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Central-Verein-Zeitung · 1936-04-09 · 15 (9.4.1936) · p. [Seite]

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Journal
Central-Verein-Zeitung
Volume
15 (1936) - farbig
Issue
15 (9.4.1936)
Date
1936-04-09
Page
[Seite] (sequence 7)
Language
German
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Unter denen, mit denen sie lebten, — in Asien wie in der Diaspora. Das erweisen die Ausgrabungen in Palästina; Jehuda Halevis „Zionide", die wir in der Liturgie des 9. Aw hören, ist in der arabischen Ghaselensorm gedichtet, und die europäischen Synagogen des Mittelalters waren im romanischen Stil gebaut. Es wäre töricht, zu verkennen, wie sehr die Gedichte jüdischer Autoren unserer Tage in der inneren und äußeren Form von den großen Dichtern Deutschlands beeinflußt sind. Man wird die Einwirkung Rilkes, des alten Goethe und Claudius', leider auch geringere Vorbilder, mehr spüren als die der dichterischen Formen der Bibel. Der Vorwurf des Eklektizismus und des Epigonentums muß für viele Gedichte der Juden hingenommen werden, die sich kaum unterscheiden von der Poesie der nichtjüdischen Nachfahren großer deutscher Dichter. Von jedem Verfasser wird in der nachfolgenden Auswahl nur ein Gedicht gegeben. Das einzige, was all diese Gedichte bindet, ist: daß ihre Verfasser in Deutschland lebende Juden sind. Deshalb wurden auch Proben zweier jiddischer Dichter, die dauernd in Berlin wohnen,- in Uebersetzung beigegeben, des weit- und tiefgreifenden Lyrikers Ä. N. Stenzel und des bedeutenden Gelehrten Abraham Heschel, — während Verfasser, die außerhalb Deutschlands leben oder Deutschland verlassen haben, nicht vertreten sind. So mußten Wolfskehl, Else Lasker-Schüler, Margarete Susmann fernbleiben wie andere, die nach Palästina übergefiedelt sind; und es fehlen auch die Gedichte der Gestorbenen, so Heymann und Goldschlag. Es sollte keine systematische, nach einem genauen Plan geordnete Uebersicht gegeben werden. Die Juden leben auch innerhalb Deutschlands in der.Zerstreuung; nicht jeder, der gute Gedichte schreibt oder zu schreiben glaubt, ist — infolge des Mangels an Publikationsmöglichkeiten — an die Öffentlichkeit 'gekommen. Was hier geboten wird, ist also eine Auswahl aus Gedichten, die während der letzten Wochen in der Mappe der Redaktion sich angesammelt hatten, oder die von Dichtern, deren Namen uns bekannt waren, angesordert wurden. Nicht. alles, was ausgewählt wurde, kann in dieser Nummer zum Abdruck kommen; die Folge der. nächsten Nummern wird noch manches Gedicht bringen, das aus Raummangel zurückgestellt wurde. Bedeutendere Erscheinungen sollen später in kritischer Betrachtung wie in reicheren Proben ausführlich dargeboten werden. Die Auswahl sollte möglichst mannigfaltig sein, nicht als Auswahl möglichst vollkommener, sondern möglichst verschiedenartiger und für diese verschiedenen Arten bezeichnender Gedichte, deren jedes in seiner Weise die jüdische Komponente mehr oder weniger erkennen läßt. Manches formal geglücktere aber herkömmlichere Gedicht schied aus, um einem unvollkommeneren, aber innerlicher empfundenen, nach Neuem oder Tiefem tastenden Platz zu machen. Wenn die künstlerische Qualität des Ganzen nicht so sein sollte, wie wir und die Leser es wünschen, dann liegt die Ursache vielleicht in dem Bestreben, nicht möglichst wenige starke Begabungen mit möglichst vielen starken Gedichten, sondern möglichst viele Verfasser mit nur einem Gedicht sprechen zu lassen. Es tritt daher das. suchende Gedicht eines ansängerhasten