Central-Verein-Zeitung
- Journal
- Central-Verein-Zeitung
- Volume
- 15 (1936) - farbig
- Issue
- 17 (23.4.1936)
- Date
- 1936-04-23
- Page
- [Seite] (sequence 11)
- Language
- German
- Belongs to
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US Die Zerstreuung der Juden I. Die ersten Juden, die den nordamerikanischen Kontinent betreten haben, waren Nachkommen der Flüchtlinge aus Spanien und Portugal, die um die Mitte des 17. Jahrhunderts dort landeten. Kaum 300 Jahre sind seitdem vergangen, und die Vereinigten Staaten von Nordamerika sind dasjenige Land geworden, das die größte Zahl von Juden auf der Erde überhaupt innerhalb seines. Staatsgesüges beheimatet. Unter den 123 Millionen Einwohnern von USA leben gegenwärtig etwa 4,5 Millionen Juden, das sind 3,5 Prozent aller Bürger der Vereinigten Staaten. Ueber ein Viertel aller Juden, die heute auf der Erde leben, haben in USA ihre Heimat gefunden, es gibt keinen Staat auf der Erde, der in der Gegenwart hinsichtlich der Zahl seiner jüdischen Be¬ 1 A über die Erde. (XXXIV.) Nachdruck verboten. bei rund 50 000 jährlich und seitdem bei etwa 10 000 bis 11 000 im Jahre. Von 1908 bis 1930, also in einem Zeitraum von 22 Jahren, in den die die Einwanderung hemmenden Kriegsjahre fallen, sind insgesamt rund 1,1 Million Juden nach USA eingewandert und damit zum größten Teil erklärt es sich, daß die jüdische Bevölkerungszahl dort eine so exorbitante Steigerung erfuhr, wie dies aus den Zahlen hervorgeht, die in dem nächstfolgenden Abschnitt gezeigt werden. Die außerordentlich hohen Einwanderungszahlen erhöhten die jüdische Bevölkerungsschicht der USA von 1,78 Millionen im Jahre 1907 auf 3,39 Millionen im Jahre 1917, der jüdische Bevölkerungsanteil ist in der gleichen Zeit von 2 Prozent aus fast 3,3 Prozent gestiegen. Von 1917 bis 1927 ist die jüdische Einwohnerzahl von umfassende Statistik der USA .Kopfessionsangaben nicht erhebt. So beruhen auch die Gegenwartszahlen der jüdischen Volksschicht in USA nur auf inoffiziellen Zusammenstellungen, die auf Grund von Kommunalerhebungen oder von Statistiken einzelner der 48 Bundesstaaten vorgenommen worden sind. Das Statistische Departement des großen jüdischen amerikanischen Commitees hat sich durch das von ihm veröffentlichte Material große Verdienste erworben. Die letzten derartigen.Zahlen liegen für 1926/27 vor. Obschon seitdem ein Jahrzehnt vergangen ist, sind die Ziffern in demographischer Richtung doch durchaus als aktuell anzusprechen, denn die Einwanderung seit dieser Zeit hält sich in sehr geringen Grenzen, und auch der Eigenzuwachs ist im letzten Jahrzehnt so stark zurückgegangen, daß hieraus keine grundlegenden Ver-, änderungen zu erwarten sind. Die Zahl der Juden, die nach der letzten jüdisch-offiziellen Feststellung für das Jahr 1926/27 ermittelt worden sind, beträgt 4 228 000, das sind 3,6 Prozent der Gesamtbevölkerung von MitinedpofiS l vt&jm C icveJai* Cihcjhh Kansas wohner auch nur annähernd mit den USA verglichen werden kann. Es gab in der Vergangenheit einen Staat, der noch in diesem Jahrhundert größere jüdische Menschenmassen aufzuweisen hatte, als gegenwärtig in USA leben: das war das russische Zarenreich, das mit dem Ende des großen Krieges etwa die Hälfte seiner jüdischen Bevölkerung an selbständige neue Staätengebilde abtreten mußte, so daß gegenwärtig die Zahl der Juden in Sowjetrußland mit rund drei Millionen nur etwg zwei Drittel so groß ist wie in USA. Durch Jahrhunderte war Nordamerika ein Einwauderungsgebiet, das sich auf