Central-Verein-Zeitung
- Journal
- Central-Verein-Zeitung
- Volume
- 15 (1936) - farbig
- Issue
- 14 (2.4.1936)
- Date
- 1936-04-02
- Page
- [Seite] (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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Mentioned entities
- Leopold Zunz 2× ep/1026402
- Carl Zuckmayer 1× ep/1025798
- Darius Milhaud 1× ep/1025395
- Eduard Gans 1× ep/1026051
- Egon Friedell 1× ep/1004225
- Eugen Fuchs 1× ep/1032463
- Isaak Markus Jost 1× ep/1005092
- Karl Gutzkow 1× ep/1025078
- Lazare Saminsky 1× ep/1005653
- Max Reinhardt 1× ep/1025508
- Max Wiener 1× ep/1013532
- Moritz Veit 1× ep/1024216
- Paul Lindau 1× ep/1026440
- Paul Nathan 1× ep/1023795
- Rudolf Haym 1× ep/1025104
- Wilhelm Grau 1× ep/1031639
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Emanzipation — zu erblicken. Aber wer so urteilt, vergißt, daß die Judenemanzi-- Pation eine Komponente der deutschen liberalen Bewegung gewesen ist. Erst kürzlich hat die neue nationalsozialistische Geschichtssorschung (und zwar Wilhelm Grau in seiner Monographie über W. v. Humboldt) den inneren Zusammenhang zwischen der Geistesart des deutschen Liberalismus und dem Emanzipationsjudentum für gegeben erachtet. Je mehr wir uns vom 19. Jahrhundert entfernen, desto schwerer wird es, dies — und damit die Grundeinstellung Rießers —. zu verstehen. Deutsche liberale Politik und Judensache schlossen' sich damals keineswegs aus. Indem Rießer beiden diente, näherte er sich dem Ziel, das seine Zeit — die Bürgerzeit — ihm steckte. IV. Der Triumph der Tugend Denn er war ein bürgerlicher Mensch. Kein Vorläufer, auch kein Zuspätgekommener, sondern ein rechter Sohn eines bürgerlichen Jahrhunderts. Exponent jener einfachen, nüchternen, undekadent-gesunden, biderben und normalen Menschensorm, die keiner anderen Offenbarung bedarf, als schwerer Dienste tägliche Bewahrung. Fleiß, Pflichtgefühl und Verantwortungsbewußtsein, Sorge um das Gemeinwohl, Liebe zur Heimat, zum Vaterland, Treue und Zuverlässigkeit, Honorigkeit um jeden Preis, Verbundenheit mit dem Kreis, den seine Wirksamkeit erfüllt: alle diese echten Bürgertugenden zeichneten ihn aus. Aber sie allein hätten es nicht vermocht, einer schlichten bürgerlichen Natur geschichtlichen Akzent zu verleihen, wenn nicht die Mobilisierung der sittlichen Kräfte sie über sich selbst hinausgehoben Hütte. In seinem Memoirenbuch „Rückblick aus mein Leben" erzählt Karl Gutzkow von ihm: „Alles kam naiv, kindlich, säst schämig heraus, und doch konnte er plötzlich Schneid zeigen." Einer solchen Natur war die Gabe der Freundschaft eigen. Mit dem Kreis repräsentativer Menschen des deutschen Liberalismus stand er in Fühlung: Heinrich v. Gagern, Karl Mathy, Rudolf Haym, Georg Beseler, Karl Biedermann und Robert v. Mohl seien nur genannt. Zu namhaften jüdischen Zeitgenossen wie dem Geschichtsschreiber Isaak Markus Jost, Leopold Zunz, Johann Jacobh und Moritz Veit ergaben sich enge menschliche Beziehungen. r Heut, wo der pionierhafte Menschentyp im Vordergrund steht, fällt es schwer, jenen «iifuiiiiiimiiiiiiiiiuiiuiuiiimHiiHiiuimiiiiiiiiimiüiiiiiiiifiiiimiiui An den Pessctch-Feiertagen (Dienstag, 7. April, Mittwoch, 8. April und Dienstag, 14. April) bleiben die Hauptgeschäftsstelle des C.-V., die mit ihr verbundene Juristisch - Wirtschaftliche Beratungsstelle sowie Schriftleitung, Anzeigenabteilung und Vertrieb der C.-V.