Mannheim
Compact Memory

Jüdisches Gemeindeblatt für die britische Zone · 1947-01-06 · 19 (6.1.1947) · p. [Seite]

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jüdisches Gemeindeblatt für die britische Zone
Volume
1 (1946-1947)
Issue
19 (6.1.1947)
Date
1947-01-06
Page
[Seite] (sequence 14)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
94% known words query
IRI
…/9498581-9366319-9386213--206-9366206
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

1 entity mentions

Jüdische Nobelpreisträger machen, welch großer, uneigennütziger lieber Mensch unser 1. Vorsitzender ist. In seiner Nummer vom 10. Dezember erinnert der „Nachtexpreß”’hn die vor 50 Jahren erfolgte Errichtung der „Nobelstiftung” und führt die sämtlichen bisherigen Nobelpreisträger auf. Dabei wird mit Stolz darauf hingewiesen, daß Deutschland mit 46 Nobelpreisträgern an erster Stelle unter 21 Ländern stände. Wenn sich ergibt, daß Deutschland hinsichtlich der Zahl der Nobelpreisträger tatsächlich eine Vorrangstellung einnimmt, so verdankt es diese zu einem guten Teil seinen Juden. Denn unter den 46 deutschen Preisträgern befinden sich nicht we-s niger als 11 Juden oder Hälbjuden, nämlich A. von Bayer, P. Ehrlich, O. Wallach, P. Heyse, R. Willstätter, F. Haber, O. Meyerhof, A. Einstein, J. Franck, G. Hertz, O. Wärburg. Nahezu 25 Prozent der deutschen Nobelpreisträger waren jüdischer Abstammung, während ihr Anteil an der Gesamtbevölkerung in der fraglichen Zeit durdhschnittlich noch nicht 1 Prozent betrug.. - Zu den Genannten kommt noch eine Anzahl von Preisträgern, die zwar aus Deutschland stammten, aber später in einem anderen Lande lebten und deshalb diesem Lande zugerechnet werden, wie A. Michelson, E. Chain, und ferner die ebenfalls dem deutschen Kulturkreis angehörenden, aber als Oesterreicher geltenden R. Barany, A. H. Fried, R. Landsteiner, Otto Loewy; u. a. haben auch andere Länder jüdische Nobelpreisträger gestellt, wie G. Lippmann (Frank-, reich), J. Erlanger (USA). . Insgesamt haben die Juden 25 Nobelpreisträger .aufzuweisen, und dies als ein Volk von ehemals 16 Millionen, wenn schon von ihrer heutigen durch die Nazis auf 10 Millionen reduzierten Zahl abgesehen wird. ‘ Unter der selbstverständlich unumgänglichen Berücksichtigung der Bevölkerungszahl sind die Juden, dasjenige Volk, welches die weitaus meisten Nobelpreisträger unter sich hat. - Br. B. Jüdisches Theater in München München. (ADN) In den Kammerspielen gastierte das „Münchener jüdische Theater” mit einem Heldendrama von M. Pinczewski „Ich lebe”. Das in jüdischer Spräche aufgeführte Schauspiel behandelt das Schicksal einiger jüdischer Gefangener, die sich aus dem Konzentrationslager befreien und sich den Partisanen anschließen konnten. Die Aufführung, unter der Regie von Israel Becker hatte großen Erfolg. „Lieder für eine junge Mutter”. Studienrat Ulrich Krüger, Potsdam, hat „Lieder für eine junge Mutter” nach Texten von Paula Dehmel vertont, die im Laufe dieses Winters im Radiosender Bern zum erstenmal in der Schweiz^ zur Auf-“ führung gelangen. Diese Lieder waren, da Pa Via Dehmel Jüdin ist, von Dr. Goebbels verboten worden. Ein jüdisches Theater ist in Berlin wieder gegründet worden. Das Ensemble setzt sich aus einer alten jüdischen Theatergemeinschaft zusammen, die sich früher in Warschau und Lodz schon große Erfolge