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Central-Verein-Zeitung · 1936-06-25 · 26 (25.6.1936) · p. [Seite]

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Journal
Central-Verein-Zeitung
Volume
15 (1936) - farbig
Issue
26 (25.6.1936)
Date
1936-06-25
Page
[Seite] (sequence 15)
Language
German
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Polen Die Zernreuung der Juden über die Erde kx> renz gngemelde' aussichtlich scho' hmlÄ ®an$oxbnmÜ der selbständigen Staaen steht Polen innerhalb und außerbalb « ™mem p°°S-ntuÄM Anteil ,einer jiidiwin " °'sEm: achdruck verboten.) flucht . j/jj »| v CI I» vH lv sm fr„ 010 sie aus deutschen Landen MeEhlaS“,' Sn it)xn Sprache haben sie als w7m*äl,7„tM7öe§ jüdischen Terrors nrcyr m EÄ^Ä.^-«.3°» m» |o cy' C^'A H auf 1000 Menschen ein Gefiiirw?« (über die Todesfälle nämlich): bei . Möllerung Polens von 12,1, bei den t l0,4. Entscheidend für die günstiaere ©?f^firfeit in ber jüdischen Sphäre ist vorwi°«nd t - i - l -> i - drIg - r - S » » gIing?. u'ie i t: «Innerhalb der Gesamtbevöl- 1 ^/ien im Jahre 1934 über 14 Todesfälle öon ^llugkn auf 1000 Menschen, bei den Juden nur /'6er als ö! imponierend im Vergleich zu dem fortschrei- Sterbeüberschuß der westeuropäischen ^oenheit bleiben die absoluten Gebur- , ^n zahlen im jüdischen Volksausschnitt Polens. Im Jahre 1923 wurden noch 68 000 jüdische Kinder geboren, 1925 noch 63 000, 1929 59 600. 1934 ist sogar wieder eine kleine Erhöhung auf 63 000 sestgestellt, die sich jedoch teilweise aus statistisch-technischen Gründen erklärt; die Angaben der früheren Jahre sind nämlich für Mittel- und Ostpolen teilweise unvollständig, weil die Registrierung dort lange aus Schwierigkeiten stieß. Dieser Mangel wird allmählich behoben, und so ergibt sich daraus eine etwas höhere Zahl für die neueste Zeit. Setzt man die Zahl der Todesfälle von den Geburtenziffern ab, so ergeben sich für 1929 fast 40 000 Juden als natürlicher Zuwachs, 1934 ist der entsprechende Wert immer noch 32 350. Diese Zahlen illustrieren die quantitativen Reserven'der jüdischen Menschenzahl, sie beweisen das Gottvertranen einer gläubigen Judenheit — trotz unbeschreiblicher Verelendung in physischer Richtung. Diese wirtschaftliche Not ist um so größer, je stärker die städtische Massierung ist. In 22 großen und größeren Städten Kongreßpolens und in 10 Städten Galiziens allein wohnen etwa ein Drittel aller Juden Polens; dabei ist zu beachten, daß es in Polen insgesamt mehr als 600 Städte gibt, in denen fast durchweg Juden in einer Quote ivohnen, die über dem Landesdurchschnitt liegt. Die größte jüdische Gemeinde ist die in W a r s ch a u, wo gegenwärtig rund 320 000 Juden wohnen. Da die polnische Landeshauptstadt eine Einwohnerzahl von rund 1,2 Millionen hat, bedeutet dies eine jüdische Quote von über 26 Prozent. Warschau hat die größte jüdische Gemeinde Europas, es gibt nur zwei Städte der Erde mit einer höheren jüdischen Menschenzahl: die eine ist New-chork, die andere Chicago; die letztere liegt jedoch hinsichtlich der jüdischen Einwohnerzahl in ihrer absoluten Höhe nur wenig über Warschau. Der Gesamteinwohnerzahl nach übertrifst Chicago die polnische Landeshauptstadt um mehr als das Doppelte. Außerordentlich ist das Anwachsen dieser Stadt. 1856 stellt.die Statistik weniger als 3000 jüdische Einwohner fest, um die Jahrhundertwende sind es 220 000, und seitdem ist ein weiteres Hunderttausend dazugekommen. Einen großen Stadtteil für sich bildet die Judenheit Warschaus, von der nur ein ganz kleiner Bruchteil sich bis zum wirtschaftlichen Mittelstand emporarbeiten konnte, während das Gros dem ärmsten Großstadtproletariat angehört, dessen Lage immer schwieriger wird. Assimilation und jüdischer Nationalismus, religiöser Liberalismus und Orthodoxie, körperstählender Sportgeist und mittelalterliche Ghettoenge, alles lebt in dieser Stadt, Vr. E. R-z. (Fortsetzung folgt.) 