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Central-Verein-Zeitung · 1936-06-18 · 25 (18.6.1936) · p. [Seite]

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Journal
Central-Verein-Zeitung
Volume
15 (1936) - farbig
Issue
25 (18.6.1936)
Date
1936-06-18
Page
[Seite] (sequence 11)
Language
German
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Südafrikanische Impressionen (II) Johannesburg, Ende Mai. I. In Johannesburg läuft soeben der Heimatfilm „Cecil Nhodes", die Geschichte der Erschließung der Diamantfelder von Kimberley, der Eroberung des Witwaterrandes und der Begründung der Süd-Afrikanischen Union (Regie: Berthold Viertel, Präsident Krüger: Oskar Homolka). Dieser Film ist für den Fremden besonders interessant. Er eigt die ökonomischen Grundlagen der „Properity" im Lande und die drei großen politischen Kräfte, die heute wie vor dem Burenkrieg im Lande wirksam sind: die Engländer, die Buren (Asrikaaner) und die Schwarzen. Die Schwarzenfrage erkennt matt zwar als politisches Problem nicht an. Man glaubt, daß die „Natives" mit der Unterordnung aus ewig zufrieden sein werden. Sie wohnen in Johannesburg außerhalb der Stadt in Distrikten, die zum Teil offen, zum Teil umgittert' ftitb; Auf die Frage, ob die Häuser Privatleuten oder der Stadtgemeinde gehören, antwortete uns ein Eingeborener mit der Gegenfrage, ob, wir Kommunisten seien. Auf unsere erstaunte Ablehnung, was er denn von den Kommunisten wisse, erzählte er, daß er ihre Versammlungen zu besuchen pflege . . . Ich mußte unwillkürlich daran denken, daß Gandhi seine Freiheitsbewegung in Südafrika gegründet hat — auch heute leben noch viele Tausende von Indern in Südafrika, für sie wird wohlsahrtspslegerisch mehr getan als für die Eingeborenen. Eine neue Einwanderungsverordnung, die in diesen Tagen dem Parlament vorgelegt wird, sieht eine Beschränkung der Zuwanderung von Schwarzen vor, sofern sie nicht besondere Arbeitsvertrüge haben. Für die Einwanderung der Weißen ist das Kräfteverhältnis zwischen Engländern und Buren von ausschlaggebender Bedeutung. Zurzeit erstarken die asrikaanischen (burischen) Parteien — man ist zum Beispiel bestrebt, die asrikaanische Sprache vor die englische zu setzen. General Smuth hat zwar erst vor wenigen Wochen im Parlament eine Erklärung dahingehend abgegeben, daß die Zuwanderung von Juden aus Deutschland in keiner Weise das übliche Maß überschreite. Aber immerhin ist diese Frage Gegenstand der öffentlichen Diskussion im Parlament und in den Zeitungen. Eine neue Verordnung zur Ergänzung der bisherigen Einwanderungsbestimmungen, die, wie erwähnt, soeben dem Parlament vorgelegt wurde, gibt den Einwanderungsbehörden die Möglichkeit, Menschen von der Einwanderung aüszuschließen, die nicht im Besitz eines „lull passport" sind. Diese Verordnung bezieht sich in erster Linie offenbar auf die Inhaber von Nansen-Pässen, deren Zuwanderung in den letzten Monaten stark zugenommen haben soll. Sie würde aber, falls sie angenommen wird, den Einwanderungsbehörden auch die Möglichkeit geben, die Einwanderung dann zu verhindern, wenn in den Pässen Vermerke enthalten sind, die eine Rückkehr in das Heimatland ansschließen. Die Verordnung enthält zwar keinerlei Maßnahmen gegen die Juden, aber sie kann sich möglicherweise praktisch antijüdisch auswirken. Die Abstimmung soll noch in dieser Parlamentssession erfolgen. Wenn es auch noch keineswegs gewiß ist, daß die Verordnung Gesetz wird, so ist sie doch durchaus kennzeichnend für die Stimmung in verschiedenen Parteien des südafrikanischen Parlaments. Das Eingeborenenproblem ist aber vor allem in ökonomischer Beziehung für jede Einwanderung von Weißen von enormer Bedeutung. Es gibt ein Gesetz, das den Eingeborenen bestimmte Arbeiten vorbehält — und neben