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Central-Verein-Zeitung · 1936-03-05 · 10 (5.3.1936) · p. [Seite]

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Journal
Central-Verein-Zeitung
Volume
15 (1936) - farbig
Issue
10 (5.3.1936)
Date
1936-03-05
Page
[Seite] (sequence 4)
Language
German
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geführt — eine endgültige Lösung dieser Szene gibt die an anderer Stelle dieser Zeitung wiedergegebene Rembrandtsche Radierung. Dann sinden sich noch die Szenen, in denen Befehle erlassen werden, Gesetze verkündet, Gesetze widerrufen, und schließlich ist es die Gestalt des Haman, die als Prinzip des Bösen schon im 12. Jahrhundert in einer Bibelillustration vorkommt. In der formelhaften Schilderung des Mittelalters ist in sechs Szenen die Bestrafung des Lasters darbestellt; darunter Haman am Galgen, neben ihm als allegorische Figur die „Ehrsucht". Und auch bei diesem Thema hat Rembrandt das letzte Wort gesprochen: Haman „in Ungnade" ist einer seiner spätesten Bilder. Haman, Ahasver, Mardochai, drei Gestalten vor dunklem Hintergrund in eindrucksvoller Vertikalparallele; Haman nach vorn wankend und leise nach links geneigt, dadurch etwas isoliert. Er ist nicht der Bösewicht, sondern der tragisch Schuldige, der die Konsequenzen wehrlos duldend auf sich nimmt. Es ist ein Seelendrama, das ins Allgemeine, Symbolhafte wächst: drei Menschen in ihrer Einsamkeit und in ihrer schicksalsmäßigen Verknüpfung. Aus den Gemeinden Gemäß der vom Verbandsausschuß des Sächsischen Israelitischen Gemeindeverbandes erteilten Ermächtigung bat der Verbandsvorstand im Einvernehmen mit den beteiligten Gemeinden, in denen nur Prediger und Lehrer, aber keine Rabbiner wirken, beschlossen, die Gemeinden Bautzen und Zittau dem Rabbinat Dresden, Annaberg und Zwickau dem Rabbinat Chemnitz, und die Gemeinde Plauen dem Rabbinat Leipzig zuzuteilen. Die Neuordnung wird nur insoweit wirksam, als Amtshandlungen in Frage kommen, zu deren Vornahme religionsgesetzlich lediglich ein Rabbiner autorisiert ist. * In Verfolg des Anschlusses der Israelitischen Landesgemeinde Mecklenburg und der Israelitischen Gemeinde L ü b e ck an den Preußischen Landesverband jüdischer Gemeinden ist nunmehr auf Anregung und mit finanzieller Unterstützung des Preutzenverbandes eine Vereinbarung zwischen Lübeck und Mecklenburg zustandegekommen, ans Grund derer der Rabbiner der Gemeinde Lübeck, Dr. Winter, die Geschäfte des seit dem Tode von Dr. Silberstein verwaisten Mecklenburger Landesrabbinats in der Weise wahrnehmen wird, daß er die Mecklenburger Gemeinden regelmäßig zur Veranstaltung von Gottesdiensten, Vorträgen, Schulinspektionen sowie zur seelsorgerischen Betreuung aussuchen wird. * Die Israelitische Kultusgemeinde Nürnberg, die 1925 noch 9000 Seelen, 1933 noch 7502 Seelen umfaßt hat, verzeichnete Sterbefälle 1933 . , , , . 