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Central-Verein-Zeitung · 1936-01-23 · 4 (23.1.1936) · p. [Seite]

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Journal
Central-Verein-Zeitung
Volume
15 (1936) - farbig
Issue
4 (23.1.1936)
Date
1936-01-23
Page
[Seite] (sequence 4)
Language
German
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Wann und wo finden Sie Rat? Iftndeeverband Rheinland (Xinksrhein) Köln Agrippina-Haus, Breite Strasse 92—96, m, Zimmer 76-78. Montags—Freitags 10—13 Uhr. Aachen Gemeindehaus, 16—18% Uhr, am 11. nnd 25. Februar. Bonn Gemeindehaus, Tempelstrasse, 17%—19*4 Uhr, am 3. und 17. Februar. Koblenz Hotel Continental, 15% bis 1814 Ubr, am 4. u. Iß. Februar. Kreuznach Wohnung von Rabbiner Dr. Jacobs, Adolf Hitler Platz 11 (Tel.: 3054). 10—1214 vhr, am 5. und 19. Februar. Von jetzt ab regelmässig am 1. und 3. Mittwoch jeden Monats. Trier Büro Rechtsanwalt Dr. Voremberg, Adolf-Ilitler-Strasse 9, 1114—1314 Uhr, am 12. und 26. Februar. Gustav Zamory führend wirkt, dankt der Centralverein seinem treuen Mitarbeiter mit den herzlichsten Wünschen für eine segensreiche Zukunft. Kei Ans den Gemeinden Im Laufe des Winters entfaltete sich ein reiches Gemeindeleben in Landau. Vorträge aus den verschiedensten Gebieten des jüdischen Lebens hielten Dr. S t e i n f e l d und Dr. Licht (Mannheim), Dr. Weiler (München), Dr. Dora Ed in g er und Professor Dr. Bondy (Frankfurt a. M.) Der neu ins Leben gerufene Kulturbund umfaßt 375 Mitglieder. Im Rahmen der ersten Kulturbundveranstaltung gab Fräulern Erika Samson (Berlin) einen Liederabend. In Neustadt-Haardt hielten unter Leitung von Bezirks-Rabbiner Kurt Metzger (Landau) der Kinderchor der Landauer Synagoge und einige künstlerische Kräfte der Gemeinde Landau eine Weihestunde zugunsten der jüdischen Winterhilfe ab. Der Kinderchor brachte eine Reihe profaner und liturgischer Lieder unter der Begleitung von Fräulein Ilse Mayer sehr klangschön und sicher zu Gehör. Alice Weiß spielte das Largo von Händel, und eine Neilah-Phantasie von Julius Kaufmann (Nürnberg) auf der Orgel. Fräulein S ch w a r z s ch i l d schuf durch Rezitationen aus den chassidischen Büchern von Martin Buüer den sinnvollen Nahmen zu dem Programm. Ten Abschluß bildete ein Sprechchor „Der ewige Weg" (aus dem Jeremias von Stefan Zweig), der von der Landauer Jugend packend und wuchtig vorgetragen wurde. Bezirksrabbiner Dr. Steckeimacher (Ludwigshasen) hielt eine Ansprache. Der Schneidermeister Josef Fröhlich in Köln, Mitglied der Sportgruppe des RjF, rettete am 26. Juni 1935 bei einem schweren Autounglück unter eigener Lebensgefahr einen Verunglücktem, aus einem brennenden Kraftwagen, wobei er selbst erhebliche Brandwunden davontrug. Der Regierungspräsident von Köln hat dem Lebensretter rn einem Schreiben seine Anerkennung ausgesprochen und angekündigt-, daß er in der nächsten Rümmer des Regierungsamtsblattes ihm eine öffentliche Belobigung aussprechen werde. Professor Schönholz, der bisherige Leiter der gynäkologischen Abteilung des Israelitischen Asyls in Köln-Ehrenseld. hat sich in Tel-Awiw als Arzt niedergelassen. Zu feinem Nachfolger ist der Kölner Frauenarzt Dr. Alfred Stern gewählt worden. Die jüdische Ulinterhilfe Winterhilfs-Speisung der Reformgemeinde Berlin Joachimsthaler Straße 13: zeitbedingtes Geschick eines großen Festsaales: Zuerst Logenheim; dann jüdisches Kabarett — heute Turnsaal einer jüdischen Schule und am Sonntag Speiseraum für über 100 bedürftige Menschen, besonders des verarmten Mittelstandes. An langen, mit weißem Wachstuch und Blumen gedeckten Tischen sitzen