2men im W. >ten, bei der christ- % f^fvohner Etwa 44! Diese Zahlen sj b ^üolkerung d 0^934 kommen nach der Imuv?6 [°,rC abge^stik auf 1000 Personen ^msche?<6 bis 27 Geburten, bei bet- GesamtbebölkeA bis 21. Einen gewissen verschiedene Häufigkeit der Tnhänrr den Juden bemerkenswert C' d'e Durchschnitt der Bevölkerung. r*4 ^'Ziffern des natürlichen Bevöl- ^..-^..^^?des jüdischen Sektors nicht in statt erhalten. m ,t>m damaligen ®e. Bvl«silz"lshJ^'°°de? irischen ft<ma hnm «r ■x, . mt* Einiger Sicherheit weniaverfolgen Man üb?°'igen Jahrhunderts Großherzoat^üm ba§ 1815' als das 2/2? Warschau als Königreich Polen?er-tt,iN.'"ü° k'"" Autonomie mit Rußland Volkszassr aufdm tic 'wische ehun s * . 000 Menschen, das waren I ) oiese Ziffer auf über eine Million fast BftOftNo '»mschau » «MIST PWfcMYSL lerrrst«! Million^errelMb-^unr^ na^au eineineviertel Zahl der Uf «f bezifferte sich die Quellen auf 1316 000 eschen nach amtlichen Zent der GesambeD ^^ren etwa 14 Prowurde Polen selbstän> ""^6- Nach dem Kriege Volkszählung SK?' **« Staat als es 1921 eme bevölkeruna von r,/ ^ttc' ergab sich e,ne Gesamtihnen waren 2 84^ " 27 000 000 Menschen, unter 1931 wurde hS' 000 Juden, d. h. 10,5 Prozent, aber die Eraebnü dnüm cin ^nsus veranstaltet, -icht amförtr für das ganze Staatsgebiet war t. , so daß man bei der Betrachtung izialkörpers in Polen noch auf die * angewiesen ist. Für die Zeit nach Jahren erfolgten letzten Volkszähhamtliche Schätzungen für die einen-suten und religiösen Bekenntnisse .cy ist für'die Gegenwart (1936) mit , 150 000 Iuden in Polen zu rechnen, das st der auf etwa 33 500 000 angewachsenen Urbevölkerung rund 9,5 Prozent. X^eses außerordentlich starke Ansteigen der .Jen innerhalb eines Zeitraumes von eineinüertel Jahrhunderten ist trotz einer starken Auswanderung eingetreten, die einsetzte, als nach mehr als einem halben Jahrtausend einer relativ ruhigen Entwicklung und Entfaltungsmöglichkeit 1 die Periode der Verfolgungen im zaristischen / Rußland begann; Millionen russischer und polnischer Juden flüchteten damals nach den Vereinigten Staaten (hinsichtlich der zahlenmäßigen Größenordnung vgl. Abschnitt XXIX/1 dieser Serie), diese Juden aus Rußland und Polen sind es, aus deren Schoß die weit überwiegende Mehrheit der ty* Millionen jüdischen Menschen stammt, die heute in USA leben. Die Juden Polens wohnen innerhalb einer überwiegend (zwei Drittel) katholischen Bevölkerung, sie haben sich durch die Jahrhunderte inmitten der Polen und der vielen anderen osteuropäischen Nationalitäten ein sehr ausgeprägtes Eigenleben erhalten, das an den meisten Orten heute noch das Jahrhunderte alte Ghetto erkennen läßt, und äußerlich und innerlich daran anknüpft. Hier liegt die Quelle des jüdischen Lebens im Osten, hier wachsen die Zehntausende jüdischer Kinder ans, die in jedem Jahr geboren werden, hier wurzelt die große ostjüdische Fruchtbarkeit, die bis in die neueste Zeit hinein die jüdischen Massen anwachsen ließ — trotz der Not und des wirtschaftlichen Elends, das leider auch das Merkmal der lebenden Generation der polnischen Inden geblieben ist, trotz der Auswanderung, die nur in seltenen Fällen die Hoffnung aus eine innere Befreiung erfüllen konnte... Für die hohe Fruchtbarkeit der Juden Wolens liegen in neuester Zeit exakte Angaben vor, /die die Ansteckungsfähigkeit des westeuropäischen -/ Geburtenverfalls sichtbar erkennen lassen. Der Bevölkerungszuwachs bei den Juden steht überall in engem Zusammenhang mit dem der Umwelt, so auch in Polen, aber hier war er bei der nichtjüdischen Bevölkerung stets noch höher. Nur im Vergleich mit den jüdischen'Volksteilen