138 „ 1934 , g « i « 91 ,« 1935 4 a i a < 112 » Die Israelitische Kultusgemeinde Schwein» f u r t, die 1925 noch 382 Mitglieder zählte, umfaßte 1936 noch 303 Seelen. Während der Jahre 1933, 1934 und 1935 waren insgesamt 16 Todesfälle zu verzeichnen, denen in dem Zeitraum von drei Jahren nur 4 Geburten gegenüberstanden. Von der jüdischen Winterhilfe wurden 10 Familien mit etwa 20 Seelen, also annähernd 7 Prozent der Bevölkerung betreut. Die Künstlerhilfe der Jüdischen Gemeinde Berlin sucht für mehrere Künstler dringend Klaviere, die kostenlos zur Verfügung gestellt werden. Nachrichten sind erbeten an die Künstlerhilfe, Charlottenburg 2, Kantstratze 158 (Telephon: Bismarck 6023). Aus den Familien Frau Johanna Löwenthal (Flensburg) wurde am 5. März 75 Jahre alt. — Frau Jeanette H o l z - mann geb. Herzog begeht am 6. März ihren 75. Geburtstag. — Frau Tina Bodlaender geb. Sittner (Berlin £412) feiert am 11. März ihren 70. Geburtstag. — Samuel Levy und Frau Johanna geb. Levh (Thaleischweiler b. Pirmasens) feiern am 10. März ihre goldene Hochzeit. Votameigen Berlin: 10. März, 20 Uhr: Vereinigung jüdischer Frauen Groß- Berlins. Mitgliederversammlung mit Purim-Nachfeier. Klubheim, Marburger Straße 5. 12. März, 17 Ahr: Frauenverein der Berliner Bnei-Briß. Sitzung mit Bortrag Johanna Meyer über Rudolf Franks Buch: „Ahnen und Enkel." Logenhaus, Kleiststraße 10. In der Synagoge Levetzowstratze findet am 7. März, 11 Uhr 15 Min., zum erstenmal ein Oneg Schabbat statt, der sich von diesem Termin an jedem Sonnabend zu gleicher Stunde wiederholt. Am 9. März, 20 Uhr, spricht auf Einladung der Israelitischen Kultusgemeinde und des Ortsrings der jüdischen Jugendverbände Münchens im gemeindlichen Sitzungssaal der Geschäftsführer des Reichsausschusses der jüdischen Jugendverbände (Berlin) Dr. Bruno S o m m e r s e lch über „Die gegenwärtige Situation der jüdischen Jugend in Deutschland". Stadtmüde Kinder. Dem Erholungsheim des Jüdischen Frauenbundes in Lehnitz, 40 Minuten von Berlin entfernt, ist jetzt auch ein Kinderheim angeschlossen worden, in dem Kinder, die längere Zeit ausspannen müssen, nicht nur Erholung und günstige Lebensbedingungen finden, sondern auch Nachhilfe-, Musik-, Werk- und Bastelunterricht erhalten und in jüdischer Umgebung ein Dasein in Gemeinschaft führen. Eine Aerztin überwacht die Pflege der Kinder. Turnen, Spielen, Lernen im weiten Waldpark, Liegestunden in offenen Hallen sind gleichzeitig intensive Heilmittel. Anmeldungen: Verband Berlin des Jüdischen Frauenbundes, Berlin-Grunewald, Königsallee 11a. Telephon J 7 Hochmeister 3746. Dienstag 4 bis 6 Uhr und Freitag 11 bis 1 Uhr. 8. M ä r z 1 9 3 6 Piirdi» lüdisoliWnn^ri Inlkr TAUSCHECKE J ’J , Tausch-Ordnung Der Tausch der Marken wird nicht über.die Schriftleitung geleitet, sondern soll sich von Sammler zu Sammler unmittelbar vollziehen. Die Briefmarkentauschecke dient 'lediglich dazu, Sammelwünsche zu veröffentlichen, deren Angaben möglichst spezialisiert erwünscht sind. Eine Verantwortung übernimmt die Schriftleitung in keinem Fall und nach keiner Richtung hin. Die Tauschordnung kann als Sonderdruck gegen Voreinsendung des Portos von