jeden Sonntag die Menschen, denen man wenigstens einen Tag der Woche ohne Sorgen um die primitivste Lebenshaltung bereiten will. Im Nahmen der großen jüdischen Winterhilfe und mit ihrer Unterstützung (sie bezieht daher die Lebensmittel) hat die Reformgemeinde diesen Mittagstisch aufgebaut. Damen der Gemeinde mit ihren Töchtern versehen ehrenamtlich die Küche Und Bedienung und einige Herren sorgen für Ordnung im Saal; sie sind einsichtig genug zu bekennen, daß nur eine Frau die ganze Arbeit zu schätzen weiß, die hier geleistet wird. Im Anfang hat nicht alles so ganz geklappt, man wußte sich mit den Mengen der bereiteten Speisen noch nicht so einzurichten und es gab Reste; die konnten am Montag danach für die Speisung bedürftiger Schulkinder gut verwendet werden. Aber inzwischen hat man Erfahrungen gesammelt: es sind ungefähr immer die gleichen Gäste, die sich Sontags einstellen, und wer zweimal ohne vorherige Abmeldung fehlt, wird ausgeschlossen. Ordnung muß sein. Aber sonst ist keine weitere Strenge ersichtlich. Wer an der ersten Portion des Häuptganges nicht genug hat, obwohl sie sehr reichlich bemessen ist, kann eine zweite erhalten; der Güte des Essens wegen scheint das ziemlich oft vorzukommen. Die Kosten für die Speisung, die unentgeltlich gegeben wird, scheut man nicht — auch nicht die Mühe: die großen Kessel müssen aus der Küche über den Hof nach oben gebracht werden — aber wozu hat man kräftige Jungen und Mädel? Tie werden tüchtig hergenommen, zum Abwaschen, zum Kartoffelschäleu und Gemüseputzcn, und die Mütter sind gleichzeitig ganz froh über die gute Lehre, die die Kinder auf diese Weise erhalten. Wenn die letzten Gäste gegangen sind, kommen erst die Helferinnen selbst zum Essen; danach muß alles noch abgewaschen, genau nachgezählt und in Ordnung gebracht werden. Es ist aber auch eine Freude, wie es in der Küche äus sieht!' Blanksind die Herde und das Geschirr unb in der Vorratskammer steht alles säuberlich in Reih und Glied.. Die. Gäste sitzen in geselliger Unterhaltung droben noch zusammen und haben manchmal die Freude, ihnen liebevoll zugedachte Spenden süßer Speisen oder Zigarren und Zigaretten zu genießen. Der freundliche Ton, der da herrscht, muß einen froh machen und das Esten noch einmal so gut schmecken? lassen: -Zeder, der - nicht.'-Wert auf koschere Verpflegung legt, kann nach der Genehmigung eines Antrags bei der Resormgemeinde hierherkommen. Ein Vorschlag: es ist schade, daß dieser tadellos eingerichtete, geräumige Küchenraum nur einmal in der Woche Verwendung findet — er wäre als Lehrküche.wie geschaffen und würde damit seinen Sinn in dieser Zeit in erhöhtem Maße erfüllen. Hilde Marx Seelische Winterhilfe,Freude im Winter' 9. Voran st altung: Konzert in der Synagoge Levetzowstraße 7/8, 25. Januar 1936, 20 Uhr. Mitwirkende: Wolfaang Br et schneidet (Cello), Lilh D y m o n t (Klavie), Paula Guttmann (Gesang), Oskar Guttmann (Klavier), Hilde Marx (Rezitation), Kurt Oppenheimer (Violine), Hans Samuel (Orgelt. Es spricht Rechtsanwalt Philipp K o z o w e r, stellvertretender Vorsitzender der Repräsentantenversammlung der Jüdischen Gemeinde zu Berlin. - Karten für Hilfsbedürftige unentgeltlich im Winterhilfe-Bezirk Südwest, Münchener Straße 37, Winterhilfe-Bezirk Nordwest, Turmstraße 9, Winterhilfe-Bezirk Charlottenburg, Pestalozzistraße 14/15, Wohlfahrtsamt Lützowstraße 16, Wohlfahrtsamt Bleibtreustraße 2. 