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Jüdisches Gemeindeblatt für die britische Zone · 1946-11-27 · 16 (27.11.1946) · p. [Seite]

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Journal
Jüdisches Gemeindeblatt für die britische Zone
Volume
1 (1946-1947)
Issue
16 (27.11.1946)
Date
1946-11-27
Page
[Seite] (sequence 7)
Language
German
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Jischuf bzw. der jüdische Nationalfond besitzt in Palästina einen großen Teil: Boden, der noch nicht urbar gemacht ist. Wir können noch hunderttausende jüdische Menschen dort unterbringen, und daß uns das gelingen wird, ist unsere feste Hoffnung. - "Mit dem Absingen der Hatikwah schloß die eindrucksvolle Kundgebung, die. sicherlich den zionistischen Bestrebungen viele neue Freunde zugeführt hat. Mogo. Aus der Gemeinde Köln Am 7. 11. 1946 fand eine nichtöffentliche. Repräsentantensitzung statt. In dieser wurde Stellung genommen zu den Vorschlägen des Zonenverbandes bezüglich, des Weiterbaues des Jüdischen Krankenhauses söwie Sanierung der, finanziellen Verhältnisse. , ‘Weiter wurde beschlossen, mit allen Mitteln sich dafür einzusetzen, daß das ehemalige Eigentum der Gemeinden durch Vermittlung des Jewish Relief von der Militärregierung freigegeben wird. Mit wenigen Mitteln ist, es möglich, im Alters- und Flüchtlingsheim Köln-Sülz, Blankenheimerstr. 55 durch Aufbau des rechten Flügels 8—10 Wohnräume zu gewinnen. Die Durchführung wurde von der Repräsentanz einstimmig gutgeheißen. Der Jüdische Frauenverein beabsichtigt, am Sonntag, dem 22. 12. 1946 eine Chanukka-Feier für jüdische Kinder zü veranstalten. Die Gemeinde unterstützt dieses Vorhaben. Außerdem wurde' beschlossen, am Sonntag, dem 5. 1. 1947 Neuwahlen zur'Repräsentanz durchzuführen. Vorher soll eine Generalversammlung stattfinden zwecks Nennung von Wahl Vorschlägen. , Der jüdische Friedhof in Aachen ifhmittelbar nach der Wiedererrichtung der jüdischen Gemeinde Aachen meldete sich ein .Eisenalthändler und erklärte, daß er fast alle Bronzen des jüdischen Friedhofs Aachen 'unter seinem alten Eisen versteckt gehalten habe und während des Krieges, trotz wiederholter Aufforderung der obersten Heeresleitung, diese Wertstücke gerettet hätte. Er erklärte .sich bereit, mit seinen Arbeitern das gesamte Material zu reinigen, auszubessem. und neu zu montieren. Diese Arbeit leistete er und seine Arbeiter uneigennützig. Heute bietet der jüdische Friedhöf * wieder das alte Bild, er ist ein Glanzstück der jüdischen Gemeinde Aachen. Herr Moritz Marx hat sich um die Wiedererrichtung besonders verdient gemacht.'” * Die jüdische Gemeinde Aachen teilt uns mit, daß dieser Althändler ein PG. war uh*d fragt nun an, ob auf Grund der geschilderten Tatsachen es angängig wäre, für diesen Mann. etwas zu tun. Das läßt sich von hier aus deshalb nicht entscheiden, weil wir über diesen Mann nicht mehr wissen. — Seine Tat und Hilfsbereitschaft ist lobenswert und es dürfte deshalb angebracht sein, den Behörden, die die politische Prüfung dieses Mannes in Händen haben, Kenntnis von den Tatsachen zu geben. Diese Behörden werden diese Kenntnis ohne Zweifel zu einer milderen Beurteilung des Falles verwenden. * Gemeinde-Versammlung in Düsseldorf Am 28. 10. 1946, nachmittags 4 Uhr, fand eine Gemeindeversammlung statt, welche der 1. Vorsitzende, Herr Julius Dreifuß, eröffnete. ' Er gab einen Bericht über das Entstehen der Gemeinde vor einem Jahr und führte den Gemeindemitgliedernvor Augen, welche Schwierigkeiten zu überwinden waren, um wieder eine jüdische Gemeinde ins. Löben zu rufen. Er gab gleichzeitig'einen Bericht über den Etat der Gemeinde. An -Unterstützung würde gezahlt im Etatjahre, RM, 3 487,60 An Unkosten wurden ausgegeben , RM. 8 892,— Für Instandsetzung der Friedhöfe RM. 4 497,60 Gehälter und Provisionen RM. 2 513,— Die Gesamtausgaben für das 1. Geschäftsjahr betrugen knapp RM. 20 000.