der Schriftleitung gratis bezogen werden. * Als Grundlage für den Tausch von Postwertzeichen können bei Briefmarken die Preisnotierungen in den Katalogen Mich. Senf, Gibbons oder Dvert benutzt werden^ bei Ganzsachen im allgemeinen der Katalog von Ascher, für deutsche Ganzsachen der Spezialkatalog von Ascher-Junker. Bei Abarten sind entweder die Festsetzungen des Kohl-Briefmarken-Handbuchs als Richtlinien zu benutzen, soweit solche dort schon behandelt sind, sonst gibt die Schriftleitung auch gern Auskunft über Bewertungen. Hierbei muß allerdings auch gleich der sonst von den betreffenden Sammlern benutzte Katalog angegeben werden. Spezialgebiete, die besonders bevorzugt werden, sind stets genau anzugeben. Bei der Korrespondenz sind philatelistische Frankaturen sehr erwünscht, d. h. die Benutzung von Gelegenheits-, Wohltätigkeits-Ausgaben, Rand- und Eckstücke, Blocks, Platten-, Hausauftrag-Nummern usw. An Abkürzungen werden verwendet: Irl. 8. kleiner Sammler Gz. Ganzsachen m. 8. mittlererSammler ungebr. ungebraucht gr. 8. großer Sammler gebr. Pal. Palästina a.Bf. N. 0. Naher Osten, d. h. BM. Türkei u. Nach- B8. solgestaaten, BG. Aegypten, Sudan, BY. Persien St./St. Dt.R. Deutsches Reich nt. Kdt. Kolonien, Ab-.. Be. stimm.- u. besetz- Bkr. reu Gebieten Bb. Eu. Europa g. Ue. Uebersee gebraucht auf Brief Basis Michel Basis Senf Basis Gibbons Basis Pvert Stück gegenStück Korresp. deutsch Korresp. englisch Koresp. sranz. Korresp. hebe, gebe folgende Länder Tausch-Adressen Robert Altsch u l, Hannover, Alte Celler-Heer» Straße 24; m. S.; Eu. u. Ue.; BM; ungebr. u. gebr.; Kdt. Dr. med. Ernst B o r o n o w, Zahnarzt, Breslau 5, Gartenstraße 48; in. S.; Dt. R.; des. Vierereckblocks u. Abarten ungebr.: BM.; Kdt. Heinz Engel, Berlin-Charlottenburg 4, Gerviniusstraße 5, II., 1. Aufg.; m. S.; Eu. ungebr. u. gebr.; gebe ganze Welt; BM.; Kdt. Josef G r o e g e r, Berlin N 4, Chausseestraße 32; Dt. R., Altdt. u. Kol., England, Südafrika; gebe ganze Welt, auch Münzen; BM.; Kdt. Viel Tauschmaterial vorhanden. Dr. G u t m a n n, Düsseldorf, Brehmstraße 30; S.; Ue.; BM.; Kdt. Arthur Hauptmann, Hamburg 20, Rehhagen 13; m. S.; Frankreich u. Spanien spezial, des. auch Vorausentwertungen. Kdt.; Ke.; Kfr. Fritz Kiwi, Neiße i. Oberschles., Marienstr. 6; m. S.; Dt. R. m. Abarten, Eu.; gebe Eu.; BM.; Erstsdg. erbeten. v. K r o t o , Berlin NW 87, Agricolastraße 13/14; Eu.; Ue. Erstsdg. erbeten. Julius Maher-Verrie, Berlin-Charlottenburg 4, Wielandstraße 32; m. S.; Eu.; Ue.; BM.; Kdt., Ke. Fred Münzer, Berlin-Charlottenburg 4, Shbelstraße 54, III.; m. S.; Eu.; Ue.; BM.; Kdt. , Hans Oppenheimer, Berlin-Steglitz, Björnsonstraße 27; m. S.; Dt. R.; Frankreich. Niederst, Schweiz, USA.; g. Eu., Ue.; BM. Kdt. Dr. med. Erwin 'Perlmutter, Danzig, Vorstädt. Graben 1a; m. S.; Dt. R.; Eu.; BM. g. Eu.» Ue., Danzig. . „ David Reich, Kassel, Sedanstraße 11; Dt. R. Spezial, Eu.; BM.; Erstsdg. erb. Ernst Reinhardt, Berlin 80 16, Rungestraße 20; m. S.; alle dt. Gebiete, bes. Saargeb.: gebe