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Central-Verein-Zeitung · 1936-01-03 · 1 (3.1.1936) · p. [Seite]

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Journal
Central-Verein-Zeitung
Volume
15 (1936) - farbig
Issue
1 (3.1.1936)
Date
1936-01-03
Page
[Seite] (sequence 21)
Language
German
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C-VJZ'eitung Nr. 1 WIRTSCHAFT DER WOCHE - Ausblick statt Rückblick Der 1. Januar ist für jeden Kaufmann ein wichtiger Termin. Am Wendepunkt eines Jahres muß er sich nicht nur Persönlich Rechenschaft ablegen über sein wirtschaftliches Tun und Lassen, über Erfolg und Mißerfolg, über Gewinn und Verlust. Auch die Obrigkeit verlangt von ihm Rechnungslegung, und die beiden Begriffe Bilanz und Steuer gehören eng zusammen. Jetzt muß rechnerisch genau daS Fazit aus der Arbeit eines Jahres gezogen werden, und der Blick auf das Ergebnis wird zugleich ein Rückblick aus die Gestaltung der nun vergangenen zwölf Monate sein. Es ist üblich, am Jahresende noch einmal alles das an sich vorüberziehen zu lassen, was war. Wir wollen mit dieser „Usance" brechen, denn was war, das ist uns allen noch bekannt. Wir wollen den Rückblick zum Ausblick wenden und uns die Aufgaben vergegenwärtigen, die unser harren. Es ist das Glück der Juden zu allen Zeiten gewesen, daß sie nicht in müdes Grübeln versunken sind, sondern daß sie immer wieder die Aufgabe des Tages angepackt und sie zu lösen versucht haben. In der Arbeit schwindet nicht nur Leid, in der Arbeit wächst auch die Hoffnung! Und wenn wir so auf wirtschaftlichem Gebiet hinausblicken in die undurchdringlichen Gefilde der Zukunft, dann steht auch in diesem Jahr eine Ausgabe wieder ganz groß vor uns, die un§. zugleich an die Verantwortung mahnt, die jeder einzelne unter uns der großen Gemeinschaft gegenüber zu tragen hat. Nur wenige Monate. trennen uns von dem Zeitpunkt, da wieder Tausende von jüdischen Jungen und Mädels die Schule verlassen werden und vor der großen Frage der Berufswahl stehen. Sie ist. zu jeder Zeit ein wichtiges und bedeutungsvolles Problem für den einzelnen wie für die Gesamtheit gewesen, ein Problem, das früher leider nur zu viel nach rein individuellen Gesichtspunkten — so wichtig diese auch stets waren und immer sein werden — zu lösen versucht wurde. Doch wir haben ja versprochen, nicht von der Vergangenheit zu reden! Um es also ganz nackt und klar auszudrücken: Am 1. April warten diese jüdischen Jungen und Mädels darauf, daß die Werkstätten und Büros jüdischer Handwerker und Kausleute geöffnet und Lehrstellen in Haushaltungen, in Heimen oder anderen Orten fraulicher Arbeit geboten werden. Die Zahl der „Ungelernten" unter der jüdischen Jugend hat sich in den letzten Jahren erschreckend vermehrt; ein Besuch auf dem jüdischen Arbeitsnachweis zeigt, wieviel wertvolles junges Menschenmaterial auf diese Weise nicht richtig ausgenützt bleibt. Der Jahresbeginn bedeutet deshalb einen Mahnruf an alle jüdischen Arbeitgeber gleich welchen Faches: Schafft Lehrstellen! Schaut euch in euren Betrieben und Haushaltungen um, versucht zusätzliche Ausbildungsplätze zu finden, die jungen Menschen warten aus euch, nur ihr könnt ihnen helfen! Es wird in letzter Zeit mit gutem Recht viel über das Bildungsproblem für die jüdische Jugend in Deutschland geredet, geschrieben und beraten. Seine Lösung ist um so wichtiger, je näher die Gefahr einer ungenügenden Durchbildung von Geist und Seele heranrückt, weil der Lebenskampf zu früh den ganzen Menschen in Anspruch zu nehmen droht. Um diese jungen Menschen und um der Zukunft des Judentums willen, ist es Pflicht, dafür zu sorgen, daß die berufliche Ausbildung nicht Schifsbruch leidet. Das Gemeinschaftsbewußtsein und das Verantwortungsgefühl jüdischer Menschen müssen hier helfend einsetzen. Der Schulbesuch ist Zwang und es vermag so wenigstens eine gewisse Grundlage für die geistige Haltung der Heranwachsenden Generation zu legen. Eine wirtschaftliche oder berufliche Ausbildungs p s l r ch t auch nur kleinsten Umfanges aber kennen wir nicht. Was soll aber ein