vielen Wegen um neue Menschen bemühte, die die überreichen Naturschätze des Landes nutzbar machen sollten. Außerordentlich hoch sind die Zahlen der Juden, die in die früher breit geöffneten Tore der USA geströmt sind und die von den großzügigen Einwanderungsmöglichkeiten Gebrauch gemacht haben, die das Land, den Völkern der Erde eröffncte. _ Mitte des 17. Jahrhunderts war die Gruppe der sefardischen Juden noch klein, allmählich bekam sie im Laufe der Jahrzehnte einen so großen Zuwachs, daß um die Mitte des 18. Jahrhunderts in der größten Zahl der nordamerikanischen Gebiete spaniolische Juden Fuß gefaßt hatten und heimisch geworden waren. Im 19. Jahrhundert kamen dann Juden aus Deutschland, die erst allmählich, dann in immer größerer Zahl nach Nordamerika kamen. Sie führten dadurch, daß sie ihre Angehörigen nachzogen, eine zahlenmäßige Steigerung der jüdischen Einwohnerschaft herbei, die für die Größenverhältnisse des 19. Jahrhunderts als außerordentlich bezeichnet werden kann. Die amerikanisch-jüdischen Jahrbücher bringen Zahlenschätzungen der jüdischen Bevölkerung in den Vereinigten Staaten für das 19. Jahrhundert, die zeigen, daß die aschkenasischen Juden in dieser Zeit bereits das vorherrschende Element unter den Juden des Landes wurden, ganz abgesehen von der osteuropäischen Zuwanderung, die erst allmählich und seit der Wende zum 20. Jahrhundert stürmisch einsetzte. Im Jahre 1818 wird die Zahl der Juden in den Staaten auf 3000 angegeben, 1825 auf 6000, 1840 auf 15 000 und schließlich 1848 auf 50 000. Etwa um drei Jahrzehnte später beziffert sich die jüdische Bevölkerung bereits auf 230 000 Köpfe, 1888 auf 400 000, im Verlaufe von neun weiteren Jahren hat sie sich weit mehr als verdoppelt: 1897 leben 935 000 Juden in USA. Diese beispiellose Steigerung in kurzer Zeitspanne ist bereits die Folge der beginnenden Zuwanderung russischer und polnischer Juden, einer Masseneinwanderung, die in den zwei Jahrzehnten von 1881 bis 1902 allein über die drei Häfen von New-Uork, Philadelphia und Baltimore die gigantische Zahl von fast 700 000 erreicht. Im Jahre der Wende zum zwanzigsten Jahrhundert betrügt die Gesamtbevölkerung von USA etwa 76 Millionen Menschen, die Zahl der Juden unter ihnen wird auf 1,15 Millionen geschätzt, das sind etwa 1,5 Prozent der gesamten Bevölkerung. Die stürmische Massenzuwanderung aus dem Osten Europas hält weiter an. 1907 sind 1.78 Millionen Juden in den Vereinigten Staaten gezählt worden, deren Einwohnerzahl auf 89 Millionen gestiegen ist; der jüdische Bevölkerungsanteil ist damit aus 2 Prozent emporgeschnellt. Vom Jahre 1908 an liegen genaue Einwanderungszahlen vor, die die volle Bedeutung dieses Landes für die europäischen Juden hervortreten lassen. Im Jahre 1908 übersteigt die Zahl der m USA einwanderuden Juden die Hunderttausendgrenze. 1909 sind es fast 60 000, 1910 fast 85 000, 1911 über 90 000,1913 101 000 und 1914 schließlich 138 000 Juden, die in der neuen Welt Heimat und Ruhe suchten. In den Kriegsjahren stockt die Einwanderung natürlich. 