holte. Das Theater wird vorläufig da und dort in Berlin spielen und die kleine Form der Parodie, des Sketschs oder eines Volksmotivs pflegen. Regie führt Leo Hecht, der auch die Ansage übernommen hat. Gemeinde Wuppertal Am 2. Januar 1947 begeht unser hochverehrter 1. Vorsitzender, Herr Rechtsanwalt Gustav Brück, seinen *70. Geburtstag. Herr Brück feiert diesen Ehrentag in Seltener körperlicher und geistiger Frische. Seit über 40 Jahren ist er es, der in unermüdlicher Tatkraft, mit großem Weitblick und unermeßlicher Liebe unsere Gemeinde leidet. In Freude und Leid der verflossenen Jahrzehnte ist Herr Rechtsanwalt Brück es gewesen, der mit größtem Geschick uns alle gelenkt-hat. Besonders in den schwersten Jahren der Verfolgung war er es, der sich für die Belange der Gemeinde aufopferte. Heute an seinem Ehrentag will jedes übriggebliebene Mitglied der noch aus zirka 150 Köpfen bestehenden Gemeinde Wuppertals und allen Orten der näheren Umgebung, auch durch die Zeitung d§n gesamten Juden Mitteilung davon Wir sprechen auch an dieser Stelle Herrn Rechtsanwalt Brück unsem innigsten, tiefgefühlten Dank aus und beten zu Gott, daß er ihm noch ein langes Leben in Gesundheit, Glück und Frieden, an der Seite seiner lieben Gattin, schenken -möge. Heimann, 2. Vorsitzender. Köln. Die Herren Willy und Benno Schwarz, Emkenb.Düren stifteten der hiesigen Gemeinde RM. 800,— für Wohlfahrtszwecke. Den Spendern herzlichen Dank. 12 Herr Josef Stern *und Frau Marianne, geb. Winter, Rheydt, Hemmerden, wurden durch die. Geburt eines kräftigen Stammhalters erfreut. Wir gratulieren herzlichst. Rudi Mossex und Frau Hilde geb. Held, Bonn a. RK. 3. 12. 1946. Vermählte. Wir gratulieren herzlichst. Geheimrat Prof. Dr. PhillipsQn, Bonn a. Rh., 1. 1. 1947 83. Geburtstag. Wir gratulieren herzlichst. Am 7. 1. 1947 feiern Meta Panzer aüs Kerpen und Martin Herz aus Frechen ihre Vermählung. Der Vorstand gratuliert herzlichst im Namen derr Repräsentanz und der Gemeindemitglieder und wünscht dem jungen Paar für . die Zukunft alles Gute. Synagogengemeinde Köln Der Vorstand: I. A.: Moritz Goldschmidt. ’^mGmmääät Gesch ä-ft s s te 1 le: Düsseldort-Benrath, Friedhofstrnße 28-26. Telefon 71 fl 61 Abonnement*: /Zugendung unter Kreuzband)- t SMonate2.— RM / 6 Monate 8.-90 RM / 12 Monate 7.80 RM (einsohl. Porto). Voreinsendung des Betrages nur auf unser Postscheckkonto: Essen Nr. 68080 Lizenrträgcr und Herausgeber: Karl Marx, Düsseldorf. Golzheimer Sir. HO, Telefon 28008 / Verantwortlich lür den Inhalt: Julius Dreifuß und Karl Marx. Verantwortlish lür den Anzeigenteil: BennoWallach, Düsseldorf, Lindemannstr. 104 Veröffentlicht mit Genehmigung der Nachrichtenkonirolle der Militärregierung Lizenz Nr.80 / Druck von Tischler & Schn tfer, Düsseldorf-Benrath. AH.82 Erscheinungstag: Am 6. und 19. jd.Mts. / Redaktionsschluß 6 Tage vor Erscheinen WOCHENKALENDER 1947 5707 Jan. 5. Sonntag Tewesl3. „ 6. Montag „ 14. ' * -?:■ Dienstag » 15. „ 8. Mittwoch ,1 16. » .9. Donnerstag „ 17. „ 10. Frfeitag Gottesdienst 17 .Uhr „ 18. » 11. c; 11 . Scharnaüs OaODaL Gottesdienst 9.80 Uhr; 19 „ 12- Sonntag „ 20v „ 13. Montag „ 21. „ 14. Dienstag „ 22. „ 15. Mittwoch „ 23. „ 16. Donnerstag „ 24. „ 17. Freitag Gott»sdi***t 17 uhr „ 25. : „ i8. O Lh 4. ' Wacro öaDDat Gottesdienst 9.80 Uhr „ ‘26.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.