dem Gesetz gibt es noch eine gehörige Portion sozialer Vorurteile, die einem Weißen verbieten, gewisse Arbeiten zu verrichten, die eben nach Landessitte nur ein Schwarzer machen kann. So arbeiten zum Beispiel im Straßenbau nur Schwarze, bte Zeitungen werden auf der Straße nur von Schwarzen ausgerufen, aus der Farm spannt der Eingeborene die Ochsen ein, im Haushalt fegt der schwarze Boh die Stuben und kocht meistens eine Farbige, kurz, all solche Arbeiten, wie sie der Jude in Palästina zum Beispiel gern und mit Pflichteifer auf sich nimmt, fallen in Afrika für den Weißen aus. Nicht etwa, daß solche Berufe als zu erstrebendes Ideal hingestellt werden sollen, aber man hört in diesem Lande, in dem die jetzt Wohlhabenden stolz daraus sind, Selfmademen zu sein, so oft den Vorwurf, der junge Jude schreibe aus Deutschland, er sei zu jeder Arbeit bereit, aber, wenn er erst im Lande sei, wolle er sie nicht annehmen, daß es wichtig ist, auch diese Seite aufzuzeigen. Als die jetzt Ansässigen einwanderten, gab es diese Bestimmungen noch nicht — heute achtet die Polizei sehr streng aus ihre Durchführung. Von Dr. Margarete Edelheim II. Südafrika ist ein Kolonialland; es ist ein junges Land. Johannesburg rüstet gerade eben zur Feier seines 50jährigen Bestehens — es gibt deshalb für findige Köpfe noch Lücken genug im Arbeitsmarkt, die ausgesüllt werden können; aber es ist doch ein viel fertigeres Land, als wir Europäer es. uns allgemein vorstellen. Ein eingewanderter Berliner hat; das Wort geprägt: „Unsere Chochme sticht hier nicht." Und in der Tat, diese Erkenntnis ist eine der wichtigsten Vorbedingungen für den. Einwanderer. Wenn man hier mit der Vorstellung herfährt, man komme in den Urwald und ganz Afrika warte nur auf einen, dann wird man schwer enttäuscht; und viele müssen ihre falsche Vorstellung vom Lande mit Fehlschlügen bezahlen. Das weiß man in Deutschland viel zu wenig, denn die meisten berichten nach Hause nur ihre Erfolge, nicht ihre Mißerfolge, denn erstens gibt der Mensch niemals gern Fehlschläge zu, und zweitens will man die Sorge der Daheimgeblieb encn durch rosige Berichte zerstreuen. So ist denn bei den Juden in Deutschland die Ansicht entstanden, als ob Südafrika noch immer das Goldgräberland sei, in dem man mit Siebenmeilenstieseln Reichtümer erwirbt. Das mag Vorkommen, wenn man an der Börse spekuliert — und wenn man näher hinsieht, sind viele Vermögen im Lande mehr durch Spekulation als durch systematische Arbeit entstanden und wachsen bei dem gegenwärtigen „Boom" auch noch weiter, aber man möchte ja dieses Rezept schließlich gerade Einwanderern, die eine gewisse moralische Verantwortung für ihre Gemeinschaft tragen — und sich ihrer auch immer bewußt sein sollten —, nicht empfehlen. Aber: es gibt Arbeitsmöglichkeiten: nur nmß man Geduld haben und — zumal, wenn man ohne Geld herkommt und auf eine Anstellung angewiesen ist — damit zufrieden sein, sehr allmählich im Gehalt aufzusteigen. III. Ich hatte schon neulich angedeutet, daß die Komites (8outll African Fund for German Jewry) keinen Ueberblick darüber besitzen, wieviele Juden aus Deutschland in Südafrika Arbeitsplätze gefunden haben, weil sie bei weitem nicht alle Einwanderer kennen. Die Komites haben sich in Kapstadt und Johannesburg. 