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Central-Verein-Zeitung · 1936-02-06 · 6 (6.2.1936) · p. [Seite]

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Journal
Central-Verein-Zeitung
Volume
15 (1936) - farbig
Issue
6 (6.2.1936)
Date
1936-02-06
Page
[Seite] (sequence 2)
Language
German
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fcil flMMBI Der Delegiertentag der ZVID Auftakt mit Kurt Blumenfeld Am Vorabend des 25. Delegiertentages der Zionistischen Vereinigung für Deutschland veranstaltete die Berliner Zionistische Vereinigung eine Kundgebung, deren Redner Kurt Blumens e l d war. Die Umrahmung bildeten einige vom Opern-Chor des Kulturbundes unter Leitung von Berthold Sander zum Vortrag gebrachte hebräische Lieder. Kurt B l u m e n f e l d stellte sein Referat in den Dienst einer Rückschau auf die bisherige Geschichte der zionistischen Bewegung in Deutschland. Dieses Thema, dessen Wahl keinem Zufall entsprang, sondern das der Belehrung der neu in die Reihen des Zionismus getretenen Anhänger diente, wurde von Blumenfeld mit der an ihm rühmlich bekannten Weite des Geistes und Wärme des Gefühls behandelt. Er verweilte im Anfang seiner Ausführungen bei der schweren Krise der zionistischen Bewegung, die mit dem Tode Herzls und mit der Absplitterung der Territorialisten eingetreten war, und entwickelte, daß gerade diese Zeit nicht zu einer Verzweiflung an dex Idee, sondern zu erhöhtem geistigen Aufschwung geführt habe. Er verfolgte sodann die Probleme der Vorkriegszeit mit ihrer Entwicklung von der Phrlantropie zur Volksbewegung, sprach über Krieg, Balsour- Deklaration und Nachkriegszeit, um schließlich die Schilderung der Gegenwart zu einem starken Appell an die heute der zionistischen Idee verbundenen Menschen zu benutzen. Der er8te Verhandlungstag Der Delegiertentag selbst begann seine Beratungen am Sonntag, dem 2. Februar, mit einer Begrüßungsansprache von Dr. Franz Meyer. Nach ihm überbrachte Kurt B l u m e n s e l d die Grüße der Hitachduth Olej Germania, der Organisation der aus Deutschland kommenden Einwanderer in Palästina. Nachdem sodann die Wahl des Präsidiums des Delegiertentages stattgesunden hatte, nahm der Vorsitzende der ZVsD, Dr. Siegfried Moses, das Wort zu seinem Referat „Aufgabe, Leistung und Bewährung der zionistischen Bewegung in Deutschland". Da Moses zu einem gedruckt vorliegenden Rechenschaftsbericht der ZVsD nur Ergänzungen hinzuzufügen brauchte, konnte er sich auf die wichtigsten Punkte beschränken. Die Träger der zionistischen Arbeit, führte er aus, zionistische Bewegung und zionistische Organisation seien nicht miteinander identisch. Die zionistische Organisation sei im gegenwärtigen Zeitpunkt dadurch gekennzeichnet, daß in ihr allenthalben die Mannschaft zu Offizieren aufgerückt sei, und daß unter diesem sich teilweise recht schnell vollziehenden Prozeß die Bewegung nicht leiden dürfe. Das Hauptarbeitsgebiet sei die Auswanderung nach Palästina gewesen. Seit 1933 seien etwa 33 000 Menschen nach Palästina gegangen. Wer es komme nicht auf diese Zahl an, und sie dürfe auch nicht einfach verglichen werden mit den Zahlen der Auswanderung in andere Länder; denn bedeutsam sei die Struktur und die Schichtung der Palästina-Wanderung, die als einzige aus vorwiegend unbemittelten Menschen und solchen mit kleinem Kapital sich zusammengesetzt habe. Gewiß sei auch die Auswanderung in andere Länder als konstruktive Hilfsmaßnahme anzuerkennen. Aber man müsse die von nichtzionistischer Seite gewünschte Arbeitsteilung zurückweisen, nach der den Zionisten allein die Palästina-Wanderung und den Nichtzionisten die Arbeit in Deutschland und die Auswanderung in andere Länder zu überlassen sei. Dem könne schon aus dem Grunde nicht zugestimmt