1921 schnellt die jüdische Jmmigranteuzisfer nochmals auf 120 000 hinaus, in den darauffolgenden Jahren bis 1924 liegt sie 3,39 auf 4,23 Millionen gestiegen, die. Quote er-, höhte sich damit auf fast 3,6 Prozent. Es ist unzweifelhaft, daß den entscheidenden Anteil an dieser in der modernen Geschichte der Wanderungen fast einzig dastehenden Entwicklung die Einwanderung aus Osteuropa hat. Die jüdischen Volksmassen, die dadurch ins Land kamen, haben die jüdische Bevölkernngsbilanz in außerordentlich günstiger Weise beeinflußt. Die Einwanderungszahlen in Kombination mit den Bestandszahlen in den einzelnen Zeitpunkten erlauben die wichtige Schlußfolgerung, daß die osteuropäischen Juden sich auch in der neuen Heimat die außerordentliche Fruchtbarkeit und die Voraussetzung hierfür erhalten haben, nämlich den ungebrochenen Lebenswillen und den gesunden Körper. Mit relativ weitgehender Exaktheit ist der Ei g enzuw ach s der jüdischen Bevölkerung nachzuw eisen. Für das Dezennium von 1908 bis 1917 ergibt sich eine durchschnittliche Zuwanderung -— unter Absetzung der Zahl der wieder ausgewanderten Juden — von rund 660 000 jüdischen Menschen, die Be'standszahl der Juden hat sich in der gleichen 'Zeitspanne um 1,6 Millionen erhöht. Der Eigenzuwachs beträgt also 940 000 Menschen, d. h. in jedem Jahre rund 94 000. Setzt man diese Zahl zur Durchschnittszahl der jüdischen Bevölkerung in dem entsprechenden Dezennium in Beziehung, so ergibt sich ein Geburtenüberschuß von 25,0 auf 1000 jüdische Einwohner gerechnet. Das ist eine Zahl, die mit an der Spitze der Geburtenüberschußziffer in der Welt überhaupt steht. Das Rußland der Vorkriegszeit gehörte zu den Ländern der günstigsten Bevölkerungsbilanz. Dort betrug der Geburtenüberschuß in dem letzten Jahrzehnt der Vorkriegszeit etwa 16 auf 1000 Einwohner, in Deutschland in der gleichen Zeit etwa 14. Diese beiden Vergleichszahlen allein zeigen die ungeheure Fruchtbarkeit der Ostjuden in den wirtschaftlich aufblühenden Friedensjahren der Vorkriegszeit. Die gleiche Berechnung wie für die Jahre 1908 bis 1917 läßt sich für die Zeit von 1918 bis ,927 durchführen. Sie ergibt, daß die jüdischen Geburteuüberschußzisfern im Durchschnitt auf etwa 8,5 gesunken sind, eine Zahl, die deutlich erkennen läßt, daß die wirtschaftlichen Folgen des Krieges und die fortschreitende Tendenz zur Geburteneinschränkung auch bei den Juden in den Vereinigten Staaten von einschneidendem Einfluß gewesen sind. So stark ist der Rückgang des Geburtenüberschüsses bei den nordamerikanischen Juden, daß er hinter dem Geburtenüberschuß der Ilmwelt bereits zurückbleibt. Denn innerhalb der Nachkriegsperiode von 1921 bis 1925, für die amtliche Zahlen vorliegen, betrug die Geburtenziffer in den USA noch 10,7 auf 1000 Einwohner; seitdem ist sie allerdings sehr stark abgesunken. Zu den hier berechneten jüdischen Geburtenüberschußziffern muß noch bemerkt werden, daß diese berechneten Werte keinen Anspruch aus vollständige Genauigkeit machen können, und zwar deshalb, weil die bei der Berechnung verwerteten Bestandszahlen teilweise auf Schätzungen beruhen, wenn diese auch mit weitgehenden Sicherheitsfaktoren von amerikanischen Stellen vorgenommen worden sind. Die daraus folgende Einschränkung ist jedoch nicht bedeutsam, die -Abweichungen gegenüber den berechneten Ziffern von 25,0 bzw. 8,5 können gegenüber der Wirklichkeit wohl nur sehr gering, höchstens um 1 oder 2 Punkte, abweichen. Eine Kontrolle dieser Zahlen durch amtliche, nach Konfessionen getrennte Ziffern der Bevölkerungsbewegung, also insbesondere Gebürten und Todesfälle, ist mangels Unterlagen leider nicht möglich. Ist doch nicht einmal die Bestandszahl der Juden in USA — geschweige denn die Bevölkerungsbewegung — durch eine amtliche Buüdesstatistik sestgestellt worden, was darauf beruht, daß die sonst ausgezeichnete und USA. In dem seitdem verflossenen Jahrzehnt liegt die Zahl der Einwanderer höchstens bei insgesamt rund 100 000 jüdischen Menschen, der Geburtenüberschuß