anderer Länder steht der Geburtenüberschuß in Polen auch jetzt noch in der "sthe. Vor etwa 50 Jahren' ^rungen erwartet — vor- . Monat August beginnen, v In einer unter dem Vorsitz von Paul P e r - r i n abgehaltenen internationalen Konferenz für Asylrecht wurden mehrere Resolutionen gefaßt, in denen die Sicherung und Erweiterung des Asylrechts gefordert wird. Die Resolutionen enthalten Vorschläge zur Regelung des Rechtsstatus Ausgewanderter. Der französische Gewerkschastssekretär L6on I o u h a u x berichtete über den politischen Status der Ausgewanderten und die von der Konferenz vorgeschlagenen gesetzlichen Maßnahmen zu seiner Verbesserung. Der bisher für das Asylrecht maßgebende Begriff des „politischen Flüchtlings" solle erweitert werden und auch diejenigen umfassen, d-e aus Gründen der Rasse oder Religion ausgewandert sind. Unterstaatssekretär Lagrange ererklärte, die französische Negierung werde die engherzige Auswanderer- und Asylpolitik der Regierung Laval von Grund auf revidieren. Iler ALLIGATOR^"' d a % s i n d, g u te Lcd c r W o r e n UNSERE VERKAUFSGESCHÄFTE. Berlla, Tauentzlenstraft« 16 Hamburg, Jungfornstieg 43 Ko in a. Rh., Hoheatrafie 115 E ■ a n, Llmbedkatrafte 10 Eaaan, Am HauptbabnhoflO Bochum, Kortumatrahe 67 Frankfurt a.M„ Robmarkt 15 Zentral«, Offenbach a.M Arböitslosenpolitik in USA und Holland Die WPA (Arbeitslosenhilssverwaltung) teilt laut „Frankfurter Zeitung" mit, daß etwa 120 000 Ausländer, die zur Zeit Arbeitslosenunterstützung erhalten, demnächst von den Unterstützungslisten gestrichen und viele von ihnen ausgewiesen werden. Diese Maßnahme stimmt mit einer Forderung des Kongresses nach völliger Neugestaltung der Unterstützungspvlitik überein. Bisher wurden auch alle Ausländer ebenso wie die Bürger der Vereinigten Staaten von der WPA unterstützt. Der erste Schritt soll die Ausstellung einer ge- Wuppertal'Elberfeld, Herzogstrabe 36 nauen Liste aller betroffenen Personen sein, bte zweite die Streichung von den Unterstützungslisten aller jener Personen, die nicht bis zum 18. Junr beantragt haben, Bürger der Vereinigten Staaten zu werden. Von offizieller Seite wird erklärt, daß die Mehrzahl der Betroffenen in und um New- Pork und an der mexikanischen Grenze wohnt. V Das Gesetz zur Regelung der Arbeit durch Ausländer in Holland (vgl. den Artikel „Das holländische Fremdenrecht" in Nr. 25 der „C.-V.- Zeitung^'), das bisher nur für bestimmte Berufe galt, ist jetzt auf alle Berufe ausgedehnt worden. Von der Arbeitsgenehmigung, die danach erforderlich ist, sind nur noch Arbeitnehmer befreit, die auf Seeschiffen oder auf den Rhein oder andere internationale Gewässer befahrenden Schiffen beschäftigt sind. Durch diese Ausdehnung wird besonders das Hauspersonal betroffen, das nunmehr, soweit es vor dem 5. Juni im Dienst war, spätestens bis zum 1. Oktober eine Arbeitsgenehmigung braucht und, falls nach dem 5. Juni der Dienst angetreten worden ist, die Genehmigung bis zum 26. Juni erhalten haben muß. Auslandsnachrichten Das Asylrecht Nach den bisher vorliegenden Anmeldungen werden, wie die „Jta" aus Gens meldet, an der am 2. Juli 1936 in Genf Zusammentretenden Regierungskonferenz zur Festsetzung des Rechtsstatus aus Deutschland Ausgewanderter Vertreter und Beobachter von etwa zwanzig Regierungen europäischer und einiger überseeischer Staaten teilnehmeu. Im Mittelpunkt der Beratungen der Konferenz ivird die Ausarbeitung — und, wie angenommen wird, die sofortige Unterzeichnung — eines provisorischen Abkommens über den Rechtsstatus der Personen stehen. Auf Grund dieses vorläufigen Abkommens, das bis zur Unterzeichnung einer endgültigen internationalen Konvention in Kraft bleiben soll, würde auf dem Wege administrativer Maßnahmen den aus Deutschland