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Jüdisches Gemeindeblatt für die britische Zone · 1947-08-13 · 9 (13.8.1947) · p. Seite 2

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Journal
Jüdisches Gemeindeblatt für die britische Zone
Volume
2 (1947/48)
Issue
9 (13.8.1947)
Date
1947-08-13
Page
Seite 2 (sequence 2)
Language
German
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Seite 2 — 13.' "August 1947 JÜDISCHES GEMEINDEBLATT Für die BRITISCHE ZONE 2. Jahrgang — Nr. 9 vcm 20.-23. «Juli in Befseii und Bad _ in die Freiheit“ J ose f R o s e n s a f t y der 1. Vorsitzende des Zentralkomitees der befreiten Juden der "britischen Zone, eröffhete am 20. Juli im Rundhaus des Lagers Reisen die Ausstellung „Unser Weg in die Freiheit“ ... In seiner Eröffnungsansprache erinnerte er an die Schwierigkeiten, die sich den jüdischen Menschen in der britischen Zone nach der Befreiung entgegengestellt haben, er erinnerte daran, wie sich sofort Menschen aus allen Fachgruppen an , die Arbeit gemacht haben, uni gewissermaßen, aus einem Nichts, wieder etwas zu schaffen. Und dieses Etwas, diese Arbeit der’letzten beiden. Jahre zeigt die Ausstellung. Per Beginn der Aktivität de$ Zentralkomitees wird anschaulich durch eine Ausstellung von handgeschriebenen Plakaten und Bekanntmachungen aus der Zeit April bis Mai 1945 vor Augen geführt. Wir hatten dann Ge-' legenheit, die Entwickl.mg dieser Zeit zu sehen und stellten' fest, daß bereits zu Beginn des Jahres 1946 Plakate und Flugblätter gedruckt wurden, gedruckt von jüdischen' Menschen im Lager Belsen.' Viele hundert Lichtbilder erinnern an das, Grauen der nationalsozialistischen Zeit und zeigen den Weg, der inzwischen beschriften würde. ■ ' , Eine Reihe, von Gemeinden, von denen, besonders die Gemeinde Lübeck hervörzuheben ist, zeigen durch Dokumente der letzten Jahrhunderte die Entwicklung des Judentums in Deutschland. Die Historische Kommission in Göttingen zeigtdürch ihre ausgestellte Sammlung von alten Dokumenten ebenfalls den Weg, den das deutsche Judentum gegangen ist; den anfangs erfreulichen und dann den grauenhaften Weg. Zwei aufgesfellte, mit der Asche verbrannter Juden gefüllte Urnen erinnern an die Zeit der Konzentrationslager. . Bilder aus den Schulen des Zentralkomitees .werden als Beweise des wiederbegonnenen Lebens gezeigt. >. Die Abteilung der Ausstellung, die den Fachschulen zur Verfügung gestellt worden' ist, legt Zeugnis ab von dem' Arbeitswillen unserer jungen jüdischen Menschen. Besonders bemerkenswert sind die von der Dental-Schule gezeigten Arbeiten, die Arbeiten der Schneiderkurse, der Autoschlosser und der Elektrotechniker,’ Es ist bewundernswert, wie schnell sich diesö jungen Menschen nach den Jahren des Grauens wiedergefunden haben. Die kulturelle Abteilung der Ausstellung zeigt die geleistete kulturelle Arbeit. Die Zei-. tung des Zentralkomitees „UnsereStim m e“ stellt ihre letzten beiden Jahrgänge zur Ansicht; die erste Ausgabe aus dem Jahre 1945 ist handgeschrieben. _ , Das „Jüdische Gemeindeblatt für die britische Zone“ zeigt durch Ausstellung von Fotos seine Arbeit in der ganzen britischen Zone im Bilderdienst und durch die Auslage aller erschienenen Exemplareden schnellen Aufstieg. Wir könnten Seiten füllen, wenn