Central-Verein-Zeitung
- Journal
- Central-Verein-Zeitung
- Volume
- 15 (1936) - farbig
- Issue
- 1 (3.1.1936)
- Date
- 1936-01-03
- Page
- [Seite] (sequence 12)
- Language
- German
- Belongs to
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=J Aus den Gemeinden 1,6 Millionen müssen 1936 gespart werden Der Etat der Berliner Jüdischen Gemeinde für 1935 einstimmig angenommen In der Sitzung der Berliner Repräsentantenversammlung am 11. Dezember erklärte der liberale Vertreter Wilhelm Marcus, die Repräsentantenversammlung könne die volle Verantwortung für den Etat 1935 nicht tragen, da er ihr erst setzt offiziell zugegangen sei und im Ausschuß nicht durchberaten werden konnte. Der Redner hält es aber für zwecklos, die Annahme des Etats zu vertagen und ihn mit dem Etat für 1936 zu verbinden, da das Jahr 1936 ganz andere Grundlagen für die Verwaltung aufweisen werde, als noch in diesem Jahre. Es müssen im Jahre 1936 mindestens 1,5 Millionen eingespart werden. Da die Vorschläge der Sparkommission des Gemeinde- Vorstandes bisher nicht bekanntgeworden seien, habe seine Fraktion den Antrag eingebracht, die Etatkommission der Repräsentantenversammlung sofort als Sparkommission einzuberufen; sie solle dem Gemeindevorstand Sparvorschläge unterbreiten. Wilhelm Marcus dankt den Gemeindemitgliedern die durch Erfüllung ihrer Steuerpflicht und durch freiwillige Spenden die Mittel zur Aufrechterhaltung der Gemeindearbeit zur Verfügung gestellt haben und spricht auch den Mitgliedern des Gemeindevorstandes und den Beamten und Angestellten der Verwaltung für ihre Tätigkeit den Dank der Repräsentantenversammlung aus. Der Verwaltungsdirektor der Gemeinde, Dr. Breslauer, gibt kurz einen Rückblick auf das abgelausene Etatjahr. Die Etatinnehaltungskontrolle habe sich gut ausgewirkt. Im Gesamtergebnis werde das Etatjahr 1935 ohne Defizit abschließen. Der Etat 1936 müsse um wesentliche Summen gekürzt aufgestellt werden. Der Redner gibt eine Uebersicht über die Beschlüsse der Sparkommission. Die bisherigen Vorschläge für Einsparungen seien nicht endgültig. Er begrüße den Antrab Marcus und alle Anregungen, durch die auf Ernsparungsniöglichkeiten hingewiesen werde. Dr. Breslauer bedauert, daß es nicht möglich war, den Etat 1935 vor Ende des Etatjahres borzulegen, dies solle aus keinen Fall wiederholt werden, er erinnere aber daran, daß auch im Jahre 1931 der Etat erst im Jahre 1932 mitvorgelegt worden sei. Rechtsanwalt K o z o w e r stimmt dem Antrag Marcus' zu, bedauert aber die späte Vorlegung des Etats. Der Repräsentantenversammlung müsse die Möglichkeit gegeben werden, ihr wichtigstes Recht, den Etat zu prüfen und zu verabschieden, auszuüben. Dies sei nicht geschehen, und deshalb sei er nicht in der Lage, in eine materielle Diskussion über den Etat einzutreten. Er und seine. Fraktion beantragen, den Etat 1935 mit dem> Etat 1936 zu beraten. Nach weiteren Ausführungen von Dr. Georg L u b i n s k i und Kammergerichtsrat a. D. Leo Wolfs wird der Etat für 1935 mit einer Neubewilligung in erster und Zweiter Lesung einstimmig angenommen. Gemeinderatssitzung in Dresden. In der ersten dieswinterlichen Gemeinderatssitzung gedachte der Vorsitzende Max L e s s e r des verstorbenen Bankherrn Konsul Dr. Heinrich Arnhol d, der dem Gemeinderat seit 1933 angehörte und sich um die Förderung sozialer Gemeindeeinrichtungen bleibende Verdienste erworben hat. Vorstandsmitglied