—. Der Status der Gemeinde ist“ als gesund zu bezeichnen. ♦ Herr Dreifuß erinnerte an die Veranstaltungen anläßlich der Feiertage zu Chanukka und Pessacß. Chanukka wurden die .Kinder im Alter von 4 bis 20 Jahren eingekleidet. Die Sederfeier ist noch allen in bester Erinnerung. Der Friedhof ist wieder in einen-, würdigen Zustand versetzt und es ist. beabsichtigt, die durch Bombeneinwirkung zerstörte Friedhofshalle, im Frühjahr des kommenden Jahres neu erstehen zu lassen. Im Berichtsjahr wurden cße jüdischen Kinder des Landesverbandes der jüdischen Gemeinden von Nordrhein-Westfalen in Begleitung der Wohlfahrtsdezernentin, Frau Meta Dreifuß, nach Lüneburg in Erholung geschickt. Gesund und freudig kehrten sie aus dem, schönen Kinderheim zurück. Das KZ-Erholungsheim in Wülfrath wird von .uns laufend beschickt, und neuerdings finden unsere Gemeindemitglieder Erholung in Bad Harzburg, wo ein jüdisches Erholungsheim durch die Jewish Relief Unit ins Leben gerufen wurde. Zur Simchasthora-Feier zogen die Kinder'mit ihren Fähnchen, voran die Thora, durch den Betraum und erfreuten sich an den ihnen gespendeten Leckereien. . - Das Gesetz für die Wiedergutmachung ist in Vorbereitung, und .es ist zu hoffen, daß es bald durch den Kontrollrat bestätigt wird. - - Eine ungeheuere Aufgabe brachte uns der Flüchtlingsstrom, der Strom jüdischer Menschen, die aus Polen vertrieben wurden. Mit bewundernswerter Energie und Aufopferung bewältigte Frau Dreifuß diese gigantische Aufgabe und die Briefe und Karten, die sie aus den verschiedenen Lägern der wieder weiter gewanderten Menschen erhalten hat, zeugen von der Zufriedenheit dieser Menschen, daß sie bei üns das notwendige Verständnis gefunden haben. Der Aufruf zur Chewra Kedische hat leider nicht den erwarteten Erfolg gehabt, und es wird nochmals gebeten, sich zur Chewra Kedische zu melden. Herr' Dreifuß hat die Gemeindemitglieder mit der Tatsache bekannt gemacht, daß die Gemeindevertretung und der Gemeinde vdrstand in einer Sitzung den einstimmigen Beschluß gefaßt hat, Herrn Dr. Auerbach' den Ehrenvorsitz der Synagogenge/neinde zu übertragen und hat seinem Dank für die von Herrn Dr. Auerbach geleistete. Arbeit für die Synagogengemeinde nochmals Ausdrück verliehen. Für den ausscheidenden Repräsentanten, Herrn Israel Ingst-er, wurde der Kulturdezement des Landesverbandes, Herr Chaskiel Rozyne, als Repräsentant einstimmig gewählt. Zusätzlich wurde ein 7. Repräsentant gewählt. Die Wahl fiel auf Herrn'Max Meyer, Langenfeld, mit 23 von 86 abgegebenen Stimmen. ' . Bevor in die Diskussion über allgemeine Fragen eingegangen wurde, mahnte der 1. Vorsitzende zur inneren Geschlossenheit und zur Einigkeit nach innen und außen und machte darauf aufmerksam, daß angesichts des nooh' nicht besiegten Antisemitismus die Solidarität die beste Waffe sei gegen antisemitische •Elemente. An der Diskussion beteiligten sich Herr Moritz Magenheim, sowie Herr Sieradz. Herr Sieradz bittet um regere Beteiligung an den Gottesdiensten und erinnert daran, sich als Paten für verwaiste Gräber auf unserem Friedhof auf dem Büro der Synagogengemeinde eintragen zu lassen. Herr Karl Marx unterstrich die Mahnung des Vorsitzenden zur Solidarität und machte den Vorschlag, den Vorsitand zusammenzusetzen L aus Manschen aus den Konzentrationslagern, 2. aus zurückgekehrten Emigranten, 3. aus Menschen, die in Deutschland verblieben sind. Dieser Vorschlag^ wird uns als Grundlage für die Beratung im Falle einer Neuwahl zu dienen haben. Herr Direktor S e e 1 i g gab einen Begeht über' seine Laufbahn und seine Tätigkeit in seinem Beruf. Er dankte nochmals Herrn Dr. Auerbach für die Arbeit, die er im Interesse der Gemeinde und des-Landesverbandes verrichtet hat. Zum Schluß stellte Herr Direktor Seelig den Vertrauensantrag für den Vorstand, die Repräsentanz und das Wohlfahrtsdezernat. Herr Ruwen Abelsön von der Jewish Agency forderte zur Mitarbeit für die Flüchtlinge auf. ' Alsdann sprach die Gemeindeversammlung dem Vorstand, der 'Repräsentanz und der Wöhlfahrtsdezernentin, Frau Dreifuß, einstimmig das vollste Vertrauen aus..; Mit Dank an die Versammelten schloß Herr Dreifuß die Sitzung. , . Unter der Rubrik ' ■ Die Meinung unserer Leser wollen wir von nun an Briefe unserer Leser veröffentlichen. Wir bitten um Zuschriften. Der Verlag.

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