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Jüdisches Gemeindeblatt für die britische Zone · 1947-02-21 · 22 (21.2.1947) · p. [Seite]

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Journal
Jüdisches Gemeindeblatt für die britische Zone
Volume
1 (1946-1947)
Issue
22 (21.2.1947)
Date
1947-02-21
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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I# J9 21. FEBRUAß-1947 1. JahvüaNG NUMMFR 22 // neuei <£e&en. >F . * * ßJUi&t aus dat (SaUhzh... H In den letzten Wochen brachten die meisten ausländischen, aber nur wenige inländische Zeitungen alarmiereh.de Nachrichten über das Wiederaufleben der Nazibewegung in Deutschland. Diesen Nachrichten liegt ein Bericht zu-“ gründe* den das „Internationale Komitee zum Studium über europäische Fragen” fertiggestellt hat. Von dem Inhalt dieses Berichtes würden alle Minister und Ministerpräsidenten der Bänder unterrichtet,,, die in diesem. Ausschuß vertreten sind. Lord Vansittard ist der Vertreter Englands in diesem Ausschuß, Herriot der der Franzosen, außerdem sind Holland, Dänemark und Belgien in diesem Ausschuß vertreten. In diesem Bericht ist unter vielem anderen festgestellt, daß in ganz Deutschland ein Netz von Naziorganisationen verbreitet ist, deren Macht von Monat/ zu Monat zunimmt. Die Leitung dieser. Organisationen setzt sich zusammen aus ehemaligen Naziführern, Mitgliedern ausländischer Naziorgansationen, die wieder nach- Deutschland flüchteten, Offizieren und Unteroffizieren der Wehrmacht. Es wird weiter in diesem Bericht gesagt, daß diese Organisationen ihre Aufgabe dann erblicken, in alle demokratischen Organisationen Gewährsleute zu scnicken und daß sie unterstützt werden , durch eine aktive Reserve, die. eturch deutsche Bürger und In aziorganisationen * im Ausland aufbewahrt werden. Diese aktiven Reserven sollen ausreichend sein* um die gesamten .westlichen Zonen, wenn notig, für drei Jahre aus Argentinien; mit Lebensmitteln zu versorgen. Die Organisationen leisten keinenaktiven Widerstand* sie betrachten ihre augenblickliche Aufgabe darin, dafür zu sorgen, ctaß ihre Leute Schlüsselpositionen bekommen . und sie hintertreiben die Entnazifizierung. Sie sorgen dafür, daß Beunruhigungen in die yom Kontrollrat zugelassenen Organisationen hereingebracht werden und beabsichtigen damit,die Alliierten dazu zu bringen, daß sie immer mehr maßgebliche Funktionen an Deutsche abgeben. Die Bauern werden überredet, ihre Nahrungsmittel Vorräte zu behalten und nicht den Großmärkten zuzuführen. Es werden Gerüchte verbreitet, nach denen die Unterernährung ihre Ursache darin findet, daß Nährmittel' aus Deutschland exportiert' werden und es wird dafür gesorgt, daß durch eine Muhd-zu-Mund-Propaganda falsche Export- und Importziffern bekannt werden. Der Bericht weist zuletzt darauf hin, .daß eine Reihe ausländischer Naziorganisationen noch bestehen oder wieder gegründet wurden und zwar besonders in Argentinien, Südamerika und der Schweiz. Nach Ansicht des Komitees werden die verborgenen deutschen . Reserven, die von Organisationen verwaltet werden, in Argentinien auf eine Milliarde Dollar geschätzt, ln Schweden auf 300 000 000 Dollar. Dazu kommt, so sagt der Bericht, daß 57 700 000 , Dollar durch Deutsche in der schwe- In dieser Ausgabe; ][)r> J£lirt ScfaumacJl er 1.Vorsitzender der SPD., gibt unserem .Herausgeber ein Interview dischen Industrie investiert sind.' In der Schweiz sollen nach Schätzung für. 300 000 000 Dollar Gold liegen, Teile des von Deutschland in den früher besetzten Gebieten gestohlenen Goldes. Der Bericht besagt zuguterletzt, daß die Organisationen darauf hinstreben, in Deutschland wieder für eine starke Zentralisierung Sorge zu tragen, besonders aber für eine starke Zentralregierung. '; Wir bringen diesen Bericht, weil wir ihn unseren Lesern zur Kenntnis geben müssen, , unter Hinzufügung unserer persönlichen Erlebnisse und Beobachtungen. Als wir damit begonnen haben, unsere Gemeinden wiederaufzubauen und unseren Schwestern _ und Brüdern die ' Möglichkeit zu geben, daß sie sich einmal physisch und seelisch erholen können, zum anderen aber mit dem Aufbau ihres Familienlebens und . ihrer Existenzen beginnen können, da glaubten -wir,, daß es — trotz allem — doch möglich sein könnte, "denen, die hierbleiben wollen oder müssen, ihre Heimat wieder zurückzugeben. Wir nat- . ten die v ^rsprechungen der Regierungen der alliierten Völker und wir glaubten, daß der anständig gebliebene Teil des deutschen Volkes zusammen mit 'denen, die der Nationalsozialismus bitter enttäuscht und betrogen hat, in der Lage sein werden und stark genug sind, um diese Grundlagen zu schaffen. In den letzten-Monaten haben wir an dieser Stelle wiederholt darauf hingewiesen, daß wir bitter enttäuscht sind, enttäuscht sind, einmal, weil von Seiten der Alliiertön recht wenig getan würde, um in unserer Frage im. deutschen Volk aufklärend zu. wirken, zum anderen aber weil aus dem deutschen Volk heraus durch nichts der Wille bekündet wurde, um uns das Gefühl der Sicherheit in unserer früheren Heimat wiederzugeben.. Wir haben Gelegenheit, täglich immer mehr zu beobachten, daß seit Beginn des neuen Jahres, oder besser gesagt, seitdem die Militärregierung sich entschlossen hat, den größten Teil der Funktionen an deutsche Behörden abzugeben, ein nicht imerheblicher Teil der (Daily Mirror London) Machtergreifung 1947 t-' V/.rflt'S t* rJW&ps-.'aft V? -V’fcr,. l * " IBS

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