Jüdisches Gemeindeblatt für die britische Zone
- Journal
- Jüdisches Gemeindeblatt für die britische Zone
- Volume
- 2 (1947/48)
- Issue
- 9 (13.8.1947)
- Date
- 1947-08-13
- Page
- Seite 4 (sequence 4)
- Language
- German
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Seite; f' 13. August 1947 JUPISCHES GEMEINDEBLATT FUp. DIE BRITISCHE ZONE Drohung mit KZ keine Mord- . drohung? Unerhört mildes Urteil für Arisierungs-' / Verbrecher ' Dortmund: Ein Bild aus der übelsten Zeit der jüngsten deutschen Vergangenheit -rollte bei der' Verhandlung Vor dem hiesigen Landgericht gegen' den früheren Funktionär der DAF, Breuer, ab, der wegen Erpressung und Nötigung bei der „Arisierung“ jüdischer Geschäfte angeklagt war. Wie'selbst der Verteidiger ausführte, mußte jedem Deutschen die Schamröte ins Gesicht steigen, als durch den Schriftwechsel des Angeklagten mit seiner Behörde, sowie durch erschütternde Zeugenaussagen aufgezeigt wurde, mit welchen brutalen Mo-, thoden die Juden .zum zwangsweisen Ver- kauf ■ ihrer Geschäfte; gezwungen wurden. Wenn das rabiate Auftreten, des Angeklagten nicht genügte, um seine Opfer willfährig, zu machen, so schreckte. er. nicht davor zurück, ihnen mit dem KZ zu drohen, ja sogar die Gestapo herbeizuholen. Der Angeklagte selbst machte dem Bild eines „Edelgermanen“ weiiig Ehre. So brtflal er seinerzeit auf getreten war, und so sehr er seine Opfer angeschrien und beleidigt hatte, so kleinlaut war er jetzt und konnte sich an nichts mehr erinnern. l£r leugnete sogar, , einen Brief geschrieben zu haben, der sein1 eigenes Diktatzeichen und seine eigene Unterschrift trug. Nicht nur, die schändlichen Preise, die die Juden für ihre Geschäfte bekamen, und die nicht einmal den Schröttwert des vorhandenen Lagers deckten, auch die Person des Käufers wurde 'den Juden auf gezwungen. Breuer brüstete sich in dem aufgefundenen - Briefr Wechsel gegenüber seiner Behörde sogar damit, daß gr diese festgesetzten. Schandpreise nochmals erheblich gedrückt . habe. In einem Falle war dem „arischen“ Käufer der niedrige Preis so unangenehm, daß er freiwillig einen höheren Preis zahlte. In anderen Fällen müßte' der Käufer ein Vielfaches des „Kaufpreises“ dem Finanzamt nachzahlen. Daß der Angeklagte Von dem auf diese Art bevorteilten Käufer Vergünstigungen erhielt,' wurde in der Verhandlung mir nebenbei erwähnt. Selbst der Zeuge Hoyer, der frühere Vorgesetzte des Angeklagten, der ihn indie Arisierungstätigkeit eingeführt hatte, gab seiner Abscheu gegen die „Raubritter“ Ausdruck, die sich damals danach drängten — ohne vpn irgendwelcher Fachkehntnis getrübt zu sein — die jüdischen Geschäfte zu übernehmen. Der Vorsitzende bezeichhete sie sogar1 als Leichenfledderer. Warum Hoyer allerdings nicht selbst mit .auf der Anklagebank saß, ist unverständlich. Noch unverständlicher' ist es, wfeshalb die Justiz diese Gewalttaten nur als gewöhnliche strafbare Handlungen behandelte. In Wirklichkeit war die „Arisierung“ eine hochpolitische^» Aktion, deren Dtirchführung mit Mij^el|^;^wmiSen wurde,, die als schwere Verbrechen'/'gegen die Menschlichkeit zu^ bezeichnen und nach dem Kontrollratgesetz Nr. 10 abzuurteilen sind. Dies nachzuholen wird mit allem Nachdruck gefordert. - v / Der Staatsanwalt forderte gegen den Angeklagten %% Jahre Zuchthaus Wegen Erpressung mit Todesdrohung. Das Gericht stellte sich jedoch auf den Standpunkt, daß die Drohung: mit dem KZ, ipn Jahre 1938 keine- Morddrohung gewesen sei. wie man sie für spatere, Jahre vielleicht' annehmen müsse. Demgegenüber steht einwandfrei fest; daß zahlreiche Juden bereits im Jahre 1938 im KZ. ermordet worden sind, und ihre Angehörigen ständig zitterten, daß ihnen die Asche des* „Verstorbenen“ unter Nachnahme Zugej Schickt würde. Die jüdischen Häftlinge, denen jegliche ärztliche Betreuung im Läger versagt war, waren für die SS.