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Jüdisches Gemeindeblatt für die britische Zone · 1947-06-11 · 5 (11.6.1947) · p. Seite 5

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Journal
Jüdisches Gemeindeblatt für die britische Zone
Volume
2 (1947/48)
Issue
5 (11.6.1947)
Date
1947-06-11
Page
Seite 5 (sequence 5)
Language
German
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Nr. 5 li. Juni-1947 JÜDISCHES GEMEINDEBLATT1 FÜR DIE BRITISCHE jZONE Die Juden in Deutschland Was wird die'Zukunft der Juden iÄ Deutschland sein? Unter diesem Fragezeichen stand Anfang März der jüdische Kongreß in Bad Reichenhall. Er beschäftigte sich in erster Linie mit dem Problem* wie die jüdische Bevölkerung sieh produktiv betätigen könne, solange die Aüswanderurtgspläne nicht realisierbar .sind. Mit einer Illusionslosigfeeit sondergleichen Wurde die Gegenwart gesehen. £Joch immer sind die Juden nicht vollständig rehabilitiert, obwohl seit der Befreiungaus den. Konzentrationslagern und Gefängnissen nahe- »u zwei Jahre' vergangen sind. Zwar ist ihre Gleichberechtigung überall verkündet worden, aber das: ist. ein geringes Verdienst, denn - wenn es nicht' so! wäre, würde es sowohl eine Verletzung der Prinzipien der Militärregierung als auch der neuen’Verfassungen “der deutschen Länder (soweit sie schon' bestehen) bedeuten. Ein Teil des .deutschen Volkes hat noch immer, nichterkannt, daß die Zeit der Gewalt, ddr Diffamierung und der Diskriminierung. * endgültig vorbei ist. Die Opposition gegen die Grundsätze der- Menschlichkeit, aber auch gegen die der Vernunft - hält sich im geheimen immer nöch in manchen Köpfen, im irrigen Glaüben, mankönne die alliierten Mächte vielleicht doch noch' antisemitisch infizieren. Diese Anschauungen ' sind gefährlich, am gefährlichsten jedoch für die, die sie hegen; denn die Alliierten werden in diesem Punkte, auch im Frieden^ .nicht schwächer sein als im Kriege. Es hat sich eine neue' Form des Antisemitismus entwickelt'; die darin besteht, die Juden als „.Ausländer“ zu bezeichnen. Aber so wenig für jede, von deutscher Seite begangene Gesetzesverletzung die Deutschen in ihrer Gesamtheit verantwortlich gemacht, werden können, so wenig stellen die Juden bei den von Ausländern begangenen Ausschreitungen einen nennenswerten Prozentsatz dar. Dr. Schumacher hat in seiner Münchener Rede bemerkt-, das, was heute mit den Deutschen im Osten 'geschehe, sei ebenso schändlich wie die deutschen Judenverfolgungen, Das Elend in den Gebieten östlich der Oder und Neiße selige wiß nicht .verkleinert werden. Es jedoch in einem Namen mit den fürchterlichen Greueln zu nennen-, die. an den. Juden begangen wurden, deren unmittelbarer Zeuge gerade Dr. Schumacher während seiner Haft im Konzentrationslager sein konnte, beweist zumindest einen bedauerlichen Man|el . an Unterscheidungsvermögen. ’ Es sollte auch nicht der Schein eines Verdachtes, auf kommen dürfen, daU die- Sozialdemokratie es nicht für gut 'fände, den Antisemitismus mit jener Entschiedenheit zu bekämpfen, die man r von ihr gewohnt war, und, darüber hinaus für eine Wiedergutmachung t allen den Juden; zugefügten Unrechts einzütreten, .Gerade die Sozialdemokratie darf der weiteren'Diskriminierung der Juden in den öffentlichen Instituten, den Schulen, Erziehungsanstalten und Behörden nicht, tatenlos