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Central-Verein-Zeitung · 1936-06-18 · 25 (18.6.1936) · p. [Seite]

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Journal
Central-Verein-Zeitung
Volume
15 (1936) - farbig
Issue
25 (18.6.1936)
Date
1936-06-18
Page
[Seite] (sequence 22)
Language
German
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Die Lohnsteuerpflicht für Aushilfskräfte Nicht schon durch jede Aushilfstätigkeit wird, so lesen wir im „Kurzberichterstater" steuerlich ein Dienstverhältnis begründet,, sondern es könne sich bei . der Einstellung zur Aushilfe auch um eine Gefälligkeit oder Gelegenheitsleistling handeln. Daher sei auch nicht jede Vergütung für eine einem anderen geleistete Tätigkeit lohnstenerpflichtiqer Arbeitslohn. Vielmehr setzte ein lohnsteuer- Pftichtiges Arbeitsverhültnis eine berufsmäßige Tätigkeit voraus. Lohnsteuerfrei seien aber immer nur gelegentliche^ Aushilfsleistungen. Voraussetzung für die Steuerfreiheit sei also insbesondere (RFH VI. A. 909/34), daß der um die Dienstleistung angegangenen Person die Beschaffung der Steuerkarte nicht mehr zugemutet werden könne, ohne daß dadurch die Aushilfsleistung selbst gefährdet oder unmöglich gemacht würde. Aushilfskräfte seien andererseits dann lvhnstenerpflichtig, ivenn sie immer wieder herangezvgen würden und wenn dabei ein echtes Abhängigkeitsverhältnis im L-inne eiries Dienstverhältnisses gegeben sei. Die Wirtschaft in Line Oesamtschau üher Südamerika Wie alljährlich, so bietet auch in diesem Jahr der Geschäftsbericht der Deutschen Ueberseeischen Bank einen ausgezeichneten Gesamtüberblick über die Wirtschnftsentwicklung in den wichtigsten südamerikanischen Staaten. Wir geben deshalb heute in unserer Reihe, die über die Situation wichtiger Einwanderungsländer unterrichten soll, Auszüge ans diesem Geschäftsbericht, die wir seiner umfangreichen Besprechung in der Tagespresse entnehmen, lieber Argentinien wird zunächst gesagt, daß der Gesamtanßenhandel dieses Landes 1935 mengen- und wertmäßig eine Steigerung erfuhr, die im wesentlichen auf Mais, Leinsaat, Fleisch und Baumwolle entfällt. Bei der Ausfuhr nach Deutschland standen Wolle, Lelfrüchte, Häute, Baumwolle und Mais im Vordergrund. Der Kreis der Einfuhrgüter nach Argentinien umfaßt hauptsächlich Eisenwaren und chemische Erzeugnisse, ivährend die Textileinfuhr, die den größten Anteil an Argentiniens Einfuhrgütern hat, nicht gesteigert werden konnte. Im argentinischen Außenhandel des ersten Vierteljahres 1936 macht sich die letztjährige Mißernte in Weizen und Leinsaat empfindlich bemerkbar. Die Außenhandelsbilanz für das erste Vierteljahr zeigt einen Aktivsaldo von 120 Millionen Papierpesos, d. h. 31 Millionen weniger als im Vorjahr. Die Niederlassung Buenos Aires der Bank berichtet noch telegraphisch, daß der Handel im allgemeinen etwas zurückhaltend ist. Infolge der höheren Produktionspreise hat sich auch die Lage der Landwirtschaft gebessert. 11 r u g u a h hat auch 1936 eine befriedigende Weiterentwicklung zu verzeichnen. Tie Ausfuhr der Laudeserzeugnisse hat bei lohnenden Preisen erneut zugeuommen. Dagegen hat die Einfuhr, die weiter scharf überwacht wird, wertmäßig nur wenig zugenommen. Brasilien verzeichnete 1935 einen anhaltenden Aufschwung. Allerdings machte sich im Gefolge der Milreis-Entwertung allmählich steigende Teuerung bemerkbar- Bei niengenmüßiger Steigerung der Gesamtausfuhr ging ihr Golderlös zurück. Ter Handel mit Deutschland intensivierte sich beträchtlich bei einem Rekordsaldo von 58,3 Millionen Reichsmark zugunsten Brasiliens. Die Steigerung der brasilianischen Ausfuhr resultierte wesentlich aus einer Erhöhung der Baumwollansfuhr nach Deutschland. Deutschlands Ausfuhr nach Brasilien vergrößerte sich in chemischen Erzeugnissen, Eisenwaren, Blechen und Draht. Im neuen Jahr 1936 