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Central-Verein-Zeitung · 1936-04-09 · 15 (9.4.1936) · p. [Seite]

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Journal
Central-Verein-Zeitung
Volume
15 (1936) - farbig
Issue
15 (9.4.1936)
Date
1936-04-09
Page
[Seite] (sequence 16)
Language
German
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siert worden, dann hätte man von einem schönen, bis zum Schlußpfiff spannenden Spiel sprechen können. Bei Heilbrvnn war der Sturm, vom Mittelläufer ausgezeichnet unterstützt, gut in Form, so daß die Hintermannschaft von Mainz vor sehr schwere Aufgaben gestellt wurde. Weitere Ergebnisse: RjF Heilbronn II— RjF Mainz II 1:5; RjF Heilbronn A. H.—RjF Mannheim A. H. 4 : 4. LoKll. Rheinland-W estf alen Handball-Entscheidungen Der 5. April hätte in beiden Lagern des westdeutschen RJF-Handballs die Meister bringen können, aber wie meist gab es eine „Komplikation". Nun ist wie bei den Männern auch bei den Frauen ein Entscheidungsspiel notwendig geworden. Das letzte Punktspiel der Frauen einheiten von Bonn und Krefeld wurde in Köln ausgetragen und endete überraschenderweise mit einem 3 :2-Erfolg der Krefelderinnen. Dadurch haben beide Mannschaften die Punkte» spiele mit einer Niederlage beendet, und Punktgleichheit zwingt zu einem Entscheidungsspiel, das am 10. April in Köln zum Austrag kommt. Die Bonnerinnen spielten zuerst mit starkem Wind, wiesen jedoch im Angriff nicht den notwen» digen Zusammenhang auf, um die starke Krefelder Hintermannschaft öfter überwinden zu können. Wohl verzeichneten sie einige Lattenschüsse, aber die Durchbrüche der Krefelderinnen waren stets gefährlicher. Erst in letzter Sekunde vor dem Pausenpfiff konnte Bonn' den Fühungstreffer der Krefelderinnen ausgleichen. Im zweiten Teil des Kampfes riß Lilo Willner den Krefelder Angriff immer wieder nach vorne, bis zur 3 :1-Führung. Dann konnte auch ein Gegentreffer den sicheren Sieg nicht mehr gefährden. Das nachfolgende Entscheidungstrefsen der punktgleich durch die Meisterschaftsspiele gekommenen Männermannschaften aus M.-Gladbach und Aachen war so hart und erbittert wie selten ein Spiel. Beiderseits setzte man sich in einer Art ein, die Bewunderung erregen müßte, aber vielfach wurde auch die sportliche Linie verlassen. Schiedsrichter Marx-Remagen besaß glücklicherweise Autorität, genug, um ohne Platzverweisungen auszukommen; seine Leistung verdient besondere Anerkennung. Aachen kam zu einem sehr glücklichen 3 :2-Sieg der aber dennoch verdient war, weil die Mannschaft gradliniger spielte und sich taktisch geschickter anstellte. Die M.-Gladbacher Angriffe erstickten im allzu sehr betonten Jnnenspiel, sonst wäre wohl der Ausgleich geglückt. Aachen führte beim Seitenwechsel 3:0 - durch zwei feine und einen haltbaren Treffer, war dann aber ziemlich ausgepumpt und mußte in der 2. Halbzeit die den Wind gebührend ausnutzenden M.-Gladbacher immer stärker aufkommen lassen. Zweimal trafen die M.-Gladbacher ins.Schwarze, mehrmals die Stangen. Im übrigen war der Aachener Torwart einer der besten Leute auf dem Felde. Die Mannschaft des RjF Aachen war ausgeglichener als die des Verlierers, so daß der Sieg nicht unverdient erscheint. J. G. Westdeutscher Makkabi-Fussball Während der technisch beste und kampfstärkste Verein, Hakoah Essen, bereits westdeutscher Meister werden konnte und am 26. April im Vorrundenkampf um die Makkabi-Meisterschaft in Duisburg gegen den Südwestmeister Bar Kochba Frankfurt antreten muß, stritten sich in M. - G I a d b a ch Makkabi Düsseldorf und Makkabi M.