von 1927 bis 1936 dürfte unter sehr vorsichtiger Zugrundelegung einer Geburtenziffer mitteleuropäischer Nachkriegsgrößenordnung 170 000 nicht übersteigen. So errechnet sich für die Gegenwart (1936) eine Zahl von rund 4,5 Millionen Juden in USA, eine Ziffer, die auch den Schätzungen amerikanischer Statistiker sehr nahekommt. Das kulturelle Leben dieser Millionenmassen jüdischer Menschen in USA ist auf speziell jüdischem Gebiet außerordentlich groß, trotz der großen assimilatorischen Tendenzen, die die besondere Großstadtkonzentration in den USA in sich birgt; das läßt sich sehr wirksam durch die Zahl der periodisch erscheinenden Druckschriften belegen. Im Jahre 1932 gab . es in USA 110 jüdische Zeitungen und Zeitschrif te n , von ihnen erscheinen 3 5. in jiddischer Sprache, fünf in hebräischer, eine in spaniolisch er und schließlich 6 9 in englischer Sprache. So stark hat sich bis in die neueste Zeit, hinein die jiddische Traditionssprache bei der Mehrzahl der heute lebenden jüdischen Amerikaner erhalten, daß von den 35 in jiddischer Sprache erscheinenden Zeitungen und Zeitschriften sechs Tageszeitungen sind, eine Zeitung erscheint halbwöchentlich, weiter erscheinen zwölf jiddische Wochenzeitschriften, eine Halbmonatsschrift, dreizehn jiddische Monatsmagazine und der Rest zweimonatlich bzw. in vierteljährlichen Abständen. Das älteste jiddische Presseorgan ist 1887 gegründet worden, kurz nach Beginn der osteuropäischen Einwanderung. Es ist also bald ein halbes Jahrhundert alt. Die Mehrzahl der übrigen jiddischen Periodicals hat ihr Gründungsjahr innerhalb der letzten beiden Jahrzehnte, teilweise sogar im letzten Jahrfünft, ein Zeichen, daß das Bedürfnis hierfür auch bei der bereits in USA geborenen Generation besteht. Die jiddischen Presseorgane habew teilweise eine außerordentlich hohe Auflage; durch sie erfolgt eine täglich sich erneuernde Durchdringung der jüdischen Volksschicht durch das einigende Band der jiddischen Sprache; seht lange Zeit wird vergehen und sehr viele Generationen werden wechseln müssen, ehe die Sprache von der englischen Landessprache völlig verdrängt sein wird. Wenn auch die in USA lebende Generation selbstverständlich das Englische und das Jiddische nebeneinander spricht, so wird doch das Jiddische als die Sprache der Familie, des engen Freundeskreises der Eltern, des jüdischen Lehr- und Religionsgutes gepflegt und traditionsbewußt noch auf lange Zeit hin bewahrt werden. Unter den jüdischen Zeitungen und Zeitschriften englischer Zunge ist die älteste im Jahre 1854 gegründet worden. Bemerkenswert ist, daß unter den 69 englischsprachigen Periodicals nur eine einzige Tageszeitung ich alle anderen sind Wochen-, Halbmonats-, Monats- oder Vierteljahrsorgane. Die Beteiligung der amerikanischen Juden am politischen Leben ist für die Vergangenheit und Gegenwart durch-ryehrere Zahlen zu beweisen. So ist statistisch die Zahl der Mitglieder des Kongresses der Vereinigten Staaten sestgestellt. Den früheren Kongressen gehörten insgesamt 42 Juden an, in dem letzten 71. Kongreß sind acht Juden als Mitglieder festgestellt/darunter fünf Demokraten und drei Republikaner. Allein vier dieser Kongreßmitglieder sind Repräsentanten von Bevolkerungsteilen aus New-Pork-City. Die Zahl der Juden im diplomatischen Dienst, soweit sie in Stellungen von Botschaftern, Gesandten oder bevollmächtigten Ministern der USA in fremden Ländern bestallt waren, beträgt bis zur Gegenwart 16, ein Teil dieser höchsten diplomatischen Staatsdiener jüdischen Glaubens ist auch in der Gegenwart noch im Amt. Fße 66 PjettMf Äs 1. JuU ■ liefern wir die C.