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Jüdisches Gemeindeblatt für die britische Zone · 1946-12-19 · 18 (19.12.1946) · p. [Seite]

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Journal
Jüdisches Gemeindeblatt für die britische Zone
Volume
1 (1946-1947)
Issue
18 (19.12.1946)
Date
1946-12-19
Page
[Seite] (sequence 2)
Language
German
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Oelkrüglein, welches das Symbol der Reinheit durch den Siegeldruck des Hohen Priesters dokumentierte. Die Geschichte erzählt, daß das Wunder geschah und der achtarmige Leuchter mit diesem Oelkrüglein acht Tage brannte. Das Oelkrüglein, welches wir unter den Trümmern des europäischen Judentums fanden, war der Glaube an Gott, und auch diesmal geschah das Wunder, — daß die Welt glaubte, das europäische Judentum sei aufgelöst, vernichtet und ausgerottet. In Wirklichkeit entflammte an diesem Oelkrüglein der uralte Glaube und entzündet auch die Herzen, die sich Jahrzehnte von ihm gewandt haben. Der Geist der Makkabäer, jener kämpferische Geist für das jüdische Volk, für das jüdische Land und den jüdischen Glauben und den jüdischen Menschen, er dokumentiert sich aufs Neue auf heiligem Boden. Aber er dokumentiert sich auch in der Diaspora, da unsere .Menschen, die gelernt haben, mit geistigen Waffen zu kämpfen, um ihr Lebensrecht zu erhalten, verzweifelt sind, gebrochen, ohne Hoffnung, unsere Menschen, die hinter Stacheldraht lebten, die ihr Teuerstes stets verloren haben, — sie haben durch »dieses Oelkrüglein eine neue innere -Flamme entfacht, die Lebensbejahung. Wenn es auch schwer ist, auf diesem blutgetränkten Boden in Deutschland diese Bejahung des Lebens zu finden und zu versuchen, das zu vergessen, was sie erlebten, so haben wir in der Tradition des Chanukah-Festes einen “heuen Ansporn und vor allen Dingen einen Beweis dafür, daß allen. Gewalten zum Trotz der Rest Israels nicht uiitergeht. Möge das gerettete Oelkrüglein die Flamme erhalten, die auch für das jüdische Volk Licht in' die Finsternis bringt. Dr. Philipp Auerbach. Das Chanukahf-Lied Schirm uncf Schütz in Sturm und Graus, Dir erschall’ ein Jubellied; Schütz’, o Herr, Dein heilig Haus, Drin Dir Lob und Preis erblüht. Doch wenn einst verstummt der Feind, Dem Dein Volk ein Spott erscheint, Dann erschall’ allüberall, Liedessang, der uns vereint. Drangsal beugte mir das Haupt, Und die Frohn brach meine Kraft; Mut und Freiheit hat geraubt Mir dereinst Egyptens Haft. Doch der Herr mit starker Macht Hat des heil’gen Schwurs gedacht; Der Tyrann mit Roß und Mann, Sank hinab in Graus und Nacht. Heilig’ Land, Du nahmst uns auf, " Doch nur kurz war uns’re Rast; Dränger scharten sich zu Häuf, ’ Strafend uns’res Abfalls Hast. Doch wie groß der Sünden Zahl - - ■ , Nicht erlosch Dein Gnadenstrahl. Siebzig. Jahr, und Dein Altar Stand, o Herr, ein zweites Mal. - . Fällen wollt’ den Gottesschaft Haman einst der Tücke voll, Doch zum Fallstrick ward die Kraft, Und zur Schande ward sein Groll. Ewig lebt der Frommen Hort, Doch der Bösen Ruf verdorrt) Hab und Gut und Lebensglut, Jäher Tod rafft alles fort. Jawari drängte an im Sturm, Einst zur Hasmonaeerzeit; Und es stürzten Mau’r und Turm, Und Dein Tempel ward entweiht. Aber mit des Oeles Rest Du Dein Haus erhellen läßt; Und zum Ruhm dem Heiligtum Ewig währt das Weihefest. MiiimiiiiimMiiiniimiiiiiiiiiiiiiiiiiiiimiiiHiiiimiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiimiiiiiiiitiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiitiiimiiiiiiiiiiiimiiiiiiiHii Der Lesesaal im jüdischen Kultur-Dezernat Düsseldorf, Stoffeier Straße 11 und die Leihbüch