Talents ebenso hervor wie das vollkommenere eines reiferen. Diese Methode bedeutet vielleicht ein Unrecht gegen die besseren Dichter, aber sicherlich eine Möglichkeit für die Unbekannten und Beginnenden. Man wird manche Verfasser finden, deren Gedichte dem jüdischen Leser längst bekannt sind, so die vorhin genannten Ernst Blaß, Ludwig Meidner, Arno Nadel, der jetzt einen „Hebräischen Diwan" schreibt, eine dichterische Ausdeutung der Tora. Oder den bilderbunten Silbergleit, der nach vielen 'romantisch-spielerischen Gedichten se'tzk Lyrik über jüdische Motive in einem Band „Höre Israel" sammelt; Manfred Sturmann, die kräftigste Begabung unter den Jüngeren, dessen jüdische Gebrauchslyrik, wie er sie selber nennt, in dem Bande „Herkunft und Gesinnung" besonders die jüdische Jugend zu Standhaftigkeit und Zukunstswillen mitgerissen hat; Paul Mayer, der zartere, und Jakob Picard, der herbere Gedichte tiefen Gefühls und großer Form seit langer Zeit veröffentlicht hat; Leo Hirsch, von dem die Leser dieses Blattes manches kritische Wort vernahmen. An Zahl üb/wogen die Gedichte von Frauen die der 'männlichen Verfasser, wenngleich hier natürlich die Menge des Nichtzudruckenden größer ist, denn gerade Frauen scheinen dahin zu neigen, in Reime gebrachte Privatangelegenheiten oder verfisizierte Meinungsäußerungen über Leben und Pflichten bereits für Gedichte zu halten. Wie jüdisches Requisit und Motiv noch nicht ein jüdisches, so macht gutes Gefühl oder gute Gesinnung noch kein gutes Gedicht. Von den hier mit Beiträgen gedruckten Frauen ist nur eine mit Gedichten hervorgetreten, die zu weiter Verbreitung gelangt sind: Mascha Kaleko, deren spielerisch-melancholische Verliebtheit in Welt und Menschen des Alltags nur der Schleier ist, hinter dem Welt und Mensch sichtbar werden, wie sie wirklich sind oder wie eine Frau sie wirklich sieht. Einige andere Verfasserinnen sind aus jüdischen Blättern und von Vortragspodien bekannt, wie das srischströmende Talent der Hilde Marx und die ernste Ilse Weiß, an die Rilke seine Briefe über das Judenproblem schrieb, und die nun selbst zu einer jüdischen Dichterin starken Wollens und Könnens herangereist ist. Helene Rothbart ist früher unter dem Namen Hans Oskar Roth hervorgetreten; sie wurde, wie Hilde Marx und die ehrlich suchende Lotte Adam, mit einem Preis der Berliner Jüdischen Gemeinde ausgezeichnet. Mska Laaser, Edith L. Meyer, Hercha Kanner gehören zu den Frauen, denen aus gesammeltes Kraft und gesammelter Form feste Gebilde gelmgm. Der besondere Ehrgeiz dieser Auswahl ist es, bisher unbekannte Talente vorzustellen, die besonders unter den Frauen gesunden wurden. Da ist, neben den zuletzt Genannten, bisher kaum in der Oeffentlichkeit Erschienenen, die zur erstrebten knappen Form schwer findende Elise Haas aus Trier, die in lyrischen Assoziationen schwingende Nelly Sachs, die zwischen kritischer Weltbetrachtung und einfachem Lied schwankende formgewandte Lola Braunstein, die mit dem äußeren Auge erblindete, mit dem inneren tiefschauende Elly Groß. Und abseits von allen anderen stehend: die an Phantasie und Ausdruckskraft reichste Begabung, Gertrud Chodziesner, mehr als eine Begabung, — eine Traumwandlerin, der die Grelle der Realität und des Animalischen in der Umgestaltung zur unheimlichen Vision einen Weg in jenes Reich gewährt, das Goethe das der Mütter nennt. Aehnlich steht abseits von den Männern — unter denen an weniger bekannten noch die zu schwellender Formung gelangten E. Lachmann und I. I. Stargardter, die knapperen Willy Blumenthal, Hans