10. und 11. Veranstaltung: Berliner Logenhaus, Kleiststraße 10, 3. Februar 1936: Kindernachmittag 15.30 Uhr, Bunter Abend 20 Uhr. Mitwirkende am Kindernachmittag: Berger (Ballan), Gerda Koppler. Eva Münzer, Hermann (Ludwig) Schlesinger, Erwin Sußmann (Suttner). Mnwirkende am Bllnten Abend: Artur Zander sagt an: (Berger) Ballan, Gerda K ö p p l e r . Hennh Loewenstein, Neumann und Sohn, Karja S ch a p i r o , Erna S i m s o n , Siegbert S t e i n s e l d , Erwin Sußmann (Suttner). Am Klavier: Greta Gu ndersheim (Fried- :mann), Hermann (Ludwig) Schlesinger. Karten für Hilfsbedürftige unentgeltlich im Winterhilfe - Bezirk Westen - Kreuzberg, Steglitzer Straße 9, Winterhilfe-Bezirk Südwest, Münchener Straße 37. Winterhilfe-Bezirk Nordwest, Turmstraße 9. 12. und 13. V e r a n st a l t u n g : Residenz-Festsäle, Landsberger Straße 31, 5. Februar 1936. Kindernachmittag 15.30 Uhr. Bunter Abend 20 Uhr. Mitwirkende am Kindernachmittag: Anneliese Drucker, Edith Jacob (Jansen), Erna Klein, Jonny Lch w e r s e n s , Camilla S p i r a. Mitwirkende am Bunten Abend: Willy Prager sagt an. Gerhard Gottschalk, Hedi H a a s(e), Egon Hecht, Monica H e r r n s e l d , Hans Hillner (Martell), Edith Jacob (Jansen), Jonny Schwerfen;, Blechbläsergruppe des Kulturbund-Orchesters, am Klavier: Dr. Richard Hirsch, Hermann (Ludwig) . Schlesinger. Karten für Hilfsbedürftige unentgeltlich im Winterhilfe-Bezirk Osten, Alexandcrstraße 53, 4, Hof, Aufgang II, Winterhilfe-Bezirk Süden, Kottbuser Ufer 48/5?, Winterhilfe-Bezirk Mitte, Au guststr. 16. Sonntag 26. 14. Veranstaltung: Konzert im Friedenstempel, 8. Februar 1936, 20 Uhr. Mitwirkende: Lilr Ell reich (Klavier), Greta Gu ndersheim (Friedmann) (Klaviers. Edvard Moritz (Klavrer). Walter Olrtzki (Gesang), Anni Roesle (Cello), Hermann Schwarz (Orgel), Leo Tschernrawsky (Violine), Hede (Türk) Börnstein (Gesang). Es spricht Intendant Dr. Kurt Singer, Vorsitzender des Reichsverbandes der Jüdischen Kulturbünde in Deutschland. Karten sür Hilfsbedürftige unentgeltlich im Winterhilfs- und Wohlsahrts-Bezirk Südwest, Münchener Straße 37, Winterhilfe-Bezirk Charlottenburg, Pestalozzistraße 14—15, Wohlfahrtsbezirk Bleibtreustraße 2. Einlaß nur mit Eintrittskarte. Einlaß zum Bunten Abend nicht vor 19.30 Uhr. Karten für Hilfsbedürftige unentgeltlich. Zwei Dankkonzerte der Jüdischen Winterhilfe Der Jüdischen Winterhilfe der Indischen Gemeinde zu Berlin haben sich von Beginn an ans allen Kreisen der . jüdischen Bevölkerung viele Hunderte von Damen und Herren ehrenamtlich zur Verfügung gestellt. Die Jüdische Winterhilfe der. Jüdischen Gemeinde zu Berlin erachtet es als ihre Pflicht, diesen Mitarbeitern zu danken. Dieser Dank wird in Form von zwei Konzerten abgestattet, die in den Synagogen Oranienburger Straße 30 und Fasanenstraße 79/80 stattfinden. Das Konzert in der Oranienburger Straße findet am 27. Januar, um 20 Uhr abends, unter der Leitung von Leo Kopf statt. Mitwirkende und Solisten: Die Jüdische Chorvereinigung, die Jüdische Orchester-Vereinigung, Hermann Scheh und Alfred Wittenberg. Es gelangen nach einer Ansprache des Vorsitzenden des Vorstandes der Jüdischen Gemeinde zu Berlin, Heinrich Stahl, Werke von Mozart, Haydn, Mendelssohn, O. Guttmann und Leo Kopf zum Vortrag. Das Konzert in der Synagoge Fasanenstraße findet am 29. Januar, um 20 Uhr abends, statt. Auch hier spricht der Vorsitzende des Gemeindevorstandes der- Jüdischen Gemeinde, Heinrich Stahl. Es gelangen zur Aufführung Werke von Mozart, Palestrina, Gallus, Haydn, Schubert, Boruch Scharr, Winawer und Postolski. Mitwirkende und Solisten sind: Chemja Winawer und seine 30 Sänger, die Silbischen Sängerknaben unter ihrem Dirigenten rwin I o s p e , Paula Lindberg- Salo m o n, Frida Weber-Fleßburg, Erna Klein, Charlotte Rosen-Salomonski, Godfried