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Central-Verein-Zeitung · 1936-04-16 · 16 (16.4.1936) · p. [Seite]

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Journal
Central-Verein-Zeitung
Volume
15 (1936) - farbig
Issue
16 (16.4.1936)
Date
1936-04-16
Page
[Seite] (sequence 11)
Language
German
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Kr. 16 4 4. Beiblatt C-YZeihmi t*u tüsiinu - MJ11t sv hau Die Londonreise der Araber — von Palästina aas gesehen Von unserem *-Palästina-Korrespondenten Tcl-Aviv, 8. April 1936. Der interessanteste Vorgang auf dem Gebiet der Nationalitätenpolitik innerhalb Palästinas ist die Einladung des englischen Kolonialministers an die Führer der wichtigsten arabischen Parteien, eine Abordnung nach London zu entsenden und ihre Wünsche bezüglich des gesetzgebenden Rates und der damit zusammenhängenden Fragen in unmittelbarer Rede und Gegenrede vorzubringen. Nicht nur im jüdischen, sondern auch im arabischen Lager sind die Meinungen über diesen neuen Schritt der englischen Verwaltung geteilt. Sowohl die palästinensische Araberpartei des Mufti von Jerusalem als auch die arabische Partei der Nationalen Verteidigung, an deren Spitze der frühere Bürgermeister von Jerusalem, NashaiiiiiiiiimniimniiiiiiiiimiiiiMiiiiiiiiiiiiiiiiitiiiiiiimmiiiiiiiimnimiiimuiiiiimiiiiimiiiiiiiii Die Aufsatzreihe unseres L.-B.-Palästina- Sonderberichterstatters wird, in der nächstwöchigen Nummer fortgesetzt. iiiiiMiiiiiimiiimiimiiMiiiiiitimimiiiiiimiiiiimiiiimimiMmmiMiiiiMimmmiHiimimimii shibi, steht, haben, wenigstens in ihrer Presse, zunächst eine ziemlich oppositionelle Haltung eingenommen, und Nashashibis Anhänger haben sich sogar mit dem Gedanken getragen, die jetzt stattfindenden mohammedanischen „Nebi Mousa“- Feierlichkeiten zu Demonstrationen und Proteststreiks zu benutzen. Bald danach hörte man jedoch sachlichere Auffassungen, und es ist jedenfalls festzustellen, dass „Nebi Mousa“ ohne Zwischenfälle begonnen hat. Der jetzige Bürgermeister von Jerusalem, Dr. Khaldi, dürfte sich bei der neuesten Entwicklung der Dinge ziemlich zurückhalten, da er zwar Führer einer arabischen Partei, der sogenannten Reformpartei, ist, gleichzeitig aber Oberhaupt einer Stadt mit jüdischer Bevölkerungsmehrheit, der gegenüber er sich zur loyalen Wahrnehmung aller öffentlichen Interessen verpflichtet hat. Jedenfalls ist anzunehmen, dass sich die arabische Abordnung, der nicht gerade die allerradikalsten Vertreter angehören werden, im Laufe des nächsten Monats nach London begibt. In der Presse und der sonstigen öffentlichen Meinung des jüdischen Sektors hört man zweierlei Ansichten. Die einen erblicken in dem Schritt des britischen Kolonialministers ein Zeichen dafür, dass man in London, insbesondere nach dem Ergebnis der Parlamentsdebatten, die ganze Frage des Gesetzgebenden Rates nochmals objektiv und gründlich durchprüfen und vor allem jede überstürzte Massnahme vermeiden will. Man spricht* sogar von dem Gedanken einer erstmaligen „Round Table“-Konferenz, nach dem freilich wenig verheissungsvollen indischen Muster. Aut der anderen Seite aber wird darauf hingewiesen, dass in dem Augenblick, in dem einige Parteioberhäupter als berufene Repräsentanten der arabischen Bevölkerung offiziell eingeladen würden, wenigstens die im Mandat völkerrechtlich anerkannten Vertretungen des jüdischen Bevölkerungsteiles Anspruch auf eine ebensolche Einladung hätten. Bisher seien nur einige führende Persönlichkeiten des jüdischen Palästina, und zwar auf ihren Wunsch, an den zuständigen englischen Stellen empfangen und gehört worden. Inzwischen hat die hohe Politik auch auf den