Dt. R. Eu.; BM.; Kdt., Ke., Kfr.; Erstsdg. erb. Hans Reiter, Berlin W, Uhlandstraße 72, III,; m. S.; bes. Trauer-Marken; gebe Dt. R., Eu.; BM.; Kdt. A. Rosenberg i. Fa. M. Eichelbergs Nachfg.» Marburg a. d. Lahn, Barfüßerstraße 50; m. S. ■ Arnold Spangenthal, Düren (Rhld.), Schillerstraße 32, b. Hartoch; m. S.; Eu. ungebr. u. gebr.; gebe Eu. und Ue. ungebr. u. gebr.; BM.; Kdt.; sucht des. Tauschfreunde i. Rheinld. Kurt Spier, Weiden b. Köln, Hans-Willh-Mertens-Straße 36; m. S.; Dt. R., dann auch Eu.; Eu.; g. Dt. R., bes. seit 1933, Italien, Spanien, Südslawien; Kdt., Kfr. . Leo Sternberg, Berlin NW 87, Schleswrger Ufer 15; in. S.; Eu.. Ue,; g. Eu., Ue.; BM. . Frau Arthur Werther, Berlin W 15, Knesebeckstraße 48/49; m. S.; Eu.; BM.; Kdt. Die jüdische Ulinferhilfe Die Jüdische Winterhilfe in Nürnberg betreut 930 Einzelpersonen bzw. 401 Parteien. Dids entspricht etwa 20 Prozent der Gemeindemitgliedera Jüdische Winterhilfe in Schlesien. Der jüdische Wohlfahrtsverband der Provinz Nieder^ schlesien umfaßt 40 Gemeinden außer Breslau, mit insgesamt etwa 3230 Seelen. Die Jüdische Winterhilfe betreut etwa 330 Familien mit 660 Köpfen, d. h. etwa 20 Prozent. Soweit die einzelnen Gemeinden nicht in der Lage sind, ihre Hilfsbedürftigen allein zu versorgen, nimmt der Verband den notwendigen Ausgleich vor. Die Synagogengemeinde Breslau umfaßt etwa 18 000 Mitglieder. Davon werden 4552 Personen gegenwärtig von der Jüdischen Winterhilfe unterstützt, also 20 Vis 25 Prozent der gesamten Gemeindemitglieder. Die Zahl der Unterstützungsempfänger ist in der letzten Zeit gegenüber den Vormonaten gestiegen. Ende Dezember betrug siö nur 4381, Ende November rund 4000 Personen. Die gegenwärtig unterstützten 4852 Personen setzen sich aus 2257 Fällen, die durchschnittlich zwei Unterstützungsempfänger aufweisen, zusammen. Im einzelnen erhalten etwa 1100 Einzelpersonen, 500 Familien zu 2 Personen, 300 zu 3 Personen, 190 zu 4 Personen, 100 zu 5 bis 6 Personen und 11 über 7 Personen Unterstützung. 2500 Erwachsene und 500 Kinder wurden neu eingekleidet. Seelische Winterhilfe 21. Veranstaltung im Cafe Leon, Kurfürstendanlm 155, 9. März, 16 Uhr, Bunter Nachmittag für Erwachsene. Mitwirkende: Erich El kan und Hellmut Wolfs sagen an: Jani Ball an, Bober-Lewinski, Martha Frost, Herbert G r ü n b a u m , Hedi H a a s e , Hanni Rosen, Felicia S ach 8 , Karja S ch a p i r o , Kinderorchester des 2. Waisenhauses der Jüdischen Gemeinde in Pankow. Am Klavier: Rudi Lehmann, Ruth Cohn und Lothar M a tz k e. Karten für Hilfsbedürftige unentgeltlich im Winterhilfsbezirk ' Südwest, Münchener Straße 37. Einlaß nur mit Eintrittskarte. Einlaß zum Bunten Nachmittag um 15 Uhr. Jugendliche unter 18 Jahren haben keinen Zutritt zum Bunten Nachmittag. 