Zeelander, Alfred S ch l e s i n g e r und Rudolf L e w y. Schachmeister Rotenstein, der erfolgreiche Teilnehmer am Leipziger Meisterturnier, gibt am 27. Januar eine Siuuiltanvorstellung an 25 Brettern. Gäste haben zu dieser interessanten Vorstellung freien Zutritt. Beginn 20 Uhr 30 Min.: (Restaurant Hermann, Berlin, Jägerstraße 18), Das Sternsche Konservatorium Zwischen den jetzigen Inhabern des Sternschen Konservatoriums, Susanne Landsberg-Hollaender und Kurt Hollaender, und der Stadt Berlin schweben Verhandlungen über Verkauf und Uebernahme des Instituts durch die Stadt. Damit wird voraussichtlich eins der größten Konservatorien, das durch private Initiative errichtet und ausgebaut wurde, in öffentliche Hand übergehen. Hier einen kurzen Rückblick über die ruhmreiche Vergangenheit des Konservatoriums geben, heißt ein Stück Musikgeschichte, speziell Berlins, abrollen lassen. Das Institut war das erste seiner Art in Berlin. Begründet wurde es von Julius Gedenkplakette aus Anlass des 75jährigen Bestehens des Konservatoriums MW IHR -«;r WM lill Stern. Er kam aus Breslau, siel in Berlin durch seine Chorleitüng aus, rief einen eigenen Gesangverein ins Leben, der lange Jahrzehnte bestehen sollte. Seine bleibende Leistung aber war die Gründung des Konservatoriums, das sich damals, 1850, noch ganz bescheiden „Musikschule" nannte. Sterns beide Mithelfer waren der berühmte Pianist und Klavierpädagoge Theodor Kullak und Adolf Bernhard Marx. Dessen Name ist der Geschichte der Musikforschung lebendig geblieben durch ein großes vierbändiges theoretisches Werk (das ein Hugo Riemann der Neubearbeitung sür würdig hielt) durch seine Gluck- Forschungen und vor allem seine Beethoven- Deutung. Diese drei Direktoren bildeten anfangs zugleich das gesamte Lehrerkollegium. Die steigende Schülerzahl machte hier bald große Erweiterungen notwendig. Nach dem Ausscheiden von Kullak und Marx hatte Stern seit 1857 bis zu seinem Tode 1883 allein die Leitung inne. Seine Schwägerin Jenny Meyer trat an seine Stelle. 1895 übernahm Gustav Hollaender die Leitung. Wie Stern stammte er aus Schlesien. Er studierte am Leipziger Konservatorium bei Altmeister Ferdinand David und vollendete seine Ausbildung als Geiger bei Joachim. Zwanzig Jahre stander an der Spitze des Institutes. Seine Erben, bis heute Besitzer, beriefen dann als künstlerischen Leiter Alexander v. F i e - l i tz, nach dessen Tode Paul G r a e n e r (1930), dessen Amtszeit durch das Direktorium Siegfried Eberhards unterbrochen wurde. Der heutige Leiter ist Bruno Kittel. Musikinstitute der Universitäten, Hochschulen und Konservatorien sind die Stätten, die in teilweisem Gemeinschastsunterricht Fachmusiker heranbilden. Die Universität sür die künftigen Wissenschaftler und Musikschriststeller, die Hochschulen und Konservatorien mehr sür die praktisch Ausübenden. Leichter in manchem hat es eine Hochschuldirektion: Die Institute sind staatlich gesichert, die Zahl der Studierenden ungefähr festgesetzt, die notwendig strenge Aufnahmeprüfung stellt eine wirkliche Begabtenauslefe dar. Schwerer hat es hier das Konservatorium: die geschäst, liche Rentabilität fordert eine möglichst hohe Schülerzahl, anderseits darf künstlerisches Verantwortungsbewußtsein kein Ueberhandnehmen musikalischer Mittelmäßigkeit bei Fachmusikern zulassen. Die zweite Schmierigkeit liegt darin, daß das erwählte Sondergebiet bis zur Virtuosität und Konzert- oder Bühnenreife kultiviert werden muß, trotzdem aber — wozu oft die Zeit nicht da ist — die allgemeinen Fundamente der Musik unbedingt vermittelt werden sollen. Es läßt sich über das