-Wachmannschaften Freiwild. Dem Angeklagten Breuer müßte dies als DAF-Fühktionär bekannt gewesen sein. ■ : . Auch die Annahme einer „fortgesetzten Handlung“ - durch ,.das Gericht stand im Gegensatz zu der Auffassung des Staatsanwalts. Wenn es bei dieser Beurteilung bleibt, kann der Arigekl>e, der nur wegen ein paar Fällen vor Gericht stand, niemals mehr für andere. Gewalttaten bei der „Arisierung“ jüdischer Geschäfte verurteilt werden. Es ist dabei?u bedenken, daß die meisten seiner Opfer inzwischen in den Gaskammernums Leben gekommen sind. Die. wenigen heute noch lebenden Zeugen konnten zwar die Methoden, die Breuer anwandte, bekunden, sind jedoch keinesfalls maßgebend für. die Zahl der durch’ Breuer verübten Gewalttätern Die änderen durch den auf gefundenen Schriftwechsel bewiesenen „Arisierungen“, die der Angeklagte vornahm, standen überhaupt: nicht unter Anklage urrd wurden bei der Urteilsfindung nicht berücksichtigt. Wenn schließlich das Gericht der Auffassung war, »daß Breuer zwar seine Opfer unter Druck gesetzt habe, daß er selbst aber auch unter dem Druck des Kreisleiters stand, so ist diese milde Beurteilung angesichts der Brutalität und des gemeinen Auftretens des Angeklagten gegenüber «seinen Opfern unbedingt zu mißbilligen. . Das Urteil von zwei Jahren Gefängnis unter Anrechnung der Untersuchungshaft gegen den Angeklagten, der einstmals der Sdnvcken der Juden in Dortmund war und der in der verwerflichsten Art sich und andere bereicherte, darf unter keinen Umständen bestehen bleiben. F. Günzbürger neue der befreiten Juden in der britischen Zone Gemäß1 der Vorschläge der Permanenzkommission, die am 20. Juli im. Aufträge des Zweiten Kongresses der befreiten Juden in der britischen Zone Deutschlands gewählt worden war, wurdö für die Weiterführung des Central Committee of Liberated - Jews in the British Zone eine Exekutive und als Kontrollorgan -der Exekutive ein Rat beim jüdischen Zentralkomitee gewählt. > Die Exekutive, besteht aus 15 Personen’, der Rat aus 39 Mitgliedern. Die Exekutive setzt sieh wie folgt zusammen: Vorsitzender: Josef Rosensaft, Belsen; Stellv. Vorsitzender*Norbert Wollheim, Lübeck;, Mitglieder: Norbert Prager, Hannover; Heinz Salomon, Kiel; Harry Goldstein, Hamburg; Julius Dreifuß, Düsseldorf; Moritz Gold- Schmidt, Köln; Rafael Olewski, Belsen; Berl Horowlcz, Belsen; Dov Läufer, Bel- ' sen; Samuel Wajntraub, Belsen; David Rosenthal, Belsen; E. Szmitana, Belsen; E. Ginsburg, Belsen; B; Kösowski, Belsen. Rabbiner Dr.. Helfgott und Rabbiner Olewski wurden in die Exekutive delegiert mit dem Mitbestimmungsrecht in allen religiösen Fragen. "■ . Zum Vorsitzenden des Rates wurde Carl Katz, Bremen, zum stellvertretenden Vorsitzenden Frau Dr. Hadassah Bimko, Belsen, gewählt. Der Vorsitzende des Rates gehört (der Exekutive mit Stimmrecht an. Die Zusammensetzung ist örtlich wie folgt gegliedert: Westfalen: Heimberg, Dortmund; Rosenbaum, Dortmund; Neuwald, Gelsenkirchen. Hamburg: Nathan, Harhburg; GolenzOr, Hamburg; Kempler, Hamburg. R h e i h 1 a n cf: Loewendahl, Aachen; LeVy, Essen; Hecht, M.