Meyerowitz und Rolf Radlauer angeführt seien — der Berliner Moriz Seeler, der sich einst um die Entdeckung junger dramatischer Talente verdient gemacht hat und im Mannesalter erst sein lyrisches Talent entdeckte, ein farbiges, strahlendes, klingendes Panorama seltsamer Erscheinungen ausbreitend, durch dessen Wirklichkeit das drohende und tröstende Unwirkliche sichtbar wird. Nicht nur Gedichte sind es, die am Leser vorüberziehen, sondern Menschen, — Menschen, die nicht, wie Goethe von den Gedichten des polnischen Juden sagte, „ein Aufsehen von ihrer Judenschast machen wollen", die aber als ein Teilchen dieser Judenschaft von ihr etwas auszusägen und für sie zu zeugen haben. »O »G«»O"G »ch »O»»O«»O"G"G»O'*O »O »G »H« O'A »O* »O» »G »O» O »O »O »»"O »O» O—G »O»»« «O«»O - Nelly Sachs: Rehe Sie sind des Waldes leise Legenden, Darin die Geheimnisse zärtlich verenden Der Bäume, der duftenden Blumen der Nacht. Im Auge des Springquells jenseitiges Leuchten, So wandeln die weither Aufgescheuchten Und streifen den Tau mit den Hufen sacht, Haar rauchend vor Scheu, und immer im Leide, Wenn eine Kugel auf traumtiefer Weide Hinpflügt, was nie ganz zum Tage geweckt — Es zeichnet der feuchte Schmerz sich im Moose, Ein müdes Blatt noch färbt sich zur Rose, Und Leben hat immer wie Abschied geschmeckt. Moriz Seeler: w Der Ballspieler Die fremden Knaben mit den seidnen Larven — Bloss in der Mitte einer das Gesicht Ganz frei und ohne jede Hülle — warfen Die vielen Bälle aufwärts in das Licht. Sie waren plötzlich weg: der zweite . . . dritte, Der sechste und der siebente verschwand, Bis nur noch jener eine aus der Mitte Ganz rein und hüllenlos im Walde stand. Er schien den Fuss kaum vor- und rückzustellen, Zuweilen drehte er den Körper zwar , Doch spielte er mit den gesamten Bällen Der ganzen vorher dagewesnen Schar So leicht, als müsse er nur einen werfen Und sei von jedem neuen Ball beschenkt, Und alle seine Muskeln oder Nerven Erschienen kaum bewegt und angestrengt, Fast wirbelte es allzu bunt — er aber Schuf spielend manche herrliche Figur. Und Flammen, Kreise, Blumen, Kandelaber, Die ihm gelangen, waren Bälle nur. Lola Braunstein: Schlaflied Doch suchte in dem farbigen Gewimmel, Beim Flug der Bälle und beim Niederfall, Der Blick des Spielenden allein den Himmel Und hing an ihm, als gäb’ es keinen Ball. Wir sind nicht laute Zecher, wir brauchen keinen Wein. Die Nacht ist unser Becher — lasst uns schlaftrunken sein! Kurt Walter Goldschmidt: Rosenblätter Lasst uns Im Schlaf ertrinken und in Vergessenheit. Lasst uns im Rausch versinken für kleine Ewigkeit. Rosen, den Schreibtisch überleuchtend, Süss verspätete Kinder des Herbste«, Senken die sommerlich flammenden Köpfe — Und Blütenblätter rieseln herab . , , Lasst uns die Glieder lösen aus Tages Angst und Not. Wir wollen uns erlösen im Rausch, im Schlaf, im Tod. Rieseln auf kleine' spielzeughafte, Fern erbeutete Trümmerstücke, Die hier marmorn und zeitgrau rasten, Trümmer von Forum und Parthenon . . . Die Guten und Gerechten, sind auch nicht immer brav. Den Sündigen und Schlechten gibt Gott den gleichen Schlaf. Wie sie sich friedlich-anmutig gesellen, Tempeltrümmer und Blumentrümmer, Jene dauern — und diese vergehen, Aber im Sterben schmücken sie noch . . . Denn gross ist sein Erbarmen mit jedem Menschenkind. Er weiss, dass all die Armen so todesmüde sind. Schmücken immer noch und bezaubern Mit den gebrechlichsten,, zartesten Leibern, Ueberschimmern Marmor und Steingrau Immer noch mit dem gebauchtesten Rot . . . Lotte Adam: Schatten Lichte