Sternsche Konservatorium kaum etwas Besseres sagen, als daß in seiner Führung eine Synthese zwischen „Betrieb" und Kunst fand und den Schülern neben der Ausbildung im Spezialfach die Elemente der Kunst beibrachte. Dafür sprechen eindeutig die Schülerkonzerte, die auch in Berlins mächtigem Musikleben Ansehen und Geltung hatten und von der guten Gemeinschaftsarbeit, die nicht Herdenbetrieb wurde. Zeugnis ablegen. Es spricht dafür der starke Besuch der Seminare, der glänzende Ruf, der weit über die deutschen Grenzen drang und Hunderte von Ausländern nach Berlin zum Studium führte (zeitweise mußte Theorie und Musikgeschichte in englischer und russischer Sprache unterrichtet werden), überhaupt die in den ersten 70 Jahren seit der Gründung fast ständig wachsende Frequenz der Schüler, deren Zahl manchmal 2000 überschritt. Vor allem aber zeugt von der hohen Bedeutung Zahl und Glanz der Namen von Lehrern und Schülern. Von den Lehrern nennen wir Friedrich Gernsheim, Dreyschock, Alexander Heinemann, Selma Nicklaß-Kempner (Gesang), den Geiger Max Modern. Eine Kompositionsklasse hatte zeitweise Hans Pfitzn e r inne. Sonderkurse für Schauspiel leitete Max Reinhardt, der mehrfach dramatische Ausführungen herausbrachte. Später gehörten zum Lehrerkollegium Georg Bertram,- Bruno Eisner, Edwin Fischer, James.Kwast, Frida K w a st - Ho d a p p, Breithaupt, die Gesangspädagogen Mathilde Mallinger und Susanne Landsberg-Hollaender, sür Musikgeschichte der unvergeßliche Leopold Schmidt, sür die Opernschule Nikolaus Rothm ü h l. Als Schüler studierten hier u. a. der nachmals berühmte englische Dirigent und Komponist Cowen, Moritz Atoszkowski, Otto jtlem- P e rer, Bruno Wa l t er >;: Ottilie Metzger - L a t t e r m a n n, die Geiger Hans B äs s e r - mann, Boris Krocht, Reh seid (der bekannte Synagogenmusiker), Theodor Sch ö n * berger "(auch als Lehrer später bei „Stern" tätig), der Cellist Felix Robert Mendelssohn; Josef Plaut (lernte dort dramatische Kunst). Wir nennen Hermann G o e tz, den Komponisten der Oper „Der Widerspenstigen Zähmung", die Dirigenten Wilhelm Buschkötter und Julius K o p s ch, Oscar M e i st e r, den Leiter des nach ihm genannten berühmten Kattowitzer Musikvereins, Georg Schüneman ns, den jetzigen Leiter der Musikabteilung der Staatsbibliothek, den Bassisten Albert Fischer, Frieda H e m p e l, Emmy N e i e n d o r f f, Meta Seinemeher, den zu .früh gestorbenen Gesangsstern der Dresdner Staatsoper und schließlich den genialen chilenischen Pianisten Claudio Arrau, der auch Lehrer wurde und gerade in diesen Tagen das gesamte Klavierwerk Bachs auswendig (!) in Berlin vorträgt. Stärker als jedes Lob zeugt dieser kleine statistische Ausschnitt von der großen und erfolg, gekrönten Arbeit, die im Sternschen Konservatorium geleistet wurde. L, A. Generalmusikdirektor Joseph Rosenstock, dessen meisterhafte „Carmen"-Jnterpretation im Berliner Kulturbund jedem in unvergeßlicher Erinnerung bleiben wird, tritt einen mehrwöchigen Erholungsurlaub an. Wir hoffen, ihn zu Beginn des Sommerhalbjahres erholt am Dirigentenpult begrüßen zu dürfen. An seiner Stelle werden die Orchesterkonzerte im Februar innerhalb der Kulturbundveranstaltungen von mehreren Dirigenten geleitet, die hiermit zum ersten Male in größerem Nahmen vor die Berliner jüdische Oeffentlichkeit treten. Es handelt sich .um die Kapellmeister B e r t h o ld Sander, Ru - dolf Schwarz und Hans Wilhelm Steinberg. , Das Programm enthält Werke von Bach, Haydn, Rosenmüllcr, Mendelssohn,. Beethoven, Als. Solistin wirkt Rita Atlas z mit.

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