wii* von all dem, was wir zu sehen bekamen, sprechen wollten. Es ist eine Ausstellung, die sich sehen lassen kann, eine Ausstellung, die erinnert und Hoffnung erweckt — eine Ausstellung, die jeder Jude, der in, Deutschland lebt, sehen . sollte. ■: Im Anschluß an diese Referate begann eine Diskussion, in der sämtliche’ Parteien, Komitees und ein großer Teil der Gemeinden zu Wort kamen. Es wurde eine gründliche, iCritik, an der verflössenen Arbeit des Zentralkomitees geübt, es wurden ' aber auch ausgezeichnete Vorschläge rar die künftige Arbeit gemacht. Diese Diskussion zog sich bis zum Morgen des 23. Juli hin. , Um 5.30 Uhr früh ergriff' Josef Rosensaft das Wort In eineinhalbstündigen Ausführungen antwortete Josef Rosensaft den Diskussionsrednern und ergänzte die an der Arbeit des Zentralkomitees geübte Kritik. Er zeigte die Wege auf, die nunmehr unter Zugrundelegung der bisher gesammelten Erfahrungen begangen werden müssen. Die Ausführungen. Rosensafts wurden außerordentlich applaudiert. Nach einer kurzen Ruhepause traten die verschiedenen Kommissionen zu den Beratungen zusammen, die sich bis in den späten: Nachmittag des 23. Juli hinzogen. Am 23. Juli 'um 18 Uhr eröffnete, Josef RoJ sen%aft die Schlußsitzung des Zweiten Kongresses. Als Erster spräch Boris Kusne aus .Lübeck, als Vertreter der Kulturkommission, an beide jüdischen Zeitungen in der britischen Zone, „Unsere Stimme“ und das „Jüdische Gemeindeblatt“, Dank und Anerkennung füf ihre Arbeit in der britischen Zone aus.. Die» Gedenkstunde sin lyiahiimal des Konzentrationslagers Belsen Sämtliche Teilnehmer des Kongresses fuhren in geschlossener Wagenkolonne unter Führung der jüdischen Polizei des Zentralkomitees- bis zum Tor des ehemaligen Konzentrationslagers Belsen. Es beteiligten sich etwa hundert Wagen. Vor dem Lager formierten sich die Delegierten und Gäste, zusammenmit einem großen Teil der Bewohner des Lagers Belsen, zu dem bereits traditionell gewordenen Marsch zu dem Mahnmal, das im vorigen Jahr errichtet worden ist. Nachdem die Fahnenträger der jüdischen Organisationen siäh um das Mahnmal gruppiert, hatten, wur.cfe die Gedächtnisfeier mit einer Minute des Gedenkens eingeleitet. Es sang dann ein Kantor des Lagers Belsen das El Molei Rachamim. Josef Rosensaft hielt‘eine, kürze Gedächtnisansprache, in der er Rückblick und Ausschau hielt Ihr folgte eine Predigt des Chefrabbiners der Jüdischen Gemeinden der britischen' Zone, Dr. Helfgfctt, der im Anschluß daran das Kaddisch-Gebet sprach . Mit dem Gesang der Hatikwah endete die besonders eindrucksvolle Gedächtnisfeier für unsere sechs Millionen Toten. Die Pressekonferenz Nachmittags um drei Uhr fand eine Presse- Konferenz Statt, an der sich etwa zwanzig JournaBsterijpfes In- und Auslandes beteiligten. Die Konferenz wurde von Kar 1 Marx .geleitet ~ Die von den Korrespondenten gestellten Fragen wurden im wesentlichen von Josef Rosensaft und Norbert Wo 1 Lheim beantwortet. Das Zentralkomitee übergab der Presse nachstehende Erklärung: ' Erklärung an die Presse zum Zweiten Kon- Igreß der befreiten Juden in der britischen j Zone Deutschlands am 30. Juli 1947 in; Bergen-Belsen Die Vertreter aller jüdischen Gemeinden und Komitees in der britischen Zone Deutschlands! treten am heutigen Tage zu ihrem