-Gladbach. Köln: Birnbaum, Köln; Sachs, Köln. Lübeck: Kusne, Lübeck. Osnabrück: Münz, Osnabrück. Hannover: Nußbaum, Hannover. Niedersachj?en: Finkielstein, Papenburg, .Belsen: Kahan, Zandmann, Uzbach; Rothenburg, Heber, Trepman Bloch, Feder, Singer, Gutman, Meyerbeer. x Hannover-Komitee: Berger, Hannover; Abrähamer, Hannover.; Neustadt-Komitee: Feferman. Kaunitz-Komitee: .Juritewitz. Braunschweig: Cedefbaum. Celle: Kaufman. Lüneburg: Reich. ' Q o s 1 a r: Saionz. Northeim: Dr. Lewanda. Düsseldorf: Rozyne. .; K r.e f e 1 d: Leven. Belsen: Zisorek. > Dem Rat gehören ebenfalls zwei Rabbiner mit Stimmrecht in allen religiösen Tragen an. , Die Wahl der Zentralinstanzen in der oben berichteten Form erfolgte einstimmig durch alle anwesenden Delegierten des Kongresses. Wir, die befreiten Juden in Lägern und Gemeinden der britischen Zone Deutschlands, haben mit Entsetzen von dem Mord an den beiden britischen Sergeanten in Palästina Kenntnis genommen. \ - Wir sind däm jüdischen Jischuw in Palästina dankbar für alle Anstrengungen, die er unternimmt, üm uns aüs unserer hoffnungslosen Lage Zu befreien. Wir wissen aber, daß die Täten irregeleiteter Einzelgänger unS nicht helfen werden und erklären mit Entschiedenheit, daß wir weit von ihnen abrücken. » Tiefe Abscheu hat uns in den deutsch^! Konzentrationslagern gegen jegliche Form von Gewaitmaßnahmen erfüllt. Wir wehren uns auch heute gegen alle Terrormaßnahmen, die im Land unserer Hoffnung unter dem Vorwand geschehen, uns Hilfe leisten wollen; An alle Kreise, die Einfluß auf unser Schicksal haben, appellieren wir. uns den Weg in das Land zu ebnen. Niemals werden wir uns identifizieren lassen mit unjüdischen Taten, die den Abscheu des Jischuw in Palästina und der Menschheit gefunden haben. \ Central Jewish Committee -in the British Zone v Rösensaft Wollheim Belsen, den 31. Juli 1947 Ehrung der Toten der „Cap Arcona“ Am 6. Juli stand Neustadt (fjolstejjn) unter dem Eindruck der Enthüllung eines Denkmals für die verschleppten ertrunkenen KZ.-Häftlinge. Wie bekannt, wurden durch deutsche Behörden kurz vor der Befreiung 15 Q00 Insassen von verschiedenen KZ-Lägem auf drei Schiffe, verteilt. Das größte davon war die „Cap Arcona“. Alliierte Bombenflugzeuge, die die Schiffe sahen; bombardierten sie, nicht wissend, daß sich apf diesen Schiff ep KZrInsassen befanden. Fast alle haben den Tod im Wasser gefunden. Tage nachher hat das Meer Tausende von Toten an Land gespült Die Leichen hat man dort, wo man sie fand, in Massengräbern zur ewigen Rubö gebettet. Des Oberteil des Wracks der „Cap Arcona“ ragt heute noch aus dem Wasser.; Das Denkmal ist von dem KZ-Ausschuß für rassisch und politisch Verfolgte in Sehleswig- Holstein errichtet worden. An dieser Trauerfeier nahmen höhere Offiziere der Militärregierung (IRO), der Jewish Agency, der deutschen Behörden, der KZ- Ausschüsse, die Vorsitzenden der Jüdischen Gemeinden und viele, Viele andere teil. Tausende’ von Menschen versammelten Sich zu einem großen Trauerzug mit Fahnen und Transparenten. > < . Vertreter der Militärregierung sowie der KZ- Ausschüsse, Läger Neustadt und viele, viele andere hielten Ansprachen., Im Namen der jüdischen Bevölkerung sprach der Leiter der Jewish Agehcy,» Morderhai Caspi. 7n seiner sehr eindrucksvollen Rede sagte er u. a.; „Zwei Jahre trennen uns von der Tragödie der. „Cap Aycona“, die unserem jüdischen Volk Tausende von Seelen gekostet hat. Noch größer ist die Tragödie dadurch, daß sie * gerade am Tage der Befreiung, nach soviel Jahren der Versklavung, Demütigungen, Leiden in den verschiedenen KZ.