22. und 23. Veranstaltung im Berliner Logenhaus, Kleiststraße 10, 17. März, Kindernachmittag 15.30 Uhr, Bunter Abend 20 Uhr. Karten für Hilfsbedürftige ab 9. März unentgeltlich im Winterhilfsbezirk V, Steglitzer Straße 9, im Winterhilfsbezirk IV, Südwest, Münchener Straße 37 und im Winterhilfsbezirk Via, Nordwesten, Turmstraße 9. Einlaß zum Bunten Abend nicht vor 19 Uhr. Konzerte und Vorträge in Berlin und im Reich Susanne Löwenstein sang in einer W i n t e r h i l s s Veranstaltung der Berliner Neuen Synagoge vier der Gellert-Lieder von Beethoven. Der hohe Ernst der Gesänge wurde durch die Altistin, die ihre reichen Stimmittel in allen Registern gut auszugleichen weiß, stark eindringend gestaltet. Leo Taubmann war als Begleiter ein feinnerviger Helfer. Dr. M i s ch s Madrigal-Vereinigung mit Thea B i e - b e r als Solistin brachte Schuberts Kantate „Mirjams Siegesgesang" und den für Sulzer komponierten 92. Psalm, für den sich der Chor schon mehrfach eingesetzt hat, der aber an Bedeutung, weit zurücksteht. Mit einem stimmungsvollen Werk von Reger hatte Ludwig A l t m a n n an der Orgel den Abend eingeleitet, eine Ansprache von Curt E. Kassel stand in der Mitte, und liebenswerte Rezitationen von Johanna Meyer waren eine freundliche Beigabe. Der Vierte Lichte Nachmittag der Reformg e m e i n d e bot den Hörern vielfache geistige Anregung. Julius B a b ging aus die merkwürdige Tatsache ein, daß zwei der bedeutendsten deutschen Dichter der letzten Generation durch die Jakobslegenden zu dichterischem Schassen angeregt worden sind: über Gerhart Hauptmanns dramatisches Fragment „Hirtenlied" gab der Vortragende einen Ueberblick, das große noch nicht abgeschlossene Werk Thomas Manns sowie des jüdischen Dichters Richard Beer-Hofmann Vorspiel „Jaakobs Traum" wurden in die Betrachtung eingezogen. Im Einklang mit dem Thema sprach Edith Herrn st adt-Oettingen die von Stefan Zweig edel geformte Rahel-Dichtung, die breitwogende Prosa ohne Textvorlage nachmodellierend. Ludwig A l t m a n n spielte Reger; seine feinfühlige Registerwahl und subtile Technik im Dienst empsindungsstarker Musikalität ergaben ein meisterliches Stimmungsbild. Der Alt Erna Jacobys ist in getragener Lyrik sehr ausdrucksfähig:- in biblischen Liedern Dvoraks offenbarte die Stimme schönen Timbre. Bai. Hermann Schwarz, der Organist des Friedenstempels, eröffnet« ein Konzert für die Jüdische Winterhilfe mit einem „Orgelvorspiel über hebräische Motive" von Arno Nadel. Schwarz gab. dem Ganzen einen großen Farbenreichtum, hob Solostimmen plastisch hervor, nutzte überhaupt die geringen Möglichkeiten des heikel zu behandelnden Instruments so geschickt, daß hier eine ausgezeichnete Leistung anerkannt sei. Schwarz begleitete dann den Cellisten Fritz Wallenberg zu älterer Musik, wobei nur die häufige Verwendung der Schwebestimme störte. Sehr schön sang Hede Tür k, an diesem Abend stimmlich besonders günstig disponiert. Der Bariton Siegbert S t e i n f e l d brachte mit etwas sprödem Stimmklang Lieder von Edvard Moritz, die gut deklamiert sind; rein musikalisch hat Moritz aber weitaus Jnspirierteres geschrieben. Der Pianistin Lili Ellreich sind Anlagen zu bestätigen, zu einer podiumreifen Leistung kam es noch nicht, da der Händel stilistisch gänzlich verfehlt angelegt war und der Chopin