1933 gebildetals die Einwanderung einsetzte; sie haben sich zunächst im wesentlichen daraus beschränkt,' Garantien auszustcllen, dann haben sie sich mit Erfolg bemüht, denen, die sie aufsüchten, Stellen zu verschaffen und das war natürlich zuerst sehr leicht, zumal bei den Juden aus allen Kreisen der Wille zu Helsen vorhanden war. In unübertrefflicher Herzlichkeit haben die ansässigen jüdischen Familien ihre Häuser den Ankömmlingen geöffnet, sie zunr Freitagabend oder zum Sonntagnachmittag, ja auch zum Wochenende in ihre Landhäuser eingeladen. Aber, als dann der größere Zustrom einsetzte, merkten sie, daß' mit dieser planlosen Art des Wohltuns allein nicht mehr zu Helsen ist. Jetzt genügt es nicht mehr, den Freund 31t bitten, den oder jenen anzustellen, sondern es müßte — ebenso int Interesse der zuwandernden wie im Interesse der ansässigen Juden — eine planmäßige Arbeitsbeschassung einsetzen. Sie steckt, soweit es die Initiative der südafrikanischen Juden anbetrifst, noch so in den Uranfängen, daß an dieser Stelle nur über ihre Notwendigkeit, noch keineswegs aber über Erfolge berichtet werden kann. Die Arbeitsplätze, die zur Auswahl stehen, sind infolge der Reservate für dre Schwarzen, von vornherein nur die sozial gehobeneren in jedem Wirtschaftszweig. (Trotzdem sind die Ansangsgehälter sehr niedrig.) Die Einwanderer haben es verstanden, mit oder ohne Hilfe der Komites, Stellen zu finden, denn man kann.nach einer gewissen Anlaufsfrist, die häufig kürzer sein könnte, wenn die Sprachkenntnisse besser wären und während deren die Komites, wenn nötig, mit gerungen Summen helfend eingreifen, von einer Arbeitslosigkeit unter den Zuwanderern kaum sprechen, wie es ja überhaupt eine eigentliche Arbeitslosigkeit in diesem Lande nicht gibt. Die mit Geld kamen, haben vielfach Geschäfte ausgemacht oder sich beteiligt. So gibt es ein Photogeschäst, Lebensnnttellüden, Mittagstische, Boardinghäuser, Kosmetische Salons n. a. nt. Zahlreiche Handelsvertreter hatten sich Verbindungen aus Europa mitgebracht und konnten damit eine Existenz gründen, wenngleich es nicht verkannt werden darf, daß ein starker Wille im Lande existiert, den Import europäischer Ware durch Selbstherstellung abzulösen und daß vor allem im Augenblick der Import von Japanware aller Gattungen die europäische Ware vom afrikanischen Markt immer mehr verdrängt. Einigen anderen ist es geltmgen, in die größere Industrie Eingang zu finden oder eine kleine Fabrikation selbst zu beginnen. Aber das sind Einzelgänger ohne symptomatische Bedeutung. Die große Masse hat als kaufmännische Angestellte in den zahlreichen Bazaren und Stores in den Städten ttnd auf dem Lande Unterkunft gefunden. Auch junge Mädchen und Frauen sind im Handel untergekommen. Sie haben Chancen in Büros und hinter dem Ladentisch, sofern sie die englische Sprache, englische Stenographie und Schreibmaschine wirklich beherrschen — aber wirklich — — IV. Viel günstiger sieht es natürlich für handwerkliche Berufe aus. Ich hatte Gelegenheit, führende Mitglieder der Komites, Parlamentsmitglieder, den Präsidenten des Jewish board of deputies ttnd Führerinnen der Frauenvereine in Johannesburg und Kapstadt In sprechen und traf dort auch den Vizepräsidenten der „Ort", Dr. A. Singalowski, der zurzeit in Südafrika Vorbereitungen für eine handwerkliche und vielleicht auch landwirtschaftliche Schttlung der Juden trifft. Es ist selbstverständlich, daß sein Interesse auch den zugewanderten Juden aus Deutschland gilt, , und er hat Verbindung mit den Gewerkschaften ausgenommen, ttm mit ihnen zusammen sestzustellen, welche Industriezweige qualifizierte Handwerker brauchen können. Da ist vor allem,das Baugewerbe mit seinen vielen Nebenzweigen. Denn in Kapstadt wie vor allem in Johannesburg wird in rasendem Tempo gebaut. Die Häuser in der City von Johannesburg schießen bis zu 20 Stock hoch in wenigen Monaten aus dem Boden, die Hotels stocken jetzt für die große Ausstellung auf oder bauen nett; aber auch über diese einmalige Gelegenheit hinaus wird das Baugewerbe' auf Jahre hinaus beschäftigt sein, wenn die Prosperity, wie anzunehmen ist, nnhält. Denn die Südafrikaner haben nicht die Seßhaftigkeit des Europäers. Immerfort wechselu sie ihre Häuser, ihre Wohnungen. Da geht einer auf längere