Hermann Schocken widmete dem Verstorbenen gleichfalls herzliche Worte des Gedenkens. Als Nachfolger Dr. Arnholds wird gemäß dem Vorschläge des Vorstandes einstimmig Rechtsanwalt Dr. Friedrich Salzburg in den Gemeinderat gewählt. Zum Schluß nahm der Gemeinderat davon Kenntnis, daß die Verlängerung der Amtszeit des Gemeinderates, dessen Berufungsfrist gemäß dem Schiedsspruch der Reichsvertretung vom 3. April 1934 am 31. Dezember 1935 abläuft, in einer Ende der dritten Dezemberwoche stattfindenden Gemeinderatssitzung Gegenständ der Tagesordnung sein soll. Der Oberrat der Israeliten Badens, die oberste Behörde der badischen Landessynagoge, hat npnmehr durch Neubestimmung der dem Oberrat angehörenden Rabbiner, seine vollständige neue Zusammensetzung erfahren. Die ausgeschiedenen älteren Oberratsmitglieder kannte man als bewährte Männer auf ihren Plätzen, auf denen sie Jahrzehnte hindurch den Dienst an der jüdischen Allgemeinheit versahen: Professor Dr. Moses, der Vorsitzende, und Rabbiner Dr. Unna, der Stadtrabbiner der Gemeinde Mannheim, die beide nunmehr in Palästiim leben und wirkenweiter die Herren Hartog (Mannheim), Rechtsanwalt Dr. Pfälzer (Weinheim) und Bezirksrabbiner Dr. Z i m e l s (Freiburg i. Br.). An ihre Stellen sind Menschen getreten, die schon lange in lebhafter Aktivität mit dem jüdischen Leben verbunden, die Gewißheit geben, daß sie zusammen mit den wieder in ihr Amt zurückgekehrten Männern die würdige Fortsetzung der Tradition der badischen Landessynode mit der Lebensnähe und Kraft verbinden, welche die Aufgaben dieser Zeit zu meistern weiß. Professor Dr. Stei n, der durch Jahre bewährte Vorsitzende des Oberrats, bekleidet auch weiter dieses Amt. Weltliche Oberräte sind Professor Darmstädter (Mannheim), Rechtsanwalt K a s s e w i tz (Freiburg). Professor Wann und wo finden Sie Rat? Rheinland (Linksrb ein) Koblenz Hotel Continental. Jeden 1. und 3. Dienstag, 15 Uhr 30 bis 18 Uhr 30. Maier (Freiburg), Rechtsanwalt Hugo Marx (Karlsruhe), Rechtsanwalt Dr. Müller (Heidelberg), Rechtsanwalt Dr. Strauß (Karlsruhe); dazu als beamtetes Mitglied Rechtsanwalt Dr. E l l e n b o g e n (Karlsruhe) und als beratendes Mitglied Gemeindevorsteher Rechtsanwalt Lion (Rastatt). Zur Beratung und Beschlußfassung über Religionsfragen ist die Religionskonferenz des Oberrats, die sich aus den weltlichen Mitgliedern und den Konferenzrabbinern zusammensetzt, zuständig. Die Kanferenzrabbiner sind darüber hinaus überhaupt beratende Mitglieder des Oberrats und damit in seine allgemeine Arbeit einbezogen. Konferenzrabbiner sind nunmehr die Herren Staötrabbiner Dr. Schiff (Karlsruhe). Dr. Grünewald und Dr. Lauer (Mannheim). 81g. Aus einer mittleren Stadt In der Großstadt verteilt sich naturgemäß die Winterhilfe der jüdischen Menschen für- und untereinander an vielen Stellen . . . aber in einer mittleren Provinzstadt strömt es an einer einzigen Stelle zusammen: Im Gemeindebüro! Großer, heller, schöner Saal in einem Flügel der schönen, mächtig am Fluß aufragenden Synagoge. Kartotheken, klappernde Schreibmaschinen. Regale mit Akten . A e u ß e r l i ch also ein Bild nüchternster, rein sachlicher Tätigkeit! Aber was bergen diese Kartothekkarten und diese Akten an Schicksalen! Hier, in diesem Gemeindebüro. ist die Zuflucht vieler, vieler durch die Ereignisse der Zeit entwurzelten und hilflos gewordener Menschen! Hier tagen die Sitzungen, die ihnen wieder Hilfe