-Zeitung geschlossen. bürgerlichen Männern der Emanzipation gerecht zu werden. Inzwischen kamen der-Mann der schöpferischen Unruhe: Herzl, und andere, die das Bürgerliche hinter sich ließen. Der Bürger aber ist, der Mann der Sorge, der Mann, per um düs Bestehende bangt. Und daß er auch „Kämpfer" sein kann, kämpferischheroischer Mensch, zeigen die Männer der Emanzipation, voran Rießer. Von ihnen führt eine Linie zu Paul Nathan, Ludwig Haas, Eugen Fuchs und Maximilian Horwitz. Das alles ist jüdisch. V. Ewige Aufgabe „Wir sind keine Griechen!", so heißt es in „Gabriel Schillings Flucht", in Hauptmanns Tragödie vom modernen Menschen. Auch wir sind keine glückhaften Menschen: Griechen, sondern wir sind Menschen des steten Kämpfenmüssens: Juden! Auch der Emanzipationskampf war nur eine Form des Daseinskampfes: unseres Kampfes. Jene Form hat sich als vergänglich erwiesen. Sollen wir nur resignieren? Sollen die Toten ihre. Toten begraben? Sind die Männer der Emanzipation für uns zu „toten Männern" geworden? Formen sind vergänglich. Unvergänglich jedoch sind die Ideen. Die Form des Judeseins in Deutschland, die Rießer und die Männer der Emanzipation geschaffen haben, ist vergangen. Unvergänglich jedoch ist die Idee geblieben, unter die sie ihr Werk gestellt haben: die Idee der Erhaltung des Judentums. Diese Idee schreibt uns vor, heute um eine neue Form des Judeseins zu ringen: sei es in Palästina, sei es in der Diaspora. Wir dürfen nicht zu Romantikern der Emanzipationszeit werden, sondern wir müssen den Realitäten Rechnung tragen. Wenn wir bedenken, daß die Form, die Rießer schuf, zerfallen ist, die Idee aber, die ihn leitete, auch für uns verbindlich ist, möchten wir von ihm mit den Versen scheiden, die Nietzsche dem „überwundenen" Schopenhauer nachries: Was er lehrte, ist abgetan; Was er lebte, wird bleiben stahn . . . Die Zunz-Feier der Berliner Jüdischen Gemeinde Am 30. März veranstaltete die Berliner Jüdische Gemeinde in der Synagoge Prinzregentenstraße anläßlich des 50. Todestages von Leopold Zunz eine Feier, auf der das Hauptreferat durch Rabbiner Dr. Max' Wiener gehalten wurde. Wiener wies darauf hin, daß das lange Leben von Leopold Zunz einen geschichtlichen Zeitabschnitt umspannt, den wir als in sich geschlossene und. abgeschlossene Epoche zu werten haben. Es war. die Zeit der Aufklärung, während der die Juden Deutschlands, den Weg.vom Mittelalter in die Neuzeit zurücklegten. Konnte die Umwelt diesen Uebergang durch mehrere Jahrhunderte hindurch reifen lassen, so mußten die Juden ihn innerhalb eines Jahrhunderts durchmessen. Der Redner schilderte dann die Tätigkeit von Zunz itn jüdischen Kulturverein, der sich hohe Ziele einer geistigen, soziologischen und beruflichen Umformung der jüdischen Gemeinschaft gesetzt hatte, die aber nur in sehr geringem Maße zum Erfolg führten. Während die beiden anderen führenden Menschen des Kulturvereins, Heinrich Heine und Eduard Gans, dem Judentum später den Rücken kehrten, blieb Zunz als einziger der Fahne treu. Seine Bedeutung liegt vor allem darin, daß er nicht nur ein großer, auf den verschiedensten jüdischen Wissensgebieten tätiger Gelehrter war, sondern darüber hinaus ein Denker, der durch seine, schöpserische Intuition . bahnbrechend für die Schaffung'einer Wissenschaft'des Judentums war. Heute, so schloß Wiener, kommt es darauf an, mit dem gleichen. Bemühen hier an einem tiefen, reichen Judentum des Geistes und' der Seele zu arbeiten. In einer einleitenden Ansprache betonte Moritz Rosenthal die Bedeutung.von Zunz für die Berliner jüdische Gemeinde. Die Feier wurde