Zeit nach Ettropa; vorher verkattst er alles — täglich sieht man Möbelauktionen — ttnd er baut sich ein neues Haus, wenn er zurückkommt. Oder es macht einer einen besonders großen Börsengewinn. Schon kaust er sich ein Grundstück in Westklifs oder Sachsenwald oder sonst einem der schönen baumbestandenen Vororte von Johannesburg, die mit ihren natürlichen Steingärten und üppigen Blütenbäumen selbst jetzt im südafrikanischen Herbst das Auge jedes Europäers entzücken müssen. So sieht man denn dicht neben der Unzahl gleichförmiger altmodischer Familienhäuser Glashäuser, die von Mies van der Rohe oder von Corbusier erbaut'sein könnten, und moderne Etagenhäuser, die an Komfort und Mietpreis nicht zu überbieten sind. (In einem der neuesten Mietshäuser neben dem herrlichen Countrh-Club kostet eine 4^-Zimmerwohnuug 35 Pfund monatlich.) Dieser häufige Wohnungswechsel ist — ttnd das ist das Beste daran — ein Stück praktische Arbeitsbeschaffung, an der natürlich die Grundstücksbesitzer — meistens waren es Farmen dicht vor der Stadt, die nun parzelliert werden —, aber auch die Architekten, die Bau- und Möbelhandwerker und letzten Endes auch der Handel großen Anteil haben. Noch werden die meisten Möbel importiert. Deshalb bieten sich hier noch Möglichkeiten für einige sehr gute Möbeltischler. Aber auch das Druckereigewerbe braucht gttte Drucker. Die Industrien, die ja meist erst in der Entwicklung sind, suchen Mechaniker und Ingenieure. Ja, in einem Artikel des Gape Argus „Ingeneers wanted" wurde kürzlich ein Interview mit Professor Snape von der technischen Abteilung der Universität Kapstadt wiedergegeben, in dem behauptet wird, sogar öffentliche Arbeiten hätten eingestellt werden müssen, weil es an ausgebildeten Ingenieuren fehle. Auch für alle anderen Zweige des Handwerks ist Bedarfs In den Zeitungen werden Friseure ttttb Friseusen, gute Schneider und gelernte Metzger gesucht. Maßschuhmacher gibt es — wie man mir 'sagte — überhaupt noch nicht. Allerdings muß von jedem Handwerker — das verlangt die Gewerkschaft — der Nachweis mindestens fünfjähriger Praxis inklusive der Lehrzeit erbracht werden. Auch für Frauen ist im Handwerk Platz, Masseusen, Schneiderinnen und Modistinnen werden schnell Arbeit finden, sofern sie ihr Handwerk verstehen. Die Berufsaussichten für Frauen sind überhaupt — in bescheidenem Rahmen — nicht schlecht, wenn auch manche Berufe, wie der der Sozialarbeiterin — noch ganz ausfallen. Kindergärtnerinnen z. B., die ihr Examen haben und so gut Hebräisch können, daß sie unterrichten und mit den Kindern wirklich hebräisch sprechen können (englisch versteht sich von selbst), sind gesucht. Auch Krankenschwestern, für die aber eine viel schwerere Vorbildung verlangt wird als in Deutschland. Wie den« über- Haupt nicht zu verkennen ist, daß Abschluß- Prüfungen und Zeugnisse hier eine mehr geringe Rolle spielen und daneben dte „experience", die Erfahrung. Im Haushalt war es bisher kaum üblich, Weiße zu beschäftigen, aber gute Erfahrungen, die einige Hausfrauen mit jüdischen jungen Mädchen aus Deutschland als Kinder-, Pflegerinnen oder als Art Hausdame mtt Kochen — für die grobe Arbeit ist der Boy. da — gemacht haben, hat auch andere zu solchen Versuchen ermutigt. Allerdings stößt man bei den Hausfrauen vielfach" auf die gleichen Hemmungen, wie wir sie in Deutschland zu überwinden hatten, nur verstärkt dadurch, daß man eben Weiße im Haushalt überhaupt nicht gewohnt war. Auf der anderen Seite darf auch nicht verkannt werden, daß die Zusammenarbeit mit den Schwarzen als Angestellte im gleichen Hause für den Neuling, gewisse Schwierigkeiten bietet. V. Die Lage der zuwandernden Akademiker ist natürlich sehr schwer. Die meisten Juristen arbeiten als Buchhalter oder kleinere Handlungsgehilfen, nur