Ausgewanderten von den Negierungen der Lärider, in denen sie sich augenblicklich befinden, ein zunächst für ein Jahr gültiges und dann zu erneuerndes Jdeutitätszertisikat ausgehändigt werden. Dieses Zertifikat würde als provisorischer Paß dienen; seinem Inhaber könnten Ausreise- und Rückreisevifa erteilt werden. Die Ausfolgung der Jdentitätszertifikate wird in den Ländern, die das provisorische Abkommen schon während der Genfer Konferenz unterzeichnen lverden — was man von den meisten zur Kvnse- Algerien Anläßlich einer Kundgebung der Volksfront ist es in Sidi Belabbes zu heftigen judenfeindlichen Ausschreitungen gekommen. Juden wurden in den Straßen angegriffen und jüdische Geschäfte verwüstet. Polizei und Militär sorgte für die Wiederherstellung der Ordnung. Verwundete. wurden nicht gemeldet. England Die antisemitischen Provokationen von Mitgliedern faschistischer Vereinigungen in dem von Juden dicht bevölkerten Londoner East Enck bildeten am 16. Juni abermals den Gegenstand einer Anfrage im Unterhaus. Der Unterstaatssekretär im Innenministerium, Geoffrey Lloyd, gab den Abgeordneten James Hall, Sir Percy Harris und L a n s b u r y die Versicherpng ab, daß man. entsprechende Maßnahmen gegen solche Vorfälle treffen werde und daß auch beleidigende Reden unter gewissen Umständen als Verbrechen angesehen werden würden. Jnnenministcr Simon habe ein persönliches Interesse an dieser Frage bekundet und werde gewiß weitere Schritte erwägen, wenn er entsprechende Informationen erhalte. Estland Nach der neuesten Statistik leben in E st l a n d 4381 Juden, die 0,4 Prozent der Gesamtbevölkerung ausmachen. 59,5 Prozent der jüdischen Bevölkerung sind Männer, 50,5 Prozent Frauen. Die estnische Staatsangehörigkeit besitzen 98,8 Prozent der Juden. Zu 97 Prozent leben sie in den Städten. Dem Berufe nach sind 31 Prozent Kauflente, 24 Prozent Angehörige der freien Berufe, 14,5 Prozent Handwerker und 14 Prozent Arbeiter. Griechenland Die Parlamentskommission für Verfassungsreform hat einstimmig beschlossen, in die neue Verfassung eine Bestimmung auszunehmen, die den Religionsübertritt wesentlich erschwert. Der Religionswechsel Minderjähriger unter 21 Jahren wird überhaupt verboten. Wer einen Religions- Übertritt vorzunehmen gedenkt, ist verpflichtet, vorher ein Austrittsgesuch an das Oberhaupt seines bisherigen Religionsbekenntnisses zu richten, damit ein letzter Versuch gemacht werden könne, den Gesuchsteller zum Festhalten an dem alten Glauben zu bewegen. Man glaubt, daß durch diese neuen VersassUngsbestimmungen der umfangreichen Tauspropaganda der katholischen und protestantischen Kirche, der in letzter Zeit jüdische Knaben und Mädchen in erheblicher Zahl erlegen sind, ein Riegel vorgeschoben werden wird. * König Georg II. von Griechenland hat während seines Besuches in Saloniki denOberrabbiner Dr. Zwi K o r e tz empfangen und mit ihm eine längere Unterredung über die Lage der Juden in Griechenland und der griechischen Juden in Palästina geführt. Der König bekundete außerordentliches Interesse für die landwirtschaftliche ' Betätigung griechischer Juden in Palästina und erkundigte sich angelegentlich nach Einzelheiten dieser Arbeit. Premierminister Metaxas hat eine jüdische Abordnung empfangen und wohlwollende Behandlung der von ihr vorgebrachten Wünsche zugesagt. Italien Im Alter von 63 Jahren ist in Rom Senator Ugo Ancona, der ivährend des Krieges italienischer Verkehrsminister war, gestorben. Senator Ancona, der einer angesehenen alten jüdischen Familie aus Ferrara entstammte, hat sich um den italienischen Staat bedeutende Verdienste erworben. Als Delegierter der italienischen Negierung nahm er an zahlreichen internationalen Konferenzen teil. Oesterreich Bei den Musterungen nach dem neuen