umrahmt durch musikalische Vorträge der jüdischen Orchestervereinigung, unter Leo Kopf sowie von Oberkantor Julius P e i s s a ch o witsch. Hede T chr k - B ö r n si e i n und Werner B ä e r. ' : ' Werkarbeit in Mannheim Dem Mangel an handwerklichen Ausbildungsplätzen,- der sich gerade jetzt im Hinblick aus die erfolgende Schulentlassung zahlreicher Jugendlicher besonders bemerkbar macht, begegnet die Einrichtung von Änlernwerkstätten für Schlosser und Schreiner in Mannheim, die am 16. April 1936 eröffnet werden. Die Einrichtung ist von der Gemeinde Mannheim in engstem Einvernehmen mit dem badischen Oberrat der Israeliten und der Reichsvertretung der Juden in Deutschland geschaffen worden. Sie bietet 20 Schlossern und 15 Schreinern die Möglichkeit, sich in einer Ausbildungszeit von zweieinhalb Jahren unter der Leitung fachlich geschulter und geeigneter Lehrkräfte rn theoretischer und praktischer Ausbildung die Grundlage für die Tätigkeit in diesen Handwerken zu schaffen. Der badische Minister des Kultus und Unterrichts hat die Besucher der Anlernwerkstätten von der Fortbildungsschulpflicht befreit. Die Werkstätte, deren 35 Plätze übrigens schon voll belegt sind, soll in erster Linie den Jugendlichen Badens zur Verfügung stehen und dann im Nahmen des Möglichen auch Jugendlichen der angrenzenden Bezirke. Das Oberlyzeum und das Realgymnasium der Israelitischen Shnagogengemeinde Adatz Jisroel zu Berlin zeigte in einer Ausstellung Zeichen- und Werkarbeiten. Besonders erfreulich wirkte die Vielseitigkeit des Unterrichts, die -sichtlich von manchen starken Begabungen unter den Kindern ausgenommen wird. Sehr interessant, wie z. B. die Werbeidee der Jüdischen Winterhilfe von den Kindern ausgestaltet wird, welchen Sinn sie in ganz primitive Masken aus Buntpapier legen; und dann „die Farbe als Ausdrucksmittel". Es ist beglückend zu sehen, was die Kinder unter diesem Motto aus den ihnen gestellten Themen machen —■ wie sie etwa sinnfällig den Unterschied zwischen ^Frohsinn" und „Uebermut" darzustellen wissen. Es wird-modelliert, sehr nette Sachen kommen da zustande, u. a. originelle Schachfiguren; ...Geschichten werden, erfunden und illustriert,^ Pappteller bemalt und, Figurenstudien gemacht, die erstaunliche zeichnerische Begabungen erkennen lasstn. Die Nadelarbeiten der Mädchen aller Klaffen vereinen -die Pflege des Sinnes fürs Schöne und Nützliche. Eine Ausstellung, die, wie viele andere dieser Art, mehr Erfreuliches aus dem Wesen der Kinder zeigt, als sich auf kleinem Raum sagen läßt. H. M. .Die Ort, Gesellschaft zur Förderung des Handwerks, der Industrie und der Landwirtschaft unter den Juden, Abteilung Deutschland E. B. Berlin W 57, verlegt ihre Büroräume am 1. April nach Berlin W 15 Pariser Straße 11, 2 Treppen vorn (Telephon: .7 -1 5104). Die Sprechstunde fällt des Umzuges wegen vom 1. bis 5. April aus. TAUSCHECKE Tausch-Ordnung Der Tausch der Marken wird .nicht über die Schriftleitung geleitet, sondern soll sich von Sammler zu Sammler unmittelbar vollziehen. Die Briefmarkentauschecke dient lediglich dazu, Sammelwünsche zu veröffentlichen, deren Angaben möglichst spezialisiert erwünscht sind. Eine Verantwortung übernimmt die Schriftleitung in keinem Fall und nach keiner Richtung hin. * Als Grundlage für den Tausch von Postwertzeichen können bei Briefmarken die Preisnotierungen in den Katalogen Mich. Senf, Gibbons oder Pvert benutzt werden, bei Ganzsachen im allgemeinen der Katalog von Ascher, für deutsche Ganzsachen der