zuseheri. Das vom Länderrat der -amerikanischen Zone 'erlassene , Wiedergutmächungsgesetz kann nicht. genügen, denn es sieht nur die Rückerstattung widerrechtlicherworbener Vermögenswerte vor, ■ nicht aber die geringste Entschädigung für jene, die jdurch den Nationalsozialismus alles verloren. Es gibt, auch noch kein Gesetz, das einen ehemaligen .politischen Häftling mit einiger Erfolgsaussicht die Privatklage gegen eine Firma gestattete, die ihn., und seine Arbeitskraft während der Haft ■ auf das^ schändlichste ausgebeutet, .und, daraus den größten materiellen- Nutzen gezogen hat. Mithin entsprach es der Wirklichkeit, wenn .der Reiehenhaller Kongreß feststellte,, daß .man von einer Rehabilitierung, der Juden noch , sehr weit entfernt ist. Man war sich auch darüber klar, daß die jüdischen Heimatlosen in Deutschland nicht von den deutschen Geschehnissen abhängig sein dürfen. Mit eindrucksvoller Einmütigkeit hat sich der Kongreß-, als die gewählte Vertretungskörperschaft der ganzen jüdischen Bevölkerung zum Zionismus und zur Auswanderung nach Palästina bekannt. 'Damit wurde 'der Schlußstrich unter eine unglückliche Vergangenheit gezogen, eine Vergangenheit, die bewies, wie . rasch' eine hochkultivierte Welt in das tiefste Mittelalter zurückfallen;kann. Die Juden, haben' erkannt/ daß sie ihren Beitrag,, zur Beseitigung dieser geistigen -Krisis der Welt zu leisten haben. Sie vermissen aber die gleiche Bereitwilligkeit bei anderen Glaubensbekenntnissen. Darum muß, •solange die- Auswanderung aus Deutschland keinen größeren Umfang artnehmen kann, öine jüdische Selbstverwaltung geschaffen werden, deren. Ziel eine eigene Legislative und Gerichtsbarkeit, eine eigene Administration und .Wirtschaft, ein eigenes Erziehungs-, und Gesundheitswesen ist. Diese Eigenwirtschaft hat. mit der deutschen Wirtschaft nur den Zusammenhang eines-' normalen Außenhandels. ‘ Das yom Reichenhaller - Kongreß proklamierte jüdische Wirtschaftsprogramm sieht für dieses Jahr bereits die Eingliederung, von sechsund- ■ dreißigtausend heimatlosen Juden in . eigenen Fabriken, eigenen Werkstätten und einer eigenen Landwirtschaft vor.' Die Fabriken werden für die Selbstversorgung der hier lebenden Juden, für den Export, für Aufträge der amerikanischen Armee, der UNRRA und anderer Institutionen auf der Basis eigerier Rohstoffünd Maschinenin. porte arbeiten. lieber Einzelheiten dieser Eigenwirtschaft wird noch.zu sprechen 'sein. Es ist klar, daß sich ein soleher. Umwandlungsprozeß nicht i von einem T.age auf den anderen vollziehen läßt. - (Tägesspiegelj. . EINE WÜRDIGUNG / Professor Albert Reimann, London f Mitten aus emsig schaffender Arbeit hat der rTod Max Osborh, den weltbekannten Schriftsteller und Kunstkritiker aus seinem Emigrantenheim in New York abberufen. Eine unendlich große Zahl seiner . Freunde und Verehrer wird, ergriffen von dieser Nachricht, von tiefer Trauer, erfüllt sein. , Geboren wurde Max Osbom am 10. Februar 187.0 zu Köln arii Rh. Er studierte Kunstgeschichte und Literatur und promovierte als 23jähriger in Berlin zum Dr. der Philosophie. Bereits, seine Doktorarbeit „Teufelsliteratür des 16. Jahrhunderts“ ließ^die Fachkreise aufhorchen. Unmittelbar darauf begann der jugendliche Gelehrte in Gemeinschaft mit Erich Schmidt, Julius Elias und Anderen die Herausgabe der „‘Jahresberichte