Zweiten Kongreß nach der Befreiung zusammen. Aufgabe dieses Kongresses ist, neben der Wahl der zukünftigen Exekutive für das kommende Jahr, die Herausstellung .der, der jüdischen Gemeinschaft obliegenden, Pflichten und Forderungen. Das Programm des Central Jewish Committee für die britische Zone und des Rates der jüdischen Gemeinden umfaßt im wesentlichen zwei Punkte: 1) Schaffung und. Verstärkung aller Möglichkeiten zum Neuaufbau der Existenz vfür die geretteten jüdischen Menschen außerhalb Deutschlands, insbesondere in Palästina, , , 2) Sicherung des politischen und wirtschaftlichen Status derjenigen jüdischen Menschen, die in Deutschland verbleiben müssen. - Der Kongreß wird fordern: a) von den Vereinten Nationen und von der Mandatormacht England/die Oeffnung der Tore Palästina^, um den durch das Verbrechen des deutsche-, Nationalsozialismus heimatlos gemachten jüdischen Massen den Weg zur Teilnahme am nationalen Aufbau und zur Normalisierung ihres zerbrochenen persönlichen Lebens zu ebnen; b) Sicherung des Lebensstandards für die vom den - Ausrottungsmaß nahmen verschonten jüdischen Menschen fü>* hä Zeit ihres Verbleibens in Deutschland; c) wirksame Maßnahmen seitens der . britischen und deutschen Amtsstellen gegen das Neuaufleben der. Reaktion und der neuen antisemitischen Aktionen; d) von, den ^deutschen Regierungsstellen den Beweisdes aktiven Willens zur. moralischen und tatsächlichen Wiedergutmachung getanen Unrechts; ' e) von ihren eigenen Menschen die unermüdliche Fortsetzung des Kampfes urn Recht urid Gerechtigkeit für ein Leben in. Stolz und Würde, füf die HöÜerehtwicklimg der kxüturellen und. religiösen Bedürfnisse, für die Vorbereitung zur Normalisierung und , Produktivierung bis die endgültige Befreiung Wirklichkeit wird. : Die Arbeit des Kongresses gliedert sich in verschiedene Teile; unabhängig von den Arbeitsbesprechungen, die. in Bad Härzburg abgehalten werden, findet in größerem Rahmen ein? feierliche Eröffnung unter Anwesenheit, der Lagerbevölkerung von Bergen-Belsen statt. Ihr wird die Totenfeier an den Massengräbern auf dem Platz des alten Konzentrationsr lagers in Bergen-Belsen vorausgeben. Die Eröffnungssitzung Die offizielle Eröffnungssitzung des Kongresses fand in der Belsener Kinohalle {n Anwesenheit .. aller Kongreßteilnehmer und Gäste, sowie im Beisein einer zahlreichen’ Zuhörerschaft statt. Während sich der gesamte Raum langsam verdunkelte, würde das El Molei Rachamim im Andenken an die Toten des jüdischen Volkes andachtsvoll gesungen. Es waren Minuten des Gedenkens. Auf der reicht geschmückten, der Bedeutung des Kongresses angepaßten künstlerischen Umrahmung, aufgebauten Bühne, hatten sich das Präsidium des Zentralkomitees urid des Rates der Jüdischen Gemeinden sowie die namhaftesten Ehrengäste versammelt./ Nach einer kurzen, eindrucksvollen Begrü-, ßungsahsprache durch Josef Rosensaft nahmen die folgenden Persönlichkeiten zur Uebermittlung von Botschaften und guten: Wünschen, das. Wort: Josef Rosensaft für das .Zentralkomitee, S. Adler-Rudel im Namen der Exekutive der J. A. ,f. P., Dr. N. Barou für die britische Sektion des Jüdischen Weltkongresses (London), Prof. Norman Bentwich i. A. dda Jewish Committee for Relief: Abroad (London), Miss Marshai, an Stelle des am- Erscheinen verhinderten General Fanshow, dein Leiter der I. R. O.,, (der internationalen Flüchtlingsorganisation, Lemgo). - - Weiterhin, sprachen Sam Dallob* fü» .daKA*J. D. C., Dr. Kurt Lewin für die J. A. f. F„ die Staatskomr missare Dr. Ph. Auerbach (Bayern) und Dr C. Epstein (Großhessen), ( M.