Central-Verein-Zeitung
- Journal
- Central-Verein-Zeitung
- Volume
- 15 (1936) - farbig
- Issue
- 17 (23.4.1936)
- Date
- 1936-04-23
- Page
- [Seite] (sequence 21)
- Language
- German
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Blick in die Berlin, den 20. April 1936. Wenn man die wirtschaftlichen Vorgänge der jüngsten Zeit betrachtet, so stehen erneut — vom internationalen Blickpunkt aus gesehen — Währungsfragen und Außenhandelsprobleme im Vordergründe des Interesses. Die Wührungsfrage hat einen besonderen, auch im deutschen Wirtschaftsleben offenbar stark beachteten Impuls durch, die Stellungnahme des bekannten schwedischen Volkswirts, Professor Gustav Cassel, erhalten, und zwar deshalbweil Cassel tatsächlich mit einer Inflation der Dollarwährung in der nächsten Zeit rechnet. Die weltwirtschaftlichen Folgen eines solchen Vorgangs wären gar nicht abzusehen. Cassel ist der Auffassung, daß die Lage der Goldländer in Europa dadurch aufs höchste erschwert wurde; er hält aber auch eine andere Alternative nicht für unmöglich, nämlich, daß der Dollar auf der gegenwärtigen Goldparität gehalten, im Innern aber einer Inflation ausgesetzt würde. Jedoch sind natürlich auch hier Schwierigkeiten zu überwinden. Cassel vertritt zwar die Meinung, daß eine amerikanische Preissteigerung durch Inflation die Lage der Goldblockländer erheblich erleichtern würde, betont aber zu gleicher Zeit, daß auch für den Goldblock, besonders für Frankreich ein Gleichgewicht des Staatshaushalts eine notwendige Bedingung für jede wirkliche Währungsstabilisierung sei, ist überhaupt ctit großes Fragezeichen. Cassel stellt fest. Wirtschaft daß die außerordentlichen militärischen Ausgaben jegliche Kontrolle der französischen Währung unmöglich zu machen drohen; es sei daher nur allzu denkbar, daß die nächste Umwälzung auf dem Gebiete des Geldwesens von Frankreich ausgehen werde. Dem muß die Feststellung hinzugefügt werden, daß nach neuesten Statistiken die französische Ausfuhr heute aus weniger als ein Drittel ihres Standes von 1928, also noch stärker als die Einfuhr, gesunken ist. Daraus ist das Bestreben der französischen Handelspolitik der jüngsten Zeit, bis zu einem gewissen Grad das protektionistische System zu lockern, zurückzusühren. Von besonderem Interesse ist dabei, daß z. B. die Einfuhr nach Frankreich von Oesterreich von 117 Millionen Francs im Jahre 1932 aus 94 im Jahre 1935, von Ungarn im selben Zeitraum von 88 auf 37. von Rumänien von 456 auf 157, von Jugoslawien von '56 auf 28, von Polen von 236 aus 153 und von der Tschechoslowakei von 250 auf 192 gesunken ist. Die Ausfuhr von Frankreich nach Oesterreich ist gestiegen von 80 Millionen Francs im Jahre 1932 auf 81 im Jahre 1935, nach Ungarn gesunken im gleichen Zeitraum von. 34 auf 13, nach Rumänien von 153 auf 106, nach Jugoslawien von 59 aus 58 und nach Polen von 322 auf 128, während die Ausfuhr nach der Tschechoslowakei von 161 aus 199 gestiegen ist. Diese Steigerungen ändern nichts an der Tatsache, daß die französische Ausfuhr als solche, wie schon erwähnt auf weniger als ein Drittel des Standes von 1928 gesunken ist. Der Rückgang der Einfuhr nach Frankreich und auch der Rückgang der Ausfuhr von Frankreich im Verkehr' mit den 'erwähnten Staaten interessiert nur deshalb ganz besonders, weil Frankreich sich an Mitteleuropa sehr