-Gladbach um den zweiten Tabellenplatz. Auch dieser Kampf endete unentschieden 2:2 (2 :0), wodurch der Vorjahrsmeister M.-Gladbach die zweite Stelle sicher haben dürfte. Das äußerst schnelle und fair ausgetragene Spiel nahm einen wechselvollen Verlaus, da Düsseldorf, ohne Kleinmann und Fehner spielend, vor der Pause zwei Tore durch Levisohn vorlegte. Nach dem Wechsel zog M.-Gladbach durch zwei Tore von Mendel und Rose gleich und kam nun derart stark auf, - daß Düsseldorf sich vollkommen ausgeben mußte, um das etwas schmeichelhafte Unentschieden noch zu halten, das ihnen vor allem ihr prächtiger Torwart Löwenthal durch einige sichere Paraden rettete. M. R. Hamburg Im Fußball errang Blau-Weiß Hamburg durch einen glücklichen 3:2- Sieg über Bar Kochba Hannover die nordwestdeutsche Makkabi-Mei st erschüft. Der Sieg wurde erst in der Verlängerung erkämpft; nach Abschluß der regulären Spielzeit stand es noch 2 :2, nachdem bei Halbzeit die Hannoveraner sogar mit 2 :1 in Führung gelegen hatten. Im Hockey und Handball standen sich einmal mehr die 1. Formationen von Schild Hamburg und Bar Kochba Hamburg gegenüber. Die Begegnung der Handballer endete unentschieden 4 : 4; die Hockehherren vom Bar Kochba. revanchierten sich für die zuletzt erlittene Niederlage durch einen 2 :0- Sieg. Im Tischtennis blieb Schild diesmal knapp mit 5 : 4 Punkten siegreich. Weitere Ergebnisse: Hockey: Bar Kochba II—Schild II 0:1. Fußball: Blau- Weiß II—Bar Kochba Hannover II 2:1. P. H. Mitteldeutschland RjF- und Makkabi-Ausscheidungsspiele Die Ausscheidungskämpfe um die Mitteldeutschen NjF-Meisterschaften begannen in Dresden mit dem Herren-Handballspiel zwischen Schild Dresden und Schild Leipzig. Dem Führungstreffer Leipzigs ließ Dresden bis zur Halbzeit zwei Tore folgen. Nach der Pause gelangen Dresden zwei weitere Treffer. Die oft sehr harten Angriffe Leipzigs wurden durch Dresdens Hintermannschaft vereitelt. Mit dem Schlußergebnis 4:1 für Dresden ist die Mitteldeutsche Handballmeisterschaft zugunsten des Dresdener Schildvereins entschieden. Das Damen-Handballspiel litt darunter, daß beide Mannschaften ersatzgeschwächt antraten. Trotzdem verlief das Spiel sehr flott. Ergebnis 0 :0. Den Schluß bildete die'" Begegnung um die Meisterschaft im F u ß b a l l. Sie wurde mit 9 :1 (4 :0) für Leipzig entschieden. Der Sieg war verdient, Leipzigs Mannschaft war überaus stark. Die Dresdener hatten besonders im Sturm Fehlbesetzungen auszuweisen. Im Mittelpunkt der Berlin—Mitteldeutschen Makkabi-Rundenspiele stand das Handballspiel zwischen Bar Kochba Dresden und „Maccabi" Berlin. Dresdens Sturm zeigte, wie immer, ein prächtiges Zusammenspiel und konnte, trotz Nachlassens in der 2. Halbzeit, das Spiel mit 7:2 (6 :1) für sich entscheiden. Das Fußball spiel zwischen Bar Kochba Dresden und Hagibor Berlin sah die Berliner durchweg überlegen. Ergebnis 5:2. G. J. Heinz Rosenthal und Beatrice Lion Die April-Ausstellung des Berliner Kulturbundes In der Marburger Straße 5, im Klubheim deS Jüdischen Frauenbundes Berlin, erneuert und erweitert man die Bekanntschaft mit dem Malwerk von Heinz R o s e n t h a l, dessen schönes Bild **“«***■; „Strassenbild“ von Heinz Rosenthal Fot. Herbert Sonnehfeld, Berlin „Blick aus dem Fenster" in der Ausstellung des Museums hing, in seiner heutigen Umgebung aber mehr zur Geltung kommt. Es ist ein Gemälde aus dem Jahre 1935, also der letzten Schaffensperiode von Heinz Rosenthal, und gesellt sich zu all den anderen Proben, die der Künstler von seinen Arbeiten aus den Jahren 1933 bis 1936 ausstellt. Was soll man von diesen Landschaften berichten, die ihn als einen beachtenswerten