Rundfunk übergegriffen. Die Tatsache, dass der hebräische Ansager neben dem international üblichen Namen „Palästina“ auch die hebräische Bezeichnung des Landes „Erez Israel“ benutzte, hat in der arabischen Presse einen Sturm der Entrüstung ausgelöst, und die englische Verwaltung hat diesem Protest insofern nachgegeben, als jetzt auch bei der hebräischen Ansage nur noch „Palästina — Alef jud“ gesagt wird; man nennt also die hebräischen Anfangsbuchstaben des hebräischen Landesnamens, dasselbe System, das seit jeher auch im Aufdruck der Briefmarken befolgt wird. Interessanterweise hat eine arabische Zeitung sogar erklärt, dass mit dem gleichen Recht, mit dem der jüdische Ansager Palästina als Land Israels reklamierte, der arabische Ansager die Bezeichnung „Südsyrien“ wieder einführen könne. Zu Zeiten des alten ottomanischen Reiches, also bis zum Ende des Weltkrieges, war Palästina ja nur ein Anhängsel der türkischen Provinz Syrien — ein Zustand, der schon in Zeiten der Diadochen und der Römer einmal vorgebildet war. Bekanntlich sind die Gedanken der arabischen und mohammedanischen, also der religiösen und nationalen Gemeinsamkeit namentlich in den unselbständigen, an der Küste des Mittelmeeres gelegenen Ländern des Nahen Ostens noch ziemlich lebhaft, während die mehr landeinwärts gelegenen selbständigen Araberstaaten, wie Saudiarabier! und Iraq, schon viel grösseres Gewicht auf ihr staatliches Eigenleben und ihre politische Individualität legen — trotz des kürzlich abgeschlossenen Schutz- und Trutzbündnisses zwischen Iraq und ’Saudien. Ein Symptom dafür ist, dass der Emir von Transjordanien, der unter Wahrung einer gewissen Selbständigkeit dem High Commissioner von Palästina untersteht, durch ein umfangreiches Memorandum in die schwebenden Verhandlungen zwischen den syrischen Arabern und der französischen Mandatarmacht eingegriffen und gewissermassen seine Dienste angeboten hat. Der Emir von Transjordanien ist ein Bruder des vorigen und Onkel des jetzigen Königs von Iraq, und als nach dem Kriege und schon während des Krieges der Gedanke eines Königreiches Syrien akut war, stand diese Familie im Vordergrund des Interesses. Eben dieser Tage überreichte übrigens der High Commissioner von Palästina im Namen des Königs dem Emir Abdullah von Transjordanien einen hohen englischen Orden. Dass die Erinnerungen an ein grosses mohammedanisches Einheitsreich unter den Arabern Palästinas noch immer eine gewisse III. Die geistige Problematik Die weiteste Polspannung hat die Kugel, die das geistige Sein umschliesst, das ja in besonderer Weise eine Komponente der Umwelt in den Ländern der Zerstreuung ist. Den Trägern und Schöpfern höchster Kulturwerte auf allen Gebieten der Wissenschaft und der Technik steht eine Schicht von Analphabethen gegenüber, die sich vor allem aus den orientalischen Juden zusammensetzt. Hierbei ist jedoch das Wort Analphabethentum nicht im landläufigen Sinne zu verstehen, es bedeutet keine völlige Unkenntnis des Lesens und Schreibens; die fehlende elementarste Grundlage der Bildung bezieht sich nämlich nicht auf die gedruckte hebräische Gebetssprache, die auch diese Schicht des Judentums, allerdings reichlich beschränkt auf diesem Gebiete, im allgemeinen von Jugend auf beherrscht. In dieses eingeengte Analphabethentum einer glücklicherweise nur sehr beschränkten Schicht haben die Alliance-Schulen zwar eine starke Bresche geschlagen, aber trotzdem, es sind solche Gruppen auchheute noch vorhanden, wenngleich der Prozentsatz der jüdischen Analphabethen in diesem Sinne nur sehr klein ist. Auch unter den Juden des Ostens Europas — und hier unter den älteren Generationen — gibt es noch einen weitgehenden elementarsten Bildungsmangel. Aber auch hier ist der Prozentsatz sehr niedrig, zumal bei den aufgeschlossenen Menschen dieser Kategorie der Wille zum Nachholen des Versäumten nicht nur in der Jugend, sondern auch in späteren Jahren stark ist. Und in der gleichen Stadt, wo zwischen jahrhundertealten Häusermauern jüdische Menschen in tiefster Frömmigkeit leben, Menschen, deren Gesichtskreis über die engste Familie und die Pflichterfüllung bei der strikten Befolgung der religiösen Vorschriften nicht hinausgeht, in der gleichen Stadt wirken an der hebräischen Universität Träger und Schöpfer der höchsten K u 11 u r.w erte, die der Menschheit überhaupt gemeinsam mit den geistigen schöpferischen Kräften anderer Länder und anderer Völker geschenkt worden sind. Zwischen diesen beiden Polen der Bildung steht die breite, ostjüdische Mittelschicht mit einem ausgeprägten Bildungsbedürfnis, dem von den verschiedensten Organisationen, soweit irgend möglich, Rechnung getragen wird, einem Bildungsbedürfnis, das nur eine einzige Einschränkung erfährt: nämlich sich neben der grossen und vielen physischen Arbeit auswirken zu können, die die arbeitsreife Jugend auf dem Lande wie in der Stadt, im Pardess wie auf dem. Bau leisten muss. Und dennoch: welch’ erhebendes Gefühl, diese ost- und westeuropäische Jugend bei einer Theateraufführung, bei einem Konzert beobachten zu können, wie sie mit allen Poren das künstlerisch Dargebotene in. sich aufnimmt, so dass der Beobachter fast physisch spürt, wie es in der Seele der jungen Menschen Wurzel schlägt, Rolle spielen, kann gegenwärtig sogar der einfache Tel-Aviver Kinobesucher sinnfällig erleben. Gegenwärtig läuft in einem grossen Tel-Aviver Lichtspieltheater in englischer Sprache ein Kortner-Film „Abdul Hamid der Verdammte“. Er schildert die Persönlichkeit des später von den Jungtürken gestürzten Sultans Abdul Hamid des Zweiten, der noch einmal einen gross angelegten Versuch unternahm, unter der Fahne der panislamischen Idee das ottomanische Reich zu erneuern und seine schon auseinanderfallenden Teile, zu denen auch Syrien mit Palästina gehörten, fester zusammenzufügen. Täglich besuchen Hunderte von Arabern aus dem benachbarten Jaffa und anderen Orten der Umgebung diesen Film, und es ist interessant zu beobachten, wie sie Beifall klatschen, wenn die Fahi»e des Kalifen oder irgendein eindrucksvolles Bild von dem Glanz des mohammedanischen Hofes gezeigt wird. Dabei haben die türkischen Herrscher die ihnen ja artfremden Araber seiner Zeit manchmal recht schlecht behandelt! » Die Mufti-Partei beschliesst Boykott der Levante-Messe Jerusalem, 9. April. (J. T. A.) Die Mufti- Partei beschloss, die Ende April stattfindende Levante-Messe zu boykottieren. Als Grund hierfür wird angegeben, dass es sich bei der Messe um eine „zionistische Ausstellung“ handle. Fortsetzung. wie ihre Seele aus der finsteren Enge des inneren Ghettos herausgeführt wird. IV. „Arm“ und „reich“ Die zweite grosse Spannung, die dem Neuangekommenen auffällt, ist die Gegensätzlichkeit zwischen arm und reich. Aber auch die Begriffe „arm“ und „reich“ haben hier, wie so vieles andere, eine etwas andere Bedeutung. Die aus England und Amerika hier eingewanderten Juden und auch die Juden der aus Deutschland stammenden Familien, die mit ihren 1000 Pfund Sterling bereits die Bezeichnung „Kapitalisten“ tragen, sind eine materielle Oberschicht, die nicht um dessentwillen hervortritt, weil sie „wohlhabend“, besser: „besitzend“ ist, sondern sie stechen um der materiellen Bedürfnisse willen ab, die sie aus den Ländern ihrer früheren Lebensabschnitte als