-Läger«, doch; noch ’ umkommen mußten. An dem Tage an dem ihre Kameraden aus den anderen Lägern befreit wurden, sind rie umgekommen, Heute stehen Tausenae von Befreiten nach nunmehr zwei Jahren auf 'diesem blutigen Boden und beweinen ihre Verlorenen. Das Denkmal ist zum Andenken an die Gefallenen errichtet worden, Dieses Denkmal soll eine Mahnung für die Welt' sein, den nazistischen Gedanken gründliehst mit den Wurzeln auszurotten. Als Sohn des' jüdischen Volkes und Bürger dieses Landes ist der Ruf Palästinas und. unser Ruf: Erez Israel. Im -Namen der alten Geschichte, unseres Blutes und unserer Zukunft sagen wir der Welt, daß esnicht eher Buhe und Frieden auf der Welt geben wird, bevor sie sich nicht auf den Boden der- Gerechtigkeitstellt. Es wird solange kein Recht geben, bis man; nicht auch unserem Volk Gerechkeit widerfahren läßt. Unser Leben können wir nicht mehr auf dem großen Friedhof fortr setzen, auf'dem sö ■ vtetä unserer bestem .Menschen begraben sind. Sein Name ist Europa!“ Alle Versammelten standen an diesem Tage mit gesenkten Häuptern und erinnerten sich der großen Menschenopfer, die der wahnsinnige Nazismus der Welt gebracht hat. Voller Hoffnung verlassen wir den Ort in dem Gedanken, daß doch einmal die demokratische Welt alle Anstrengungen für einen Frieden mächt, der auf dem Gerechtigkeitssinn aller Menschen aufgebnut ust, um in Zukunft die großen Verluste zu vermeiden, die speziell das jüdische Volk in diesem f&rieg gehabt Üat. Ch. R. Sicherung des Rückerslattungsanspruches Hierdurch mache ich auf folgendes aufmerksam: Die Verordnung No. 38 der Militärregierung in Verbindung mit Gesetz No, 52 der Militärregierung sieht bereits heute eine gewisse Sicherung des Rückerstattungsanspruches vor. Gemäß Art. I der Verordnung Nb.38 ist der Kontrolle durch die Militärregierung Vermögen unterworfen; das ' „Gegenstand von Zwang, rechtswidriger * Maßnahmen der Beschlagnahme, Besitzes entzieh ung oder Plünderung entweder in Deutschland oder in Gebieten jußerhalb Deutschlands gewesen ist, gleichgültig, ob dies auf Grund von Gesetzgebung, von angeblich rechtmäßigen Verfanren oder > auf andere Weise geschehen ist.“ Die Beschlagnahme erfolgt kraft Gesetzes und hat zur Folge, daß Verfügung über* derartiges Vermögen gemäß Art. II des Gesetzes No. 52 verboten, gemäß Art V nichtig und gemäß Art. VIII strafbar (einschließlich Todesstrafe)’ist. Es empfiehlt sich, bei dem Finanzoffizier der Militärregierung (Property Control) auch die «formelle» Anordnung der* .Kontrolle und die, Einsetzung eines Verwalters zu beantragen. Eine weitgehende Unkenntnis über' die ge'-r-tzlichen ^Vorschriften ist festgestellt. In Eir.zelfällen haben selbst untere Gerichte Weiter- 'Verfügung an Dritte -über derartiges Vermögen gebilligt Ich bitte, npeh Möglichkeit -dafür zu sorgen, daß Verwalter hinsichtlich lerartigen Vermögens bestellt werden und mir vor, allem zu berichten, wo Verfügung, vor allem Weiterveräußerung oder Belastung derartigen ' Vermögens entgegen den gesetzlichen Bestimmungen stattfindet. Dr. H. G. v a n D a m, Legal Adviser,^. J: R. U. Korrtmandit - Gesellschaft , v FostscIreck k o ri t ö; HANNOVER 11169 GeergstraBe 27, II. Etg. PUraUVC SHK Ruf: 217 49/4®, 244.71 Draht.Löhröank,Hannover Erledigung sämtlicher bankmäs^igen Geschäfte TOST FA C H 553 Reichsban kgiro: 27/47 r 2. Jahrgang — Nr. 9 Dr. Hermann Helfgolt, Ckeirabbfner der britischen Zone an| Mahnmal in Belsens In dem unendlichen, ’ „pantareischen“ Strom des menschlichen- Lebens gibt es Momente, wenn es scheint, daß zwischen Zeit, Raum, Vergangenheit und Gegenwart, Wirklichkeit und Traum, garkeine Grenzen liegen! Es fließt alles, es schmilzt alles zu einem Begriff, einem