Ferne verschmilzt mit dem Nächsten Zu schwermütigem Zwie-Akkorde, Und Vergänglichkeit schauert darüber, Und aus Vergangnem klingt Ewiges auf . « Das Kind geht seinen Sonnengang Den hellen, weiten Weg entlang. Die Gräser streicheln nacktes Knie, Noch sind die Knospen blind. Die Birken sind umwunden Von Sonnensilberstunden, Die Glocken tönen Melodie, Ein Schleier weht im Wind. Da neigt sich schwer die dunkle Hand Sie führt das Kind zum Schattenrand Die Welt ist eine grosse Gruft, Kein Atemhauch darum. Die Melodien gehen, Die Schleier all verwehen, Die Blüten starren in der Luft Und Wasser stehen stumm. Hertha Kanner: ]Auf einem Trompetenbaum Aus dem grünen Rasen, holder Fremdling, Neigst du zögernd dich dem fremden Winde, Fremde Sonne malt auf deine Rinde Fremde Runen. Ungehört verklingen, armer Fremdling, Die Fanfaren deiner Blütendolde, Und kein Echo kennt die seltsam holde, Fremde Weise. Mala Laaser: Geburt der Verse Nehmt, was wir euch sagen, nicht als Habe! Ach! Wir dulden, ehe wir gebären! Feuers Kraft zwingt unser Herz zur Gabe. Leiden treibt, das Wort zum Sinn zu kehren! Wir sind Born und werden schwer zur Quelle. Brände wirken unser Ueberfliessen! Wir sind Inhalt! Sturm macht uns zur Welle! Glaubt uns doch: Wir wollen nicht! Wir müssen! Zum zwölften Male... Das April-Heft des „Morgen“ Man kann die Nummer, mit der der „Morgen" seinen 12. Jahrgang einleitet, nicht würdigen, ohne aus diesem Anlaß eine Wertung des letzten Jahrganges und dieser Zeitschrift überhaupt vorzunehmcn. Denn der „Morgen" gehört zu jenen wichtigen Kräften innerhalb unserer Gemeinschaft, die nicht der Quantität, sondern der Qualität ihren Einfluß verdanken. Was im Monatsheft jeweils steht, wird von einem zwar nur kleinen Kreis ausgenommen, soll aber der Gesamtheit dienen, um deren geistige, religiöse, materielle und jüdisch-politische Ausrichtung die Aufsätze ernsthaft bemüht sind. Nichts charakterisiert die Tendenz des Blattes stärker als die leitmotivischen Hefte und 'Aufsätze, die im letzten Jahrgang erschienen sind. Von zentraler Bedeutung ist das sogenannte Diaspora-Hest gewesen, das jeder, der um diese Kernproblematik unserer jüdischen Existenz ringt, kennen mußte. Eine bedeutsame Ergänzung dieses Problems der physisch-psychischen Existenz des Judentums war das Sonderheft über jüdische Wissenschaft, und, gegen Jahrgang-Ende, über jüdischen Stil und jüdische Musik. Eine Publizistik, die nicht möglich wäre, wenn jede der großen Arbeiten nur als Buch der Oeffentlichkeit hätte vorgelegt werden können, für das der Markt zu klein ist, wurde durch den „Morgen" ermöglicht. Die Kulturleistung, die 'der Ph ilo-Verlag mit diesem wirtschaftlich höchst unrentablen Objekt seit nunmehr 11 Jahren vollbringt, kann nicht hoch genug eiugeschützt werden. Und die Schriftleitung verdient für ihre Leistung kollegiale Anerkennung und Dank des Publikums. Wenn nun ein Leser im vertrauten Strom der Jahrgänge das Aprilheft zur Hand nimmt, so wird er sich auch in ihm rasch zurechtfinden. Ein Erstleser, durch das Lob an dieser Stelle veranlaßt, ein Probeheft zur Hand zu nehmen, muß sich aufs Stärkste angeregt fühlen. Er fände die beiden Kernprobleme, von denen wir oben sprachen, wiederum nebeneinander, diesmal in dem Aufsatz von Fritz Bamberger „W issens ch a f t vom Judentum ", der aus Anlaß von Zunz' 50. Todestage die Frage nach Inhalt und Umfang der heutigen Wissenschaft des Judentums grundsätzlich aufwirst, und in einem umfangreichen Artikel von Arthur Prinz „Voraussetzungen jüdischer Auswanderung s p o l i t i k". Der