werden, weil der Palästina-Wanderung der unbestrittene Primat zuerkannt werden müsse. Nur sie trage national-wirtschaftliche und national-kulturelle Bedeutung und es . ginge nicht an, aus der Auswanderung in andere Länder eine Ideologie zu machen. Zum Schluß der Ausführungen über die Auswanderungssrage formulierte Moses drei Forderungen, deren erste den zentralen Institutionen und Gemeinden Deutschlands aus sämtlichen Gebieten ihrer Arbeit den Gedanken der Auswanderung als vordringliches Ziel empfahl, deren zweite die Unterstützung der Bemühungen um Zertifikatszuteilung durch die Juden Deutschlands als notwendig hinstellte, und deren dritte der gegenwärtig in Amerika befindlichen Delegation englischer Juden den Gruß der Tagung entbot. Moses verweilte sodann noch einige Zeit bei den verschiedenen Bemühungen um Erweiterung der Auswanderungs- und 'Transfermöglichkeiten und ging dqraus zur Frage der zionistischen Ideologie über. Der deutsche Zionismus sei früher führend gewesen in der Schaffung und Entwicklung der Ideologie. Jetzt habe sich durch das Vorherrschen praktischer Fragen das Mischungsverhältnis etwas verschoben. Ein Rückblick aus die ideologischen Themen früherer Jahre beweise, daß man schon früher die auch heute noch wesentlichen Punkte in den Vordergrund gestellt habe, und daß man dementsprechend keine Schwerpunktsverlagerung vorzunehmen brauche. Im Mittelpunkt stehen nach wie vor die Fragen des Hebräischen und der geistigen Verknüpfung mit Fortsetzung Hauptblatt 3. Seite. verwaltet hatte. In dieser Einmütigkeit lag eine Vertrauenskundgebung besonderer Art, die sicherlich auch dem umfassenden Bericht galt, mit dem Moses Rechenschaftsbericht über seine Amtsführung gegeben und die Absichten künftiger zionistischer Politik innerhalb der Juden in Deutschland dargestellt hatte. Man darf daher in dem Bericht zugleich auch das persönliche Programm vvn Dr. Moses erblicken. Und dieses Programm ist kein Oppositionsprogramm gegen das bisher Geleistete und Bestehende, — wie könnte das auch sein bei dem maßgebenden Anteil, den Moses und seine engsten Freunde an dem haben, was ist. Es ist ein sachlicher Aufriß der Arbeitsnotwendigkeiten, die im Judentum innerhalb der deutschen Grenzen zutage liegen mit zionistischer Begründung. Unsere Stellungnahme zum Sachlichen kann und muß daher anders lauten als zu den Eugen Fuchs Eugen Fuchs, der schöpferische Gestalter der Idee, auf der unsere Arbeit sich ausgebaut hat, wäre am 6. Februar 80 Jahre alt geworden. Unvorstellbar, diesen feurigen Menschen als Patriarchen heute innerhalb der Juden Deutschlands sich wirkend zu denken, und alle die Konsequenzen zu erwägen, die aus der Tatsache seines Da-Seins in d^ser Zeit entsprungen wären. Wir empfinden gerade in diesen Tagen als beglückend, daß er unsere Grundgedanken vorgedacht und den Maßstab jüdischer Lauterkeit geschaffen hat, den wir an alle jüdischen Ereignisse und Entscheidungen legen sollen. «iuiiiuiiuiiHiiiiiiiuiuinuiHiuiuiiuiiniiiiiiiimuiiiiutifiuiuittuiu» po litisch-- personellen Ansprüchen des Zionismus, wenn wir die zionistische Begründung weder als richtig noch als notwendig anzusehen vermögen. Nur hierauf kommt es an. Denn niemals würden wir eine jüdische Arbeit nur deshalb ablehnen, weil sie von Zionisten gefordert wird. Aber wir werden uns dagegen zu wehren haben, daß eine allgemein-jüdische Arbeit darum nur von Zionisten gemacht werden kann. Denn damit wird sie sehr oft zu nur zionistischer Arbeit, also zu weniger, als wir wollen und uns vorstellen. Nirgends in der Geschichte ist ein Urheberrecht an politischen Ideen, wie an Ideen überhaupt bestätigt worden, weil geschichtliche Ideen nicht in Patentrollen eingetragen werden können. Nichts spricht dafür, daß deshalb, weil