Repräsentanten der neuen Sachlichkeit zeigen, von einem Gemälde wie .der „Straßenecke", einem Bild wie dem „Blumenfenster" mit seinen verschiedenen Nuancen von Rot, von der straffen architektonischen Wiedergabe der „Luther-Brücke", von einem schlichten und doch form- und inhaltbeherrschten Stilleben „Ananas"? Es sind Leistungen, die für sich allein reden, die davon Kunde geben, daß Heinz Rosenthal bemüht ist, eine Synthese zu finden zwischen Heut und Gestern in der Malerei. Denn daß er einmal anders gearbeitet hat als jetzt, das zeigt z. B. seine Landschaft aus dem Jahre 1929, da alles malerischer, weniger aufgelvckert erscheint; überaus lehrreich die Gegenüberstellung dieses Gemäldes mit dem „Fensterblick", jener' Straße im Regen von 1934, da der Künstler den neuen Weg längst beschritten hat. Beatrice Lion, eine Schülerin der Annot- Jacobi, scheint aus dem Sondergebiet des Htillebens ihr eigentlichstes Feld gefunden zu haben. Die Ausstellung bringt mannigfache Proben, Blumenbilder, Früchtestilleben, kurzum alle die Variationen, die seit Jahrhunderten, möchte man sagen, die Meister zum Thema angeschlagen haben. Aber als selbständige Gattung ist ja das Stilleben ziemlich jung; weiß man, daß es erst im beginnenden Barock, am Ende des 16. Jahrhunderts, wirklich auftritt: gestellt und nach der Natur gemalt! Denn alle anderen Vorläufer, die oft zitierten Beispiele aus den Niederlanden und aus Italien, sind letzten Endes nicht als greifbare -Dokumente anzusehen. — Eine Ueberraschung bet Beatrice Lion ist auf alle. Fälle ihr Früchtestilleben, das mit unüberbietbarer Sachlichkeit gemalt ist, die das Wesen der Dinge, ihr Geheimnis deutlich werden läßt. Eigentlich ist man frappiert von der Wahrheit dieser Malerei, die im kleinsten und unbedeutendsten Zug zutage tritt. Und beides herrscht auch in einem anderen Früchtestilleben der Künstlerin vor, nämlich zarteste Materie und Plastik zugleich. Das Nebeneinander der Dinge ist jedoch zu einem Ganzen geordnet. Betrachtet man die „Herbstblumen", so fühlt man sich an einen Blumenstrauß von Corinth aus dem Jahre 1929 erinnert, weniger in den Einzelheiten, wohl aber in dem Schillern des ganzen Bildes. Das Blühen kommt nicht von den Dingen, sondern von der leidenschaftlichen Hingabe des Künstlers — man denke an Paula Modersohns nobles Stilleben mit „Kastanien und Obst"! Man lernt aus den interessanten Stilleben von Beatrice Lion, daß Kunst nicht von Doktrinen herkommt, sondern von den Meistern, die die Materie formen. Und wenn man auch darauf hingewiesen hat, daß das Stilleben als Gattung keine große Zukunft hat, so kommt man doch gerade beim Betrachten von Arbeiten Beatrice Lions zu der Erkenntnis, daß dieses Gebiet Gültigkeit behalten wird, weil es uns Wesen und Geheimnis der Dinge zu offenbaren vermag. Auch heroische Haltung kann ja im Stilleben ihren Ausdruck finden, wenn es von einem künstlerischen Menschen kommt. Bei Corinth sind es Blumen, bei van Gogh brauchen es nur ein Paar zerrissene, armselige Schuhe zu sein. vr. 0. L. Daniel Chwolson Unter den russischen Orientalisten nimmt der 1819 in Wilna geborene Daniel Chwolson den ersten Rang ein. Er beherrschte die hebräische Sprache, die er in Cheder und Jeschiwa erlernt hatte, mit vollendeter Dteisterschaft, und das Hebräische blieb neben anderen orientalischen Sprachen zeit seines Lebens sein eigenstes Forschungsgebiet. Als 22jähriger Talmudjünger kam er, vom Drang nach Vervollkommnung seines Wissens getrieben, völlig mittellos, zu Fuß nach Breslau, wo er mit Unterstützung Abraham Geigers, seine Äbiturientenprüfüng ableqte und orientalische