Augenschein nehmen, was Menschen, die seelisch und körperlich vollkommen gebrochen waren, für unsere Sache geleistet haben. Das gute Gelingen dieser Tagung ist unserem Chawer Ch. Rozyne, zu verdanken, der zu seiner Freude und zu unserem Bedauern auch zu den Glücklichen, gehört, die in kurzer Zeit nach Palästina fahren. '' ■ " v;-\ /'.

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