Mensch mit den besten Grundlagen tun, wenn ihm die Möglichkeit fehlt, seinen Lebensunterhalt zu verdienen? Den Ernst dieser Frage halten wir unseren Freunden an der Schwelle des neuen Jahres vor Augen, damit sie Zeit haben, ihrer Verantwortung bewußt, zu handeln. Zu der jetzt der Schule entwachsenden Jugend kommt nach Zahl der jüdischen Menschen, die aus ihren Berufen ausscheiden mußten oder müssen, und für die jetzt neue Stellungen zu beschaffen sind. Viele von ihnen können im Augenblick aus Persönlichen, familiären oder finanziellen Gründen noch nicht an Auswanderung denken. Unter ihnen befinden sich eine große Anzahl Angehöriger der „Zwischengeneration", wie man sie einmal treffend , genannt hat. Es sind das diejenigen, die nicht mehr zu den Jungen, aber auch noch nicht zu den Aeltesten oder Alten gezählt werden können. Eine scharfe Abgrenzung nach Lebensjahren ist kaum möglich. An diese Menschen, denen psychisch und Physisch eine völlige Berussumstellung viel schwerer fällt als den Jungen, die aber geistig und körperlich noch weit beweglicher sind als die Alten und von denen viele Familie mit kleinen Kindern haben, muß gedacht werden. Jeder unserer Gemeinschaft sollte die Möglichkeit Prüfen, ob er für sie nicht Arbeitsplätze schassen kann. Die meisten von ihnen werden schon mit kleiner Bezahlung zufrieden sein, wenn sie nur eine Arbeit bekommen können, bg; sie körperlich iiHiiiiiiiiiiiiiHiiiHiiiiiimiiiiifmiiiitiiiiiiiiiinmniiiiiiiiiimimiiimni Keine Kennzeichnung arischer oder nichtarischer Geschäfte Die „Württembergische Wirs ch astszeitung", amtliches Organ der , ZVirtschastskamrner, teilt mit, da zu gegebener Zeit eine gesetzliche Regelung für die Kennzeichnung arischer oder nichtarischer Geschäfte erfolgen werde, sei jede derartige Aktion unerwünscht. Für die Deutsche Arbeitsfront habe Dr. Ley verboten, derartige Aktionen einzuleiten oder weiterzutreiben. Jede Art Kennzeichnung habe daher bis auf weiteres zu unterbleiben. Wäsche --- Schürzen Hans* und Berufskleidung PLISSEE Dl« t»och«la*tIach« Unterwasch« aus Bambarg - Matt Ernst Caldliero, Plauen lv. Charmeuse* u. Interlockwäsche Bewährtes Fabrikat Pur mehrere nord- und mitteldeutsche Bezi rke Vertretu ng frei ULM a. D. Eure I j Hüte und Mützen Euer Blatt H in die |§ 1 c.v.. I BZeitungi 3. Kaplan Darmstadt, Bismarckstrasse 21 Milizen vertrieb (nur an Wiederverkäufer) Ständig Neuheiten Entscheidend für den Wert einer Anzeige ist,ob der Anzeigenteil der Zeitung, in der inseriert wird, aufmerksam gelesen wird. Die „C.-V.- Zeitung“ wird bis zur letzten Zeile gelesen. Hutfabrik Max Basch I.-G, Luckenwalde Herren- und Damen-FiizhQte NHHNMINHtHN• Arnold Lichtenstein Berlin NO 55, Grelfswalder Str. 2 III. Fabrikation von sämtlichen Herren- und Kindermiitzen Handschuhe Strümpfe Trikotagen Garne j der | Es * — 1 Zeiluno I I erscheint g | wieder | lag| 1 (den 9. Jan.) i QödUzec Stcampfßa&cik A. Q. 1 Görlitz. | Steinhardt &Co. S CHEMNITZ TRIKOTAGENFABRIK Nur für Grossabnehmers „Doppelhand der moderne Handschuh Franz Gutmann 8 Weinberg ff G. m. b. H. Chemnitz, s | Gebrüder Loeb § Mechanische Trikotwarenfabrik I STUTTGART I l-i.- I ■111111111111111111111111111111111111111111111111111111111111111111111111111111111111« I SCHUHE UND LEDER > WilliiliiiliillllllillllllllllllllllillllllllllllllllllllllilllilllllllllllllllllilllM Gebrüder Levi / Stuttgart Stuttgart-W., Büchsenstraße 102 Filiale Hamburg: B. Zander & Co. Berlin SW 19, Grünstr.5j6 gegründet 1892 Farbige Leder für sämtliche Industrien Martin Schlesinger, Bergstraße 14 Bayreiitlier,“' ------- ERFURT ==. Ledergroßhandlung Jk\$ch5mk nach dtn ■'?Oib'NEMOU-A&eT. GEIER ■ß<uis$<hu4i&t Schuhfabrik Luwal A. C. I/Ucbenwalde. Einlegesohlen- und Filzwarenfabrik Martin Hau«r*s Wwe. Nürnberg 17 Alle Sorten Einlegesohlen - Filze aller Art Fleisch £ Gumb OffenbachMaln Feinleder für Lederwaren Rothschild & Co. Ledergroßhandlung Pi r m asens Emil Hofmann Schuhfabrik Pirmasens LUDWIG WEISS Berlin-Charlbg., Grolmanstr. 32 Kassa-, Schlüssel-. Brust-. 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