für neuere deutsche. Literaturgeschichte“, die -bis zum Ausbruch des ersten Weltkrieges als führend auf diesem Wissensgebiet galten. Nebenbei erschienen regelmäßig- Kunst-, Theater- und Musikkritiken seiner Feder in der liberalen „Berliner Nationalzeitüng“, die schon den Meister seiner Art verrieten, . durch das verständnisvolle Eindringen in. künstlerisches Schaffen und. ihre außergewöhnliche Stilger wandtheit. Als diese Zeitung jedoch ins‘konservative La-' ger, hinüberschwenkte, trat,.'Osbom in den Verlag Ullstein ein und die Berliner Kunst- und Theaterwelt las mit Spannung" seine täglichen, Berichte in der „B. Z. am Mittag“ und der „Vossischen Zeitung“, bis der Beginn des „Tausendjährigen Hitlerreiches“ diesem "Wirkenunef der „Vossischen Zeitung” selbst, ein Ende setzte. " , . Die sonst einen ganzen Menschen voll in Anspruch nehmende Tätigkeit genügte dem regen Schaffensgeiste Osbornsaber nicht. In zwangloser Folge erschienen , laufend Aufsntm . a-'f kunstwissenschaftlichem Gebiete in Zeitungen' und. Monatsschriften, auch erfolgte, die x^rausgabe überaus wertvoller. Bücher. Seine „Geschichte der Kunst“ hat eine ansehnliche 'Zahl von Auflagen erreicht. und isf in viele Sprachen übersetzt worden.' Vielen zeitgenössischen Künstlern, so manchen berühmten Kunststätten hat er. eingehende Studien gewidmet. Sein besonderes Interesse brachte er auch der Kunstgeschichte Berlins entgegen, der Stadt seines' glücklichen und fruchttragenden Wirkens, die ihn auch in ihre, Kunstdeputation berief. Max Osborngalt unbestritten als Autorität auf vielen Gebieten der Kunst. Seih Urteil, hatte internationale Geltung. Er gehörte zu den Wenigen, die, das verantwortungsvolle Amt des Kunstkritikers nicht. im Tadeln und Niederreißen sahen, sondern im Helfen-und Aufbauen. Trotzdem er als einpr der besten Kenner alter Kunst geschätzt Wurde, gehörte sein Herz doch; vernehmlich der neue Wege suchenden Jugend. Sein sich fast nie täuschender geübter Blick fand mit sicherem Gefühl, neue Talente, munterte sie auf, förderte sie. Immer' hat er sich mit seinem ganzen. Temperamenjt und seiner gewichtigen Stimme-als mannhafter Streiter für das Neue, Vorwärtsstrebende eingesetzt. '/ Der unerschöpfliche Born seines Wissens in Verbindung .mit einer wundervollen, bilderreichen Sprache machte das Lesen jeder Zeile seiner Feder zu einem erlesenen' Genuß. Wie ■ eri mit wenigen Strichen in meisterhafter Weise die Atmosphäre einer Künstler-Werkstatt beschreibt, wie, er rhit skizzenhaften Worten das Wesentliche herausholt' und-klarlegt, wie er dem Leser sein Kunstwerk erläutert und nahe bringt, das war an sich ganz große Kunst. Aus der, glanzvollen -Zeit Berliner Kunstlebens, dem ersten Drittel unseres Jahrhunderts, ist Max Osborn nicht hinwegzudenken. In der um die Jahrhundertwende eingetzenden modernen Bewegung auf dem Gebiete der „Angewandten Künste“ stand er als mutiger K/ U L T U R. LEB E N Wien. (N.Z.) Ein Anselm Feuerbach-Film. Unter der Regie Geza .von Cziffras wird dem-* nächst der ‘ Angelm Feuerbach-Film „Das ewige. Antlitz“ gedreht.'werden, Den Maler soll Ö. W. Fischer darstellen, seine, Mutter Helene Thimig. Wien. (N.Z,) Salzburger Festspiele, 1947. Die -diesjährigen Salzburger , Festspiele werden am 27. Juli beginnen. Auf dem Opernspielplan stehep: „Figaros Hochzeit“ in italienischer Sprache