Spezialkatalog von Ascher-Junker. Bei Abarten sind entweder die Festsetzungen des Kohl-Briefmarken-Handbuchs als Richtlinien zu benutzen, soweit solche dort schon behandelt sind, sonst gibt die Schriftleitung auch gern Auskunft über Bewertungen. Hierbei muß allerdings auch -gleich der sonst von den betreffenden Sammlern benutzte Katalog angegeben werden. Spezialgebiete, die besonders bevorzugt werden, sind stets genau anzugeben. Bei der Korrespondenz sind philatelistische Frankaturen sehr erwünscht, das heißt die Benutzung von Gelegenheits-, Wohltätigkeits-Ausgaben, Rand- und Eckstückc, Blocks, Platten-, Hausauftrag-Nummern usw. An Abkürzungen werden verwendet: LI. 8. kleiner Sammler, m. 8. mittlerer Sammler, gr. 8. großer Sammler, Lick. Palästina, dl. 0. Naher Osten, das heißt Türkei und Nachfolgestaaten, Aegypten, Sudan, Persien, vt. R. Deutsches Reich mit Kolonien, Abstimm- und besetzten Gebieten, Lu. Europa, Ue. Uebersee, Gz. Ganzsachen, ungebr. ungebraucht, gebr. gebraucht, a. Bf. auf Brief, BM. Basis Michel, BS. Basis Senf, BG. Basis Gibbons, BY. Basis Pvert, St/St. Stück gegen Stück, Kdt. Korresp. deutsch, Ke. Korresp. englisch, Kfr. Korresp. französisch, Kh. Korresp. hebräisch, g. gebe folgende Länder. Tauschadressen * Siegbert Aron, Berlin W 57, Frobenstr. 4; kl. S. Eu., rta, BM.; Kdt., Ke. Hans Borchardt, Berlin-Charlottenburg 2, Savignyplatz 1; gibt größeres Material von Europa ab, auch Ganzsachen. Fritz Cohn, Berlin-Schöneberg, Kussteiner Str. Nr., 6; sucht Flugpostmarken von Eu. u. Ile., Eu. Neuheiten postfrisch, ältere Eu., sämtl. Silber-Jubiläums-Marken d. engl. Kolonien; BM., Kdt., Ke., Kfr. Walter G i e s e n o w , Berlin-Schöneberg, Akazienstraße 30; m ,S.; Eu., Ue., ungebr. u. gebr.; BS.; Kdt. Frau Hertha L i n d h e i m , Frankfurt a. M. 17, Schnaidheimer Str. 5 I; m. S., sucht Eu., Ue. BM. Kdt. Hans I s a c s o h n , Berlin-Tegel, Brunowstr. 49; m. S., Eu., des. Baden, Bulgarien, Luxemburg, Portugal; g. Dt. R., Bayern, Großbritannien, Nieder!. Indien, Oesterreich, Polen; BM., Kdt. Dr. Alfred Hecht, Berlin-Neukölln, Einser Str. Nr. 109; gr. S., Eu., Ue., gebr. u. ungebr.; BM. Kdt., Ke.; E. Dr. Walter I u t t k e, Berlin W, Prager Platz Nr. 2; m. S., Eu., des. Großbritannien; BM.; Kdt., Kfr.; E. Assessor A. Lichten, Mainz, Albinistr. 12 II; Eu., des, Oesterreich und Italien, gesucht, ungebr. Neuausgaben, des. Oesterreich seit 1930; ungebr. D. auch hochwert. Ansichtsendungen erwünscht. Korr, deutsch, italienisch. ■ ' Franz Lu wen t h a l, Hamburg 39, Blumenstraße -52; gr. S., Großbritannien u. Kol., möglichst ungebr., BM., Kdt., Ke. Albert Meier, Mannheim, Nichard-Wagner- Straße 80; m. S., hat interessante altdeutsche Ganzsachen abzugeben, Kdt. Karl Pletzner; Berlin W 15, Meinekestr. 5; m. S., Eu., Ue., ABC.-Staaten, nordische Staaten, Bahnpost-Stempel; BM.; Korr, dän., dt., e., fr., schwed.; E. Hans-Hermann To itza, Hamburg 4, Eckern- - förder Str. 4, Israelitisches Krankenhaus, Chirurg. Abt., Zimmer 4; m. S. Eu., Ue. gebr., BM., Kdt. Ausklang der Winterhilfe Ein gutbesuchter Unterhaltungsabend zum Besten der Jüdischen Winterhilfe in Berlin bot Alt-Berliner Humor in Wort, Lied und Tanz. Johanna Meyer brachte, im wechselnden Kostüm der Biedermeierzeit, öfter schon Gehörtes zu erprobter Wirkung: auch diesmal erfreute man sich ihres diskreten, begütigenden Humors, der selbst den alten Glasbrenner und die Derbheiten einer Madame Dutitre noch zu streicheln scheint. Camilla Spira bewährte sich, außer