Für den Einzelhandel Im Wirtschaftsblatt der Industrie- und Handelskammer Berlin werden die Veröffentlichungen über die Auswirkungen des Einzelhandelsschutzgesetzes in Berlin fortgesetzt, und zwar jetzt die Zahlen für das erste Vierteljahr 1936 bekanntgegeben. Daraus ergibt sich, daß 1136 Anträge genehmigt und 506 abgelehnt wurden. In zweiter Instanz wurden vom Polizeipräsidenten 41 Anträge genehmigt. An den Polizeipräsidenten wurden 33 Ersuchen um Schließung gerichtet, von denen der Polizeipräsident in 22 Fällen seine Genehmigung gegeben hat. Hebet bie Ausnahmesonntage v o r W e i h n a ch t e n 1936 (die zwischen dem 8. und 24. Dezember liegenden Sonntage) wird auf Grund eines Erlasses vom 19. Mai 1936 des Reichs- und preußischen Arbeitsministers im Wirtschaftsblatt der Industrieuüd Handelskammer Berlin mitgeteilt, daß für das Jahr 1936 die Freigabe von zwei Ausnahmesonntagcn, nämlich des 13. und 20. Dezember, in Frage komme. fremden Ländern ist die Industrie weiter befriedigend beschäftigt. Tie Bautätigkeit blieb rege. Im ersten Quartal habe sich ein Ausfuhrüberschuß von 1,3 Millionen Gold- Pfund ergeben. Allerdings liegen die Ausfuhrmengen ganz beträchtlich über den vorjährigen, da die Preise weiter stark nachgegeben haben. Ter Regierung ist. es gelungen, den Etatfehlbetrag anstatt 500000 auf rund 150 000 Contos zu beschränken. Tie Niederlassung Rio de Janeiro der Bank meldet noch, daß innenpolitisch alles ruhig und die Wirtschaftslage unverändert gut sei. Chiles Wirtschaft erfuhr 193o eveufalls eine weitere Festigung. Der Außenhandel ist durch eine bedeutende Einfuhrerhöhuug gekennzeichnet (38 Prozent Steigerung.!, was sich rn einer Abschwächung der Währung aus dem Cxpvrk- Wechselmarkt äußerte. Der amtliche Kurs blreo aber unverändert. Bei gestiegenen Gesamtvolumen des Außenhandels mit Deutschland nahm Chile wesentlich chemische Erzeugnisse, Eisenwaren, Stab- und Formeisen aus, Deutschland bezog Kupfer, Wolle, Salpeter und Hülsenfrüchte. Im neuen Jahr hat die chilenische Aus- und Einfuhr werter zugeuommen. Im Einfuhrhandel ist letzthin eine gewisse Zurückhaltung zu beobachten, da anscheinend reichliche Läger in ausländischen Waren vorhanden sind. Die einheimische Industrie ist weiterhin gut beschäftigt. Allmählich wirkt sich der Ties, stand der chilenischen Währung in der Preisgestaltung an den einheimischen Märkten stärker aus, insbesondere bei Lebensmitteln. Diese Entwicklung sowie der neuerdings in Erscheinung tretende Devisenmangel haben die Negierung vor einigen Tagen veranlaßt, ein noch schärfere Ueberwachung des Außenhandels anzuordnen. In Peru ist die allgemeine Geschäftslage weiter befriedigend, jedoch macht sich eine gewisse Zurückhaltung im Hinblick auf die kommenden Wahlen bemerkbar. Der Außenhandel zeigt im ersten Quartal im Vergleich mit dem Vorjahr eine Steigerung um über 20 Prozent. Auch mit M i t t e l a m e r i k a konnte das Gesamtvolumen des Außenhandels 1935 gesteigert werden, wenn auch die absoluten Beträge noch gering blieben. Vor allem ist 1935 dadurch gekennzeichnet, daß durch Steigerung der deutschen Ausfuhr in diese Länder der Passivsaldo Deutschlands fast halbiert wurde. Allerdings ist bei der derzeitigen Stufe der Wirtschaftsintensität in diesen Ländern nur für wenige Produkte Nachfrage vorhanden, im wesentlichen nur für chemische Erzeugnisse und Eisenwaren. Auch ihre Ausfuhrgüter sind zunächst zahlenmäßig beschränkt: Kaffee und Kakao. Nur Mexiko gewinnt als Erz- und Erdöllieferant Deutschlands wachsende Bedeutung. Blick in die Wirtschaft Berlin, den 16. Juni. Sind die Kurse am Aktienmarkt überhöht? Das ist die Frage, die in der vorigen Woche die Gemüter der interessierten Kreise lebhaft bewegt hat. eine Frage, die auch heute noch aktuell ist. Es mußte naturgemäß den Aktienmarkt beeinflussen, wenn das Institut