eine bestimmte jüdische Forderung einmal zuerst von einem Zionisten hohen geistigen Ranges aufgestellt worden ist, heute ihre Verwirklichung nur einem Zionisten als Zionisten überlassen werden soll. Diese Forderung wurde von Dr. Friedenthal in einer Diskussionsrede erhoben, die deshalb eine Paradoxie darstellte, weil nach Kurt Blumen felds seiner Ansicht Zionismus nur niveauhast denkbar ist. Die Rede konnte also bei ihrer bemerkenswerten Niveaulosigkeit trotz ihrer zionistischen Radikalität keine zionistisch-legitime Kundgebung sein. Friedenthal meinte, zweitrangige Zionisten seien ihm lieber als erstrangige Nichtzionisten. Nun, jeder sucht sich die Gesellschaft, in der er sich am wohlsten fühlt. Wir werden auch in Zukunft Wert daraus legen, daß wir als Koalitionspartner nur erstklafsige zionistische Persönlichkeiten vorfinden. Eine um vieles niveauhastere Ansicht vertrat Franz Meyer in dem Schlußwort zur Tagung, wie ein seines Ohr überhaupt auch ohne große Personalkenntnis aus Art und Stil der zionistischen Reden heraushören konnte, mit wie gearteten Nichtzionisten sie in Gemeinschaftsarbeit zusammensitzen. Es gibt eine Selbsterziehung durch Gemeinschaftsarbeit und es gibt etwas, was man vielleicht Niveauinfektion nennen könnte. Auch deshalb unser Wunsch, daß, wenn neue Männer in Koalitionsgremien hineinkommen, sie zum e r st e n Range gezählt werden können. Franz Meyer beklagte nicht, sondern stellte nur das geschichtssoziologische Gesetz fest, daß der Zionismus naturnotwendig mit seiner eigenen Intensivierung zugleich eine Intensivierung der Gegenposition Hervorrufe. Aber er übersieht, daß sich auch Gegenpositionen zu echten eigenwertigen Positionen entwickeln können, daß aus einer guasi Opposition par Imitation, die er uns vorwirst, eine geistig und jüdisch durchdachte und fundierte Anschauung von den Möglichkeiten jüdischen Seins in der Welt geworden ist, die aus vielen Gründen weiter, elastischer und umfassender sein mutz als die zionistische. Der Gedanke, den Meyer sich zu eigen machte, ist öon Ranke schon einmal so zu Ende gedacht worden, wie die Geschichte ihn regelmäßig zu Ende geführt hat. Ranke stellte fest, daß mit der Entwicklung einer Idee auch solche Richtungen sich entfalten, die mit der Idee in Widerspruch stehen: „Denn es kann nicht anders sein, daß in dem allgemeinen Fortschritt auch diese wachsen und gedeihen." Wir wissen von uns, daß in unserer jüdischen Idee Keime jeder jüdischen Möglichkeit enthalten waren, und wir halten es für eine müßige Betrachtung, ob der Zionismus oder die Entwicklung der Außenwelt uns aus dem Wege nach innen die stärkeren Impulse gegeben hat. Wir wissen aber unverrückbar, daß wir auf diesem Wege sind, mit dem schweren Gepäck an geistigen und moralischen Gütern, die uns Judentum und Welt mitgehen. Und wenn unsere Menschen die Spitzengruppe bilden, dann wollen sie nicht eine jüdische Partei führen, sondern Iuden. Schon um dieses Zieles willen ist es wichtig, daß wir mit an der Spitze marschieren — um des Zieles im konkreten Sinne des „Wohin", wie in der Bedeutung des jüdischen Das e i n s s i n n e s willen.; Man warf uns mit Unrecht Ressentiments vor, wenn es sich um Palästina handelt. Die Einzigartigkeit und Vorherrschaft Palästinas innerhalb der jüdischen Wanderungsmöglichkeiten ist unbestritten, und wir möchten, daß auch die jüdischen Lebensmöglichkeiten ebenso unbestritten in Palästina wären — jetzt in den aktuellen relativ kleinen Konflikten und hoffentlich auch niemals gefährdet durch weltpolitische Entladungen an dieser weltpolitischen Wetterecke. Aber wir wollen innerhalb der allgemeinen Auswanderungsplanung deshalb keine ausschließlich zionistische Führung, weil der Zionist eben Zionist, also Parteimann