$ Krateer (HIAS). Dr.' H. Münzer, für die Jüdische Gemeinde in Berlin, Rabbiner Dr. Michael Münk (New.Yörk- -Berlin), Simon .Bloomberg, der. europäische Direktor der J. TL U, , Rabbiner Lubinski (Hannöver), Rabbiner Klausner, U. S. Army Chaplain (amerikanische Zone) und Senatsdirektor Heitgreß für die.-VVN. - Die Eröffnungskundgebüng wurde mit einer Darstellung 'unserer Lage von Norbert Wollheira beschlossen. sener Wagenkolonne nach Bad Harzburg, wo sie im Jüdischen Erholungsheim und anderen zur Verfügung gestellten Quartieren untergebracht waren. Die Kolonne traf in den frühen Morgenstunden in Bad Harzburg ein. Die Tagung Am 21. Juli um 11 Uhr begann der eigentliche Kongreß. JEs wurde zunächst ein Präsidium und die . Permanenz-Kommission, die Kultur-, Kultus- und politische Kommission, gewählt. In der Nachmittagssitzung verlas Dov Läufer, der Generalsekretär des Zentralkomitees, den Arbeitsbericht des Zentralkomitees. Der Kulturbericht würde von'Rafael. Oiewski gegeben, der Gesundheitsbericht von Dr. Hadassah Bimko und der Wirtschafts- und Finanzbericht von Carl Katz. David Rosenthal hielt 'dann ein hervocragendes Kulturreferat, dessen Inhalt wir in einer unserer nächsten ’ Ausga-. ben zum Abdruck bringen werden. Das Korreferat hierzu hielt Dr. Kurt Lewin. In der Dienstagsitzung des Kongresses begann Dr, H. G. van Dam, der Rechtsberater der Jewish Relief Unit, mit einem/aufsehenerregendem - Referat, welches wir ebenfalls in einer der nächsten Nummern bringen werden. Josef Rosensaft begann mit dem politischen Referat, in welchem er mit größer Gründlichkeit die verflossene^politische Arbeit -des..'Zeh/ Maikomitees darlegte. Norbert Wollheiin ergänzte dieses Referat durch ausführliche Darlegungen der" notwendigen weiteren politischen Tätigkeit des'Zentralkomitees. Er streifte dabei auch die Aufgaben, die dem Zentralkomitee" in den verflossenen zwei Jahren gestellt waren und seine lind Josef Rosensafts Ergebnisse ihrer Auslandsreisen. Dr. N. Barou vorn World Jewish Gongres? in London ergriff darin das Wort. Wir werden in unserer nächsten Ausgabe den Inhalt dieses Referates zum Abdruck bringen.: Sodann wurde die Resolution der Kuliuskonimission zur Verlesung gebracht und zur Diskussion gestellt. In dieser Resolution werden die Juden der britischen Zone huf gefordert, vor allen Dingen einmal die jüdischen Ritualien wiedereinzuführen und das jüdische Familienleben zu fördern. Sie gto^ weiter Aufklärung über die Prinzipien, die bei Aufnahme von Gemeindemitgliedern oder bei der Wahl-von führenden Persönlichkeiten im jüdischen ’ Leben angewandt werden müssen. Die'Resolution bringt eine. Reihe 'von Aufklärungen voff- Begriffen, die durch die Nürnberger Gesetzgebung entstanden-sind. Nach einer ausgezeichneten, sehr, langen ' Diskussion gelangte die Resolution des . Rabbinats zur Annahme. * ' y Am Morgen des 24. Juli, nach der zweiten Nachtsitzung des Kongresses,1 sprachen Josef Rosensaft und Norbert Wollheim die