Linguistik studierte. Nach seiner Promotion kehrte er nach Rußland zurück, wo ihm in Petersburg eine Stellung im Bildungs- Ministerium übertragen wurden Er blieb dem Judentum nicht treu und trat, um eine Professur an der neugegründeten Fakultät für orientalische Sprachen zu erhalten, zum griechisch-katholischen Glauben über. Die meisten russischen Gelehrten, wie David Günzburg, Hqrkavy, Jsraelsohn, Gurland und Markow, zählten zu seinen Schülern. Schon jeine ersten Schriften, „Die Sabäer und der Sabäismus" und „Die semitischen Völker", sicherten ihm einen Ehrenplatz in der Orientwissenschaft. Ihnen schlossen sich aus hebräischem Sprachgebiet das „Corpus inscriptionum llebraieorum", m dem er, auf frühere Forschungen gestützt, achtzehn hebräische Grabinschriften aus der Krim kommentierte, sowie die bedeutsamen Werke „Die alten hebräischen Buchdrucke" und „lieber den Einfluß der geographischen Lage Palästinas auf das Schicksal der alten Hebräer" an. Seine tiefe Gelehrsamkeit und sein stets bereitwilliges Eintreten zur Besserung der Läge seiner Stammesgenossen bei den Behörden wurden auch von den rabbinischen Autoritäten Rußlands anerkannt. Zu seinem 70. Geburtstag ehrten die Gelehrten aller Länder den Altmeister der Semitistik durch Ueberreichung einer Sammlung orientwissenschaftlicher Arbeiten. Chwolson war bis in sein hohes Alter, obwohl völlig erblindet, als Lehrer an der Universität tätig und schied am 5. April 1911 aus einem der ‘ Arbeit und Forschung gewidmeten Leben, ms. Eine wichtige Ergänzung. In Nr. 13 Ihrer geehrten Zeitung findet sich ein Referat über einen von Dr. Kurt Sternberg im Jüdischen Kulturbund, Berlin, gehaltenen Vortrag „Der philosophische Sinn des biblischen S ch ö p fu n g s g e d a n ke n s". Zur Ergänzung dieses Vortrages sei hier-darauf hingewiesen, daß die darin wiedergegebenen Gedanken zum ersten Male von Richard H ö n i g s w a l d (bis 1933 ordentlicher Professor der . Philosophie in München) entwickelt worden sind, und zwar in einer Vorlesung, die er seit 1913 in regelmäßiger Wiederkehr als Privatdozent an der Universität Breslau gehalten hat. Eine ganz ausführliche und in letzte problemgeschichtliche Tiefen hinabdringende Darstellung gab Hönigswald diesen Gedanken dann in seiner Schrift „Erkenntnistheoretisches zur Schöpfungsgeschichte der Genesis", Tübingen 1932. Dr. phil. Ilse Abramczyk, Breslau In der Gesellschaft für jüdische Familienforschung, Arbeitsgemeinschaft Breslau, sprach Kurt Schwerin über „Führende Juden in der schlesischen Industrie". Bereits vor 1800 zeigen sich in Schlesien jüdische Industriebetriebe; die rege Tätigkeit der Juden setzt jedoch erst nach der Emanzipation ein. In allen Industriezweigen genießen jüdische Firmen internationalen Ruf. Gleichzeitig zeigte der Redner, welche Bedeutung in der kulturellen Arbeit, die durch diese Jndustriefamilien geleistet wurde, liegt. In den verschiedensten Gebieten von Kunst und Wissenschaft machten sich schlesische Juden durch Förderung, Sammlungen und Stiftungen einen weit bekannten Namen. Ebenso verdankten zahlreiche soziale Einrichtungen ihnen ihr Entstehen. Die fesselnde Darstellung des Themas, das den Handel und Wandel der führenden jüdischen Industrie Schlesiens bis in die jüngste Zeit verfolgte, wurde dem Redner mit starkem Beifall gelohnt. Auswanderungs-Planung In einer Veranstaltung der Beratungsstelle der Synagogengemeinde Breslau referierten Dr. Bruno Sommerfeld (Berlin) und Professor Dr. Cnrt Bondy (Frankfurt a. M.) über „Auswanderungsplanung und die Aufgaben der Jüdischen Auswanderungsschule". Der Vorsitzende der