unter. -Knappertsbusoh, ' „Cosi fan tutte“ unter, Josef Krips, „Arabella“ unter Karl Boehm. Zur -Welturaufführung -gelangt „Dantons Tod“, die nach Büchners Stück von Kämpfer in Vorderster Linie, immer bereit, für neue Gedanken .einzutreten. Um diese Zeit trat ich zUm ersten Mal mit ihm in persönliche Beziehungen. Wir kämpften damals in jugendlichem Eifer gemeinsamim Kreise Gleichgesinnter um das Ziel, Liebe und Verständnis für künstlerisches Schaffen bereits in das Leben des Kindes hineinzutragen, eine ’ zwar mühsame aber. lohnende Erziehungsaufgabe, die später reichg Früchte getragen hatte. Im Jahre 1902 suchte ich zum ersten Mal Max Osbom in "seinem Berliner - Heini auf. Ein frischer; lebensprühender junger- Mann saß mir am Schreibtisch gegenüber, mit lachenden, klugen Augen, die so garnicht zu dem Durchzieher paßten, der — als Andehken an die studentische Verbindung —- ihm quer übers Kinn. lief. Sein gewinnendes- Wesep stand so ganz im Gegensatz zu dem Typ des damaligen Kunstkritikers mit wallendem Vollbart und erhobenem Zeigefinger1. Er hatte den Auftrag für die ganz neu entstandenen Kunstzeitschriften des Darmstädter Verlages Alexander Koch „Dekorative' Kunst“ hmd „Deutsche Kunst und Dekoration“ zu der Veröffentlichung meiner Erstlingsarbeiten einen Kommentar zu schreiben.' und hätte mich zu diesem Zweck zu. einer. Ausspräche eingeladen. Seit diesem Gedankenaustausch hat 4ns eine persönliche Freundschaft bis zu' seinem Tode. verbunden. Im Jahre 1938 war Osbom gezwungen, wie Hünderttaüsende seiner Schicksalsgenossen, seine Heimat und die, Stätte seines Wirkens zu verlassen. Er giiig zuerst nach Paris. Von dort, aus schrieb er regelmäßig .inhaltsreiche Aufsätze für die „Baseler Nationalzeitung“, meistens Erinnerungen an seine vielen Reisen in berühihte; Kunststätten,' Duröh den®Zusammenbruch Frankreichs, im Sommer 1940 war < der 70jährige gezwungen, erneut den Wanderstab zu ergreifen. Er ging mit seiner treuen Lebensgefährtin nach New York, in seiner Gesundheit bereits Erschüttert, -doch voller Energie und. unverwüstlicher Tatkraft. Er beginnt; über das, Newyorker, Kunstleben zu berichten undder 72 jährige schreibt mir. „New York, dies ist ein grandioses, mich neu überraschendes” Thema. Wie hier die Tage und Wochen vorübersausen, wie man von dieser ungeheuren Stadt am Schlawitchen gepackt: und .herumgeschleudert wird — — Anläßlich seines 75. Geburtstages hat Osbom der für Kunst interessierten Welt noch ein Geschenk gemacht in Form eines Erinnerungsbuches: „Der bunte Spiegel, 1890 bis 1933“; Das Buch ist ein'Kulturdokument dieser Zeitepoche. Es enthält' Erinnerungen an überragende . Persönlichkeiten aus der künstleri- | sehen, literarischen, theatralischen, gelehrten ‘Welt, es gibt Kunde von Erlebnissen und Gesprächen mit Männern,, wie Menzel, Klinger, Lieb er mann, Israels, Slevogt, Besser Ury, Kainz, Reinhard und vielen Anderen. Reiseeindrücke aus -Griechenland, Italien,/Skandihavien, dem Orient, -Paris ., urid Rußland .sind aufschlußreiche - Kulturdokumente, gesfehen ( und geschildert mit den / liebevollen Augen eines wahren .Kunstanbeters. . Thomas Mann schrieb das, Vorwort zu diesem Buche und schließt, mit folgenden Worten: „Emern Buch der Erinnerungen, wie Ihrem, mag wohl , die Funktion zukommen, zwischen den Epochen zu vermitteln; es mag behilflich