österreichischen Gesetz über die Bundesdienstpflicht wurde als erster der Wiener Adolf A b e l e s „tauglich" befunden. Die Wiener Zeitungen veröffentlichten das Bild des ersten österreichischen Soldaten der Nachkriegszeit, der in Erfüllung seiner Bürgerpflicht in das neue Volksheer eintritt. Polen Im Zuge eines Revirements bei der polnischen Botschaft in Paris ist der erste Botschaftsrat und bevollmächtigte Minister Anatol M i l l st e i n , der Schwiegersohn Baron Rothschilds, von seinem Posten abberufen worden. Der Diplomat wird ein hohes Amt im Außenministerium in Warschau übernehmen. Rumänien In Bukarest ist es am 21. Juni zu schweren Exzessen antisemitischer Studenten gekommen. Bei den Unruhen wurde eine Person getötet und acht schwer verletzt ins Krankenhaus gebracht. Zahlreiche Studenten wurden verhaftet. Schweden Das schwedische Parlament hat mehrere Anträge von Vertretern der Rechten, die Einwanderungsbestimmungen zwecks Fernhaltung von Einwanderern aus Deutschland zu verschärfen, abgelehnt. Entsprechend dem Antrag der juristischen Kommission, keinerlei Vorschläge zu weiterer Einschränkung der Einwanderung anzunehmen, hat das Parlament die Regierung bloß beauftragt, Möglichkeiten für eine Verbesserung der technischen Kontrolle über die Einwanderung von Ausländern zu prüfen. Tschechoslowakei In Uzhorod wurde der Grundstein zum Bau einer hebräischen Volksschule und eines Realgymnasiums gelegt; dies wird das zweite hebräische Gymnasium in der Tschechoslowakischen Republik sein. Das erste befindet sich in Mukacevo und steht unter der Leitung des Abgeordneten des tschechoslowakischen Parlaments Dr. Chaim Kugel. Der tschechoslowakische Innenminister Dr. Josef Cerny hat dieser Tage eine Reise durch Kar- Patho-Rußland unternommen. Bei dieser Gelegenheit empfing er beim Landespräsidenten Rozsypal die Vertreter der einzelnen Bevölkerungsgruppen. Für die jüdische Minderheit war der, Abgeordnete Dr. Chaim Kugel erschienen, welcher in seiner Begrüßungsansprache die Stellung der Juden in der Tschechoslowakei gegenüber ihrer Lage in anderen Ländern hervorhob. Er betonte den aufrichtigen Willen der jüdisch-nationalen Minderheit zur Mitarbeit mit den übrigen staatserhaltenden Gruppen an dem staatlichen Ausbauwerke. In seiner Antwort begrüßte der Minister diese Erklärungen mit Genugtuung und versicherte dem Abgeordneten Dr. Kugel, daß die jüdisch-nationale Minderheit in der Republik auch in Zukunft ebenso Gehör finden werde wie die anderen Minderheiten. Die Regierung hat dem Senat einen Gesetzentwurf vorgelegt, der die Organisation der jüdischen Religionsgemeinschaft in den Ländern Böhmen und Mähren-Schlesien ergänzt. Das vorgeschlagene Gesetz schließt in den erwähnten Ländern die jüdischen Religionsgemeinden zu einer Gemeinschaft zusammen. Die Stellung dieser Religionsgemeinden wird, soweit es sich um ihre äußeren Nechtsverhültnisse nach dem Gesetz vom 21. März 1890 handelt, nicht berührt. Türkei Der in Paris lebende Professor Ventura ist zum Oberrabbiner der Türkei als Nachfolger des verstorbenen Großrabbiners Chaim Bedjerano ernannt worden. Haup Schriftleiter: Dr. Alfred Hirschberg; Stell vertr. ur.d verantwortlich fttr die Aufnahme von Bildern: Dr. Margarete Edel heim. Verantwortlich für Sport: Dr. Ernst G. Löwenthai, sämtlich in Berlin. Für Rücksendung unverlangter Einsendungen ist Freiumschlag beizufügen. Leiter der Anzeigen-Abteilung nnd verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Friedrich Nathan. Berlin DA, I. V,j. 40 000. PI. 5. Verlag: Centralverein deutscher Staatsbürger jüdischen Glauben? e. V., Berlin. W15, Emser Strasse 42. Druck der Buch- und Tiefdruck Gesellschaft mbH, Berlin SW 19, ’U / n, »r 11.

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