Beratungsstelle, Philipp Lachs, wies einleitend auf die Notwendigkeit einer planvollen Vorbereitung der Auswanderung nach Uebersee als Parallele zur Hachscharah hin. Ein Elternabend der Jüdischen Schule Gl ei- Witz war wohlgelungen. Die Kinder agierten, um ihren Eltern und Kameraden einige frohe Stunden zu bereiten, mit ganzer Hingebung, wofür dem unermüdlichen Schulleiter, Willy Fleischer, als dem Spiritus irector und allen anderen Helfern Anerkennung gezollt werden muß. H. B. Aus den Gemeinden liebet die Mittelaufbringung der von der Israelitischen Gemeinde und der . Israelitischen Religionsgesellschaft organisierten Jüdischen Winterhilfe in Frankfurt a. M. wird im „Frankfurter Gemeindeblatt" mitgeteilt, daß die größten Einnahmen in den monatlichen Beiträgen und Spenden bestanden. Die Haussammlnngen waren vom Reichsbund jüdischer Frontsoldaten organisiert. 450 Helfer und Helferinnen erfaßten alle jüdischen Kreise. Die Zahl der Unterstützungsempfänger betrug 4222. In der Provinz Hessen-Nassau mit ihrenrund 200 jüdischen Gemeinden, meist Landgemeinden, waren besondere Schwierigkeiten in der Organisation der Jüdischen Winterhilfe zu überwinden. Der ganze Bezirk wurde in 60 Kreise eingeteilt, denen eine Anzahl von Gemeinden unterstanden. Insgesamt standen 178 Helfer zur Verfügung, davon zwei besoldete und 176 ehrenamtliche Kräfte. Von den 9075 jüdischen Seelen in Hessen-Nassau (ohne Frankfurt und Wiesbaden) wurden im Monat Februar 1936 933 Familien mit insgesamt 2333 Personen betreut. * Aus einem im „Frankfurter Gemeindeblatt" veröffentlichten Aufruf des Jüdischen Arbeitsnachweises geht hervor, daß über 1000 Arbeitsuchende beim Jüdischen Arbeitsnachweis gemeldet sind und auf Unterbringung warten. * Im Verlaufe des Februar sind, laut „Frankfurter Gemeindeblatt" aus anderen jüdischen Gemeinden in Deutschland insgesamt 176 Personen nach Frankfurt a. M. zu gezogen. Unter den Zugezogeuen befinden sich insgesamt 134 Ledige (42 Männer und 92 Frauen). Bei der Zahl der Ledigen und Verheirateten überwiegt mit 117 ebenfalls das weibliche Geschlecht. Die F o r t z ü g e aus der Gemeinde betrugen insgesamt 158 gegenüber 25 im Februar 1935. Nach anderen Gemeinden Deutschlands gingen davon 53 Personen, nach dem Ausland rund 80. Von den nach dem Ausland Gezogenen waren 42 ledig, und zwar 23 Männer und 19 Frauen. * Die jüdische Gemeinde Limburg a. d. Lahn (Hessen-Nassau), urkundlich 1278 zum erstenmal erwähnt und 1800 acht Familien stark, zählte am Jahresende 1932 312 Mitglieder. Dieser Bestand ist bis April 1936 auf 192 züsammengeschmolzen, um 38,5 Prozent also (dabei um fast 15 Prozent allein im letzten Winterhalbjahr). Der Anteil an der Bevölkerung ging damit von 2,40 Prozent auf 1,47 zurück. Zwei Geburten in den Jahren 1933 bis 1936 stehen elf Sterbefällen gegenüber, und der Altersdurchschnitt, der 1932 noch 35,3 Jahre betrug, stieg 1936 auf 42,4. Während 1932 von Gemeinde-Angehörigen 37 offene Geschäfte des Groß- und Einzelhandels betrieben wurden, sind es heute 11. Die Jüdische Winterhilfe betreute in diesem Winter hier 20 Prozent ihrer Angehörigen. Dr. F. L. » Die Israelitische Kultusgemeinde' Würzbürg, die im Jahre 1925 noch 2261 Seelen zählte und 1933 noch 2145, umfaßt gegenwärtig etwa 1800 Seelen. In den Jahren 1933, 1934 und '1935 verzeichnet? die Gemeinde insgesamt 23 Geburten, denen 141 Todesfälle gegenüberstanden. Die Jüdische Winterhilft betreute 75 Familien mit 180 Köpfen, also etwa 10 Prozent der Gemeindebevölkerung. P " '! ,,Landschaft“ von Beatrice Lion Fot. Abraham Pisarek

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