Verfasser, der neuerdings an leitender Stelle im Hilfsverein der Juden in Deutschland tätig ist, entwickelt eine Reihe von Gedankengängen, in denen wir einen gewissen inneren Widerspruch zu entdecken glauben, die aber in ihrer Gesamtheit einen sehr wesentlichen Beitrag zu einem überaus bewegenden Problem darstellen. Prinz vertritt nämlich die Auffassung, daß Zwischen der Ideologie der aus liberalen Gedankenkreisen kommenden Organisationen der Juden Deutschlands und einer konstruktiven Auswanderungspolitik ein unüberbrückbarer Widerspruch bestehe, und daß die einzige Richtung, die eine wirklich jüdische Wanderungspolitik treiben könne, der Zionismus sei. Prinz glaubt, die Stunde des Zionismus sei gekommen, in der er sich von der ausschließlichen Hinwendung nach Palästina als Auswanderungsziel in den Dienst einer nationaljüdischen Wanderungspolitik stellen müßte. Wir dagegen sind der Meinung, daß in dieser Ausrichtung einer jüdischen Wanderungspolitik Haltung und Gesinnung der Einwanderungsländer nicht genügend Berücksichtigung finden. Die von Prinz als ungeeignet abgelehnte sogenannte liberale Haltung dagegen macht unseres Erachtens, wenn man sie neu sieht, die Menschen für die fruchtbare Eingliederung in ihre neuen Eiruvanderungssttze geeigneter als wenn sie mit dem Willen zur politischen Minderheit und weiten Distanz kämen. Die Forderung nach Auflockerung von Gesinnung und Zielsetzung, die Prinz von der zionistischen Wanderungspolitik verlangt, werden also auch die nichtzionistischen Kreise aus sich beziehen können, wenn auch mit einer ihrer Grundhaltung gemäßen Nüancierung. Wir haben an leitender Stelle unseres Blattes schon häufig auf diese Fragestellungen aufmerksam gemacht, und wir glauben, daß es im Zuge der Entwicklung um die Londoner Councilberatungen herum noch häufig notwendig sein wird, um diese Klärung bemüht zu bleiben. Aus Raumnicht aber aus Wertungsgründen können die anderen Beiträge nur kurz erwähnt werden. Hans Bach wirft einen „Blick im Kreise", in dem er die jüdische Situation des Augenblicks grundsätzlich überprüft. Ilse Abramczyk schreibt über „Jüdische Gegenwart und hellenisches Erbe". Eingestreut ist leichtere, aber nicht belanglosere Kost, eine Legende von Leo Hirsch „Kommt er nicht?", eine groteske Skizze von Ben - Gabriel „Wunsch nach Tomaten", und eure Plauderei von Gusti Hecht über den Schadchen „Mizwa und Geschäft". Eine Reihe von Buchbesprechungen (Hans Bach „Jüdische Memoiren aus drei Jahrhunderten", Chajim A r l o s o r o f f Autobiographie, die „Sagen der Juden" von bin G o r i o n neben einer Reihe anderer) vervollständigen einen Eindruck, den allmonatlich neu zu vertiefen zum Entschluß jedes Lesers werden sollte. A. H. Stefan Zweig: „Jeremias.“ Eine dramatische Dichtung in neun Bildern. Herbert-Reichner-Verlag, Wien, Leipzig, Zürich. In „gestraffterer Form", mit „energischen Kürzungen" übergab, wie das Vorwort besagt, Ziveig 1927, zehn Jahre nach dem Erscheinen, seinen „Jereinias" erneut der Oeffentlichkeit. Und so übernahm ihn jetzt der Herbert-Reichner-Verlag. Für die ebenso ansprechende wie billige Ausgabe, die er schuf, werden ihm viel tausend Juden dankbar sein, denen in den letzten Jahren der „Jeremias" als Buch wie in szenischer Verwirklichung Stunden der Kräftigung und Erhebung gegeben hat. Alle Ihre Bücher von der Buchhandlung am Zoo Fritz Ring Charloiienburg, Joachimsihaler Sfr. 43-44 Mitglied der jüdischen Gemeinde. Telefon Bismarck 6506 Zusendung; nach allen Stadtteilen

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