ist, sei es auch in umfassender Bedeutung, aber doch Parteimann. Wir möchten nicht, daß Möglichkeiten übersehen werden, weil die Sonne Palästinas, wenn man das Auge von ihr wendet, den Betrachter für eine ganze Weile alles andere mit dunklen Flecken bedeckt sehen läßt. Das ist physikalisch so, und es ist psychologisch so. Aber es darf praktisch nicht so sein, um der Menschen willen, die in eine Helle wollen. Wir haben auch keine Ressentiments gegen Hebräisch, weder als Sprache noch als Kultur, dort, wo Hebräisch Umgangssprache sein, und dort, wo hebräische Kultur wachsen soll, im Lande, das einmal das jüdische Land werden möge. Dort und nur dort allein ist es Mittel zur Weite, überall sonst ist die Ausschließlichkeit des Hebräischen Verengung, auch in den materiellen Lebensnotwendigkeiten. Der Nichtzionist konnte aus den besten Diskussionsbeiträgen und den Referaten gerade der Männer, die aus der Führung der Juden in Deutschland in palästinensische Positionen hineingekommen waren, mit stiller Freude feststellen, wie sehr die geistigen Güter der Umwelt von ihnen als Faktoren gewürdigt wurden, denen sie ihr Bestehen auch für ihre jüdische Arbeit mitverdankten. Der Delegiertentag vollbrachte damit nicht etwa eine Rehabilitierung einer ewigen geistesgeschichtlichen Kraft und Erscheinung wie der Assimilation, sondern in erster Linie eine Ehrenrettung der zionistischen Propaganda,, die sich so häufig mit ihrer flachen Ablehnung dieser Erscheinung selbst belastet. Viele Redner beklagten die oft niveaulose zionistische Propaganda im Reiche. Es war uns eine gewisse Genugtuung, auch in diesem Punkte mit den besten Zionisten das gleiche Leid getragen zu haben, wenn auch mit verschiedener Empfindung . . . Kurt Blumenseld war es vor allem, der an die allgemein anerkannte These des westeuropäischen Zionismus als postassimilatorische Erscheinung erinnerte. Damit ist zweierlei ausgesagt: der Zionismus selbst ist ohne die westeuropäische Assimilation nicht denkbar, aber sowohl logisch-theoretisch als auch praktisch muß etwas wie eine post zionistische Assimilation möglich sein. Denn wenn wir zugestehen, daß der Zionismus ein wichtiger Weg zum Judentum ist, aus der anderen Seite aber realpolitisch nach zionistischer Auffassung nur in Palästina eine Art dauernder Lösung der Judensrage erfolgen kann, so muß der Zeitpunkt eintreten, in dem die zionistischen Menschen aus ihrer zionistisch bedingten jüdischen Isoliertheit in der Galuth zur neuen Berührung und schöpferischen Verknüpfung mit fremden Kulturwerten kommen. Auch der neueste Weg des Zionismus ist ohne die Umweltfaktoren nicht denkbar. In der Epoche des liberalen Nationalismus -mit seinem partikulärem Anspruch an die Menschen war der Zionismus ein partikulärer Nationalismus. Heute in der Epoche des totalen Anspruchs des Nationalismus an die ihm zugeordneten Menschen erhebt der Zionismus die gleiche Forderung. Der G a l u t -Zionismus wird sein wie er wurde: Eine Prägung jüdischer Eigenart durch die gestaltenden Kräfte von Umwelt und Zeit. In den Reden der leitenden Männer des Zionismus war oft das Wort von dem Wagnis zu hören, das in der Einberufung der Tagung gelegen habe. Wir glauben, daß die Veranstaltung, in keinem Augenblicke und gegenüber keiner Resolution ein Wagnis gewesen ist. Es war von Anfang an, ja schon vor dem Anfang eine entschlossene Minderheit vorhanden, hauptsächlich aus den Funktionären der Zionistischen Organisation bestehend, die wußte, was sie wollte und die ihren Willen unter allen Umständen durchzusetzen entschlossen war. Es fiel ihr nicht schwer, das zu erreichen; denn die Masse der Delegierten bestand nicht aus geschulten Zionisten, sondern aus zionistischen Menschen, die nur eines wollten: In einer Form