wesentliches Element ihrer äusseren Lebensgestaltung mitgebracht haben. Demgegenüber ist der „Arme“ oft in einem Teil der Fälle nicht völlig auf seinen Arbeitsverdienst beschränkt. Denn vielen, vor mehr als einem Jahrzehnt zugewanderten osteuropäischen Juden ist ein finanzieller Rückhalt dadurch zugewächsen, dass das kleine Stückchen Land, das sie von ihren ersten Ersparnissen erworben hatten, heute einen oft vielfachen Wert repräsentiert, der jedoch in der äusseren Lebenshaltung nicht in Erscheinung tritt. So würde es auch zu einem Fehlschluss führen, einen in Europa früher untrüglichen Massstab für den Grad einer positiven oder negativen Finanzkraft in Palästina anzuwenden: nämlich den der Wohnverhältnisse, und zwar weder der Zahl noch der Lage oder inneren Ausgestaltung der Räume nach. Denn die Wohnkultur und in gewissem Sinne auch die äussere Lebensgestaltung sind viel weniger in der Kapitalkraft fundiert als im ererbten kulturellen Standard. Der soziale Unterschied, der auf der Kapitalkraft beruht, drückt sich in‘den Besitzverhältnissen der vielen Neubauten modernsten Stiles in den grösseren Städten und grösseren Siedlungen des Landes aus, nicht aber in der Tatsache, Bewohner eines solchen modernen komfortablen Wohnblocks zu sein. So erschütternd der Gegensatz dieser neu erstehenden Wohnviertel europäischen Komforts zu den oft noch dazwischen liegenden Elendsquartieren ist, in denen Juden ebenso' wie Nichtjuden des Landes in ausserordentlicher Bedürfnislosigkeit, aber in dafür desto grösserer Religiosität leben, so wenig erlaubt es allein eine Schlussfolgerung auf den finanziellen Rückhalt der Gruppen. Dass in den Millionenstädten der Erde äussere Gegensätze dieser Art nebeneinander bestehen, erklärt sich als zwangsläufige Folge der kapitalistischen Wirtschaftsgestaltung langer Dezennien — dass aber das kleine Palästina ein solches Nebeneinander aufweist, erklärt sich in allererster Linie aus den Verschiedenheiten der kulturellen Umstände, in denen die Juden der verschiedenen Länder, die in Palästina zusannnen- 16. April 1936 geströmt sind, vor ihrer Einwanderung gelebt haben. Aber die äussere Gegensätzlichkeit in diesem Punkte wird hier ein Uebergangszustand sein, und zwar eben deshalb, weil er nicht aus einer verfehlten wirtschaftlichen Struktur des Landes heraus entstanden ist, sondern die Erbschaft der äusseren Verschiedenheiten im kulturellen Status der Länder der Zerstreuung darstellt; das Vorbild des Geschaffenen wirkt anregend auf die jüdische Gesamtheit, die in rascher Anpassungsfähigkeit auch an die äussere Kultur, die vor ihren Augen ersteht, allmählich manches überwinden wird, was in ihre äussere Lebensgestaltung vor den Erfordernissen und Erkenntnissen der Gegenwart nicht mehr standhält. Diese Anpassung ist um so leichter, weil die Verteilung des Sozialproduktes in Palästina Einkommensunterschiede europäischen Ausmasses ausschaltet, trotzdem der Initiative des einzelnen weitester Spielraum gelassen ist. So wird sich der Unterschied zwischen arm und reich in diesem Sinne rascher verwischen als in irgendeinem anderen Lande und der Durchschnitt, der sich allmählich bilden wird, der bäuerliche und der städtische Mittelstand Palästinas, wird von den Errungenschaften der äusseren Kultur, die die früher Wohlhabenden mitgebracht haben, günstig beeinflusst werden. Die Verdienste der deutschen Ali ja hierbei werden von den übrigen Juden und von einem Teil der arabischen Mitwelt schon deshalb dankbar anerkannt, weil ihnen eine weitgehende und für den einzelnen spürbare Intensivierung des Wirtschaftslebens in der Landwirtschaft wie in der Stadt, für das