sein, eine Welt vorzuhereiten, iii welcher Kultur und Schönheit auf rechtem, tragfähigem Grunde ruhen“. . s Zu dem Aufblüher einer neuen angewandten Kunst in Deutschland zu Beginn dieses Jahrh. hat Osborn durch, seine, Anregungen und seine stete Hilfsbereitschaft ..viel beigetragen. Daß auch diese Gebiete deutschen Kunstfleißes durch das Dritte Reich gründlich zerschlagen wurde, hat ihn tief geschmerzt. Erwar innig verwachsen mit der Tradition deutscher Kunst und deutschen Handwerks. Resigniert .schrieb 2. Jahrgang — Seite 5 er mir noch im letzten seiner Brief: „Köln ist meine Vaterstadt, auf die ich früher so stolz war“. , Osborn hatte noch das seltene Glück, mit seiner fürsorglichen Gattin das Fest der goldenen Hochzeit zu begehen, das von zahlreichen alten und neuen Freunden in-New York festlich gefeiert worden war. Aber hier enthüllte sich das Schicksal der Emigration so recht. Eine wehmütige Stelle' aus einem seiner . Briefe sei hier angeführt: „Ohne Kinder und Enkel einen solchen Tag zu begehen, ist im Grunde sinnlos,. Wie überhaupt unsere dauernde Trennung von Allem, ^was von uns abstamfnt als einen nie aufhörenden, täglich brennender werdenr den Schmerz empfinden. Sämtliche - Bemühungen unserer Kinder,in London, wie in Palästina haben bisher noch' zu keinem greifbaren Ergebnis geführt. Unserem Sohne wird im Home Office stets 'mitgeteilt: Abwarten, wir haben mit dem Andrang aus Europa vorderhand noch viel zuvtun. ich selbst' kann aber nicht mehr lange warten. 'Ich sehe voraus, daß die Einreisebewilligung ,am Tage nach meiner Abreise in andere kosmische Gegenden eintrifft, So wie es Verdi mit seinem Besuch bei Richard Wagner gegangen ist .—- wenigstens nach WerfeTs Römändarstellung.“ Erwähnt sei hier noch, '■daß' sein Sohn der vfohl-, bekannte Pianist Franz Osborn ist, der in London lebt und großes Ansehen genießt In demselben Brief schreibt Osbom dann weiter: „Wenn ich es nur erreichen, könnte,- daß meine Frau dann Wüßte, yrohin sie gehen kann — dies ist meine Haüptsorge.“' Nun,, diese Sorge hat Max Osbornmit ins Grab nehmen müssen. Am 23. September, 1946 hat er'aus schaffender Arb eit heraus, mitten im Gespräch mit seiner Frau, plötzlich die Äugen für immer geschlossen. Ein Herz voller Arbeitskraft und Schaffenskraft hat. zu schlagen auf gehört. Ein Quell; aus dem Bildung, Wissen upd Begeisterung für alles Edle und Schöne auf dieser Erde sprudelte, ist versiegt. Alle, die sich durch Osborns Schaffen haben anregen und belehren lassen, 'ganz besonders aber Alle, die persönlich in , seinem Kreis getreten waren, zusammengehalten durch das' völkerverbindende Band der Kunst,, werden diesen seltenen Mann nie vergessen, der picht nur ein geistvoller Schriftsteller war, ein genialer Schöpfer, ■ sondern auch ein ganzer Mensch mit wundervollem warmem und gol-f denem Nerzen. ' i - . dem österreichischen Komponisten Gottf^ed Einem- .geschaffene Oper,; unter Klemperer. Orchesterkonzerte werden uhter anderen' die Dirigenten Stokowski, Ansermet, Barbirolli, Münch, Klemperer und Knappertsbusch leiten. Der Tradition entsprechend wird auf dem Domplatz Hofmannsthals „Jedermann“, unter der Regie von Helene Thimig . auf geführt werden. Eine direkte Clipper-Verbindung wird Festspielgäste, aus Amerika auf schnellstem Wege, von New York nach' Salzburg bringen. - New