Bild zusammen. Und dieser Grabstein ist es, um welchen wir heute versammelt stehen, der dieses Bild in uns erweckt, — -—'die Grenzen dekVergangenheit schwinden, und sie decken sich un s in Bild und Gefühl de^ Gegenwart auf.Die Wirklichkeit,' daß unsere Beine mit Fleisch bedeckt sind, scheint ünsc Traum zu sein. — Die Träuiüe, die im Schlaf unsere Seele erschüttern, scheinen Wirklichkeit zu sein . . . Wer hört nicht unsere Mutter ächzen, die Väter das „Schemah Jisroel“, mit den Augen gen Himmel gerichtet, beten? ... Brüder und {Schwestern das eigene Grab graben? . . Wir sehen und vernehmen das Geschrei und Gewein von Hunderten, ... Tausenden, . . . Millionen, . . . die wie Rinder zur Scheriteh geführt vhurden ... Wir sehen und sehen den Rauch, der jede dentische Phantasie übersteigt, der zum Himmel steigt, verschwörzend den azurenen Himmel, und hineinbrechend zum „Kisseh Hakodesch“ (Heiligen Chrcn). „Ma adame lach Habat Jeruschalajim?“ Womit soll ida Dich vergleichen, Töchter Jerusalem? „Ma aschwe lach Waanachmech betulat Bat Zion?“ * Wo kann »ich für Dich ein Gleichnis finden, um. Dich zu trösten, Tochter Zion? “Ki gadol Kajam Schiwrech.“ Denn wie das Meer so groß, ist Deine Wunde. „Mi jirpa lach?“ . Wer kann Dich heilen? Ja, wie bin Meer so groß, ist unsere Wunde, tief/-wie ein Meer unsere Tragödie! . . Aber so groß wie ein Meer ist Dein Verbrechen, faschistisches Deutschland! . . . ' „Ma adameh lach Germania?“ / Es gibt keinen Vergleich zu Deiner Barbarei in der menschlichen Geschichte! . . . „Ba me anachipedl lach, Germania?“ Womit soll ich Dich trösten, faschistisches Germania? „Ki gadol Kajam . . <“ Dein Verbrechen, faschistisches Deutschland, ist groß wie das Meer. ... Und doch wollen wir ohne Haß, aber auch ohne Gleichgültigkeit g e d e n k e n,. I e r n e'n. und nie vergessen! Wdor holech, wdor ba . . .“ Fine Generation geht fort und die andere kommt, aber dieser „Mazewah“ (Grabstein) wird bleiben für alle Generationen, er wird zu allen Zeiten jede Generation und die ganze Weif mahnen! Lasset" lins .■ deshalb diesen. ..Maatewah“ la .... .<£ serem Herzen aufstellen, damit. unsere .Äfifüjuil dauschim“ eingehen sollen in den Bund das v. ewigen Lebens. „Wejanuchu Beschalora al Mischkawam.** Mögen sie-ruhen in Frieden in öfer Tiefe unserer Herzen — —r Amen. V S PERSILWcRKE'DÜSSELDORF seit/Jahnetinten ein Begriff für Reinlithheit und Hygiene „Gemeindeblalt*Eeho“ ixn Ausland Das Ausland, insbesondere die jüdische Presse des Auslandes verfolgt mit besonderem Interesse, ja sogar mit bemerkenswerter Anteilnahme die Auswirkungen antisemitischer . Propaganda in Deutschland. Der „Aufbau“, das liieht hur in Amerika vielgelesene jüdische Wochenblatt, das von Manfred George (früher Ullstein, Berlin) hörausgegeben wird, veröffentlicht den vollen Wortlaut der in Nr. 3 des .„Gemeindeblattes“ vom 14. Mai unter der Überschrift „Es gibt keinen Antisemitismus mehr in Deutschland“ ' gebrachten Notizen über judenfeindliche Vorgänge in Hamburg, Üöl» und München. Um dieses „erbaulidie“ Bild abzurunden, verweist der. ,A»ufbau“ noch auf. den Bremer Prozeß (vgl. Nr. 4 and 8 des „Gemeindeblattes“. D. Red.'). und auf die Schändung des Friedhofes in Lübeck-Mödling.. Ein Zeichen auch dafür, wie weit das „Ge- , meindeblatt“ schon jetzt verbreitet ist...* Wir suchen für unsere Redaktion eine perfekte S £ e n p 4 y p i s t i'n, und für unseren Verlag eine gut e F uchalter in. Zuschriften an das Jüdische Gemeindeblatt für t die britische Zone, Düsseldorf-Benrath, Friedhofstraße 23 - 25, erbeten.