weder im Technischen noch in der Gestaltung überlegen gemeistert wurde. Biel Freude bereitete Max K o n i n s k i mit den Vortrag einiger sinnreicher heiterer Legenden. Dr. Kurt Singer hielt eine kurze Ansprache. L. A. Die Buchhandlung Lichtenstein in Breslau veranstaltete einen Ehrenabend für Siegfried Bruck als Nachfeier zu seinem 50jährigen Bühnenjubiläum. Die Veranstaltung darf zu den besten gerechnet werden, die das jüdische Kunstleben Breslaus bisher gab. Siegfried Bruck bestritt den ganzen Abend mit auswendig vorgetragenen Rezitationen, die jüdisch und künstlerisch gleich wertvoll waren. In dem reichhaltigen Programm fielen besonders „Die Berufung Jeremias" aus der Bibel, Gedichte von Morris Rosenseld und Börries von Münchhausen aus: edelste Sprache verband sich mit glücklicher Gestaltungskraft. Schalem Alechems „Der Haupttreffer" war ein Meisterstück guter Erzählungs- und Charakterrsierungskunst. Der Künstler, der lange Jahre mit großem Erfolg an den Breslauer Schauspielbühnen gewirkt hat, ist jugendfrisch und künstlerisch beseelt wie je und fand den lebhaften Beifall der Hörer. Schw. Für die Betreuten der Dresdener Winterhilfe wurden zwei Kunstabende, veranstaltet, die „Heiteres und Ernstes in Wort und Ton" brachten. Bella E r d o e s, von ihrer früheren Bühnentätigkeit in Dresden noch bestens bekannt, fesselte mit Volksliedern, in den Originalsprachen gesungen, sowie Arien und Chansons aus Opern und klassischen Operetten. Mit Couplets aus „Mamsell Nitouche", aus Ofsenbachs „Schöner Helena" und aus der „Fledermaus" erntete sie großen Beifall. Paul S k o n s k i rezitierte mit großer Hingebung; Liliencrons „Pedder Lüng" und Goethes „Gott und die Bajadere" paßten aber nicht in das Programm. Am ersten Abend sprach Siegfried Lewinsky Perezsche Erzählungen sehr gemütvoll, Trudl Fuchs (München) sang Arien und Lieder und der junge Heinz Meyer brachte wohlgelungene Violinstücke. E. B. Der Ausschuß für Kunstpslege, Plauen i. V. veranstaltete ein Konzert mit Joseph Schwarz (Klavier) und Boris Schwarz (Violine). Durch die restlose Hingabe an die Werke war schnell der Kontakt zu dem vollbesetzten Saale gesunden. Es gab u. a. Mendelssohn, Chopin-Sarasate und Mussorgski. Der Beifall veranlaßte eine Zugabe nach der anderen. G. Der neugegründete Kulturbund Braunschweig begann seine Tätigkeit mit einem Liederabend von Erika Samson (Storm), Berlin. Die noch junge Künstlerin hat eine ausgezeichnete Gesangsschulung. Die hebräischen Volkslieder wurden mit Wärme und Innigkeit, die italienischen mit viel Temperament vorgetragen, die Arien von Händel und Puccini hinterließen nachhaltigen Eindruck. Als meisterhafter Begleiter erwies sich John Mandelbrod (Hannover). J. T. Die Jüdische Künstlerhilfe Essen veranstaltete einen Kleinkunst abend. Das Tanzpaar Heine-Callmann bewies besonders in einer grotesken Vorführung künstlerische.Fähigkeit. Bert Bernd, Köln, erfreute durch ernste und heitere Musik auf »dem Akkordeon, Hans Kaufmann, der 16jährige Geigenkünstler, zeigte saubere Bogensührung. Lustige Songs sang Käte Frohsinn, Tober, Köln, konferierte, Werner Schüler war ein ausgezeichneter Begleiter. Das Publikum dankte mit reichlichem Beifall. Auswahl und Reihenfolge der Darbietungey schienen allerdings nicht immer glücklich. —ä—. Im Jüdischen Kulturbund Neiße (O.