Schlußworte. Sie verbanden mit .dem Dank für das Vertrauen, das ihnen, der Kongreß^ gegeben hat, den £Vunsch, daß die künftige Zusammenarbeit aller Juden in der britischen Zone eine erfreuliche werde. Sie gaben der Hoffnung Ausdruck, daß dieser Kongreß der letzte Kongreß sei, der in der britischen Zone abgehalten wurde,_ Josef Rosensaft dankte all denen, die zum Gelingen dieses Kongresses beigetragen haben.' Mit der Hatikwah wurde der denkwürdig^ Zweite Kongreß der befreiten Juden dler 6ptischen Zon beendet. -v Die Delegierten und Gäste träten ihre RÜdcreisl an. Sie fuhren zu den ihnen arivertrauten Menschen, um Bericht zu erstatten, um ihnen zu sagen» Öaß die Juden der britischen Zone sich zusammengefunden haben zu einer Einheit, und daß man in schweren Tages- und Nachtsitzungeri ein Programm gefgßt hat, für die künftige Arbeit des neuen Zentralkomitees der befreiten Juden der britischen Zone, dgs sich'als Hauptaufgabe gestellt hat: Rückkehr nach» Erez. auf dem Zweiten Kongreß der Scherlth Ha-Fletah in derBritiscHen Zone,: angenommen am 'SS,. Juli 1Ö4-7 „Jüdische Gemeindeblatt“ sollen zu fest- , bestimmten Zeiten erscheinen. / ll)Es soll ein Informationsblatt über alle Ar- . beiten des Central' Gommittee herausgege- Vori den insgesamt erschienenen ca. 150 Ehrengästen vermerken wir besonders: S. Adler- Rudel, Jewish- Agency for Palestine, London; Dr. N. Barou, World Jew'fh Congress, London; Miss Marshal. I. R. O.; Miss Jenny Stoll, I., R. O.jRabbi Brodie, Chefrabbiner der Britischen Armee; Rev. Casell, Rabbiner, Glasgow (England); Dr. Schwartz, europäischer Direktor des A. J. D. C., Paris; Simon Bloomberg, europäischer Direktor der J. R. U.; Dr. Kurt Lewin, Direktor der J. A. f. P. für die britische Zone, Belsen; Rabbiner Dr. Michael Munk, New-York und B,erlin; Mrs. KIssman, WIZO, London; Samuel Dallob, Direktor des A. J/ D. C. für die brnische Zone# Belsen; Dr. E, G. Lowenthal, Direktor der J. R. Ü. für die,, britische Zone, Eilshausen; M. Kräieer,, Direktor der HIAS für die britische Zone, Hannover; Dr. Phil. Auerbach, Staatskommissar für. rassisch, politisch und;religiös Verfolgtei«! Bayerischen; Innenministerium, München; i)r.: C. Epstein, Staatskommissat für rassisch, politisch und religiös- Verfolgte der hessischen Landesregierung, Wiesbaden’; Dr. H. G. van Dam,/Legal Adviser der J. R. U.,- Eilshausen1,'' Dr. Karl Liebstein, J. A». f. P.» Berlin; Rabbiner Klausner, Chaplain in der U/ S. Army (amerikanische Zone); Senatsdirektor Heitgreß, VVN. Hamburg; Addi Bernd, I. Vorsitzender des Landesverbandes der Jüdischen Gemeinden für; Rheinpfalz, Koblenz; Dr. H. E. Fabian, Dr. H. Münzer, Meyer und Janet Wolff Von^ der Jüdischen Gemeinde in Berlin; Cliaskiel Eife und Kalman Sultanik vom Central Jewish Committee, München; Abraham Hochhäuser und Michael Gerstenfeld vom Communaüte Isra^ite, Konstanz. Die Fahrt nach Bad Harzfcmrg * Nach Beendigung der Eröffnungssitzung führen sämtliche, Kongreßteilm hrrier irrster Führu,ng der Jiddischen Polizei wieder m geschlos- Schulen und Lehranstalten: 1) Die Erziehung unserer Kinder in den Schulen, Lehraristaiteri, soll in traditionellerii und nationalem progressivem Geist sein und soll entsprechen den Bedürfnissen aller Schichten und Richtungen der. jüdischen Bevölkerung in den Lagern upd in den Gemeinden. " 2) Die Unterrichtsspfachei. iri den Lagern sind hebräisch und jüdisch, in den Gemeinden wie sie notwendig sind. 3) Es soll als Unterrichtsfach in den Lehranstalten eingeführt werden jüdisch und jiddische Literatur. . * v 4) Der größte Wert wird auf die hebräische Sprache gelegt, damit den Kindern ermöglicht wird, bei ihrem demnädistigen Abkommen in Erez Israel sich in der eigenen Sprache zu bewegen. 