-V.-Zeitung, wenn uns der Bestellschein sofort eingeschickt wird. H elf en Sie uns werben. Geben Sie diesen Ab schnitt Ihren Freundem Senden Sie mir bis auf Widerruf die C.--V.-Zeitung 66 Pfennig für Mai, Juni zahle ich bei Vorlage der Postquittung an den Briefträger. Die letzte Aprilnummer geht mir kostenlos zu. Name:--——- Ort:-—- Strasse: -——- Datum:.—-—- , Für Bestellungen, die nach dem 23. April eingehen, erhebt die Post eine einmalige Verspätungsgebühr von 20 Pf. _ Ausschneiden und mit 3 Pfg. frankiert senden an: C.-V.-Zeitung, Vertrieb, Berlin W15, EmserStrasse42. J 2, Oliva 8141. Innerhalb der USA selbst sind jüdische Staatsbürger in den höchsten Aemtern der inneren Verwaltung und der I u st i z zu sindeu. Allein die Zahl der jüdischen Gouverneure einzelner der 48 Staaten beläuft sich für die Vergangenheit auf vier, in der Gegenwart sind zwei Juden Gouverneure: und zwar im Staate Oregon und im Staate N e w - M e x i k o. In der nächsten Nummer der C.-V.-Zeitung wird auf die geographische Verteilung der Juden innerhalb des Staatsgebietes der USA eingegangen werden. vr. E. R—z. Dr. Montagu David Eder wa» ' Fat. Herbert Sonnenfeld I I Der Tod von Dr. Vt. D. Eder, welcher ink 71, Lebensjahr in London starb, hat weit über die Grenzender engeren Berufs- und Organisation8* kreise/ welchen der Verstorbene angehörte, Be* stürzung und Trauer hervorgerufen. Als-Mediziner ist Eder klinisch upd schriftstellerisch in hervorragendem Maße tätig gewesen. Die zionistische Bewegung hat ihm Außerordentliches zu danken. Ganz besonders aber werden diejenigen um ihn trauern müssech welche in den letzten Jahren seinen Rat und seine Hilfe in Anspruch nahmen — besonders auch mancher aus Deutschland nach England eingewanderter jüdischer Arzt — und denen er mit dem ganzen Einsatz seiner Persönlichkeit und seines Ansehens zur Verfügung stand. Mit Eder ist einer der wenigen Menschen dahingegangen, bei denen man nicht nur große Gaben bewundern, sondern auch ein warmherziges Ver-- ständnis für die Sorgen und Nöte anderer Menschen finden konnte. Eine seltene Persönlichkeit, die niemand vergessen wird, der einmal mit Eder in Berührung kam. Dr. Hans Colin. In einer Rede vor der Katholischen Aka-- dennkergemeinschast in Wien behandelte Bundeskanzler Schuschnigg „Aktuelle Probleme der österreichischen- Politik aus katholischer Blickschau". Gegen Schluß seines Vortrages erklärte der Kanzler, daß der österreichische Staat, der seine besonderen Beziehungen zur päpstlichen Enzyklika „Quadragesimo anno‘‘ Ijctlje, und natürlich ein katholischer Staat sei, gleichwohl den konfessionellen Frieden wie irgendeiner respektiere. Wir suhlen uns aus dem Glauben aber auch verpflichtet, so erklärte Bundeskanzler Schuschnigg, das bodenständige Oesterreichertum stets zu unterstreichen. Hauptschriftleiter: Dr. Alfred Hirschberg; Stellvertr und verantwortlich für die Aufnahme von Bildern: Dr. Margarete Edel heim. Verantwortlich für Sport: Dr. Ernst G Löwenthal,- sämtlich in Berlin. Für Rücksendung unverlangter ‘Einsendungen ist Freiumschlag beizufügen. Leiter der Anzeigen-Abteilung und . verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: F r i e d r i c h N a t h a n , Berlin. DA I Vj. 40 000. PI. 5. Verlag: Centralverein deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens e. V. Berlin W 15, Emser Strasse 42. Druck der Buch- und Tiefdruck Gesell- - Schaft mbH, Berlin SW 19,