geführt werden, die ein Höchstmaß nicht im Sinne der Verwirklichung zionistischer Parteiziele, sondern jüdischer Hilssmöglichkeiten gewährleistet. Die ZVsD verspricht auch ein praktisches Maximum, die Massen hoffen, daß ihr Vertrauen gerechtfertigt wird. Wir Hoffen mit ihnen; denn im Praktischen wollen fast alle fast das gleiche. So gab es nur Intermezzi und keine Zwischenfälle, weil niemand den Mut hatte, den Rahmen zu sprengen, in dem die Ausmalung seiner-eigenen Zukunftsvorstellungen vor sich gehen soll. Kleine Plänkeleien mit dem Misrachi, der seine Hoffnungen aussprach, einmal den Zionismus total zu durchdringen, kleine Eskapaden über palästinensische Details, wobei — sehr beachtet — Kurt Blumenfeld die vorsichtige Haltung des Zionismus in Deutschland gegenüber der Legislativefrage guthieß; deutliche Spitzen über Bündnisse, wobei jeweils die Nichtzionisten in der bekämpften Koalition die Schlechten waren — der Volksbund griff die Allgemeinen Zionisten wegen der Reichsvertretung, die Allgemeinen Zionisten den Volksbund wegen der Berliner jüdische Gemeinveleitung an! — Alles konnte nicht verdecken, daß während dessen in den Kommissionszimmern die Einheit der Zionistischen Organisation geschmiedet wurde. Es war ein eigenartiger Zufall, daß in dem Augenblick, in dem der Kulturreserent als zentrale Position des zionistischen Kulturprogramms ein nationales Freiheitsideal forderte und seststellte, die Kommissionen allgemeinen bedingungslosen und unaufhebbaren Fraktionszwang beschlossen! Auch die Auswanderungsschule und die JCA kamen zur Erörterung, wobei beide gleichermaßen wichtig genommen und schlecht behandelt wurden. Wir hoffen, daß die Auswanderungsschule sehr bald von einem Demonstrationsobjekt im parteipolitischen Unterricht zu einer Unterrichtsanstatt für jüdische Menschen wird, und daß die JEA auf ihre zentrale Bedeutung innerhalb aller konstruktiven Planung sichtbarer ausmerken läßt, als es bisher nach Aufbau und Tradition möglich gewesen zu sein scheint. Das formal bedeutsamste Ergebnis der Tagung: die Zionistische Vereinigung für Deutschland ist eine autoritär geleitete Organisation geworden, und die Delegierten haben das, obschon es lange nach Mitternacht war, bemerkt und nach kleinem Zögern gutgeheißen. Damit sind allerdings auch die Grundvoraussetzungen der zentralen jüdischen Gremien, die nicht Parteirepräsentanten kannten, sondern jüdische Persönlichkeiten in sich zusammengesaßt wissen wollten, aufgehoben. Es ist nicht recht deutlich, .wie die Partnerschaft unter diesen Umständen M formieren sein wird, es sei denn, daß die ganze Konstruktion geändert werden soll, was im Zeitpunkte höchster Verpflichtung zur Disziplin und Arbeit bedenklich zu sein scheint. Ohne Zweifel ist der Delegiertentag ein positiv zionistisches Ereignis gewesen. An den Männern, die jetzt die Vollmacht haben, die Papierflut der Resolutionen in die Kanäle zu leiten, durch die die jüdische Arbeit in Deutschland befruchtet wird, wird es liegen, ob daraus ein positives j ü d i s ch e s Ereignis wird. Wir stehen der zionistischen Forderung gegenüber, wie man zu sagen pflegt, nicht Gewehr bei Fuß. Wir brauchen die Hände zur Arbeit, und im Strammstehen vor einer fremden Idee hat man noch nie dem eigenen Willen zum Durchbruch verhelfen. Wir sind bereit, wie bis zum Delegiertentag auch n a ch i h m mit der Loyalität an der Gestaltung jüdischen positiven Lebens hier und an der Vorbereitung jüdischen Lebens in Palästina und in der Welt mitzuwirken, die dem Befehl entspricht, den uns! u n s e r e jüdische Idee gibt. KLAUBER-WÄSCHE IN AUEN FÜHRENDEN WÄSCHE-GESCHÄFTEN ■ AI ID CD UI'A'CrUC WÄSCHEFABRIK ROSA KLAUBER/ MÜNCHEN K.LAUDEK~WA3kriC

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