York. (NZ.) Das, neue Adolf Busch-Quartet auf Europa-Tournee. Der mehrfach tot gesagte große Geiger Professor Adolf Busch hat mit Ernest Drucker, Hugo Gottesmann upd Hermann Busch ein neues Streichquartett gebildet, das sich nach seinem erfolgreichen Debüt in Washington und .einer kurzen Amerika- Tournee nach England und Jer Schweiz begeben hat; Zeüdokumenfe in Buchform v / '' i. " '-v: „ Fast zur gleichen Zeit/ nämlich im Frühjahr 1947, sind in Deutschland un4 England knappe, erschütternde und für viele zu ernstem Nachdenken anregende Darstellungen von Prozesseft erschienen, in denen sich Verbrecher gegen Menschheit und Menschlichkeit zd.verantworten hatten. ' ’ R. W. Coöper, der als Spezialkorrespondent „der Londoner „Times“ dem großen Nürnberger Prozeß beiwohnte, . legt in einer populären, zwar nicht offiziellen, aber iii Zusammenarbeit mit dem britischen Zentraliniormatipnsbüro, entstandenen Bande „The Nüremberg Trial“ die grundlegenden Tatsachen, die zu dem Prozeß führten^ nieder und berichtet eingehend über Anklage,, Verteidigung und Ürteilsspruch, wobei in weitgehendem Maße aus dem Aussage- und Beweismaterial zitiert wird. Das Unmenschliche,' das den. europäischen Juden zugefügt wurde, wird namentlich in . solchen Kapiteln behandelt, die . bezeichnenderweise überschrieben sind mit;,Genocide“' (was soviel wie etwa Rassenausrottung bedeutet), und „Millionenfold, v Murder“. (millionenfacher Mord)., ' Dieses Buch ist in der Reihe der weltbekannten und weitverbreiteten - „Penguin Books“; (Harmondsworth, Mddx., England), erschienen, die in der Regel eine Riesenauflage haben und meist unmittelbar nach Erscheinen der ersten Auflage'restlos vergriffen /sind. Der Preis dieser-begehrten, für Volksbildung und ,Volksauf klär ung‘ so wichtigen Bände beträgt jeweils 1 sh. -, ' II. . Der Prozeß gegen 23 SS.-Aerzte und deutsche Wissenschaftler, der vor dem amerikanischen Militärgericht I in Nürnberg stattfand, wird in einer von Privatdozent Dr. Alexander Mitscherlich und Fred. Mielke zusammengestellten Dokumentensammlung unter dem klassischen Titel . „Das Diktat der . Menschenverachtung“ (Verlag Lambert Schneider, Heidelberg) festgehalten lind hoffentlich auf eine breitere deutsche Oeffentlichkeit' für lange ^eit nachhaltige Wirkung haben. Die hier veröffentlichten-Dokumente geben , einen Einblick iii die sachlichen Grundlagen des Verfahrens und tun dar, welche wissenschaftlichen _ Absichten verfolgt, welcher Stil im Umgang, mit Menschen gepflogen und welche eugenischen und rassepolitischen Endziele ängestrebt wurden. Insgesamt zeigt sich, wie Menschlichkeit und ärztliche Souveränität untergehen, wenn eine Wissenschaft im Menschen nur noch , das Objekt sieht und ihn als solches behandelt. Besondere. Kapitel sind gewidmet. der-jüdischen Skelettensämmlung für das Anatomische Institut der Reichsuriiversität Straßbürg und der direkten Ausmerzung unerwünschten Volkstums und unerwünschter Kinder durch „Soriderbehandjung“. , . Dokumente der Zeit — eine 'Warnung 'für zukünftige Geschlechter! —th.-— T Pöstscheckkonto: HANNOVER 1H69 Kömmandit- Gesellschaft ,, Georgstraöe 27, II. Etg. HANNOVER Ruf: 2174-524.4.71 ' DrahtiLöhrbank,Hannover, Erledigung sämtlicher bankmässigen Geschäfte P OSIFACH 353 ReicÜsbankgir-o: 27/47 ■*:: V; f

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