für Konjunkturforschung in einer längeren Betrachtung zu dem Schluß kam, daß die Kurse einzelner Papiere sicher schon überhöht seien. Für die bisherige Aufwärtsbewegung am Aktienmarkt werden vom Konjunkturinstitut im wesentlichen als Gründe angeführt sowohl die starke Geldslüssigkeit und die damit natürlich in Zusammenhang stehende Verflüssigung der Wirtschaft überhaupt, die Emisstonssperre für neue Aktien und Pfandbriefe, die günstigen Jndustrieabschlüsse und die optimistischen Berichte vieler Gesellschaften für die weitere Entwicklung, die Käufe, die sich aus der Anlage von Sperrguthaben sowie für die Abrundung bei neuen Gruppenbildungen und Veränderungen in den Besttzverhaltnisien von Konzernen ergeben. Das Steigen der Aktienkurse bei gleichzeitiger anhaltender Verflüssigung des Geldmarktes gehört nach Auffassung oes Institutes für Konjunkturforschung mit zu den Erscheinungen, durch die sich der gegenwärtige Aufschwung von allen früheren Aufschwungsphasen unterscheidet. Fast regelmäßig habe man früher im Konjunkturaufschwung ungefähr ein Jahr, nachdem die Aktienkurse zu steigen begonnen hatten, eine Verknappung am Geldmarkt beobachten können. Der Widerspruch zwischen der gegenwärtigen Situation und den früheren Erfahrungen zeige, wie sehr die Grundlagen des gegenwärtigen Aufschwungs von den Bedingungen früherer Aufschwungsphasen abwichen. Nach der schon erwähnten Aufzählung der eigentlichen Gründe für die bisherigen Kurssteigerungen und dem Hinweis darauf, daß die objektiven Faktoren der Situation, nämlich die Dividendenerhöhung bei Jndustrieunternehmungen und die Zinssätze am Geldmarkt, durch die eine Erhöhung der Aktienkurse sich rechtfertigte, nunmehr in dem gegenwärtigen Kursniveau ihren Ausdruck finden, gelangt das Institut eben doch zu der Meinungsäußerung, daß gemessen an den geschilderten Maßstaben die Kurse einzelner Papiere sicher schon überhöht seien, worauf selbstverständlich die Börse in der Berichtswoche entsprechend reagierte. Die Realisationsneigung hielt sich aber in mäßigen Grenzen, wozu die weiteren günstigen Geschäftsberichte einer Reihe von Gesellschaften sehr wesentlich beigetragen haben mögen. Im Zusammenhang mit den Vorgängen am Aktienmarkt muß noch eine Stellungnahme der „Nationalzeitnng" in Essen registriert werden, die in der zweiten Hälfte der letzten Woche vor allem an den Börsen Westdeutschlands, aber auch in Berlin Beachtung gefunden hat. Das Essener Blatt erklärte, die Kurstreibereien an den Aktienmärkten hätten in der letzten Zeit wieder ein Ausmaß angenommen, das über den Nahmen der industriell-sachlichen Berechtigung zweifellos erheblich hinausgehe. Weiter hieß es dort, der Kauf von Aktien berge heute ein großes Risiko in sich, denn man dürfe nicht vergessen, daß in jedem Fall der begründete und berechtigte Maßstab für eine gerechte, kursmäßige Bewertung die Rendite, d. h. der Ertrag, sei. Hier wird also auf einen Punkt hingewiesen, der in Bank- und Börsenkreisen bzw. Gesprächen schon seit einiger Zeit als Kernpunkt erörtert wird: das Verhältnis oder vielleicht besser gesagt das Mißverhältnis von Dividende und Höhe &ec Aktienkurse beziehungsweise Kurssteigerungen. Am Tage nach der Veröffentlichung der Stellungnahme der „Nationalzeitung" in Essen schrieb der „Völkische Beobachter" u. a>, die Berliner Börse vom Donnerstag (voriger Woche) habe mehr oder weniger unter dem Einfluß der zunehmenden öffentlichen Kritik gestanden, die die Haussewelle der letzten Wochen hervorgerufen habe. Alle diese Auslassungen beweisen jedenfalls die Aktualität der Frage, über die hier an Hand der inzwischen erfolgten Stimmungsäußerungen berichtet wurde. Die Firma S. Czerninski. M e d e n a u, Ostpr, feiert am 1. Juli ihr 25jrhriges Geschäftsjubiläum. 573501 73^101675^67604380

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