interessiert zeigt. Nimmt man dazu noch die Auslassungen von Professor Cassel, so werden die Schwierigkeiten ganz besonders offenkundig. Im Zusammenhang nun mit der amerikanischen Währungssrage und mit den Außenhandelsprvblemen steht nicht zuletzt auch das Preisproblem, wobei Cassel die Auffassung vertritt, eine mäßige Steigerung des amerikanischen Warenpreisniveaus würde voraussichtlich von England gerne mitgemacht werden. Nun haben aber die Verhältnisse im englischen Außenhandel in den letzten Monaten keine sehr günstige Entwicklung genommen; im Monat März z. B. hat die Einfuhrsteigerung bei einer Gesamteinfuhr von 68 Millionen Pfund gegenüber dem Monat Februar 5,7 Millionen Pfund betragen, während sich die Ausfuhr nur um 1,4 Millionen erhöht hat. In seriösen Wirtschastskreisen wird darauf hingewiesen, daß die englischen Exporteure nunmehr eine Erweiterung der Exportkreditpläne in der Richtung aus eine verstärkte staatliche Ausfallbürgschast fordern. Darüber hinaus werden in England die Aussichten der binnenwirtschaftlichen' Konjunktur ebenfalls in jüngster Zeit ernster beurteilt. Die ganzen Probleme können hier natürlich nur eine Andeutung erfahren. In diesem Zusammenhang muß daraus hingewiesen werden, daß weiter die Frage der Preisbefestigung im Beschwerden über das Ausbleiben der C.~V.'Zeitung, Umleitervünsche sind stets dem zuständigen Postamt (Zeitungsstelle) zu unterbreiten. Die Bezugsgebühren sind an den Briefträger zu zahlen. Welthandel eine Rolle spielt und Sachverständige bei einer Betrachtung der Welthandelslage mit Recht von einem ungewöhnlich bunten Bild sprechen, das augenblicklich die Preislage bietet. Erwähnt sei noch, daß Professor. Cassel die Meinung vertritt: Die Gefahr sei, daß bei der im Welthandel anscheinend bevorstehenden Preissteigerung die treibenden Faktoren großenteils solche seien, von denen man keine Mäßigung erwarten könne. Es werde eine schwierige Aufgabe sein, die Kontrolle über die Preisbewegung zu behalten, wenn Wettrüsten zu den ohnehin inflatorisch wirkenden Kräften hinzutrete. Die Welt müsse sich dann in erster Linie auf eine selbständige und wohlbalancierte Leitung der englischen Währungspolitik verlassen, die einen festen Zusammenhang des ganzen Sterlingblocks um ein rationelles Währungsprogramm ermögliche. Dazu vertritt ein großes Berliner Bankhaus in seinem Wochenbericht die Auffassung, es bestehe heute kein Zweifel mehr darüber, daß in den kapitalreichen Ländern das Festhalten an niedrigsten und unelastischen Diskontsätzen den Zwang zur Pflege der weltwirtschaftlichen Beziehungen stark vermindert habe. k - u. HERREN-KONFEKTION Gebr. Kurzwes G. m. b. H. * Berlin C 2 VEREINIGTE HERREN -„.SPORT-KL EIDER fA BRIK GMB„efCO-C2-SPANDAUERSrm Stets grosses Lager NATHAN RÜBEN KLEIDERFABRIK LÜBBECKE (WESTFALEN) W.Solingers Co. GmbH. Kleiderfabrik Aschaffenburg Georg Friedländer Herren - Kleider - Fabrik IO tBcestau I, JUusdiesUasse 37-38 Paul Landmann Zuschneidemaschinen-Fabrik Bandmesser - Fabrikation Berlin NO. 18, Landsberger Str. 106, E 9, 6889 GRÜN & CO. Herrenkleider - Fabrik Spez.: Gabardine-Mäntel BERLIN C 2 Neue Friedrichstr. 65/66 ANZEIGEN Helfen verkaufen! LIEGNITZ Herrenu. Knaben- Kleiderfabrik Spezlalabteilung: Kna ban waschkonf ektion A.tkdd Kleiderfabrik, Lübbecke i.W. 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