und Geborgenheit bringen sollen. Hier tagen die Ausschüsse, die über Auswanderung, über Beschäftigung, über Fürsorge beraten. Und hierher kommen alle, die sich einen Rat holen wollen! Der Herr Syndikus (rosiges Gesicht unter weißen Haaren!) muß ein gütiges und warmes Herz haben, um alle die Kümmernisse, die ihm vorgetragen werden, geduldig anzuhören und immer wieder Trost zu spenden! Und das Fräulein Sekretärin mit den guten Augen hat wirklich allerhand zu tun, wenn sie ihm dabei hilft. — Hier, im Gemeindebüro, wird auch durch A u sh a n g bekanntgemacht, wer diese Erde verließ und wer eben auf ihr angekommen ist. Denn jüdische Zeitungen erscheinen nicht in der mittleren Provinzstadt. . . und das Gemeindeblatt kann aus Gründen der Sparsamkeit nur alle, vier Wochen einmal herauskommen. Wenn man also 3« einem Begräbnis, zu einer Hochzeit, zu einer Jude gehen und genau das Datum dieses Ereignisses wißen will. . . ja, dann bleibt einem schon nichts anderes übrig, als sich höchstselbst die breite Treppe hinauf zu begeben und nachzufragen ...im Gemeindebüro! — Und MtklkbifMünde sollten im Jahre 1936 die C.-V.- Zeitung lesen. Geben Sie ihnen diesen Bestellzettel. 13 Nummern kosten nur 99 Pfennig. Senden Sie mir bis auf Widerruf die C-V.-Zeitung 99 Pfennig für das 1. Quartal 1936 zuzüglich einer einmaligen Verspätungsgebühr von 20 Pfennig zahle ich an den Briefträger. Name: Ort: — Strasse: Ausschneiden und mit 3 Pfg. frankiert senden an: C-V.-Zeitung, Vertrieb, Berlin W15, Emserstr. 42 J 2 Oliva 8141. die jüdischen Menschen der mittleren Provinzstadt und auch die aus den vielen, im weiten Lande verstreuten Städtchen und Dörfern kommen gern hierher: Denn hier fühlen sie sich geborgen,betreut, . . . hiersindsie„zu Hause"! L.L. Vocanzeig.m Berlin: 12. Januar: Wohlfahrts- und Jugendamt der Jüdischen Gemeinde, Abteilung Jugendpflege. Musik von Juden, Musik für Juden. Dr. Alfred Heppner „Jüdische Komponisten der Emanzipation". Schallplattendarbietungen. Singechöre der Jugend. Aula der Schule Große Hamburger Straße 27. 12. Januar, 17 Ahr: Geselliger Nachmittag. Stefan . Antal. Mitwirkende: Rose Agnes Hersch (Alt), Hermann Ludwig Schlesinger (Flügel), Fritz Wallenberg (Cello), Marcelle Blank und Johanna Meyer. Im Haus von Frau Alice Simon, Wannsee, Bismarckstraße 3. Rhein-Ruhr: Jüdischer Kulturbund. „R 8 u b e n i, F ü r st der Juden." Chronik nach dem Roman von Max Brod, dramatisiert von Gerhard Walter-Rosenbaum: 4. und 8. Januar, 20 Uhr 30 Min.: Wuppertal, Frauenklub; 7., 8. und 9. Januar, 20 Ahr 18 Mi«: Köln, Gemeindehaus, Cäcilienstraße. — Liederabend Alexander Kipnis: 2. Januar, 20 Ahr 30 Min.: Aachen, Ballsaal des Städtischen Konzerthauses; 4. Januar, 20 Ahr 30 Min.: Duisburg, Theodor-Lauter-Haus; 3. Januar, 20 Ahr 30 Min.: Krefeld, Synagoge. Liebermann-Ausstellung der Berliner Jüdischen Gemeinde. Zur ersten Wiederkehr des Todestages Max Liebermanns im Februar dieses Jahres bereitet die Jüdische Gemeinde Berlin in den Räumen des Jüdischen Museums eine Liebermann-Ausstellung vor, die das Werk des großen Meisters von den Anfängen bis zu seinen Altersbildern in ausgewählten Proben vorsühren wird. UND KINDERHEIME Im sonnigen Engadin Soiaria alpina Kinderkurheim mit Schule St.Moritz Leiterin ab 7. 1. in Berlin Auskunft Tel. J 2 2401 (8-1Ö u. 2-4) Auskunft Frankfurt a. M. bei Weintraut. Tel. 70011. 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