Jüdischer Almanach
- Journal
- Jüdischer Almanach
- Volume
- 1902-1903 : Teilweise veränderte Neuausgabe
- Date
- 1904-01-01
- Page
- Seite 254 (sequence 270)
- Language
- German
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Was die historische Heimat betrifft, so kann nur auf Grund der alleroberflächlichsten Kenntnis bestritten werden, dass die Juden — eine Nation, die sich von der kleinen Zahl derer, die von Aegypten kamen, zu einem nach Millionen zählenden Volke entwickelt hatte — weit über die Grenzen des engen Stammlandes hinaus fast alle Nachbarländer besiedelt hatten und teilweise beherrschten. Und auch das wohlverstandene Programm der Zionisten lässfc keinen Zweifel, dass da kein auf seine kleinsten Dimensionen reduziertes Palästina gemeint sein kann. Man braucht nur für die Vokabeln des ersten Programmsatzes die entsprechenden Zahlenwerte zu setzen, um die absolute Haltlosigkeit einer solchen Annahme sofort einzusehen: Der Zionismus erstrebt für das jüdische Volk (10—12 Millionen Seelen) die Schaffung einer öffentlich rechtlich gesicherten Heimstätte in Palästina (28000 Quadratkilometer). --Sicherlich ist da nicht gemeint, dass die ganze Judenheit überpflanzt werden solle, und ebenso sicher ist nicht gemeint, dass ein so grosser Teil der Nation, wie ihn eine nationale Bewegung immerhin im Auge haben muss, sich notwendig nur auf das engste Palästina beschränken dürfe. Denn die Beschränkung auf die engsten Landesgrenzen und auf den geringen Bruchteil der Nation, der auf diesem engsten Gebiete Raum fände, hiesse ja, von allem Anfang an und prinzipiell den weitaus grössten Teil des Volkes ausschliessen. Also wer immer aus einer Art Palästina-Zelotismus oder aus Missverständnissen heraus bisher nur das engste Palästina hat gelten lassen wollen, der möge nur nochmals die Grundelemente dieser Lösung der Judenfrage überdenken, und er wird zu dem Resultate kommen, dass das historische grössere Palästina die jüdischen Orientbestrebungen aus ihrem bisherigen Stadium in einen sofort ausführbaren Plan einer grossen Volkshilfe umwandelt, an dem wir alle zu unserem Teile mitarbeiten können. Und. nicht .nur wir, die schon bis heute an diesem Werke thätig waren, sondern mit uns die Vielen — und unter ihnen die Besten, Thutkräftigsten, Praktischsten, die sich bisher fern gehalten haben. So ist das grössere Palästina nicht nur das Land für einen grösseren Teil unserer Nation und für einen sofortigen Beginn praktischer, grossangelegter Kolonisationsthätigkeit, sondern es ist auch Basis und Voraussetzung jenes grösseren Zionismus, der nicht eine Partei sein, sondern das Judentum in seiner Ganzheit umfassen will. Psgif G££« ts2£5? X^SH Cs£i* CiS« EsSS? t^Sit Es£5? Es£5i C^gSf C^ü C^Sü tzSH 254