er e i sind Montags und Donnerstags von 9—13 Uhr, Dienstags und Fteitags von 14—17 Uhr geöffnet. MENORAH Von Theodor HerzL Ein kleiner, schlanker Silberbaum, Der ist von wunderbarer Art; Im Sommer träumt er den Wintertraum Doch kommt der Winter,streng und hart, Dann treibt das Bäumchen Blüten. Die Blüten sind gar lieb und hold In ihrem bunten Farbenspiel; Ein blauer Kelch, ein Rand von Gold, Das wiegt sich leicht auf schlankem Stiel, Es sind acht strahlende Lichter. Es blüht, der bunte Kerzenglanz Acht Tage lang im Silbergeäst; Menoräh wird der Baum genannt, Chanukah heißt das schöne Fest,' Da die Menorah blühet. Es mahnet dieses Fest uns heut’ An eine große Heldenzeit. Den Makkabäern ist’s geweiht, Die da gekämpft in heißem Streit, Für Judas Sieg und Ehre,!lilllHiiH!!l!milllt!ll!llll!l!l!llliItHllt1iiliUIIfHliIIlllllIlliiHfUlf[llIlfllSS8llHaflllUlf«fliUUlllUilintaUUaWiUmUHH(mUII Ein Schritt vorwärts I Große Wiedergutmachungstagung der Minister und Referenten der amerikanischen, britischen und französischen Zone am 7., 8. und 9. Dezember in Tegernsee. (Von unserem Sonderberichterstatter H’. Ingsterj. Dr. Auerbach, der Staatskommissär für politisch, rassisch und religiös Verfolgte beim Bayerischen Innenministerium hat für den 7., 8. und 9. .Dezember zu einer großen Arbeitstagung in Wiedergutmachungsangelegenheiten in Tegernsee eingeladen. Außer den in Frage kommenden Ministem und Sachbearbeitern nahmen an dieser Tagung Vertreter des American Joint Distribution Committee, Jewish Relief Upit, und Jewish Agency for Palestine teil. Namens der Bayerischen Staatsregierung begrüßten die Tagung Minister-Präsident Prof. Dr. Wilhelm Hoegner und Innenminister J, S e i f r i e d. Diese Tagung gestaltete sich zu einer riesigen Kundgebung. Sie gibt uns allen Anlaß, anzufangen optimistisch zu werden. Es wurden offene Worte gesprochen, — erfreulicherweise von jüdischer Seite und von den Regierungsvertretern der drei Zonen. Besondere Aufmerksamkeit erregten die Ansprachen Dr. Auerbach’s und des Legal Adviser der Jewish Relief Unit, Dr. Weis. Letzterer richtete einen besonders starken Appell an die Vertreter der drei Zonen. Er bedauerte, daß bisher noch von keiner deutschen Seite nach außen hin der wirkliche ernste Wille zur Wiedergutmachung zum Ausdruck gekommen ist. Die diesen Ansprachen folgenden Erklärungen der Regierungsvertreter zeugten allerdings von einem ernsten Willen, eine wirkliche Wiedergutmachung in kürzester Zeit in die Wege zu leiten. Es wurde einstimmig^ besonders auch von diesen Rednern, erklärt, daß wir Juden ein Recht auf diese Wiedergutmachung haben. . , Die Stadt-Tegernsee bereitete den Teilnehmern und Gästen der Tagung einen herzlichen und schönen Empfang. Es war dafür Sorge getragen, daß die Teilnehmer nach den Konferenzen einen „Tegernseer Abend” erleben konnten, es waren alle Vorbereitungen für Besichtigungsrundfahrten getroffen und das Schauspielhaus München veranstaltete zu Ehren der Teilnehmer , einen . Festakt, . dessen Gesamterlös dem Bayerischen Hilfswerk zufloß. Bemerkenswert ist, daß die Bayerische Oberpostdirektion anläßlich der Tagung einen Sonderdienst einrichtete, "wobei sämtliche Postsendungen mit einem Sonderstempel „Für die Opfer des Faschismus 7. 12. 46. -— Tegernsee” herausgegeben wurden'. Der Mehrerlös wird, dem Sonderfond des Staatskommissariats für rassisch, religiös und politisch Verfolgte übergebenr ' Wir werden in unserer nächsten Ausgabe -einen ausführlichen Bericht mit dem Text der wesentlichsten Ansprachen und der verabschiedeten Resolutionen bringen.

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