-S.) gastrerte Marion K o e g e l, Berlin. Mit ihrem vielseitigen Repertoire gewann die Künstlerin die Herzen eines beifallsfreudigen Publikums. Werner Seelig-Baß, dessen Tonschöpfungen einem Teil des Programms sein Gepräge gaben, erwies sich als ein besonders fähiger Musiker und Begleiter. _ Dra. Winterhilfskonzert mit Rosenstock Nach seiner Rückkehr aus Amerika wird Generalmusikdirektor Joseph Nosenstock zum erstenmal vor das jüdische Konzertpublikum im ,Rahmen eines Konzerts der Jüdischen Winterhilfe treten, das unter dem Titel „Aus Opern und Operetten" am Sonnabend, dem 14. März, 19 Uhr 30 Min., im Bach-Saal stattfindet. Das Konzert bringt populäre Arien und Ouvertüren verschiedener Komponisten. Die Veranstaltung sieht in ihrem Programm unter anderem die Wiederholung der „Polowetzer Tänze" von Boroüin vor, die schon beim letzten Winterhilfskonzert am 6. Januar durch die bravouröse Wiedergabe des Kulturbundorchesters minutenlange Beifallsstürme auslöste, Arien von Mozart, Verdi und Meyerbeer, die Ouvertüren „Die schöne Melusine" von Mendelssohn und „Sizilianische Vesper" von Verdi. Außerdem bringt das Programm „Aus Opern und Operetten" die Ouvertüre „Pariser Leben" von Ofsenbach sowie Lieder von Millöcker, Johann und Josef Strauß. Der Opernchor des Kulturbund-Theaters wird unter Leitung seines Dirigenten Berthold Sander den Walzer „An der schönen blauen Donau" von Johann Strauß zum Vortrag bringen. Die Karten zum Preise von 1 und 1,50 RM sind bereits restlos verkauft. Karten in den übrigen Preiskategorien (3, 2,50, 2 und 0,75 RM) sind erhältlich bei der Propagandaabteilung der Jüdischen Winterhilfe, 6 2, Rosenstraße 2—4 (Telephon E>. 1. Norden 6711, A'pparat 71), beim Pförtner der Jüdischen Gemeinde, Oranienburger Straße 29, bei den Buchhandlungen Kedem, Dahlmannstraße 8, Philo-Verlag, Pariser Straße 44, und Ernst Wolfs, Prager Platz 4, sowie bei den Kastellanen der Synagogen Jasanenstraße 79/80 und Levetzowstraße 7/8/ ' . Der ReichSverband der Jüdischen Kulturbünde ut Deutschland teilt mit: Wir weisen darauf hin, daß die letzten Gruppen für die Ausstellung des Arbeitsbuches nunmehr aufgerufen sind und fordern daher alle aktiven Mitglieder des Reichsverbandes (Künstler) auf, sich um die Ausfertigung eines Arbeitsbuches zu bemühen, da der Besitz des Arbeitsbuches Voraussetzung für jede Anstellungs- bzw. Beschäftigungsmöglichkeit ist. Das Antragsformular ist bei den Arbeitsämtern und in Papierwarenhandlungen erhältlich. Das ausgefüllte Formular muß von dem für den Wohnsitz des Antragstellers zuständigen Polizeirevier abgestempelt und dann dem zuständigen Arbeitsamt eingereicht werden. Kosten entstehen nicht,

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