in einigen volkstümlichen Liedern, insbesondere wieder als ausgezeichnete Chansonette, die ein Lied aus Angelys „Fest der Handwerker" durch springlebendige Kunst des Vortrags zu einem Schlager gestaltete. Lili Vera El kan, eine neue Erscheinung, verriet in zwei Tänzen Temperament und eine natürliche Gelöstheit der Bewegungen, ohne daß ihr freilich, über das Konventionelle hinaus, für einen spezifisch Berlinischen Tanz der grotesk-charakteristische Ausdruck zur Verfügung stünde. Die musikalische Begleitung des Abends versahen mit Umsicht Erna Klein und Erich Fabian. H. L. Als Ausklang der Winterhilfsarbeit veranstaltete die Jüdische Winterhilfe Berlin am Sonntag in den Räumen des Brüdervereins einen Gesellschafts abend, dessen Ertrag den Notleidenden aus den freien Berufen zugute kommen soll. Eine burleske Operette „Alles dreht sich um Helena", von Fritz Prager musikalisch geleitet. von Heinz. Co n d e l l mit knappsten Mitteln geschickt und lustig karikiert ausgeschmückt, von Max Ehrlich als Regisseur verantwortlich gezeichnet, unterhielt ein lachfreudiges Publikum. Camilla Spira und Willy Prager als Hauptpersonen, von dem Orchester der Künstlerhilfe und verschiedenen anderen singenden und tanzenden Künstlern — als Solisten Mia Pick mit einem spanischen Tanz und Cläre A r n st e i n mit ihrem Schifferklavier — unterstützt, steckten die Zuschauer mit ihrer guten Laune an, so daß sie in vergnügter Stimmung in den gesellschaftlichen Teil des wohlgelungenen Abends übergingen. Ed. Ankauf j Hypotheken /r “ HÄUSER Verkauf-' ditrck ender Immobilien Linkstr. 32 B 1,1165/66 Theater, Musik, Film Arthur Hellmer, der frühere langjährige Direktor des Neuen Theaters in Frankfurt a. M., hat das Theater än der Wien für fünf Jahre gepachtet. Es wird das Theater, das bisher eine der ersten Operettenbühnen Wiens war, als reine Sprechbühne führen. Im Nativnaltheater in. B u d a p e st fand in Anwesenheit des Dichters Carl Zuckmayer die Erstaufführung seines in Deutschland vielgegebenen Schauspiels „Katharina Knie" in ungarischer Sprache statt. * In Salzburg soll für Hugo von Hofm a n n s t h a l, den Urheber der dortigen Festspiele, ein Denkmal errichtet werden. Dem vorbereitenden Ausschuß gehören neben Vertretern zahlreicher kultureller und künstlerischer Verbände u. a. der Landeshauptmann für Salzburg, Dr. Rehrl, Richard Strauß, Max Reinhardt an. v Im Wiener Burgtheater fand das bekannte Lustspiel „Die Welt, in der man sich langweilt" von Eduard Pailleron in einer neuen Uebersetzung von Berta Zuckerkandl, bearbeitet von Egon Friedell, beifälligste Aufnahme. * Im Jüdischen Kulturtheater in Wien fand eine Veranstaltung „O st j ü d i f ch e Dichte i" statt. Erich Mann las aus Werken von Perez, Mendele, Guski und Scholem Alejchen. Den einleitenden Vortrag hielt Dr. Z. F. Finkelstein. Aus Anlaß des 100. Geburtstages von Saint- Saens brachte die Staatsoper in W i e n unter Leitung von Felix Weingartner „Samson und Dalila" neu einstudiert zur Aufführung. # Professor Karl Alwin, der Dirigent der Wiener Staatsoper, brachte an der Oper in Genf mit einigen Wiener Gästen Puccinis „Boheme" und Wagners „Tristan und Isolde" heraus. Das Publikum, unter dem sich zahlreiche Diplomaten befanden, feierte die Gäste mit großer Herzlichkeit. Charles Kullmann, der jüdisch-amerikanische Tenor (früher an der Berliner Staatsoper und auch im Tonfilm), sang an der Metropolitan Opera New-chbrk den Rudolf in „Boheme" 'und den Jose in „Carmen". * Halevys „I ü b