von einem einzigen, einem früheren Berliner Strafverteidiger, ist mir bekannt geworden, daß er wieder — wie die' Vorschrift ist, wenn er praktizieren will — neu studiert, wobei ihm die vier Studienjahre angerechnet worden sind. Auch, Aerzte und Medizinstudenten müssen nach den allgemeinen englischen Gesetzen neu'studieren. Zurzeit stufiuiket B&tdtäfc studieren in Johannesburg und Kapstadt insgesamt etwa 15 in Deutschland schon approbierte Aerzte nett und einige wenige noch nicht aPPrgbierte.Einige sind auch schon niedergelassen. Aber abgesehen davon, daß das Studium sehr teuer ttnd so schwer ist, daß man nicht mit. Freizeit für Nebenerwerb rechnen darf, sind die Großstädte ohnehin mit Aerzten überfüllt. Unter ihnen wie unter den Medizinstudenten gibt es Prozentual viele eingeborene Juden. In den kleineren Plätzen bestehen noch Niederlassungsmöglichkeiten, Gerade, bei den akademischen und den kaufmännischen Berufen muß sestgestellt werden, daß die berufliche Gliederung der südafrikanischen Juden nicht glücklich ist. Die Jugend erkennt das auch an und beginnt zum Teil, sich mehr dem Handwerk zuzuwenden. Um.so erheblicher' ist es, daß die These von Dr. Singalowski, es gibt keine überflüssigen Juden, sondern nttr überflüssige Berufe, hier Verständnis in der Oefsentlichkeit zu finden beginnt. Schon sind Vvrarbetten im Gange, tun Knaben und Frauen an Ort und Stelle für aussichtsreiche Handwerkszweige auszubilden und neuen Industrien züzuführen. Die Tatsache, daß es in diesem Lande keine sozialen Unterschiede zwischen Weißen und Weißen gleich welcher Berufsgruppe gibt, erleichtert solche Tendenzen. VI. Don Johannesburg führt eine herrliche Autostraße in etwa einer Stunde durch Hügel und Felder, die in ihren herbstlichen Pastelltönett an die norddeutsche Landschaft erinnern, nach der Hauptstadt des Landes, Pretoria, dem Sitz der Negierung. Das Parlament tagt in Kapstadt. Hier, in dem pompösen Regierungsgebäude, das von einem Hügel aus die Stadt beherrscht, wird auch über die Zuwanderungserlaubnis derjenigen Menschen beraten, die ihren Geburtsorten nach unter eine Quote fallen. Dazu gehören bekanntlich alle die deutschen Staatsangehörigen,. die in früher deutschen, nach dem Versailler Vertrag polnisch gewordenen Gebieten wohnen. In höflichster Form und mit bewundernswerter Schnelligkeit wird der Fragesteller dem zuständigen Sachbearbeiter ztlgesührt und in entgegenkommendster Weise wird die Rückfrage beantwortet. So hat der Besucher erfreulich lange Zeit, sich in den herrlichen Blumenanlagen 31t ergehen, die die Stadt jetzt noch im Spätherbst in einen Farbenrausch von Gelb und Grün und Rot tauchen. Hier in Pretoria ist auch als historische Delikatesse das Haus des Präsidenten Paul Johannes Krüger zu sehen, aber die Forderungen des Tages werden mehr durch die großen Stahlwerke repräsentiert; in ihnen haben einzelne Juden aus Deutschland als- Ingenieure oder handwerkliche Facharbeiter Anstellung gefunden. (Fortsetzung folgt.) Hauptschriftleiter: Dr. Alfred Hirschberg- Stellvertr. und verantwortlich für die Aufnahme von Bildern: Dr. Margarete Edelheim. Verantwortlich für. Sport: Dr. Ernst G. Löwenthal, sämtlich in Berlin. Für Rücksendung unverlangter Einsendungen ist Freiumschlag beizufUgen. Leiter der Anzeigen-Abteilung und verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Friedrich Nathan, Berlin. DA. I. Vi. 40 000. PI. 5. Verlag: ‘ Centralverein deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens e. V., Berlin W15, Emser Strasse 42. Druck der Buch- und Tiefdruck Gesellschaft mbH, Berlin S~W 19. KLAUBER-WÄSCHE |N ALLEN FÜHRENDEN WÄSCHE-GESCHÄFTEN t/t AI IDCn Uf"A'C/*UC WASCHEFABRIK ROSA KLAUBER / MÜNCHEN KLAUDkK-WAdlrlC

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