Handwerk wie für die vorhandene Klein- und Mittelindustrie zuzuschreiben ist. V. Die Jugend überwiegt Am auffallendsten aber ist eine strukturell sehr bedeutsame Tatsache: das Ueber wiegen der Jugend. In der Altersbilanz liegt eines der stärksten Aktiva der Judenheit Palästinas. So stark ist die Majorität der Jugend, dass sie nicht nur in den landwirtschaftlichen Siedlungen der verschiedensten Art, sondern auch im Stadtbilde sich deutlich sichtbar auswirkt. Dass die Problematik, die mit der Jugendmehrheit verbunden ist, noch nicht gelöst ist, erklärt sich mit dem Tempo des Aufbaues. Dass bei allen Bemühungen die Frage der Jugenderziehung vor der Schule, in der Schule und nach ihr noch nicht befriedigend beantwortet ist, ist ein Mangel, dem von allen Seiten energisch zu Leibe gerückt wird. Ohne ausreichende öffentliche Mittel, die erfahrungsgemäss in allen Ländern eines kulturellen Hochstandes für die ■ Fragen der Jugenderziehung in allen ihren Stufen zur Verfügung gestellt werden müssen, wird man auch in Palästina einen befriedigenden Zustand nicht erreichen können. So wunderschön sich die Ungebundenheit der Jugend von weitem ausnehmen mag, um so bedenklicher ist sie aus der Nähe betrachtet. Mangel an äusserer und innerer Disziplin kann durch nichts ersetzt werden, ein Kraftstrom, der nicht sinnvoll geleitet wird, verflüchtigt sich ins Nichts. Achtung vor der Leistung, auch wenn sie in der Vergangenheit liegt, darf nicht durch eine unkritische Scheipkritik untergraben werden. Die palästinensische Jugend sollte auch zu Menschen aufblicken und auf sie hören, wenn ihre Kenntnis der hebräischen Sprache noch mangelhaft ist. Aber allmählich wird die Erkenntnis steigen, dass Disziplin Selbstbescheidung der Jugend bedeutet, die Erfahrung anerkennt, gewillt ist, Freiheit nicht mit Ungebundenheit zu verwechseln. — Eine der erfreulichsten Erscheinungen der palästinensischen Jugend ist ihre Liebe zur körperlichen Arbeit, mit der jungen Generation ersteht von neuem die jüdische Landwirtschaft und das jüdische Handwerk, so beeinflusst sie entscheidend das berufliche Bild der Zukunft. Die Jugend muss es sein, die mit ihrer im* gebrochenen Körper- und Geisteskraft in sich den Ausgleich manueller und intellektueller Arbeit schafft und damit ein soziales Gleichgewicht vorbereitet, das nur in wenigen Ländern bisher erreicht worden ist. Wenn auch das Palästina von heute von diesem Zustande noch weit entfernt ist, so sind doch einzelne Vorbedingungen für die Erreichung dieses Zieles sehr günstig. Schon heute bedeutet in Palästina Berufsschwierigkeit in weitem Umfange nicht mehr soziale Differenziertheit. Das hängt damit zusammen, dass das berufliche Bild der unmittelbaren Gegenwart entscheidend von dem der Mehrzahl der europäischen Länder abweicht. Es gibt keinen Beruf in Palästina, der nicht von Juden ausgeführt wird, es ist keine Art von Arbeit zu finden, die nicht von jüdischen Händen und Armen geleistet wird — von der schwersten Körperarbeit, die nicht nur Muskeln, sondern auch Ausdauer und Zähigkeit verlangt, bis zu der feinsten Gehirnarbeit in den jüdischen Forschungsinstituten, in den Universitätsseminaren usw. Was auf dem Lande an Kolonisationsarbeit geleistet worden ist und Tag und Tag geleistet wird, das steht hinter der schweren Bauarbeit in den Städten auf dem felsigen Zur Soziologie der Juden Palästinas Vonunserem Dr. E. R—z- Palästina-Korrespondenten UUUL-W S© ZG Fernsprecher: F8 Oberbaum 9191 Umzüge von a I LAGERHÄUSER WAREN len Orten Deutschlands L TRANSPORTE nach allen UEEMSBÄ Fernsprecher: 31 27 51 Orten der Welt.

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