i n" wurde in der Metropolitan Opera zum dritten Male wiederholt. * Ein neues Werk von Lazare Saminsky „Drei Schatten", Tondichtungen für Orchester, wurde vom New-Parker Philharmonischen Orchester in vier Konzerten vorgetragen. Eine Orchester-Suite, die Toscanini gewidmet ist, er-, klang kürzlich in Florenz unter Hermann Scherchen. Ein Chorwerk „An den Wassern Babels" wurde in Wien aufgesührt und ist in A m st e r d a m für März angesetzt. * Das BBC-Orchester London spielte unter Leitung von Darius Milhaud dessen Kompositionen „Sechs Jüdische Volkslieder". * Der, französische Cellist Marechal spielte in Bordeaux die Cellosonate von Milhaud. '■ v In Zürich gab das K l i n g l e r - Q u a r - stett sein Abschiedskonzert. Die Presse widmete dieser bekannten Kammermusikvereinigung ausführliche Kritiken. In Bern und Zürich gab Joses S z i g e t i nach seiner Amerika-Tourne sehr erfolgreiche Konzerte. ' * Der Komponist Rubin Goldmark ist in New P o r k im Alter von 64 Jahren gestorben. Er hat verschiedene^ Sinfonien und andere Stücke komponiert. Die neue Sonate für Violine und Klavier von Edvard M o r ich, welche soeben erschienen ist, wird von Diez Weis mann in GuateMala- C i t y zur Aufführung gebracht. * Par is ehrte Duka s mit der Ausführung seines berühmtesten Werkes, des „Z a u b e r l e h r - fing s", der vei Colonne gespielt wurde. Die „Concerts äm Conservatoire“ brachten Mende l s s o h n s Italienische Sinfonie. » Ein Konzert des Conservatoire in Nancy wurde mit der Ouvertüre zu „Polyeucte" von D u k a s eröffnet, Beatrice F r e u d en t h a l - W a g h a l t e r wurde nach besonders erfolgreichem Auftreten in Wien zu einem Wiederholungskvnzert verpflichtet. * Josef Schmid t. steht mit dem B. I. P. Film ,,A Starr Falls Down“ im Atelier. Paul M e r z - b a ch führt Regie. * Alexander K o r d a hat für llonckon Films ein Drehbuch „Rembrandt" von Carl Z u ck m a y e r erworben. Für die Titelrolle wurde Charles Laughton verpflichtet. * Hermann Fellner, ein Pionier der europäischen Filmkunst und Filmindustrie, ist in London, 58 Jahre alt, in geistiger Verwirrung aus dem Leben geschieden.. Fellner, aus Frankfurt a. M. gebürtig, gehörte' - zu den ersten Unternehmern, welche die ungeheuren Möglichkeiten des Films erkannten und den Film über seine primitiven Anfänge ins Künstlerische zu führen bestrebt waren. So drehte er im Jahre 1913 den ersten „Autorenfilm" der Welt, d. h. einen Film, dessen Drehbuch nicht von einem anonymen, sondern von einem anerkannten Autor stammte. Dieser Film war nach dem Drama von Paul Lindau „Der Andere" gearbeitet. Später produzierte Fellner im Rahmen der Ufa, besonders innerhalb der weltbekannten Firma zFellner & Sombo" Viele berühmt gewordene Stärs hat er dem Film zugeführt, er hat auch Drehbuchautoren wie Adolf L a n tz und Regisseure wie Alexander K o r d a entdeckt. In Deutschland erreichte seine Produktwn den Höhepunkt, als er mit dem Regisseur Joe May zusammenarbeitete. Welterfolge wie „Das indische Grabmal", „Der Geisterzug" und „Die Privatsekretärin" sind unter seiner Leitung gedreht worden. Vor sechs Jahren wurde er nach London berufen, um die dort erst aufkommende Filmproduktion ins Große zu steigern. Er trat in die „British Gaumont“ ein, zu deren leitenden Persönlichkeiten er auf kaufmännischem und künstlerischem Gebiet gehörte. Wie alljährlich, so ist auch dieses Jahr, das Berliner Jüdische Museum in der Pessachwoche, das heißt, vom 7. bis einschließlich 15. April, geschlossen.