5) Es soll ein Erziehungsverband gegründet werden, in dem die Vorsteher aller Schulen und Lehranstalten, vertreten sein sollen. '■/ ',' " ' / 6) Es soll ein Internat gegründet werden, - in. dem alle- Kinder aus den Gemeinden konzentriert werden. .1 7) Bis zur Gründung des Internats ^Phen Lehrer in -die Gemeinden geschickt. Wer- .den, die dort periodisch unterrichten. : 8 a) Es wird der größte Wert auf die Veybesserung der Fachsc^ialen gelegt/ insbesondere im Schaffen von neuen Abteilungen, die alle Zweige der Wirtschaft aufnehmen, damit der Jugend die Möglichkeit gegeben ist,» sich in. Facharbeit auszubilden, um ein produktives Mitglied im jüdischen Volk zu werden. ' - ' . 8’b) Es sollen auch die Jugendlichen aus den Städten in die, Fachschulen der Läger hereingezogen werden die in ihren Wohnsitzen, infolge der Verhältnisse in 'denen sie leben, keine Fachausbildung bekommen ... können./u v . Presse:... 9) Die Zeitung „Unsere Stirnme“ und die Zeitung „Jüdisches Gemeindeblatt“ sind offizielle ' Organe des Cehtral Commitees. Die Zeitungen sollen die Bestrebungen vnd Ziele der befreiten » j'uden ausdrücken. 10) Das Journal „Unsere Stimme“ und das ben werden. Ausbildung für Erwachsene: 12) Es sollen Abendlernkurse für Erwachsene in allen Lagern und Gemeinden eingerichtet werden. '- ■ 13) Es sollen Referentenkreise für alle Ortschaften in der Britischen Zone eingerich-, tet werden. 14) Jedes Kulturdezernat in allen Ortschaften soll Material sammeln für die Histpristhe Kommission, wie auch Befurim und jüdische Bücher, die sieh in privatem Besitz befinden. Bibliothek: 15) Es werden. Bibliotheken in der Britischeaa Zone, eingerichtet und die, schon existierenden Bibliotheken sollen weiter äusgebaut und unterstützt werden. Theater:. Iß)Die Kulturkommission betrachtet das Theater als kulturellen Erziehungsfaktor im geseilsafcaftlicheri Leben. - 17) Die existierenden Thea s r „Jüdishie Arbeiterbührfe“' und „K. Z.-Theäter“ sollen' vom "Zentral Komitee ini Rahmen der MÖgr liehköit unterstützt teerden. 18) Im Rahmen der gegebenen Möglichkeiten sollen die beiden Theater auch für alle jüdischen Kibutzim in der Britischen Zone . ^uftrpteri, damit diese die Möglichkeit baheri, jüdische Kunst, kennenzulernen.; 19) Es werden die* größten Bemühungen gemacht, aus anderen Zonen jiddische Theatergruppen in die- Britische Zone zu brin- ", gen, damit die breite; jüdische Masse auch die / Möglichkeit hat, jüdische ■-Theätervor- * Stellungen zu sehen.. 1 . ■ 20) Man soll sich bemühen, mehr jiddische Filme in allen Orten der 'Britischen Zone vorzuführen. ' „ Sport: . .. ' / 21) Der Sport wird als Faktor in die Erziehung mit ein bezogen, um eine gesunde .tüdische Generation heranzuziet en 'Diese Resolution wurde einstimmig angenommen.

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